Neue Studie zur Wirtschaftslage im B2B-Versandhandel 2012 liegt vor: Binnennachfrage stützt B2B-Versand trotz gesamtwirtschaftlicher Abkühlung

Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) und die Creditreform Wirtschaftsforschung stellen die Ergebnisse aus der gemeinsamen B2B-Studie-Versandhandel des Jahres 2012 vor.

Berlin/Neuss, 31. Januar 2013 – Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) und die Creditreform Wirtschaftsforschung haben die Ergebnisse der sechsten gemeinsamen Studie zum B2B-Versandhandel vorgestellt. 120 B2B-Versender erteilten in der aktuellen Studie Auskunft zu ihrer aktuellen Wirtschaftslage, den Geschäftsaussichten und den Finanzierungsbedingungen.

Der Interaktive Handel (d.h. der Online- und Versandhandel) im B2B-Segment erlebte 2012 auch weiterhin ein gutes Jahr, obwohl sich die konjunkturelle Situation etwas abgeschwächt hat. So bewerteten 47,5 Prozent der befragten Betriebe die Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf mit den Noten „sehr gut“ oder „gut“. Dies sind 7,5 Prozentpunkte weniger als im letzten Jahr (55,0 Prozent). Am besten wird die Geschäftslage von Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten eingeschätzt. Hier vergeben 53,3 Prozent der Befragten gute oder sehr gute Noten (2011: 55,6 Prozent).

„Die konjunkturellen Perspektiven für den B2B-Versandhandel sind weiterhin positiv“, konstatiert Dr. Carsten Uthoff, Vorstand der Creditreform AG. „Der Saldo aus den optimistischen und pessimistischen Meldungen zur Geschäftserwartung hält sich stabil bei 37,4 Punkten – nach 37,8 Punkten im vergangenen Jahr. Da die Einschätzung des B2B-Versandhandels aufgrund seiner zahlreichen Kundenbeziehungen als ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft betrachtet werden kann, ist dies als positives Zeichen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in 2013 zu werten.“

Rückläufige Umsatz- und Auftragslage – Branche schaut dennoch optimistisch in die Zukunft

Die nachlassende konjunkturelle Dynamik im laufenden Jahr 2012 hat sich auch auf die Umsatzzahlen und Auftragseingänge der B2B-Versandhändler ausgewirkt. Nichtsdestotrotz konnten im Jahr 2012 immerhin 47,5 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzzuwächse verzeichnen. Zwar weist der Vergleich mit dem Vorjahr einen Rückgang bei den Unternehmen mit steigenden Umsätzen auf (2011: 56,0 Prozent), doch blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Zwei von fünf B2B-Versendern (40,8 Prozent) erwarten ein Umsatzplus im kommenden halben Jahr. Gleichzeitig rechnen 15,8 Prozent der Befragten mit rückläufigen Umsätzen. Im vorangegangenen Jahr waren es zur gleichen Zeit 39,5 Prozent der B2B-Versender, die steigende Umsatzzahlen erwarteten und 14,0 Prozent, die mit sinkenden Umsätzen rechneten.

Auch die Zahl der Unternehmen, die im Vergleich zum Vorjahr vollere Auftragsbücher gemeldet haben, ist gesunken. Der Anteil der B2B-Versandhändler, die von gestiegenen Auftragseingängen berichten, ist binnen Jahresfrist von auf 48,7 auf 39,2 Prozent zurückgegangen. Entsprechend stieg die Anzahl an Unternehmen, die rückläufige Auftragseingänge hinnehmen mussten (2012: 29,2 Prozent; 2011: 16,8 Prozent). Ein positives Stimmungsbild zeichnet die Erwartungshaltung der Betriebe an die Auftragslage. Derzeit kalkulieren 32,5 Prozent der Versender mit Zuwächsen bei den Bestelleingängen. Ein Plus von 3,2 Prozentpunkten zum Vorjahr (29,3 Prozent). Die Zahl derer, die einen Rückgang des Auftragsvolumens erwarten, sank leicht von 14,7 Prozent im Vorjahr auf aktuell 14,2 Prozent.

B2B-Versandhandel leistet trotz leicht sinkender Personalnachfrage einen positiven Beschäftigungsbeitrag

Die Arbeitskräftenachfrage ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. 37,5 Prozent der B2B-Versender haben ihren Personalbestand aufgestockt, nachdem dies im Vorjahr bei 40,8 Prozent der Fall war. Der Großteil der Befragten (45,0 Prozent) hat seine Mitarbeiterzahl konstant gehalten (2011: 44,2 Prozent). Weniger als zwei von zehn Unternehmen (16,7 Prozent) mussten ihre Personaldecke straffen (2011: 15,0 Prozent). Damit leistet der B2B-Versandhandel einen positiven Beschäftigungsbeitrag, der auch in den kommenden Monaten anhalten wird. Der Saldo aus geplanten Neueinstellungen und Entlassungen sinkt auf Jahressicht leicht von plus 10,8 auf plus 8,4 Punkte.

Ergebnisse des B2B-Versandhandels bestätigen Trends und Entwicklungen im B2C-Handel

Ungeachtet der Tatsache, dass das Geschäftsklima im Verlauf des Jahres durch die konjunkturelle Entwicklung leicht eingetrübt wurde, bestätigen die Ergebnisse des Jahres 2012 erneut die Aufwärtstendenz des gesamten Interaktiven Handels, denn auch der B2C-Versandhandel war 2012 sehr erfolgreich und konnte sich zum Jahr 2011 erneut deutlich steigern.

„Die Zahlen aus dem Jahr 2012 belegen, dass sich der Interaktive Handel sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich trotz gesamtwirtschaftlicher Ernüchterung weiter positiv entwickelt. Dies ist ein stabiler Trend, der abermals das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Händlern und Kunden belegt sowie die exzellente Servicequalität, hohe Beratungsintensivität und enorme Produktvielfalt der gesamten Branche unterstreicht“, so Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bvh.

Social Media und Katalog sind Treiber für den B2B-Versand

Der B2B-Handel ist weiterhin von online-basierten Vertriebsinstrumenten und dem Einsatz von Katalogen geprägt. 41,2 Prozent der befragten B2B-Versender sehen gute oder sehr gute Entwicklungsperspektiven für den Katalog (2011: 43,1 Prozent).

Auch Gero Furchheim, Vorstand der CAIRO Aktiengesellschaft Einrichtungsversand und B2B-Experte beim Pressegespräch in Berlin, bestätigt: „Aktuell ist der Katalog noch der wichtigste Wachstumstreiber. Auch wenn die Rolle des E-Commerce in der Neukundengewinnung stark wachsend ist und vielleicht bald dominiert, ist Print zur Bedarfsweckung bei Bestandskunden unverzichtbar. E-Commerce hat vor allem Bedeutung bei der Bedarfsdeckung.“

Zudem stieg die Bedeutung sozialer Netzwerke für die B2B-Branche. Mittlerweile sind 72,2 Prozent der befragten Unternehmen bei Facebook vertreten. Es folgen Google+ (46,0 Prozent), Xing (34,5 Prozent), Twitter (29,9 Prozent), Wikis (20,7 Prozent), LinkedIn (17,2 Prozent) und Pinterest (5,7 Prozent).

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Christin Schmidt

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Statistik und Wirtschaftspolitik