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Ab wann und wieso lohnt sich der Einsatz einer Warenwirtschaft für (mittelständische) Onlinehändler?

Ein Beitrag von Christian Milster und Tabea Schalkowsky (cateno), 25.07.17

Auch heute betreiben viele Start-Ups oder auch kleinere Unternehmen ihr Onlinegeschäft, ohne dabei auf den Einsatz eines sogenannten Warenwirtschaftssystems zu vertrauen. Nicht selten werden dabei eigehende Bestellungen manuell abgearbeitet und die Daten in verschiedenen Excel-Tabellen gepflegt. 

Und das ist zunächst auch nicht unnormal. Denn gerade in der Gründungsphase eines Unternehmens werden Prozesse häufig intuitiv und manuell durchgeführt. Auftretende Probleme werden oftmals durch Improvisation gelöst. Bei dem anfänglich eher geringen Bestellaufkommen und den i.d.R. noch nicht allzu hohen Mitarbeiterzahlen ist dies auch gut zu bewältigen. Daten werden in verschiedenen Systemen gepflegt und die einzelnen Prozesse werden nacheinander – Step by Step – abgearbeitet. 

Doch mit wachsendem Erfolg und der damit einhergehenden zunehmenden Anzahl an Bestelleingängen steigt der manuelle Aufwand überproportional. Zudem wächst die E-Commerce-Branche stetig und gewinnt – nicht zuletzt aufgrund sich immer wieder verändernder Kundenerwartungen – permanent an Komplexität. 

Gleichzeitig zeichnet sich der E-Commerce durch sich stetig wiederholende Prozesse und Routineaufgaben – die idealerweise gleichzeitig ablaufen sollten – aus. Als Beispiele sind hier u.a. die synchrone Anzeige von Bestandsverfügbarkeiten im Online-Shop und auf den verschiedenen Marktplätzen, der Versand von Zahlungsbestätigungen oder die Benachrichtigung der Kunden, der Marktplatzanbieter und der Shop-Systeme zu nennen. Ebenso zählt die Pflege der Daten und Ausleitung dieser auf die einzelnen Kanäle zu den typischen Routineaufgaben eines Onlinehändlers.

Ein weiteres zentrales Merkmal des Onlinehandels ist seine Schnelligkeit: Auf der einen Seite üben natürlich die Onlinemarktplätze hinsichtlich Bearbeitungs- und Versandzeiten der Bestelleingänge großen Druck auf die Onlinehändler aus. Andererseits erwarten Kunden ihre Lieferung innerhalb weniger Werktage. Sehr kurze Lieferzeiten sind heute schon lange kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern ein Hygienefaktor! Je länger ein Kunde tatsächlich auf seine bestellten Produkte warten muss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er diese entweder gar nicht erst annimmt oder sie zurückschickt, womit natürlich die Anzahl der Retouren steigt. 

Onlinehändler, die ihre Daten in verschiedenen, womöglich schlecht oder gar nicht vernetzten Systemen pflegen und zusätzlich mit separaten Excel-Tabellen arbeiten, versinken ab einer bestimmten Zahl an Bestelleingängen buchstäblich im Chaos. Sie verlieren den Überblick und gleichzeitig steigt die Fehlerquote. Diese Fehler führen wiederrum zu einem zusätzlichen Anstieg der Retourenquote, die Kundenbewertungen werden schlechter und das Arbeitspensum steigt permanent. Und damit beginnt ein Teufelskreis.

Das Kerngeschäft, der Wettbewerb und damit die wirklich wichtigen Dinge für einen Onlinehändler geraten schnell in den Hintergrund. Die Abarbeitung von Routineaufgaben – nicht selten bis spät in die Nacht – avanciert irgendwann zum Mittelpunkt des nun anstrengenden E-Commerce-Alltags.

Als Onlinehändler sollte man sich spätestens an diesem Punkt intensiv Gedanken über eine Lösung machen, die E-Commerce-Prozesse weitgehend automatisiert abarbeitet. Als sehr hilfreich hat sich die Einführung einer auf einem Warenwirtschaftssystem basierende E-Commerce-Komplettlösungen erweisen. Die Erfahrung zeigt zudem, dass der Einsatz eines Warenwirtschaftssystems ab ca. 40 Bestellungen pro Tag sinnvoll ist. Hinzu kommt, dass die Einführung einer umfassenden E-Commerce-Komplettlösung umso komplexer ist, je umfangreicher (und damit chaotischer) der Onlinehandel zum Startzeitpunkt ist.

Doch noch einmal einen Schritt zurück:

Was ist eigentlich ein Warenwirtschaftssystem? 

Ein Warenwirtschaftssystem, kurz auch WaWi oder WWS genannt, ist grundsätzlich ein IT-Anwendungssystem. Unter dem Begriff „Warenwirtschaftssystem“ wird in der Betriebswirtschaftslehre die mengen- und wertmäßige Abbildung und Steuerung des Warenflusses in einem Handelsunternehmen verstanden. Dabei arbeiten mehrere Bereiche eines Unternehmens mit dem Warenwirtschaftssystem. Sowohl in der Beschaffung, in der Lagerwirtschaft als auch im Verkauf unterstützt das Warenwirtschaftssystem sämtliche Handelsprozesse. Es werden u.a. Beziehungen zu Lieferanten gepflegt, Wareneingänge gebucht und Rechnungen kontrolliert. Des Weiteren werden die Lagerbewegungen erfasst, überwacht und optimiert. Dazu zählt u.a. auch die Ein-, Um- und Auslagerung der Ware.

Im Bereich Verkauf unterstützt die Software die Handelsunternehmen weiter dabei, die Kundenbeziehungen zu pflegen, Angebote zu schreiben, den Versand abzuwickeln. Der Einsatz eines Warenwirtschaftssystems hilft also dabei, Prozesse zu automatisieren, somit Zeit und Kosten einzusparen – und den Überblick zu behalten! Aufträge können wesentlich schneller abgearbeitet und manuelle Fehler minimiert oder noch besser eliminiert werden. Zudem sind die Daten in allen Systemen synchron.

Welche Daten können überhaupt mit einem Warenwirtschaftssystem gepflegt und übermittelt werden?

Grundsätzlich sind folgende Daten für den E-Commerce von besonderem Interesse: 

• Artikelstammdaten
• Produkttexte, in unterschiedlichen Sprachen oder optimiert für unterschiedliche Zielgruppen (B2B- und B2C)
• Preise, inklusive Mengenrabatten, B2B-Preise, Rabattstaffelungen oder Sonderpreise
• Produktbilder, optimiert für die verschiedenen Verkaufskanäle
• Kategorien, ebenfalls angepasst an die verschiedenen Verkaufskanäle
• Stücklisten und Stücklisten-Varianten
• Kundendaten, inklusive Informationen zu vorherigen Bestellungen und möglichen Daten aus der Kundenkommunikation
• Lagerbestände und Versandinformationen 

Diese und weitere Daten können zentral in einer Warenwirtschaft gepflegt und automatisiert an den eigenen Online-Shop, an unterschiedlichen Online-Marktplätze sowie an den Lager- und Versandbereich übermittelt werden. Im Sinne einer gut durchdachten Multi-Channel-Strategie können jederzeit mit nur wenigen Klicks weitere Marktplätze angebunden werden. 

Auch die Finanzbuchhaltung kann über eine Warenwirtschaft gesteuert wenn. Denn Zahlungseingänge, Zahlungserinnerungen und Mahnungen können automatisiert über alle Kanäle mit den Bestellvorgängen abgeglichen werden. Auch beim grenzüberschreitenden Handel kann ein Warenwirtschaftssystem Onlinehändler veritabel unterstützen: nämlich bei der Einhaltung der Steuerschwellen und bei der Abwicklung der Zollformalitäten. 

Darüber hinaus können auch die gesamten Lager- und Versandprozesse aus einer E-Commerce-Komplettlösung heraus gesteuert werden: Nach dem automatisiertem Abgleich der Zahlungseingänge mit den offenen Posten, wird der Auftrag gewandelt und an das Lager übergeben. Im Lager wird hierauf automatisch eine Pickliste ausgedruckt, mit welcher der Picker die Ware, anhand der vorab definierten Kommissionierstrategie, pickt. Der Abgleich des Bestelleingangs mit der tatsächlich gepickten Ware, erfolgt dann im Warenausgang. Sobald die Ware verpackt ist, wird automatisiert eine Information an den Versanddienstleister übermittelt, dass die Waren zur Abholung bereitstehen. 

Sofern man bspw. Gefahrgut versendet, kann ein Warenwirtschaftssystem außerdem direkt die Gefahrgut-Informationen, wie z.B. die UN-Nummer, aus den hinterlegten Stammdaten an den Versanddienstleister übergeben. Anschließend werden die Trackingdaten automatisch an den Kunden, an den Online-Shop und an die Marktplätze übermittelt. Zeitgleich wird der aktuelle Bestand im Lager, in der Warenwirtschaft, im Online-Shop und auf den Marktplätzen angepasst – wodurch nicht zuletzt Überverkäufe unmöglich werden. 

Der Einsatz einer auf einem Warenwirtschaftssystem basierenden E-Commerce-Komplettlösung ist ab einem gewissen Bestellaufkommen nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig, um im E-Commerce auch langfristig erfolgreich zu sein. Denn nur, indem sich stetig wiederholende Prozesse und Routineaufgaben automatisiert (und im besten Fall gleichzeitig) abgearbeitet werden, entstehen „Freiräume“, die es Onlinehändlern ermöglichen, sich (wieder) auf ihr Kerngeschäft, ihre Kunden und den Wettbewerb zu konzentrieren

Auf einen weiteren Aspekt sollten Onlinehändler bei der Auswahl einer E-Commerce-Komplettlösung jedoch unbedingt achten: Die präferierte Software sollte immer an die jeweilige Unternehmensstruktur und an bestehenden Prozesse anpassbar sein. Denn i.d.R. sind sowohl das eigene Geschäft, als auch die internen Prozesse zu individuell, als dass eine standardisierte Lösung alle Anforderungen umfassend abdecken kann. 

Dieser Artikel wurde gemeinsam mit Tabea Schalkowsky (Leitung Marketing cateno GmbH & Co. KG) geschrieben.

Kontaktdaten:
Tabea Schalkowsky cateno GmbH & Co. KG, Bahnhofstr. 14, 64658 Fürth
Email: T.Schalkowsky(at)cateno.de
Web: www.cateno.de
Tel.: +49 (0)6253 2398-0

Das war die bevh Logistikreise 2017 (Teil 2 von 2)

Ein Reisebericht von Christian Milster

Der vierte Tag unserer Reise hat mit einem wunderschönen Sonnenaufgang begonnen. Aber allzu viel Zeit, diesen in seiner Gänze zu genießen gab es leider nicht. Denn auch dieser Tag war wieder minutiös durchgetaktet. 

Schnell ging's ans Frühstücksbuffet, um wenigstens etwas im Magen zu haben. So langsam waren dem einen oder anderen Teilnehmer das umfassende und straffe Programm und die kurzen Nächte anzusehen – und da nehme ich mich selbst nicht aus. Aber die kürzeste Nacht sollte erst noch kommen... 

Abfahrt war 07.15 Uhr – und zwar auf die Minute. Alle pünktlich da. Perfekt! Unsere nächste Station war das 2014 in Betrieb genommene Full-Service-Logistiklager des Duty-Free-Spezialisten Gebr. Heinemann SE & Co. KG in Erlensee (bei Frankfurt). 

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben weltweit der modernste Multichannel-Logistiker im Reisesegment. Das mit fortschrittlichster Technik ausgerüstete Logistikzentrum Erlensee hat eine Umschlagsfläche von insgesamt 32.000 qm mit mehr als 45.000 ständig verfügbaren Artikeln. Von hier aus wird permanent an viele der deutschen Einzelhandelsstandorte, die Heinemann Duty-Free Shops sowie an einen Großteil der mehr als 1.000 Distributionskunden in 100 Ländern geliefert. Außerdem beherbergt dieses Logistikzentrum Europas größten Humidor, den wir uns selbstverständlich angesehen haben. Und auch diese Besichtigung war wieder sehr interessant und abwechslungsreich.


Zurück im Bus haben wir unsere Lunchboxen für diesen Tag in Empfang genommen. Denn gestärkt diskutiert, telefoniert, arbeitet, schläft oder gewinnt es sich beim Kartenspielen wesentlich besser. ;O) Und auch an diesem Donnerstag meinte es der Reisegott wieder gut uns. Kein Stau. Keine Panne. Alles gut. 

Pünktlich um 15.00 Uhr haben wir das DHL Innovation Center in Troisdorf erreicht – unsere bereits siebte Station auf dieser Reise. DHL versteht sich als Vordenker in der Logistikbranche und investiert daher strukturiert in die Themen Trendsuche und Lösungsentwicklung. 

Um effiziente Zusammenarbeit zu ermöglichen, bringt DHL Kunden, Forschungs- sowie akademische Institute, Industriepartner und Logistikexperten innerhalb der Geschäftsbereiche zusammen. Das DHL Innovation Center bietet eine zentrale Plattform, in der Kunden und Stakeholder gemeinsam mit DHL Experten an innovationsbezogenen Themen arbeiten können. Im Rahmen unserer geführten Tour haben wir an verschiedenen interaktiven Stationen erfahren, wie sich die Zukunft der Logistik gestaltet und wurden diesbezüglich auf den neuesten Stand gebracht.


Auch diesen, leider schon letzten gemeinsamen Abend wollten wir mit einem wohlschmeckenden Abendessen ausklingen lassen. Gesagt, getan... Gegen 19.30 Uhr sind wir im Restaurant „Limao Brasil“ eingetroffen. Mein persönliches Urteil: Essen: Lecker // Location: Naja... leider ziemlich ungemütlich und etwas zu laut. 

Wie etwas weiter oben schon angedeutet, folgte nun die kürzeste Nacht unserer Reise. Am Freitagmorgen mussten wir bereits um 05.30 Uhr beim Frühstück sein, da es schon um 06.15 Uhr losging. Denn nur so gab es eine realistische Chance, dem morgendlichen Köln-Bonner Berufsverkehr zu entkommen und nicht stundenlang im Stau zu stehen. Und auch das hat wieder absolut perfekt funktioniert. Alle waren pünktlich im Bus und wir damit vor allen anderen auf der Autobahn – naja, fast. 

An dieser Stelle möchte ich mir nicht nehmen lassen, ein riesengroßes Lob an die gesamte Reisegruppe auszusprechen. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass alle immer zum vereinbarten Zeitpunkt dort waren, wo sie sein sollten, sind wir stets vollzählig und pünktlich losgekommen und konnten so unseren doch sehr umfangreichen und ziemlich eng getakteten Termin- und Reiseplan einhalten. Logistiker wissen eben, dass es bestimmter Bedingungen bedarf, um Dinge innerhalb eines festgelegten Zeitraums von A nach B zu transportieren. 

Unsere vorletzte Station war das neue Zentrallager von Gerry Weber im Ravenna Park in Halle/Westfalen, das seit Dezember 2015 in Betrieb ist. 

Mit einer Gesamtfläche von 145.000 qm (111.000 qm Logistikzentrum und 34.000 qm Outlet) und einer Lagerkapazität von bis zu 5,6 Mio. Teilen handelt es sich hier um die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte des international tätigen Mode- und Lifestylekonzerns. Das Logistikzentrum löst sukzessive die dezentral angelegten Logistiklager an den Standorten Ibbenbüren, Osnabrück, Brockhagen und Dortmund auf. Seit Sommer 2016 läuft das Logistikzentrum unter Volllast und kann bis zu 30 Mio. Teile jährlich umschlagen. Die Kapazität kann bei Bedarf bis auf 37 Mio. Teile pro Jahr erhöht werden. Alles sehr beeindruckend! 

Wieder im Bus ging es Richtung Hamburg, zur letzten Station dieser Logistikreise. Bis jetzt hatte alles reibungslos und nahezu perfekt geklappt. Doch dies sollte sich nun ändern. Denn auf der Autobahn nach Hamburg gab es leider einen ziemlich langen Stau. Freitäglicher Feierabendverkehr. Tief durchatmen und entspannt bleiben. OK. 

Trotz eineinhalbstündigen Stehens im Stau sind wir glücklicherweise „nur“ 15 Minuten zu spät bei Hermes in Hamburg angekommen. Doch unsere Gastgeber sind damit völlig entspannt umgegangen und haben sich nicht aus der Ruhe brigen lassen.

Dieser Hermes-Standort beherbergt die größte und technisch innovativste Retourenlogistikanlage von Hermes in Europa. Hier werden v.a. kleinvolumige Artikel wie Schuhe, Kleidung, Camcorder und Schmuck begutachtet, beurteilt und sodann wieder eingelagert. Jährlich können von 1.100 Mitarbeitern bis zu 60 Mio. Artikel abgewickelt werden. 

Gegen 17.15 Uhr war diese sehr informative und erkenntnisreiche Führung bei Hermes zu Ende – und damit leider auch die bevh Logistikreise 2017. 

An fünf erlebnisreichen Tagen haben wir knapp 1.900 Kilometer durch ganz Deutschland zurückgelegt und insgesamt neun spannende Unternehmen besucht. Dabei haben wir viele innovative und wertvolle Insights erhalten, die die Teilnehmer evtl. auch für ihr eigenes Geschäft umsetzen können.

Ein riesengroßes Dankeschön an alle Unternehmen, die uns so herzlich empfangen und sehr tief in die Herzen ihrer Logistik blicken lassen und unsere Reise damit erst möglich gemacht haben. 

Außerdem möchte ich mich noch einmal bei der wirklich tollen Reisegruppe bedanken. Ihr wart stets sehr interessiert, engagiert, lustig, ohne zu Murren immer pünktlich an Ort und Stelle und seid auch in stressigen Situationen stets entspannt geblieben. Danke! 

Ich bzw. wir freuen uns schon auf die nächste Logistikreise mit euch und sind schon sehr gespannt, wo uns diese hinführen wird. 

Hier geht's zum ersten Teil dieses Reiseberichts...

Das war die bevh Logistikreise 2017 (Teil 1 von 2)

Ein Reisebericht von Christian Milster

Im Rahmen unserer diesjährigen Logistikreise vom 15.05. bis zum 19.05.2017 haben wieder innovative und hochkarätige Unternehmen exklusiv für den bevh und seine Mitglieder ihre Tore geöffnet und spannende und einzigartige Einblicke in ihre hochmodernen und Maßstab setzenden Logistikzentren und –lösungen gewährt. 

Inoffizieller Start war ein gemeinsames Abendessen am 14.05.17 im Panthera Rodizio Hamburg, in der Nähe des Hamburger Hafens, inmitten des Portugiesenviertels. Lecker! 

Tatsächlich gestartet sind wir dann jedoch am Montag, den 15.05.17 gegen 09.30 Uhr vom Hotel „The Rilano“ in Hamburg/Finkenwerder. Die erste Station unserer Reise war Airbus, eines der weltweit führenden Luftfahrtunternehmen. Am Produktionsstandort Hamburg, der gleichzeitig Zentrale und größter Standort von Airbus in Deutschland ist, sind rund 12.500 Mitarbeiter beschäftigt. Hier ist u.a. das Programm-Management vom A 320 bis hin zum A 380 beheimatet. Außerdem finden in Hamburg die Strukturmontage, die Ausrüstung der vorderen und hinteren Rumpfsegmente sowie die Kabinenausstattung und die Lackierung statt. Hamburg/Finkenwerder ist seit 1970 eines der bekanntesten Luftfahrtzentren der Welt und mit einer Fläche von 500 aneinandergereihten Fußballfeldern wohl auch das größte. 

Anschließend ging es mit dem VIP-Konferenzbus weiter nach Eisenach. Dort angekommen haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, einen Abstecher auf die Wartburg zu machen. Zunächst haben wir uns die nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ angesehen. Bei einem sehr leckeren Abendessen – natürlich auf der Wartburg – haben wir diesen ersten Tag unserer Reise entspannt ausklingen lassen.


Am nächsten Morgen ging es gegen 08.30 Uhr weiter Richtung Hörselgau (bei Gotha) zum Logistikzentrum von Rhenus Logistics. 

Rhenus Logistics ist ein seit über 100 Jahren in der Logistikbranche agierendes Familienunternehmen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von ca. 4,6 Mrd. Euro. Rhenus beschäftigt weltweit etwa 26.000 Mitarbeiter an insgesamt 500 Standorten. Dabei stehen die Geschäftsbereiche Contract Logistics, Freight Logistics, Port Logistics sowie Public Transport für das Management komplexer Supply Chains und für innovative Mehrwertdienste. Am Standort Hörselgau haben wir exklusive Einblicke in das Fulfillment und die Logistik von Thalia erhalten. 

Um unseren doch sehr straffen Zeitplan einzuhalten, ging es nach einer relativ kurzen Verschnaufpause wieder in den Bus und direkt weiter nach Giebelstadt (bei Würzburg). Während der Fahrten zu den verschiedenen Logistikzentren gab es im Bus immer wieder Gelegenheiten, sich mit anderen Teilnehmern über das Gesehene auszutauschen und auf diese Weise neue Kontakte zu knüpfen. 

Gegen 15.00 Uhr sind wir in Giebelstadt angekommen. Unser Ziel war das dort ansässige Technologiezentrum von SSI SCHÄFER – einem der weltweit führenden Lösungsanbieter von modularen Lager- und Logistiksystemen. Am Standort Giebelstadt werden auf 4.500 qm innovative Produkte und Lösungen für die Intralogistik präsentiert. SSI Schäfer ist ein weltweit gefragter Partner, wenn es um die Planung und Realisierung ganzheitlicher Logistiksysteme geht. Dabei reicht das Leistungsspektrum von der Systemplanung und -beratung über die Realisierung schlüsselfertiger Anlagen bis hin zu maßgeschneiderten Servicepaketen. Das Unternehmen beschäftigt am internationalen Hauptsitz in Neunkirchen, weltweit in rund 70 operativ tätigen Gesellschaften und an über zehn Produktionsstätten im In- und Ausland über 9.500 Mitarbeiter.

Die Führung hat gute zwei Stunden gedauert und war wirklich sehr interessant. 

Doch so viel Input an einem Tag macht hungrig und durstig. Deshalb haben wir uns, nachdem wir in Würzburg im Hotel eingecheckt hatten, im Restaurant „Juliusspital“ eingefunden und dort bei leckerem Essen und köstlichem Wein den zweiten Tag unserer Reise beendet. 

Am Morgen des dritten Tages der Logistikreise wurde es körperlich ein wenig anstrengend. Nicht weil wir uns tatsächlich sportlich betätigt haben, sondern weil wir Würzburg bereits um 06.30 Uhr verlassen mussten, um pünktlich um 09.00 Uhr in Pforzheim bei der Klingel anzukommen. Und das ist gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass wir mitten im morgendlichen Berufsverkehr an Stuttgart vorbei mussten. Doch wir hatten Glück. Außer etwas zähfließendem Verkehr bei Zuffenhausen gab es keine Staus, so dass wir pünktlich in Pforzheim angekommen sind. 

Die Klingel Gruppe bzw. K-Mail Order GmbH & Co KG ist europaweit in zwölf Ländern vertreten und in Deutschland der zweitgrößte Multichannel-Distanzhändler. Täglich werden Sendungen im fünfstelligen Bereich verschickt. Das Logistikzentrum in Pforzheim beherbergt den größten Taschenspeicher (Bagstore) mit einem Fassungsvermögen von 700.000 Taschen mit mehreren angeschlossenen dreistufigen Matrixsortern, die es ermöglichen, 30.000 Warenstücke pro Stunde nach logistischen wie kundenspezifischen Belangen zu sortieren. Uff... 

Unsere zweite Station an diesem Tag war das Lkw-Montagewerk von Mercedes Benz in Wörth (bei Karlsruhe). Von Pforzheim nach Wörth ist es quasi nur ein Katzensprung. Und da wir weder Staus, noch ähnliche Herausforderungen zu meistern hatten, waren wir bereits eine Stunde vor der vereinbarten Uhrzeit bei Mercedes Benz Nutzfahrzeuge. Diese einstündige Pause hat uns etwas Zeit für Zerstreuung und/oder das Besuchen und Stöbern im Mercedes-Benz Kundencenter gegeben. 

Pünktlich um 13.00 Uhr startete dann die Werksführung. Mit einer Werksgeländefläche von insgesamt 2,4 Mio. qm und einer Produktionsfläche von 480.000 m2 ist dieses Mercedes Benz Nutzfahrzeuge-Werk, übrigens seit 1963 in Wörth ansässig, das größte Lkw-Montagewerk der Welt. Alle drei Minuten rollt ein Fahrzeug vom Band. Bis zu 470 Lkw verlassen jeden Tag den Werkhof. Auf allen Kontinenten transportieren Trucks "Made in Wörth" Waren und Güter. 2008 entstand das Entwicklungs- und Versuchszentrum mit Schlechtweg- und zusätzlichen Erprobungsstrecken. Die werkseigene Montagehalle mit einer Länge von knapp 1.000 Metern und einer Breite von gut 50 Metern zählt sie zu den größten Montagehallen im Fahrzeugbau weltweit. Alles wirklich sehr beeindruckend. 

Auch der dritte und sehr erlebnisreiche Tag unserer Reise hatte seinen Preis: Nämlich Hunger und Durst. Deshalb haben wir uns am Abend im Restaurant "Casa do José" zum gemeinsamen Abendessen eingefunden und bei portugiesischen Köstlichkeiten unsere Eindrücke diskutiert.  



Hier geht's zum zweiten Teil dieses Reisberichts...

„Mobile-First“ in der Praxisumsetzung - Clevere Strategien für das Shop-Design

Ein Gastbeitrag von Johannes W. Klinger

Mit der stetigen Zunahme der Nutzung mobiler Endgeräte im eCommerce stellt die Umsetzung des „Mobile-First“-Gedanken eine wichtige Anforderung dar. Dabei bleibt auch Responsive Design ein Trendthema. Es verspricht die beste Lösung, um Inhalte von Online-Shops, sowohl auf stationären PCs wie auch Handys und Tablets darzustellen. Meist wird hier aber daran gearbeitet die klassische Desktop-Darstellung auf mobile Endgeräte zu projizieren. Im Sinne von „Mobile-First“ geht es aber vielmehr darum, die mobile Usability in den Vordergrund zu stellen. Daher kann es ratsam sein, statt einem Responsive Design für alle Endgeräte eigenständig designte mobile Subshops für den mobilen Einkauf einzusetzen. 

Der Sammelbegriff „mobiles Endgerät“ selbst täuscht darüber hinweg, dass die User Experience auf dem Tablet durchaus anders ausfällt als auf dem Smartphone. Grob gilt, je größer das Display, desto mehr Zeit nehmen sich Nutzer für Recherche oder Surfen. Das wiederum hat Folgen auf die Inhalte, die bereitgestellt werden sollten. Da noch immer nicht überall LTE- oder W-LAN-Verbindungen zugänglichen sind, müssen in einem Responsive Design zahlreiche Inhalte zusätzlich angepasst bereitgestellt werden. Hinzu kommt der hohe Arbeitsaufwand beim Design durch eine gestiegene Vielfalt an mobilen Endgeräten, inklusive deren Bildschirmauflösungen und Browserversionen. 

Der Gesamtaufwand für Responsive-Shops liegt daher wesentlich höher als bei klassischen Webshops: Aufwendig zu erstellende und zu testende Steuerungen des Ladeverhaltens sind dann für einen guten Shop leider zwingende Voraussetzung für ein positives Suchmaschinen-Ranking oder ein hohes Einkaufserlebnis durch kurze Wartezeiten. Dadurch können in Responsive-Design-Projekten die Zeiten für die Erstellung eines guten Shops oftmals unerwartet hoch ausfallen. Auch die spätere Update- und Pflegearbeit an Design und Inhalten wird aufwendiger. Die Erfahrung zeigt, dass die investierte Arbeitszeit insgesamt um das Zwei- bis Dreifache gestiegen ist. Das wiederum macht komplexe Shops für mittelständische Händler schnell unwirtschaftlich. 

 

Doppelt gemoppelt hält auch im eCommerce besser 

Um eine effizientere Lösung zu gewährleisten, gibt es eine clevere Alternative. Sie ist ähnlich zu der Strategie die Google für statische Inhalte wie News oder Blogs favorisiert. Dort sollen nämlich parallel zu den Desktop-Seiten sogenannte AMP-Seiten für mobile Geräte erstellt werden. Auf Shops übertragen bedeutet dies, es werden zwei unabhängige, getrennte Basislayouts erstellt: Zum einen für die Endgeräte mit größeren Bildschirmauflösungen und stationärer Internetanbindung. Hier bedient ein großformatiges Layout die heutigen Anforderungen an Großansichten und Informationen. Zum anderen ein vereinfachtes responsives Layout nur für kleinere, mobile Geräte mit datensparsamen, angepassten Bildern und Inhalten. So wird eine erste Aufwandsersparnis allein durch das intelligente Konzept geschaffen: Bei keinem der beiden Layouts muss ein Kompromiss eingegangen werden. Zudem entfällt der Aufwand, einen fließenden responsiven Übergang zwischen den beiden Designvarianten praktisch umzusetzen und zu gewährleisten. 

Im mobilen Layout wird sinnvollerweise ein Responsive Design erstellt, um den verschiedenen Displaygrößen der Mobilgeräte Rechnung zu tragen. Dabei entsteht eine zweite Aufwandsersparnis: Dieses Responsive Design kann deutlich einfacher umgesetzt werden. Denn: Im Wesentlichen müssen Inhalte nur noch verkleinert oder vergrößert dargestellt werden. Größere Layout-Anpassungen beziehungsweise komplexe Ladesteuerungen für unterschiedlich große Grafiken je nach Zielsystem sind kaum noch notwendig. Dadurch kann das Responsive Design die Fülle unterschiedlich großer mobiler Endgeräte effektiver unterstützen. Das Layout für Kunden, die von einem Desktop, Laptop oder größerem Tablet mit W-LAN-Verbindung auf den Shop zugreifen, muss dagegen aufgrund der größeren Darstellungsfläche, wenn überhaupt, nur in sehr geringem Umfang responsive programmiert werden. Das wiederum reduziert die Arbeitszeit für die Erstellung deutlich. Für Händler, die bereits einen Onlineshop betreiben, heißt das, eine zusätzliche Mobile-Shop-Variante zu erstellen, die gezielt für die mobile Anwenderfreundlichkeit konzipiert ist, anstatt den gesamten Shop in eines der häufig zu sehenden Kompromiss-Designs zu zwingen. 

Subshops: benutzer- und SEO-freundlich 

Damit ein solches Konzept funktioniert, muss der Shop-Server lediglich erkennen, ob der Besucher von einem stationären oder mobilen Gerät aus zugreift und welche Anzeigegröße benötigt wird. Nutzt der Händler eine SaaS (Software-as-a-Service) Shop-Plattform, ist diese Erkennung bei guten Anbietern als Option verfügbar. Ein weiterer Vorteil von SaaS-Anbietern ist die Erfahrung aus Entwicklung und Betrieb von Shopsystemen, die in diesem Fall für den erfolgreichen Einsatz einer Subshop-Technologie für mobile Shops genutzt werden kann. Solche cleveren Konzepte von zwei parallelen Shop-Layouts erlauben es zudem, beliebige textliche und sonstige Inhalte, auch SEO-Inhalte, in den einzelnen Subshops bedarfsgerecht anzupassen und exklusiv für den jeweiligen Subshop bereitzustellen. 

So entfällt die für Suchmaschinen unvorteilhafte Bereitstellung teils gleicher Inhalte in mehreren Varianten im HTML-Code auf einer einzigen Seite – zum Beispiel eines langen Textes für Desktop und eines kurzen Textes für Mobile oder eines Bildes sowohl in Groß- als auch Kleinformat. Wenn übliche Kennzeichnungen stationärer und mobiler Inhalte für die beiden alternativ erstellten, unterschiedlichen Seiten verwendet werden, unterscheiden Suchmaschinen ganz explizit zwischen den Inhalten für die zwei verschiedenen Zielgruppen. Das Ranking bleibt für beide Subshops erhalten, da die Inhalte suchmaschinenkonform gekennzeichnet sind und so nicht als konkurrierender Duplicate Content abgewertet werden. Durch Subshops kann die SEO-Optimierung bei Bedarf sogar noch feiner gesteuert werden als über einen einzigen (Responsive-) Shop, in dem alle Inhalte für alle Zielgruppen zusammengefasst werden. 


Fazit 

Die mobile Nutzung wird im Onlinehandel auch zukünftig weiter steigen. Die Anpassung mobiler Shops an die Anforderungen des mobilen Shoppings ist unausweichlich und sollte bei Onlinehändlern fest in ihrer Strategie verankert sein. Die Einführung mobiler Subshops, die den „Mobile First“-Gedanken von Grund auf berücksichtigen, stellt dabei für Onlinehändler einen wichtigen Baustein für den erfolgreichen Handel der Zukunft dar. 


Über den Autor:
Johannes W. Klinger ist Vorstandsvorsitzender der Websale AG. Das Unternehmen entwickelt und betreibt seit 1996 die gleichnamige Shop-Plattform „Websale“ für Online-Händler und gilt als First-Mover für SaaS-Shopsysteme in Deutschland. Es hat jede Station in der Entwicklung des eCommerce gestaltet und passte die Shopsoftware immer wieder den neuen Anforderungen an. Aktuell wird es unter dem Namen „V8s“ in der achten Version betrieben.

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

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