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Meine ersten 100 Tage als Azubi "Kaufmann im E-Commerce" bei Orion

geschrieben von Jonas Gosch, Auszubildender bei Orion; gefragt von Susan Saß, bevh

Jonas. Stell Dich doch bitte kurz mal vor.

Hi, ich bin Jonas und mache seit diesem Jahr meine Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce bei Orion. Meine Freizeit nutze ich gerne um schwimmen zu gehen, zu fotografieren oder ganz klassisch Freunde zu treffen. Ich komme aus der Nähe von Flensburg, habe mein Abitur gemacht und bin danach für ein Jahr nach Kiel gezogen, wo ich angefangen habe Informatik zu studieren. Hier stellte sich für mich allerdings schnell heraus, dass das für mich nicht unbedingt genau die richtige Wahl war und ich doch lieber etwas anderes machen wollte.

Wie bist Du darauf gekommen, Dich als Kaufmann im E-Commerce zu bewerben?

Zunächst war für mich noch ziemlich unklar wie genau es jetzt weitergehen sollte, nur, dass es eine Ausbildung sein sollte, stand für mich fest. Mehr durch Zufall bin ich dann auf die Stellenanzeige von Orion gestoßen und wusste mit der Bezeichnung erstmal nicht viel anzufangen. Nach einer Recherche zu dem neuen Beruf und Informationen seitens der IHK, stand für mich fest, dass ich hier genau das gefunden habe, was ich suchte. Zum einen das kaufmännische, aber zum anderen auch das breite Spektrum des Onlinehandels und die damit verbundenen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Zudem die Möglichkeit sowohl alleine, als auch im Team und sowohl kreativ, als auch mit Zahlen und im analytischen Bereich, zu arbeiten.

Wieso ist es das Unternehmen Orion geworden?

Orion präsentierte sich mir von Anfang an sehr sympathisch, lag in der Nähe meines alten Wohnorts und ich hatte bereits Gutes vom Unternehmen gehört. Zudem war Orion mit an der Gestaltung des Berufs beteiligt, was mir zusätzlich eine gewisse Sicherheit gab, einen ganz neuen Beruf zu wählen. Spätestens nach meinem Praktikum war ich mir sicher, dass ich mich hier wohlfühlen würde, da ich es bereits in dieser kurzen Zeit tat.

Wie war Dein erster Eindruck in den letzten 100 Tagen?

In einem Wort: positiv. Wie ich bereits nach dem Praktikum hoffte, fühlte ich mich auch an meinem ersten "richtigen Tag" hier sehr willkommen. Ich bin bereits stark in aktuelle Projekte mit eingebunden und bekomme von Anfang an sehr viel mit. Das weiß ich sehr zu schätzen. Man fühlt sich direkt als Teil des Teams und lernt hierdurch viel.

Welche Stationen bist Du bisher durchlaufen?

Seit ich hier angefangen habe bin ich die meiste Zeit in unserem E-Commerce Bereich tätig. Für einen Blick hinter die Kulissen war ich allerdings auch kurzzeitig in der Logistik eingesetzt. Momentan durchlaufe ich die einzelnen Büros der Abteilung, um einen Überblick über die Aufgaben der einzelnen Mitarbeiter zu bekommen.

Bereust Du es, diesen Beruf gewählt zu haben? Immerhin bist Du einer der ersten, die diesen Beruf gewählt haben und viele wissen noch gar nicht so recht, was das bedeutet.

Nein, definitiv nicht. Man hört zwar immer mal wieder, dass das doch irgendwie eine Unsicherheit mit sich bringen würde, aber das sehe ich nicht so. Selbstverständlich gibt es noch ungeklärte Einzelheiten und auch die Schule muss sich erstmal darauf einstellen, aber im Großen und Ganzen sehe ich da keine Probleme. Zudem bin ich, wie bereits erwähnt, im Unternehmen und mit meiner Rolle hier sehr zufrieden und bereue daher nichts, sondern bin eher glücklich darüber, dass meine Erwartungen erfüllt worden und ich die richtige Wahl getroffen habe.

Na dann - weiterhin, viel Erfolg, lieber Jonas.

Weitere Informationen zum Unternehmen Orion findet Ihr hier.

Barrierefreies Einkaufen im Web - Teil 2

erklärt von Heike Clauss, Projektleitung BIK für Alle

Wer seine Produkte über Verkaufsplattformen anbietet, dem sind natürlich die Hände gebunden.  Hier gibt es wenig Einfluss auf die barrierefreie Darstellung des Angebots. Zu erwarten ist, dass die Portale entsprechend angepasst werden, wenn es eine klare rechtliche Vorgabe gibt. 

Anders, wenn Sie einen eigenen Shop betreiben, hier können Sie selbst für gute Zugänglichkeit sorgen. Ähnlich wie bei dem Bau eines Gebäudes ist Barrierefreiheit im Web am kostengünstigsten umzusetzen, wenn sie von Anfang an mitbedacht wird. Der ideale Zeitpunkt ist also, wenn ein Shop neu eingerichtet wird oder ein Relaunch ansteht. Aber auch im laufenden Betrieb können peu à peu Verbesserungen vorgenommen werden.

Für die Umsetzung ist in erster Linie die beauftragte Agentur zuständig. Sie ist für die Auswahl der technischen Grundlage, also des CMS bzw. Shopssystems und die barrierefreie Entwicklung des Auftritts verantwortlich.

Formulieren Sie gegenüber der Agentur konkret, dass der Internetauftritt die Vorgaben der Konformitätsstufe AA der WCAG 2.0 erfüllen muss. In der WCAG werden die drei Stufen A, AA, AAA unterschieden. Die Stufe AA ist der gängige Standard.

Leider haben sich viele Agenturen bislang noch nicht mit barrierefreiem Webdesign beschäftigt. Dies hat zur Folge, dass sich auch deren Mitarbeiter zunächst in das Thema einarbeiten müssen. Agenturen, die schon nachweislich barrierefreie Webauftritte entwickelt haben, finden Sie auf unserer Liste 90+. (http://www.bitvtest.de/90plus/agenturen.html)

Aber auch die Redakteure, die Texte oder neue Produkte eingeben, tragen zur Zugänglichkeit einer Seite bei. Sie müssen z.B. Überschriften korrekt auszeichnen und Bilder oder Fotos mit Alternativtexten versehen.

Was kostet Barrierefreiheit?

Was kostet die barrierefreie Umsetzung? Eine Frage, die natürlich immer im Raum steht, auf die sich aber leider nicht mit konkreten Zahlen antworten lässt. So hängen die Kosten für barrierefreies Design davon ab

ob bei einer Neugestaltung bzw. einem Relaunch Barrierefreiheit von vorn herein mitgeplant wurde oder ein Webangebot extra „nachgerüstet“ werden muss

ob die beauftragte Agentur bereits Erfahrung im barrierefreien Design hat oder entstehende Kosten für Qualifizierung/Einarbeitung an den Kunden weitergibt

wie technisch komplex der Auftritt ist.

Zudem ist der Aufwand für die barrierefreie Gestaltung und andere Aufgaben der Entwicklung oft nicht klar zu trennen. Auch gibt es viele Usability-Anforderungen, die mit der Barrierefreiheit Hand in Hand gehen.

Erfahrungen aus dem öffentlichen Sektor oder aus anderen Ländern, in denen auch privatwirtschaftliche Branchen gesetzlichen Verpflichtungen unterliegen, zeigen: Barrierefreiheit ist machbar. Und besonders dann, wenn Barrierefreiheit nicht von heute auf morgen umgesetzt werden muss, sondern es angemessene Vorlaufzeiten zur Vorbereitung und Planung des Prozesses gibt.

Durch die zunehmenden gesetzlichen Verpflichtungen, z.B. die Verabschiedung der europäischen Richtlinie zur Barrierefreiheit von Websites öffentlicher Stellen, ist außerdem zu erwarten, dass das Thema Aufschwung erhält, IT Anbieter zukünftig besser zugängliche Systeme entwickeln und mehr Agenturen Barrierefreiheit in ihr Portfolio einbeziehen.

Welche Unterstützung gibt es?

Barrierefreies Webdesign ist kein Hexenwerk. Wer sich bislang noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, benötigt jedoch etwas Zeit, um sich einen Überblick zu verschaffen und sich einzuarbeiten.

Ausführliche Informationen und Hilfestellung erhalten Webanbieter und Redakteure in zwei Leitfäden des Projekts BIK für Alle: 

Leitfaden für Webseiten-Anbieter (http://www.bik-fuer-alle.de/leitfaden-fuer-webseiten-anbieter.html)

und

Webinhalte barrierefrei einpflegen (http://www.bik-fuer-alle.de/webinhalte-barrierefrei-pflegen.html)

In vorangegangenen BIK-Projekten wurde ein Verfahren zur Prüfung der Zugänglichkeit von Webseiten entwickelt.  Dieses Verfahren steht heute als BITV- und als WCAG-Test zur Verfügung. Die Tests werden von einem deutschlandweiten Prüfverbund angeboten und können sowohl entwicklungsbegleitend (bzw. zur Ermittlung des Status quo) als auch für eine Zertifizierung genutzt werden. Außerdem steht der Test auch als Online-Tool für eine Selbstbewertung zur Verfügung.

Ausführliche Informationen zu den Tests finden Sie unter www.bitvtest.de.

Barrierefreies Einkaufen im Web - Teil 1

erklärt von Heike Clauss, Projektleitung BIK für Alle

Immer mehr ältere Menschen kaufen im Internet ein. Für viele Kunden mit Behinderung ist das Shoppen im Web schon längst eine hervorragende Option, denn auch sie sind häufig nicht so mobil.

Damit zukünftig keine Barrieren die Nutzung des Webs erschweren, hat die Europäische Kommission im Dezember 2015 einen Richtlinienvorschlag, den sogenannten European Acessibility Act vorgelegt. Nach diesem Entwurf sollen in Deutschland erstmals auch verschiedene Branchen der Privatwirtschaft, explizit genannt ist der Bereich E-Commerce, zu barrierefreien Webangeboten verpflichtet werden. Zurzeit wird der Entwurf abschließend diskutiert und soll noch im Jahr 2018 verabschiedet werden.

Was kommt auf Online- Händler zu, wenn die Richtlinie verabschiedet wird? Was bedeutet Barrierefreiheit im Web eigentlich und wer profitiert davon? Wie lässt sich ein gut zugänglicher Webauftritt umsetzen und welche Kosten entstehen?

Um Fragen wie diese zu beantworten, kooperiert der bevh mit dem Projekt BIK für Alle (BIK steht für barrierefrei informieren und kommunizieren). BIK für Alle wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert, um über Vorteile und Umsetzungsmöglichkeiten eines barrierefreien Internets aufzuklären. Denn barrierefreies Webdesign ist mehr ist als ein lästiges Muss – Barrierefreiheit nutzt vielen Menschen, nicht zuletzt den Webanbietern selbst. Sie erweitern ihre Kundengruppe und verbessern das Suchmaschinenranking.

Barrierefreiheit im Web – wer profitiert davon?

Ein barrierefreier Internetauftritt kann von allen Menschen einfach und gut genutzt werden, egal, ob mit oder ohne Behinderung. Ein weltweiter Standard, die Web Accessibility Guidelinies (WCAG), gibt die Anforderungen an Barrierefreiheit vor. Ob diese Kriterien berücksichtigt wurden, sieht man einer Website von „außen“ nicht an. Barrierefreie Websites sehen nicht langweiliger aus oder müssen nicht auf aktuelle Features verzichten.

Was macht Barrierefreiheit dann aus? Und welche Nutzergruppen benötigen barrierefreies Design? Einige Beispiele:

Blinde und hochgradig sehbehinderte Menschensind besonders internetaffin. Eine Sprachausgabe liest ihnen den Internetauftritt vor, die blinden Nutzer schreiben und navigieren mit der Tastatur. Um eine Seite zu „überfliegen“, können sie zum Beispiel von Überschrift zu Überschrift springen. Damit die Sprachausgabe sämtliche Inhalte und Elemente einer Website wiedergeben kann, müssen diese jedoch korrekt ausgezeichnet sein. Überschriften müssen etwa mit dem entsprechenden Html-Code versehen werden. Die spezielle Software blinder und sehbehinderter Menschen kann die Auszeichnungen dann erfassen – übrigens genauso wie die ebenfalls „blinden“ Suchmaschinencrawler.

Viele Personen mit Seheinschränkung benötigen keine speziellen Hilfsmittel. Für sie ist es wichtig, dass sich Internetseiten gut vergrößern lassen oder Schriftkontraste gut sind. Menschen mit eingeschränkter Handmobilität, z.B. Rheuma, Gicht oder Arthritis, können unter Umständen die Computermaus nicht nutzen. Stattdessen arbeiten sie mit der Tastatur oder besonderen Eingabegeräten. Für sie ist es wichtig, dass der Auftritt tastaturbenutzbar ist. Auch hierauf sollte bereits bei der Entwicklung geachtet werden.

Ein weiteres Beispiel: Der Einsatz von Videos wird immer beliebter. Für gehörlose oder schwerhörige Zuschauerist die Untertitelung der Videos ganz wesentlich. Und schließlich bieten barrierefreie Webangebote auch für ältere Menschenviele Vorteile, eine gute Orientierung und einfache Navigationsmechanismen gehören dazu.

Vorteile für Webanbieter - Aber nicht nur für Menschen mit Einschränkungen bietet Barrierefreiheit eine Chance, auch Shop-Besitzer sollten die Vorteile erwägen:

  • Zielgruppe erweitern: Für Menschen mit Behinderung ist das Einkaufen vor Ort häufig mit Schwierigkeiten verbunden. Sie nutzen barrierefreie Webangebote sehr gerne zum Shoppen.
  • Suchmaschinenoptimierung:Durch einen semantischen Code, klarer Strukturierungen und Alternativtexte sind barrierefreie Webangebote in hohem Maße suchmaschinenfreundlich. 
  • Hohe technische Standards:Barrierefreie Internetseiten erfüllen höchste technische Standards. Webseiten werden browser- und plattformunabhängig gut dargestellt, haben schnelle Ladezeiten und sind leicht zu pflegen und zu warten.
  • Zukunftsorientierung:Barrierefreiheit und Inklusion liegen im Trend. Wer Barrierefreiheit umsetzt, zeigt soziale Verantwortung und tut gleichzeitig etwas Positives für sein Image.

Barrierefreiheit umsetzen

Barrierefreies Einkaufen im Web ist heute noch nicht die Regel. Dies zeigt etwa eine Studie (https://www.t-systems-mms.com/expertise/downloads/studie-barrierefreie-it-onlineshops.html) von T-Systems, in der die 15 umsatzstärksten Web-Shops in Deutschland auf Barrierefreiheit getestet wurden. Das Ergebnis: Nur ein Shop erreichte die Bewertung „gut zugänglich“. 10 Shops wiesen so große Mängel auf, dass Sie von Menschen mit Behinderung nicht selbständig genutzt werden können.

Wie sehen die Anforderungen an barrierefreies Webdesign aus?

Welche Anforderungen es gibt und wie diese genau aussehen, ist in den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) definiert. Diese Empfehlungen wurden vom World Wide Web Consortiums (W3C) entwickelt und sind international anerkannt. So hat Deutschland die Anforderungen der WCAG fast deckungsgleich übernommen und im Jahr 2002 die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) verabschiedet, die alle Bundesverwaltungen zu barrierefreiem Internet verpflichtet. Außerdem ist die WCAG Bestandteil der europäischen Norm EN 301 549 (PDF 1,56 MB).

Inhaltlich gibt der Standard detaillierte Kriterien wie zum Beispiel die Tastaturbedienbarkeit und gute Vergrößerbarkeit eines Webauftritts, kontrastreiche Schriften, Textalternativen für grafische Inhalte, konstistente Navigation etc. vor.

 

 

Ernst Litfaß in der digitalen Welt?

geschrieben von Eva Rohde

Werbung ist ein alt bewährtes Mittel von Händlern um den Umsatz zu steigern und den Wettbewerb zu fördern. Bereits 1848 errichtete Ernst Litfaß die ersten nach ihm benannten Reklamesäulen und revolutionierte damit Werbung im öffentlichen Raum.

Die Litfaßsäulen des 21. Jahrhunderts heißen Werbebanner. Doch mit der zunehmenden Verbreitung von Werbebannern kamen auch sogenannte Werbeblocker auf, mittels derer Verbrauchern auf bestimmten Internetseiten keine, bzw. nur eingeschränkt, Werbung angezeigt werden kann.

Dies hat weitreichende Konsequenzen, denn auf diesem Wege werden kostenlose, da werbefinanzierte, Inhalte im Internet erheblich bedroht. Welcher Händler ist schon bereit, für die Schaltung seiner Werbung zu bezahlen, wenn die Werbung hinterher von Werbeblockern blockiert wird und damit den potentiellen Kunden gar nicht erreicht?

Zudem hat der BGH jüngst in seinem Urteil vom 22.3.2018, Az. VII ZR 71/17, entschieden, dass ein Werbevertrag auch dann ein Werkvertrag im Sinne des § 631 BGB ist, wenn der vom Werbenden gewünschte Werbeerfolg ausbleibt, sofern der Werbeerfolg nicht ausdrücklich Vertragsbestandteil geworden ist.

Damit steht zu befürchten, dass viele Händler nunmehr davon Abstand nehmen werden, Werbung im Internet zu schalten und damit das gesamte Konzept von kostenlos zugänglichen, für die Meinungspluralität bedeutsamen, durch Werbung finanzierten Inhalten in Gefahr gerät.

Zwar bietet der Werbeblocker „AdBlock Plus“, Beklagter in dem Verfahren vor dem BGH, das mit Urteil vom 19. April 2018, Az. I ZR 154/16, entschieden wurde, Händlern die Möglichkeit an, seine Werbung auf eine Whitelist setzen zu lassen, sofern Verbraucher die Werbung vorab als „akzeptable Werbung“ eingestuft haben. Diese Freischaltung lässt sich der Werbeblocker jedoch von den Händlern bezahlen. Auf das 19. Jahrhundert bezogen, würde dies bedeuten, dass ein Dienstleister jede Litfaßsäule verhüllt, und die Werbetreibenden, die die Flächen auf der Litfaßsäule gemietet haben, selbigen Dienstleister bezahlen müssten um die Verhüllung der Reklamesäule zu unterlassen.

Unglaublich, aber dieses Geschäftsmodell stufte der BGH nun als zulässig ein. Nach seiner Ansicht stelle es keine unlautere Handlung im Sinne des § 4 Nr. 4 UWG dar, da mit dem Werbeblocker die Funktionsfähigkeit der Internetseite selbst nicht beeinträchtigt werde. Die mittelbare Beeinträchtigung, die die Domaininhaber damit erleiden, sei zudem hinnehmbar. Schließlich hätten die Domaininhaber noch die Möglichkeiten ihren Inhalt gegen Entgelt anzubieten oder Domainbesuchern den Content nur dann anzubieten, wenn diese den Werbeblocker abschalten.

Der Groll der Kunden wird sich dann aber nicht gegen den Werbeblocker richten, sondern gegen den Domaininhaber und den Werbenden.

Das letzte Wort ist jedoch noch nicht gesprochen. Der Axel Springer Verlag, Kläger in dem o.g. Verfahren vor dem BGH, kündigte an, gegen das Urteil Verfassungsbeschwerde einzulegen, da er in der Einschränkung des werbefinanzierten Konzepts einen verfassungswidrigen Eingriff in das Presserecht sieht.

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