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Josephine 3.0: „Das habe ich selbst designt“, sagte das Individuum

19032014

Josephine 3.0: „Das habe ich selbst designt“, sagte das Individuum

// Tags / Medien und PR / Social Media

verfasst von Josephine Schmitt

1981 beschrieben der US-amerikanische Futurologe Alvin Toffler und seine Frau Heidi in ihrem Buch The Third Wave unsere Welt von heute und skizzierten damit die Architektur einer neuen Zivilisation:Above all, as we shall see, Third Wave civilisation begins to heal the historic breach between producer and consumer, giving rise to the „prosumer“ economies of tomorrow.“

Und so, haben wir uns in den letzten 33 Jahren - gemäß dieser Vorhersage – vom Konsumenten zum Prosumenten entwickelt. Hersteller beziehen uns aktiv in die Gestaltung und Produktoptimierung ein und wir werden zu einem gewissen Grad selbst zum Produzenten des Gutes. Mehr noch, der Mensch ist zu einer eigenen Marke geworden und kann vom individualisieren gar nicht mehr genug bekommen, nur um seine „Self-Brand“ aufs bestmögliche zu managen.

Gerade in Zeiten, in denen an jeder Straßenecke der nächste Fjällräven oder Herschel auf dem Rücken eines „Undercut-Hipsters“ lauert, scheint es besonders wichtig, den Designer in uns zu wecken, um aus der Masse herauszustechen und uns von anderen zu unterscheiden. Im Zuge der Mass Customisation wird unserer Kreativität teilweise keine Grenze mehr gesetzt, um der eigenen Individualität gehörig Ausdruck zu verleihen.

So können wir bereits zu Beginn des Tages „anders“ sein und statt mit einem 08/15 Knuspermüsli, mit unserem individuellen Mymüsli oder einem Brötchen mit eigens kreierter Marmelade von Mymelade, für unser leibliches Wohl sorgen. Der Beuteltee ist auch von gestern und so trinken wir losen Tee von 5 cups and some sugar oder frisch gebrühten Privat Kaffee. Myparfum verleiht uns eine individuelle Duftnote und Pearlfection den dazugehörigen Glanz. Dank Spreadshirt und Youtailer sind individuell gestaltete T-Shirts oder Blusen trotz fehlender Schneiderkenntnis kein Problem mehr und von Schuhen gar nicht erst zu sprechen. So flanieren wir in Nike, Adidas oder Puma wie niemand sonst. Auch auf die Gefahr hin, unser heißgeliebtes Rad auf einem Flohmarkt wieder zurück kaufen zu müssen, designen wir Rahmen, Lenker und Reifen bei Urbike oder Kreativrad wie es uns beliebt. Und die Leckermäulchen toben sich auf Chocri aus oder krümeln bei der Kekswerkstatt und Cookiemania vor sich hin.

Wir kreieren etwas persönliches, tragen zur Schau was wir produzieren und hinterlassen ein Zeichen im öffentlichen Raum - um Ruhm und Nachahmer zu kassieren. Denn wir hören fast nichts so gern wie „das hast du aber gut gemacht!“

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