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#UdZ: „Vorbild sein und Vorbilder schaffen“

25022019

#UdZ: „Vorbild sein und Vorbilder schaffen“

// Tags / Veranstaltungen / Medien und PR / Social Media von Franziska Helmetsberger

gefragt von Franziska Helmetsberger (Amazon Deutschland Services GmbH) und Susan Saß (bevh)

Vor dem Start von Unternehmerinnen der Zukunft 2019 haben wir uns mit vier starken Frauen getroffen, die das Programm mit Herzblut unterstützen: Veronika Leitermann, Head of Seller Services Other Hardlines bei Amazon, Tjien Onaran, Gründerin von Global Digital Women, Jasmin Arbabian-Vogel, Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen und Brigitte Huber, Chefredakteurin der BRIGITTE. Die vier Initiatorinnen des Förderprogramms haben über die Bedeutung von Vorbildern und die Chancen der Digitalisierung diskutiert.

Schön, dass Sie sich alle vier die Zeit genommen haben. Vielleicht als erstes die Frage an Sie als Gastgeberin, Frau Leitermann: Was dürfen die Teilnehmerinnen von UdZ 2019 erwarten?

Veronika Leitermann: Mit dem Programm fördern wir das Unternehmertum in Deutschland – mit einem besonderen Fokus auf die Digitalwirtschaft. Wir wollen Vorbild sein und Vorbilder schaffen: Kern des Programms ist deshalb auch 2019 wieder der Coaching- und Netzwerkgedanke. Die Teilnehmerinnen profitieren über unseren individuellen Coaching Ansatz von einem riesigen Schatz an Know-how, Erfahrungen und Kontakten unseres E-Commerce Experten Teams, die sie für die Beschleunigung des digitalen Auf- und Ausbaus ihres Unternehmens nutzen können. Vor diesem Hintergrund sind wir sehr froh, so tolle Kooperationspartnerinnen und Coaches im Boot zu haben.

Dann gebe ich die Frage doch direkt an die Runde weiter: Was macht Netzwerken und Vorbilder so wichtig für Frauen?

Brigitte Huber:  Ich habe viele Frauen kennengelernt, die klug, qualifiziert und voller Ideen sind. Aber um diese Voraussetzungen mutig nutzen zu können, sind Role Models enorm wichtig. Werdegänge anderer Frauen inspirieren und zeigen uns, dass Erfolge – nicht zuletzt auch – in der digitalen Welt möglich sind. Wenn ich merke: „Die kann das“, dann realisiere ich: „Ich kann das auch probieren.“

Jasmin Arbabian-Vogel: Absolut, in dieser Hinsicht sind Netzwerke das wichtigste überhaupt! Als ich am Anfang meiner Selbständigkeit stand, war der Verband deutscher Unternehmerinnen für mich nicht nur einer Wirtschaftsnetzwerk, sondern ein wahrer Mutmacher. Die Kraft eines starken Netzwerks, in dem viele unterschiedliche Frauen mit spannenden Erfahrungen zusammenkommen und sich auf Augenhöhe austauschen, ist einfach unschlagbar.

Was hat sich seit der Gründung Ihres Verbandes im Jahr 1954 für Unternehmerinnen getan? Wie ist es heute um das Unternehmerinnentum in Deutschland bestellt – und wo gibt es Verbesserungspotenzial?

Jasmin Arbabian-Vogel: Es hat sich viel getan! Und man kann noch eine ganze Menge verbessern. Heute ist jeder dritte Selbstständige eine Frau. Über 700.000 mittelständische Unternehmen werden von einer Frau geführt, Tendenz steigend. Wir haben viel erreicht, und wir werden weiter an dieser Geschichte schreiben. Verbesserungspotenzial sehen wir aber vor allem noch im Bereich der Gründungen. Dass Frauen in der Digital- und Gründerszene unterrepräsentiert sind, ist kein Geheimnis.

Das ist ein interessanter Punkt: Wir sprechen einerseits von Gleichberechtigung und Emanzipation. Gleichzeitig ist das wichtigste Thema der Gegenwart, die Digitalisierung, aber wieder eine Männerdomäne. Warum? Und wie kann man diese Wahrnehmung ändern?

Tjien Onaran: Die Digitalisierung wird häufig noch zu sehr mit reiner IT verbunden. Dabei berührt die Digitalisierung so viele Bereiche und vor allen Dingen auch ganz unterschiedliche Abteilungen eines Unternehmens. Wichtig ist daher, die verschiedenen Aspekte von Digitalisierung aufzuzeigen und anhand von Geschichten digitaler Gestalterinnen und Gestalter verständlich zu machen.

Brigitte Huber: Ja, wir müssen Frauen klar machen, dass gerade digitale Technologien sehr gut dafür geeignet sind, eigene Ideen umzusetzen, Job und Privatleben zu vereinen oder als Unternehmerin die eigene Chefin zu sein. Außerdem hält die Digitalisierung viele Chancen bereit und öffnet Türen.

Wie fügt UdZ sich da ein?

Veronika Leitermann: Das Programm bietet die Möglichkeit, sich einen Boost für das eigene Business zu holen und in sechs Monaten so viel zu erreichen, wie sonst vielleicht in ein paar Jahren. Durch den Austausch mit den richtigen Coaches, starken Fachexperten und Unternehmerinnen wird der Weg ins Digitalbusiness signifikant beschleunigt. Außerdem macht das Ganze so auch viel mehr Spaß als allein.

Brigitte Huber: Ich finde auch: UdZ ist eine tolle Chance, eine gute Geschäftsidee in das digitale Zeitalter zu transferieren. Die Preisträgerinnen des letzten Jahres haben sehr von den Anregungen profitiert – und in kürzester Zeit eine enorme Entwicklung gemacht.

Was braucht es, um sich bei UdZ erfolgreich zu entwickeln?

Veronika Leitermann: Vor allem Mut und Power. UdZ wird eine intensive Zeit, in der die Unternehmerin offen sein muss zu reflektieren und Feedback aufzunehmen. Man muss Dinge ausprobieren, Risiken eingehen, um daraus zu lernen, was der beste Weg für das eigene Unternehmen ist.

Tjien Onaran: Ich würde noch ergänzen: Sie braucht digitale Kompetenzen und ein gutes Gespür für Storytelling bzw. Interesse, sich beides anzueignen.

Jasmin Arbabian-Vogel: Und um erfolgreich zu sein sind Experimentierfreude und maximale Kundenorientierung gefragt.

Gibt es denn Fähigkeiten, die Frauen besonders dabei helfen, als Unternehmerin erfolgreich zu sein? 

Brigitte Huber: Frauen haben ein gutes Gespür für die Bedürfnisse von Frauen. Das sieht man beispielsweise daran, dass viele Start-ups zum Thema Frauengesundheit, Verhütung usw. von Frauen gegründet wurden. Außerdem sind sie stark im Kooperieren und Kommunizieren, können moderieren, sind empathisch und offen für flachere Hierarchien – kurz: perfekt geeignet für eine moderne, agile Arbeitswelt.

Und welche Dinge stehen ihnen vielleicht auch im Wege?

Brigitte Huber: Im Wege steht den Frauen manchmal ihre Bescheidenheit und speziell bei der Unternehmensgründung, dass sie dem Thema Kapital und Finanzierung zu wenig Bedeutung beimessen. Man muss aber auch sagen, dass sie es bei der Kapital-Akquise immer noch besonders schwer haben, da die meisten Investorengelder leider nach wie vor an männliche Gründer fließen.

Trotz dieser Hürden: Was raten Sie Frauen, die ihr eigenes Business starten wollen?

Tjien Onaran: Ich würde sagen, dass Unternehmerinnen drei Dinge, die in anderen Kulturen viel präsenter sind als bei uns, befolgen sollten: Erfolg zu gönnen, die eigene Geschichte nahbar zu teilen und entspannter mit Scheitern umzugehen.

Veronika Leitermann: Absolut. Denn auch im Scheitern liegen immer Chancen: „Scheitern und Innovation sind untrennbare Zwillinge“, nach unserem Amazon Gründer Jeff Besoz. Also, traut euch, seid mutig und baut unterwegs ein starkes Netzwerk auf, das euch auf eurem Weg unterstützt, so dass ihr nicht jeden Fehler selbst machen müsst. Manchmal kostet es nur einen Anruf, um von den Erfahrungen des Netzwerks zu profitieren, eine Hürde zu umschiffen und direkt ins nächste Level zu springen.

Dann freuen wir uns darauf zu sehen, wie Sie gemeinsam die Unternehmerinnen der Zukunft aufs nächste Level heben! Vielen Dank für das Gespräch.

Mit der gemeinsamen Initiative Unternehmerinnen der Zukunft fördern der Verband deutscher Unternehmerinnen, Global Digital Women, BRIGITTE Academy und Amazon bereits zum zweiten Mal Inhaberinnen und Geschäftsführerinnen von Unternehmen, die ihr stationäres Geschäft mit dem Start in den Online-Handel erweitern oder ihre bestehende Online-Präsenz ausbauen wollen. Im Kern des Programms steht die individuelle Begleitung aller Teilnehmerinnen durch Experten-Coaches – allesamt erfahrene Unternehmensgründerinnen, E-Commerce Experten, Amazon Händlerinnen bzw. Händler oder Blogger.

Weitere Informationen zum Programm gibt es unter www.unternehmerinnenderzukunft.de.

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