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#bevh_Generationsprojekt - Folge 1: Von Bär Schuhe zu Joe Nimble – 40 Jahre Schwäbische Revolution

08072022

#bevh_Generationsprojekt - Folge 1: Von Bär Schuhe zu Joe Nimble – 40 Jahre Schwäbische Revolution

// Tags / #bevh_Generationsgeschichten / #bevh75 / Nachhaltigkeit

In unserer Reihe "#bevh_Generationsprojekt" zeigen wir, wie Generationswechsel im Unternehmen oder in der Technologie, in der Organisation und nicht zuletzt bei den Kunden zu Innovation im E-Commerce & Versandhandel geführt haben. Innovationen, die das Verkaufen „auf Distanz“ zum Motor des gesamten Handels gemacht haben. Viel Spaß dabei!

In ihrer über 40-jährigen Firmengeschichte hat die Gründerfamilie Bär einen Satz schon oft gehört: „Das wird nie funktionieren.“ Doch weder Gründervater Christian noch seine Söhne Christof und Sebastian ließen sich davon beirren – und der Erfolg gibt ihnen Recht.

Es begann mit einer simplen Idee: Als Christian Bär vor 40 Jahren für seine Geschäftstermine keine formalen Schuhe findet, in denen er schmerzfrei gehen und stehen kann, beschließt er kurzerhand: „Dann mache ich meine Schuhe eben selbst!“ Und so kam es auch. Gemeinsam mit seiner Frau Hilke gründet er 1982 die BÄR GmbH in Bietigheim-Bissingen – ohne zu ahnen, wie sehr er damit die Konventionen des klassischen Schuhfachhandels aufrütteln würde. Statt seine Schuhe nämlich auf den klassischen Leisten aufzusetzen, auf denen Schuster schon seit Jahrhunderten ihre Modelle kreieren, gestaltet Bär einen asymmetrischen Leisten, der die Zehen vorne nicht mehr zusammendrängt, sondern ihnen Raum lässt, natürlich aufzufächern.

Die Branche begegnet der revolutionären Idee der Zehenfreiheit zunächst mit Skepsis und Unverständnis, Verkaufspartner sind kaum zu finden. Doch Bär glaubt daran, dass sein Schuhdesign die Fußgesundheit der Menschen verbessert und beginnt, seine Bequemschuhe einfach selbst über den Katalogversand direkt an interessierte Kunden zu verkaufen.

v. l. n. r.: Christan Bär, Christof Bär, Sebastian Bär, Hilke Bär

Auch bei der Katalogproduktion brachen die Bärs die bisherigen Regeln der Branche. Denn Models waren teuer und das Geld in der Startphase knapp. Also stellte sich das Gründerehepaar mit seinen Schuhen kurzerhand selbst vor die Kamera. Mit Erfolg: Die Katalogempfänger waren so begeistert von der Authentizität und Nahbarkeit der Unternehmer, dass aus der ehemaligen Sparmaßnahme ein Alleinstellungsmerkmal wurde.

Zehenfreie Sportschuhe: Bietigheim-Bissingen gegen den Rest der Welt

Als gut 30 Jahre später die Söhne Christof und Sebastian Bär das Familienunternehmen übernahmen, wiederholte sich die schwäbische Revolution ein zweites Mal. Denn
der passionierte Läufer Sebastian stieß mit seiner Idee, das Prinzip Zehenfreiheit in den Laufsport zu übertragen, in der Anfangsphase unternehmensintern ebenfalls auf Skepsis. Niemand konnte sich zu diesem Zeitpunkt vorstellen, dass ein kleiner Familienbetrieb aus Bietigheim-Bissingen sich auf dem Markt gegen Mega-Brands wie Nike oder Adidas durchsetzen könnte.

Joe Nimble-Gründer Sebastian Bär in der Schuhwerkstatt

Doch ähnlich wie sein Vater vor 30 Jahren glaubte auch der Unternehmersohn Sebastian Bär unbeirrbar an seine Idee – und wie sein Vater brach auch er dafür mit gängigen Konventionen. Um die ersten Modelle seiner eigenen Marke Joe Nimble finanzieren zu können, beantragte Bär keinen Kredit bei der Hausbank. Er sammelte das Geld über eine Crowdfunding-Kampagne ein. Und während Christian Bär den Vertriebsweg Katalogversand aufbaute, ging Sebastian den nächsten logischen Schritt vom Printkatalog in den E-Commerce. Mit innovativen Features. Mit einer zusammen mit einem Partner selbst entwickelten Scan-App zur Bestimmung der richtigen Schuhgröße beweist er der Branche, dass gute Beratung nicht nur im stationären Fachhandel, sondern auch im Onlineshop möglich ist.

Und auch die neuesten Laufschuhmodellenvon Joe Nimble, wie dem Ultreya, sind eine echte Revolution. Sie bestechen nicht nur durch ein innovatives Konzept und Design, sondern auch durch seine innovative Herstellung: In der traditionellen Schuhstadt Pirmasens wird der Ultreya nämlich mithilfe hochmoderner Industrie-4.0.-Standards produziert. Das schont Ressourcen und reduziert obendrein auch die Abhängigkeiten von Lieferketten nach Fernost. Und damit sind die Bärs in Sachen neuem Denken ihrer Branche schon wieder eine kleine Schuhlänge voraus.

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