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#bevh_Generationsprojekt - Folge 9: Lofty - Ein Unternehmen, eine Familie

08092022

#bevh_Generationsprojekt - Folge 9: Lofty - Ein Unternehmen, eine Familie

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In unserer Reihe "#bevh_Generationsprojekt" zeigen wir, wie Generationswechsel im Unternehmen oder in der Technologie, in der Organisation und nicht zuletzt bei den Kunden zu Innovation im E-Commerce & Versandhandel geführt haben. Innovationen, die das Verkaufen „auf Distanz“ zum Motor des gesamten Handels gemacht haben. Viel Spaß dabei!
 

Wenn wir die Geschichte von Lofty erzählen, dann erzählen wir vor allem die Geschichte der Familie Degenhardt: Wir reden von Ulrich und Ingrid Degenhardt, ihren Kindern Tilo und Bettina, ihren Werten, ihrem Unternehmergeist, dem Wandel der Zeit und von den Angestellten, die den Wandel mutig vorantreiben. Viele der Mitarbeiter sind seit langer Zeit Teil des Unternehmens, sie sind die Lofty-Familie.

Alles begann 1973, als der Friseurmeister und Kaufmann Ulrich Degenhardt das Unternehmen gründete und als Erster Perücken über den Versandhandel anbot. Kundinnen konnten nun endlich Perücken im Katalog auswählen und zu Hause im privaten Umfeld anprobie- ren. Diese neuartige Idee des Versandhandels von Perücken wurde ein Erfolg und das Unter- nehmen wuchs. Auch intern ging Lofty von Beginn an selbstbewusst seinen eigenen Weg. Die Mitarbeiter hatten stets die Möglichkeit, sich einzubringen und das Unternehmen mitzugestalten. Ulrich Degenhardt hatte ein offenes Ohr für die Angestellten und deren Ideen. Die Menschen standen immer im Vordergrund: Die Kundinnen, denen er beste Qualität, neue Mode und einen diskreten Vertriebsweg bot und die Beschäftigten, für die er einen Raum schuf, in dem sie sich verwirklichen und sich einbringen konnten. Auch seine Frau Ingrid Degenhardt war von Anfang an Teil des Teams. Das war im Westdeutschland der 70er- und 80er-Jahre keine Selbstverständlichkeit für eine Mutter zweier Kinder. Ihre Rolle wuchs mit dem Älterwerden der Kinder und ihre Verantwortungsbereiche weiteten sich aus.

Als 1990 der plötzliche Tod von Ulrich Degenhardt die Familie und das Unternehmen erschütterte, zeigte Ingrid Degenhardt Mut und Stärke, indem sie trotz aller Herausforderungen und der persönlichen Trauer in die Fußstapfen ihres Mannes trat und das Unternehmen nicht nur weiterführte, sondern die Märkte auch ausbaute. Ulrich Degenhardt hatte den Bedarf an Qualitätsperücken im ostdeutschen Markt frühzeitig entdeckt und die Grundlage für den Einstieg in diesen Markt gelegt. Ingrid setzte seine Pläne nun um. So entwickelte sie das Unternehmen weiter und war stets offen dafür, neue Vertriebswege zu finden.

Der Generationenwechsel

Ende der 1990er-Jahre brachte sich Tilo Degenhardt als Junior-Chef in das Unternehmen ein und führte es von da an gemeinsam mit seiner Mutter. Zu dieser Zeit stieg auch Tilos Schwester Bettina Degenhardt in das Unternehmen ein. Sie war in die Entwicklung der Perücken stark involviert und leitete bis ins Jahr 2020 den Einkauf.

Ganz im Stil der Familientradition wagte sich auch Tilo Degenhardt in neue Gewässer, indem er das Großabnehmergeschäft frühzeitig aufbaute und mit Quelle, KLINGEL und OTTO kooperierte und die Zusammenarbeit mit dem Teleshoppingsender QVC etablierte. Neben dem TV als Verkaufsweg, sah er im Internet schon früh Chancen für den Vertrieb und machte bereits 1999 Lofty mit der ersten Website online sichtbar. Tilo Degenhardt war zu dieser Zeit Mitglied der ersten Stunde bei den Junioren des Bundesverbands Versandhandel, der später zum Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) wurde. Hier fand er Gleichgesinnte und konnte sich ein Netzwerk mit Menschen aufbauen, die
die Offenheit und das Interesse für neue Vertriebswege mit ihm teilten und ihm diese neuen Vertriebswege ermöglichten. Tilo Degenhardt gestaltete in dieser Position das Unternehmen und die Vertriebswege erfolgreich mit. Seine Mutter brachte ihm das dafür nötige Vertrauen entgegen und unterstützte ihn, indem sie ihm die nötigen Freiräume gewährte. Außerdem gestaltet Tilo Degenhardt auch die Einrichtungen in den stationären Läden neu und modern. Auch hierbei achtet er bis heute darauf, dass die Geschäfte eine Atmosphäre schaffen, in denen die Kundinnen sich wohlfühlen, kompetent und einfühlsam beraten werden und auch diskret Perücken ausprobieren können. Die Einrichtung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, um alle Zielgruppen anzusprechen. 2006 ging Ingrid Degenhardt in den wohlverdienten Ruhestand und übergab das Unternehmen komplett in die Hände ihres Sohnes.

Lofty heute

Inzwischen gibt es 50 Mitarbeiter und Zehntausende zufriedene, aktive Kundinnen. Den Innovationsgedanken seines Vaters trägt Tilo Degenhardt weiter: „Damals wie heute be- mühen wir uns immer wieder um neue Wege, um den Spagat zwischen den verschiedenen Zielgruppen und vielfältigen Vertriebswegen optimal zu gestalten“, sagt er. So gibt es noch heute weiterhin Kataloge, die für einen Teil der Zielgruppe unverzichtbar sind. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf E-Commerce und neue Technologien, um online präsent zu sein und auch eine jüngere und junggebliebene Zielgruppe zu erreichen. Neben dem On- line-Versandhandel ist die Lofty Zweitfrisuren GmbH auf verschiedenen Online-Plattformen, wie zum Beispiel Amazon aktiv, betreibt Search Engine Advertising, Social Media und kooperiert mit zahlreichen Online-Angeboten. Vor allem im Bereich E-Commerce ist es dem Geschäftsführer Tilo Degenhardt wichtig, stets offen für neue Wege zu sein. Seinen Mitarbeitern gibt er gerne freie Hand, um Neues auszuprobieren. Dabei arbeitet er eng mit allen zusammen, sodass jeder stets gut informiert ist und sich mit den Zielen des Unternehmens identifizieren und diese somit besser vorantreiben kann.

Und die Nachhaltigkeit?

Neben den Kundinnen und den Mitarbeitern ist ein weiteres großes Herzensthema der Familie Degenhardt der Umweltschutz, „Wir waren schon nachhaltig, bevor es zum Trend wurde“, scherzt Tilo Degenhardt.

Seit über zehn Jahren werden alle Läden mit Ökostrom betrieben. Bei den verwendet Materialen wird stets darauf geachtet, dass diese ressourcenschonend sind. Rücksen- dungen werden von Hand aufgearbeitet und weitervertrieben. Es werden generell kaum Retouren vernichtet. Auch die Verpackungen werden erneut benutzt oder recycelt. Der Abfall wird somit so gering wie möglich gehalten. Verpackungen der Pflegeprodukte werden aus Altplastik hergestellt und die Kataloge klimaneutral gedruckt. Auch der Versand läuft so klimaneutral wie möglich. Lofty verzichtet, so weit es geht, auf Plastik.

Innovation an den Kundinnen orientiert

Lofty hat sich im Laufe der Jahre immer wieder neu an den Kundinnen orientiert und erschließt sich stetig neue Zielgruppen. Dabei ist es immer gelungen, die passenden Inno- vationen wahrzunehmen und aufzugreifen – immer mit dem Fokus auf die Bedürfnisse
der Kundinnen. Deshalb geht es bei Lofty auch nie darum, jeden beliebigen Innovationstrend zu verfolgen. Offen schaut Lofty dabei seit jeher auf neue Trends, wählt aber als Familien- unternehmen bedacht aus und geht nur die Wege, die wirklich zum Unternehmen passen. Und auch wenn sich der Versandhandel seit den 1970er-Jahren drastisch geändert hat: Die Unternehmenskultur, die Ulrich und Ingrid Degenhardt einst prägten, ist auch 50 Jahre später noch durch die darauffolgende Genera- tion lebendiger denn je.

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