Ab wann und wieso lohnt sich der Einsatz einer Warenwirtschaft für (mittelständische) Onlinehändler?

Ein Beitrag von Christian Milster und Tabea Schalkowsky (cateno), 25.07.17

Auch heute betreiben viele Start-Ups oder auch kleinere Unternehmen ihr Onlinegeschäft, ohne dabei auf den Einsatz eines sogenannten Warenwirtschaftssystems zu vertrauen. Nicht selten werden dabei eigehende Bestellungen manuell abgearbeitet und die Daten in verschiedenen Excel-Tabellen gepflegt. 

Und das ist zunächst auch nicht unnormal. Denn gerade in der Gründungsphase eines Unternehmens werden Prozesse häufig intuitiv und manuell durchgeführt. Auftretende Probleme werden oftmals durch Improvisation gelöst. Bei dem anfänglich eher geringen Bestellaufkommen und den i.d.R. noch nicht allzu hohen Mitarbeiterzahlen ist dies auch gut zu bewältigen. Daten werden in verschiedenen Systemen gepflegt und die einzelnen Prozesse werden nacheinander – Step by Step – abgearbeitet. 

Doch mit wachsendem Erfolg und der damit einhergehenden zunehmenden Anzahl an Bestelleingängen steigt der manuelle Aufwand überproportional. Zudem wächst die E-Commerce-Branche stetig und gewinnt – nicht zuletzt aufgrund sich immer wieder verändernder Kundenerwartungen – permanent an Komplexität. 

Gleichzeitig zeichnet sich der E-Commerce durch sich stetig wiederholende Prozesse und Routineaufgaben – die idealerweise gleichzeitig ablaufen sollten – aus. Als Beispiele sind hier u.a. die synchrone Anzeige von Bestandsverfügbarkeiten im Online-Shop und auf den verschiedenen Marktplätzen, der Versand von Zahlungsbestätigungen oder die Benachrichtigung der Kunden, der Marktplatzanbieter und der Shop-Systeme zu nennen. Ebenso zählt die Pflege der Daten und Ausleitung dieser auf die einzelnen Kanäle zu den typischen Routineaufgaben eines Onlinehändlers.

Ein weiteres zentrales Merkmal des Onlinehandels ist seine Schnelligkeit: Auf der einen Seite üben natürlich die Onlinemarktplätze hinsichtlich Bearbeitungs- und Versandzeiten der Bestelleingänge großen Druck auf die Onlinehändler aus. Andererseits erwarten Kunden ihre Lieferung innerhalb weniger Werktage. Sehr kurze Lieferzeiten sind heute schon lange kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern ein Hygienefaktor! Je länger ein Kunde tatsächlich auf seine bestellten Produkte warten muss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er diese entweder gar nicht erst annimmt oder sie zurückschickt, womit natürlich die Anzahl der Retouren steigt. 

Onlinehändler, die ihre Daten in verschiedenen, womöglich schlecht oder gar nicht vernetzten Systemen pflegen und zusätzlich mit separaten Excel-Tabellen arbeiten, versinken ab einer bestimmten Zahl an Bestelleingängen buchstäblich im Chaos. Sie verlieren den Überblick und gleichzeitig steigt die Fehlerquote. Diese Fehler führen wiederrum zu einem zusätzlichen Anstieg der Retourenquote, die Kundenbewertungen werden schlechter und das Arbeitspensum steigt permanent. Und damit beginnt ein Teufelskreis.

Das Kerngeschäft, der Wettbewerb und damit die wirklich wichtigen Dinge für einen Onlinehändler geraten schnell in den Hintergrund. Die Abarbeitung von Routineaufgaben – nicht selten bis spät in die Nacht – avanciert irgendwann zum Mittelpunkt des nun anstrengenden E-Commerce-Alltags.

Als Onlinehändler sollte man sich spätestens an diesem Punkt intensiv Gedanken über eine Lösung machen, die E-Commerce-Prozesse weitgehend automatisiert abarbeitet. Als sehr hilfreich hat sich die Einführung einer auf einem Warenwirtschaftssystem basierende E-Commerce-Komplettlösungen erweisen. Die Erfahrung zeigt zudem, dass der Einsatz eines Warenwirtschaftssystems ab ca. 40 Bestellungen pro Tag sinnvoll ist. Hinzu kommt, dass die Einführung einer umfassenden E-Commerce-Komplettlösung umso komplexer ist, je umfangreicher (und damit chaotischer) der Onlinehandel zum Startzeitpunkt ist.

Doch noch einmal einen Schritt zurück:

Was ist eigentlich ein Warenwirtschaftssystem? 

Ein Warenwirtschaftssystem, kurz auch WaWi oder WWS genannt, ist grundsätzlich ein IT-Anwendungssystem. Unter dem Begriff „Warenwirtschaftssystem“ wird in der Betriebswirtschaftslehre die mengen- und wertmäßige Abbildung und Steuerung des Warenflusses in einem Handelsunternehmen verstanden. Dabei arbeiten mehrere Bereiche eines Unternehmens mit dem Warenwirtschaftssystem. Sowohl in der Beschaffung, in der Lagerwirtschaft als auch im Verkauf unterstützt das Warenwirtschaftssystem sämtliche Handelsprozesse. Es werden u.a. Beziehungen zu Lieferanten gepflegt, Wareneingänge gebucht und Rechnungen kontrolliert. Des Weiteren werden die Lagerbewegungen erfasst, überwacht und optimiert. Dazu zählt u.a. auch die Ein-, Um- und Auslagerung der Ware.

Im Bereich Verkauf unterstützt die Software die Handelsunternehmen weiter dabei, die Kundenbeziehungen zu pflegen, Angebote zu schreiben, den Versand abzuwickeln. Der Einsatz eines Warenwirtschaftssystems hilft also dabei, Prozesse zu automatisieren, somit Zeit und Kosten einzusparen – und den Überblick zu behalten! Aufträge können wesentlich schneller abgearbeitet und manuelle Fehler minimiert oder noch besser eliminiert werden. Zudem sind die Daten in allen Systemen synchron.

Welche Daten können überhaupt mit einem Warenwirtschaftssystem gepflegt und übermittelt werden?

Grundsätzlich sind folgende Daten für den E-Commerce von besonderem Interesse: 

• Artikelstammdaten
• Produkttexte, in unterschiedlichen Sprachen oder optimiert für unterschiedliche Zielgruppen (B2B- und B2C)
• Preise, inklusive Mengenrabatten, B2B-Preise, Rabattstaffelungen oder Sonderpreise
• Produktbilder, optimiert für die verschiedenen Verkaufskanäle
• Kategorien, ebenfalls angepasst an die verschiedenen Verkaufskanäle
• Stücklisten und Stücklisten-Varianten
• Kundendaten, inklusive Informationen zu vorherigen Bestellungen und möglichen Daten aus der Kundenkommunikation
• Lagerbestände und Versandinformationen 

Diese und weitere Daten können zentral in einer Warenwirtschaft gepflegt und automatisiert an den eigenen Online-Shop, an unterschiedlichen Online-Marktplätze sowie an den Lager- und Versandbereich übermittelt werden. Im Sinne einer gut durchdachten Multi-Channel-Strategie können jederzeit mit nur wenigen Klicks weitere Marktplätze angebunden werden. 

Auch die Finanzbuchhaltung kann über eine Warenwirtschaft gesteuert wenn. Denn Zahlungseingänge, Zahlungserinnerungen und Mahnungen können automatisiert über alle Kanäle mit den Bestellvorgängen abgeglichen werden. Auch beim grenzüberschreitenden Handel kann ein Warenwirtschaftssystem Onlinehändler veritabel unterstützen: nämlich bei der Einhaltung der Steuerschwellen und bei der Abwicklung der Zollformalitäten. 

Darüber hinaus können auch die gesamten Lager- und Versandprozesse aus einer E-Commerce-Komplettlösung heraus gesteuert werden: Nach dem automatisiertem Abgleich der Zahlungseingänge mit den offenen Posten, wird der Auftrag gewandelt und an das Lager übergeben. Im Lager wird hierauf automatisch eine Pickliste ausgedruckt, mit welcher der Picker die Ware, anhand der vorab definierten Kommissionierstrategie, pickt. Der Abgleich des Bestelleingangs mit der tatsächlich gepickten Ware, erfolgt dann im Warenausgang. Sobald die Ware verpackt ist, wird automatisiert eine Information an den Versanddienstleister übermittelt, dass die Waren zur Abholung bereitstehen. 

Sofern man bspw. Gefahrgut versendet, kann ein Warenwirtschaftssystem außerdem direkt die Gefahrgut-Informationen, wie z.B. die UN-Nummer, aus den hinterlegten Stammdaten an den Versanddienstleister übergeben. Anschließend werden die Trackingdaten automatisch an den Kunden, an den Online-Shop und an die Marktplätze übermittelt. Zeitgleich wird der aktuelle Bestand im Lager, in der Warenwirtschaft, im Online-Shop und auf den Marktplätzen angepasst – wodurch nicht zuletzt Überverkäufe unmöglich werden. 

Der Einsatz einer auf einem Warenwirtschaftssystem basierenden E-Commerce-Komplettlösung ist ab einem gewissen Bestellaufkommen nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig, um im E-Commerce auch langfristig erfolgreich zu sein. Denn nur, indem sich stetig wiederholende Prozesse und Routineaufgaben automatisiert (und im besten Fall gleichzeitig) abgearbeitet werden, entstehen „Freiräume“, die es Onlinehändlern ermöglichen, sich (wieder) auf ihr Kerngeschäft, ihre Kunden und den Wettbewerb zu konzentrieren

Auf einen weiteren Aspekt sollten Onlinehändler bei der Auswahl einer E-Commerce-Komplettlösung jedoch unbedingt achten: Die präferierte Software sollte immer an die jeweilige Unternehmensstruktur und an bestehenden Prozesse anpassbar sein. Denn i.d.R. sind sowohl das eigene Geschäft, als auch die internen Prozesse zu individuell, als dass eine standardisierte Lösung alle Anforderungen umfassend abdecken kann. 

Dieser Artikel wurde gemeinsam mit Tabea Schalkowsky (Leitung Marketing cateno GmbH & Co. KG) geschrieben.

Kontaktdaten:
Tabea Schalkowsky cateno GmbH & Co. KG, Bahnhofstr. 14, 64658 Fürth
Email: T.Schalkowsky(at)cateno.de
Web: www.cateno.de
Tel.: +49 (0)6253 2398-0

Studie aus dem Blickwinkel des Kunden: Digitale Transformation der Beratung

Digitalisierung ist derzeit ein vielgenutzter Begriff, der uns im Arbeitsalltag immer wieder begegnet. Die Digitalisierung bringt viele Veränderungen mit sich und vor allem mit den Veränderungen der Geschäftsmodelle sind viele Unternehmensberatungen beschäftigt. 

Ein großes Fragezeichen steht derzeit jedoch noch hinter der Digitalisierung der Beratungsunternehmen selbst. Wie sind der Bedarf und die Erwartungen von Ihnen als Kunden der Unternehmensberatungen an die digitale Transformation der Beratungen? Welche Angebote wünschen Sie sich?

Um Ihre Sicht auf diese Entwicklungsmöglichkeiten zu identifizieren und zu spezifizieren, möchte das August-Wilhelm-Scheer Institut für digitale Produkte und Prozesse gGmbH und das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik für Dienstleistungen der TU Ilmenau in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. im Rahmen dieser Studie den Blickwinkel des Kunden auf die digitale Transformation der Beratungsbranche untersuchen. 

Die Beantwortung der Fragen dauert ca. 15 Minuten. Ihre Antworten werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und die Auswertung der Daten erfolgt anonym.

Der Link zur Umfrage.

Gerne stellen wir Ihnen nach Abschluss der Auswertung auf Ihren Wunsch hin die aggregierten und anonymisierten Ergebnisse zur Verfügung.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung.

Die bevh-Wahlprogrammanalyse zur Bundestagswahl 2017 Teil 4: Das Wahlprogramm der Linkspartei

von Sebastian Schulz, 24.7.2017

Das Wahlprogramm der Linkspartei hat mich ein wenig enttäuscht. Nicht etwa, weil es überaus schmucklos, schwarz auf weiß und teilweise schlecht gesetzt daherkommt. Vielmehr scheint mir das Programm der LINKEN für die Wahlen zum 19. Deutschen Bundestag gerade nicht mehr der totale Gegenentwurf zu allem zu sein, was man sonst dieser Tage zu lesen bekommt. Zugegeben; in vielen Themen gehen auch in diesem Wahlprogramm linke Forderungen wenigstens etwas, gern auch deutlich über das hinaus, was ein verständiger Mitteleuropäer noch als angemessen und verhältnismäßig erachten wird. An anderer Stelle wiederum scheint sich die LINKE fast schwer zu tun, Themen links der Programme von SPD und Grünen zu adressieren. Über diesen Befund helfen auch die in diesem Programm freilich nicht fehlenden Kampfbegriffe wie „Überausbeutung“ (von Beschäftigten in Privathaushalten, S. 12) oder dem „kollektiven Belegschaftseigentum“ (als Ergebnis der Übernahme von Betrieben, S. 84) nicht hinweg. Die Programme von rot-rot-grün scheinen in weiten Teilen derart aufeinander abgestimmt, dass, wären wir im Wirtschaftsleben, das Kartellamt einschreiten müsste. Unterm Strich verbleibt nach Lektüre des 136 Seiten umfassenden Manifests dann auch der Eindruck, dass, bei allen weiterhin bestehenden Unterschieden zu SPD und Grünen, die LINKE tatsächlich ernst machen wolle mit ihrer Ansage, raus zu wollen aus der Rolle der ewigen Opposition, hinein in Ämter und Regierungsverantwortung. Die Bewertung dieser Entwicklung überlasse ich ganz Ihnen.   

Unverkennbar ist die große Schnittmenge innerhalb des linken Parteienspektrums erwartungsgemäß im Bereich der Arbeitspolitik. Beispiele:

- ersatzlose Streichung der sachgrundlosen Befristung; Verbot von Kettenbefristungen, „Der zweite Arbeitsvertrag beim gleichen Arbeitgeber muss unbefristet sein“, S. 11

- Abschaffung der Leiharbeit als Fernziel; kurzfristig Equal-Pay zuzüglich 10% Flexi-Prämie, S. 12

- volle Sozialversicherungspflicht „ab dem ersten Euro“, S. 12

- Rechtsanspruch auf Mindeststundenanzahl von 22 Wochenstunden, S. 12

- Möglichkeit der Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen auf Antrag nur einer Tarifpartei, S. 13

- Anhebung des Mindestlohns auf 12 EUR, S. 11

- Rückkehrrecht in die vorherige vertragliche Arbeitszeit, S. 17

- Die aus der Digitalisierung heraus entstehenden neuen Formen von Arbeit und Beschäftigung (S. 14) geißeln die LINKEN vor allem als „Prekarisierung“ und als stetig wachsendes digitales Tagelöhnertum (S. 14). Solo-Selbständige sollen in die Erwerbslosen-, Gesundheits-, Renten- und Pflegeversicherung einbezogen sowie über bundesweit (!) „branchenspezifische Mindesthonorarregelungen“ dem „ruinösen Preiswettbewerb“ entzogen werden (S. 15).

Kommen wir zur Wirtschaftspolitik. Die LINKE steht schon qua Mission seit jeher nicht für überbordende Wirtschaftskompetenz. Lieb gewonnene Feindbilder werden auch im Jahr 2017 beschworen; das planwirtschaftliche Korsett sitzt fester denn je. Die lesenswerten Kernbotschaften linker Wirtschaftspolitik finden sich auf den Seiten 79, 82 und 94:

- Eine auf mehr Wettbewerbsfähigkeit und mehr Standortwettbewerb ausgerichtete Wirtschaftspolitik ist das falsche Konzept (S. 79).

- „Unternehmen, Banken und Konzerne sitzen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern am längeren Hebel und nutzen ihre Macht regelmäßig zum Nachteil der Verbraucherinnen und Verbraucher aus.“ (S. 82)

- „DIE LINKE kämpft dafür, Unternehmen der Daseinsvorsorge, Banken und Versicherungen, Energiekonzerne, Unternehmen der Pharma- und medizinischen Industrie, der Post, der Telekommunikationsinfrastruktur sowie weiterer Schlüsselindustrien in öffentliche (oder genossenschaftliche) Hand und in gesellschaftliche Eigentumsformen zu überführen.“ (S. 94)

Echte wirtschaftspolitische Ideen existieren im Programm der LINKEN nicht. Die in Kapitel XIV unter der Überschrift „Menschen und Natur vor Profite – für eine soziale, ökologische und demokratische Wirtschaft der Zukunft“ aufgelisteten Standpunkts sind fast ausschließlich arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Inhalts. Kuriosum: In den geforderten „Wirtschaftsräten“, die „den sozialen und ökologischen Umbau der Wirtschaft fachlich begleiten“ sollen, sollen Wissenschaft, Umwelt- und Konsumentenverbände, Gewerkschaften sowie zur Hälfte direkt gewählte Bürgerinnen und Bürger und Vertreterinnen und Vertreter der Belegschaften vertreten sein (S. 84). Die Wirtschaft selbst freilich nicht.

Größer geschrieben wird dementgegen der Schutz des Kollektivs Verbraucher:

- Gruppenklagen sollen eingeführt werden, S. 93

- Zwei Jahre Gewährleistung für Mängel und die Beweislastumkehr von 6 Monaten sind Linken „zu wenig“; Garantie- und Gewährleistungspflichten sollen verlängert und der „geplanten vorzeitigen Verschleiß“ gesetzlich verboten werden, S. 93

- Unlautere Telefonwerbung will die LINKE beenden, S. 93 (Anm. für die Verfasser des Programms: Vgl. § 7 Abs. 2 Ziff. 2 UWG)

- Kuriosum II: „Beleuchtete Werbung im öffentlichen Raum“ ist der LINKEN ein Dorn im Auge und soll verboten werden, S. 95

- Und ginge es nach der LINKEN, wäre der Erwerb von Waren im Internet in Zukunft nicht mehr auf offene Rechnung möglich. Nichts Anderes wäre die Konsequenz aus der Aussage, dass die Bewertung und Einordnung von individuellem Verhalten zum Beispiel im Rahmen der Bewertung der Kreditwürdigkeit durch die LINKE abgelehnt wird (S. 132). Ob die Postkommunisten bei Ihrer Klientel mit Forderungen wie diesen am Wahltag punkten werden, bleibt abzuwarten.

Die Lektüre des Wahlprogramms der LINKEN erschöpft. Insoweit mache ich jetzt von meinem „individuellen Veto-Recht gegen Überlastung“ Gebrauch (S. 16) und schreibe nächste Woche weiter.

Über die Angabe der Pflegekennzeichen - GINETEX Piktogramme richtig einbinden

von Eva Rohde, bevh, Referentin Recht

Darf ich mein neues Shirt bei 30°C oder bei 60°C waschen? Kann ich es danach bügeln und wenn ja, bei welcher Stufe? Antwort auf diese Fragen geben uns die Pflegehinweise in dem Kleidungsstück selbst. Eine diesjährige Verbraucherumfrage zum Einkaufs- und Waschverhalten in den sechs Ländern Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden, Tschechische Republik und Vereinigtes Königreich zeigt, dass Deutsche die Pflegehinweise im Vergleich zu den anderen europäischen Bürgern besonders gut kennen (das Bügelsymbol kannten 97% der Befragten in Deutschland, das Waschsymbol 93%). Bei der von GINETEX in Auftrag gegebenen Studie wurden in jedem Land 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Die Umfrage ergab für Deutschland zudem, dass den Verbrauchern die Pflegekennzeichnung wichtiger ist als die Marke. Weiterhin gaben 31% der Befragten in Deutschland sogar an, nie Kleidungsstücke ohne Pflegekennzeichnung zu kaufen. Im Vergleich zu den anderen Ländern ist die Prozentzahl der Deutschen, die keine Kleidung ohne Pflegekennzeichnung kaufen, damit am höchsten. Und nicht nur für die Verbraucher selbst, sondern auch für Wäschereien und Textilreinigungsbetriebe ist die Pflegekennzeichnung ein hilfreicher Hinweis.

Anders als die Angabe der Materialzusammensetzung ist die Angabe der Pflegekennzeichnung in Deutschland gesetzlich jedoch nicht vorgeschrieben (u.a. in Rumänien, Tschechien, Ungarn und Slowakei hingegen schon). Für Hersteller textiler Artikel können die Ergebnisse der oben erwähnten Studie jedoch als guter Grund angesehen werden, die Pflegehinweise stets mit anzugeben. Bei der Angabe der Pflegekennzeichen gilt es jedoch zu beachten, dass die Piktogramme und ihre Zusammenstellung markenrechtlich geschützt sind. Eigentümerin der Marke ist GINETEX (Groupement International d’Etiquetage pour l’Entretien des Textiles) mit Sitz in Paris. In Deutschland wird GINETEX von GINETEX GERMANY mit Sitz in Köln vertreten. Um Missbrauch entgegenzuwirken und eine Einheitlichkeit und damit den Wiedererkennungswert bei den Verbrauchern zu stärken, erklärt GINETEX GERMANY in seiner Technischen Richtlinie für die Pflegekennzeichnung, wann und wie (Größe, Reihenfolge, Abstand zueinander) die Piktogramme verwendet werden. Diese Richtlinie hat im Mai 2017 kleine Änderungen erfahren, weil immer öfter die Symbole für Natürliches Trocknen und Nassreinigung verwendet werden und so manchmal bis zu 7 statt 5 Symbole dargestellt werden müssen. Die Richtlinie erklärt nun, wie das aussehen soll.

Übrigens: Als Mitglied beim bevh können Sie kostenfrei auf die GINETEX Piktogramme und alle dazugehörigen Informationen zugreifen und diese weltweit kostenfrei auf Ihren Textilien verwenden. Als Händler können Sie die Pflegekennzeichnung – als besonderen Kundenservice - in Ihrem Onlineshop oder Katalog aufnehmen. Um an die Symbolreihe und die Richtlinie zu gelangen, nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf. Bei Interesse stellen wir Ihnen auch gerne die Kernaussagen der oben genannten Studie für Deutschland zur Verfügung.

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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