Internationale Lieferungen optimal steuern und dabei die Kosten im Griff behalten (Teil 2 von 2)

Verfasst von Christian Milster und Silvio Richter (Managing Director Europaket GMBH)

Auch wenn die Internationalisierung von Onlineshops derzeit im Trend liegt, scheuen noch immer viele etablierte deutsche Händler den Schritt Richtung Europa oder darüber hinaus.

Ein  maßgeschneidertes Transportmanagement-Konzept kann Onlinehändler veritabel dabei unterstützen, neue Märkte zu erschließen und zu hohe Zustellkosten zu vermeiden.

Doch wie sieht ein solches Transportmanagement-Konzept eigentlich genau aus? Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Komplexität durch eine große Anzahl von Transportdienstleistern. 

Grundsätzlich besteht ein Transportmanagement-Konzept aus folgenden drei zentralen Komponenten: 

1. Eine State-of-the-Art IT-Anbindung, die in allen gängigen Onlineshop-Systemen angebunden ist

2. Ein Single Point of Contact, der sich um alle transportrelevanten Themen kümmert 

3. Ein übergreifendes Reporting und Benchmarking aller Spediteure 

Die konkrete Steuerung erfolgt über ein eigens dafür entwickeltes Transportmanagement-System (TMS). Ein TMS ist eine zentrale und gleichzeitig flexible Softwarelösung, in der die Daten aller Prozessbeteiligten zusammenfließen. Als integrierte Lösung deckt es den Gesamtprozess ab: von der Bedarfsmeldung über die Sendungs- und Transportbildung bis hin zur Frachtrechnung. 

Als zentrale Integrations- und Reportingplattform dient ein TMS u.a.:

I. Zur Implementierung von Business Rules (Geschäftsregeln) gemäß den Anforderungen des Händlers und seiner Kunden. 

Hierzu zählen i.d.R.: 

  • a) Die Festlegung des Zustellkonzepts (Home, Shop, Parcel Locker, etc.) pro Destination

    Dazu wird im Vorfeld festgelegt, ob die Zustellung an der Haustür, in einen Paketkasten, an einen Paketshop etc. erfolgen soll. I.d.R. sind Zustellungen an einen Paketshop am kostengünstigsten. Dafür muss dann ggf. noch ein sogen. Shopfinder in das Kundensystem implementiert werden.

  • b) Festlegung der max. Laufzeit / Service-Levels der Sendung

    Die Transportkosten für ein Standardpaket sind i.d.R. wesentlich günstiger als der Versand im Express-Service. Natürlich sind dementsprechend auch die Laufzeiten eines Standardpaketes länger als die eines Expresspaketes. Hier kann der Kunde den Kosten-Nutzen Effekt abwägen und sodann entscheiden. 

  • c) Festlegung der max. Transportkosten

  • d) Sonderprozesse (z.B. Nachnahme) in Abhängigkeit vom Warenwert der Lieferung

    Zusätzlich können Services wie Höherversicherung, Nachnahme o.ä. in das jeweilige Transportkonzept integriert werden

II. Zur Determinierung des kostenoptimierten Transporteurs aus dem Carrier-Portfolio auf Basis der vorgegebenen Service-Maßgaben /Business Rules auf Order-Ebene 

III. Zum Reporting und Benchmarking der Service-Levels pro Land und Frachtführer zur kontinuierlichen Verbesserung und Anpassung des Netzwerks 


Operativ werden i.d.R. folgende drei Distributionslösungen genutzt:

1. Direktbelieferung 

Die Sendungen werden direkt aus dem Lager des Kunden bzw. des Logistikdienstleisters an den Endkunden verschickt. 

Der Händler kann pro Zielland einen oder mehrere Carrier auswählen. 

Nicht selten handelt es sich dabei um global/europaweit agierende Paketdienstleister, die nur in Teilen mit „local heroes“ in den verschiedenen Destinationen zusammenarbeiten. 

Unterschiedliche Stärken in verschiedenen Destinationen können durch eine Mehr-Carrier-Strategie optimal genutzt werden. 

Dieser Ansatz wird häufig in sich noch im Wachstum befindlichen Märkten oder von Händlern mit geringerem Sendevolumen gewählt. 

2. In-Country Injection 

Die Sendungen werden bereits vom Absender mit dem entsprechenden Label des zuständigen Carriers im Zielland versehen. Den Transport in das Zielland übernimmt dann ein separater Carrier. 

Oft organisiert der Partner dann den Vorlauf ins Zielland. Auch die Bündelung mit anderen Volumina ist hierbei möglich. 

Mit diesem Ansatz kann man sowohl das Know How lokaler Carrier nutzen, als auch, bei entsprechenden Voraussetzungen, optimale Transportkonditionen erzielen. 


3. Cross-Docking-Lösungen zur Kombination verschiedener Sendungsströme 

Dieser Ansatz entspricht einer Kombination der beiden o.g. Lösungen unter Berücksichtigung des Sendungsvolumens aller Händler des neutralen Transportdienstleisters. 

 

Letztendlich sind es zentrale Faktoren wie das (tägliche, wöchentliche oder monatliche) Sendungsvolumen pro Destination, die Abmessungen der Sendungen, die jeweiligen Serviceanforderungen sowie der Standort des Kunden, die maßgeblich entscheidend dafür sind, welches konkrete Transportkonzept final umgesetzt wird. 

Im Bereich Transportmanagement gibt es eine Vielzahl an Dienstleistern. 

Diese können grundsätzlich in zwei Typen unterteilt werden: Zum einen gibt es Anbieter, die Transportmanagement-Software herstellen und diese entsprechend nach den Kundenbedürfnissen einrichten und betreuen. Hierzu zählen neben vielen weiteren u.a. die Axit GmbH, SAP TM oder Shipitsmarter. 

Zum anderen gibt es Anbieter, die zusätzlich zur eigentlichen Software das komplette Management der Transporte abbilden. Hierzu zählen u.a. die Europaket GmbH, LetMeShip oder SevenSenders. 

Ob die Implementierung eines Transportmanagement-Systems jedoch tatsächlich sinnvoll ist und welche der möglichen Umsetzungen dann die beste ist, muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden. 


English Abstract: 

To simplify the complexity of internationalization of the e-commerce business and to get a grip on the delivery costs, Transport Management Concepts can be very helpful. A Transport Management Concept normally consist of three essential components: one state of the art interface (cgi), one single point of contact and an overall reporting and benchmarking of the involved carriers. The implementation of a Transport Management Concept will be executed by a Transport Management System (TMS). A TMS is a software solution, which collects all relevant data and therefore includes the whole logistics process. 


Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Silvio Richter von der Europaket GmbH entstanden.
Silvio Richter, Managing Director, Europaket GMBH, Mobil: +49 171 5633891, Email: s.richter(at)europaket.dewww.europaket.de 

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Ende des Cookie-Chaos? – Drei Thesen, warum der Entwurf für eine EU-ePrivacy-Verordnung aus der Zeit fällt

ein IMHO von Sebastian Schulz

Letzte Woche hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für eine Überarbeitung der E-Privacy-Richtlinie, umgangssprachlich auch als „Cookie-Richtlinie“ bezeichnet, vorgelegt. Die im Jahr 2002 verabschiedete, nach Brüsseler Zeitrechnung erst jüngst (namentlich in 2009) reformierte Richtlinie soll an die kurzen Innovationszyklen der Internetwirtschaft angepasst und mit der im Mai 2016 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) synchronisiert werden. Dass es Bedarf für eine solche Synchronisierung geben würde, ahnten schon die Verfasser der DS-GVO und gaben sich in deren Erwägungsgrund 173 selbst als Hausaufgabe auf, die ePrivacy-Richtlinie „entsprechend“ zu ändern „um insbesondere die Kohärenz mit der DS-GVO zu gewährleisten“. Möglicherweise wären die Brüsseler Beamten besser beraten gewesen, die offenen Punkte gleich in die DS-GVO zu integrieren. Denn anstatt Widersprüche aufzulösen, wirft der nun veröffentlichte Entwurf für eine lex specialis für den Datenschutz im Zusammenhang mit der Bereitstellung und Nutzung von elektronischen Kommunikationsdiensten neue Fragen auf. Dazu gleich.

Dem Reformprozess hin zur Datenschutz-Grundverordnung vergleichbar, wählen die Entwurfsverfasser auch für den neuen ePrivacy-Rechtsrahmen als Regelungsinstrument anstelle einer Richtlinie eine Verordnung. Anders als Richtlinien gelten Verordnungen unmittelbar und sind, von der Existenz sog. Öffnungsklauseln einmal abgesehen, vollharmonisierend, d.h. einer weiteren Konturierung durch nationale Gesetzgeber entzogen. Zumindest auf Ebene des materiellen Rechts wird so ein level playing field mit gleichen Spielregeln für alle geschaffen. Infolge des erfahrungsgemäß in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich streng ausfallenden Rechtsdurchsetzung bleibt meines Erachtens aber ein wirklich einheitlicher Rechtsrahmen weiterhin eine Chimäre,
Kohärenzmechanismen hin oder her.

In dem Vorschlag sind neben den Vorgaben zum Umgang mit Metadaten, Cookies und cookie-ähnlichen Technologien für die E-Commerce-Wirtschaft auch die hier weiterhin verorteten Regeln zur Zulässigkeit des Emailmarketings von Bedeutung. Der Entwurf belässt es an dieser Stelle bei den bekannten Vorgaben, die in Deutschland in § 7 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt wurden, einschließlich des in § 7 Abs. 3 UWG normierten (engen) Bestandskundenprivilegs. Werden die hierzu gemachten Vorschläge am Ende Gesetz, wird man sich jedoch in anderen Mitgliedstaaten auf Rechtsänderungen einstellen müssen. Denn anders als in Deutschland ist bspw. in Frankreich oder Italien heute eine werbliche Ansprache per E‐Mail im B2B‐Verhältnis bereits auf Grundlage eines Opt‐Out zulässig. Solche in Umsetzung der Richtlinie aus 2002 noch zulässigen nationalen Alleingänge sind aufgrund der unmittelbaren, vollharmonisierenden Wirkung einer Verordnung dann künftig nicht mehr möglich.

Zurück zu den Cookies. Zu der Frage, wie die Vorgaben aus Art. 5 Abs. 3
der aktuellen Richtlinie für einen „Cookie-Consent“ in der Praxis umzusetzen sind, haben sich in den letzten Jahren quer durch Europa unterschiedlichste rechtliche Ansätze und best practices entwickelt. Banner, PopUp oder allein ein Hinweis in der Datenschutzerklärung? Opt-In oder Opt-Out? Für die Zulässigkeit von letzterem etwa votierte mit reichlich holpriger Begründung vor gut einem Jahr hierzulande das OLG Frankfurt/M. Die Rechtsunsicherheit blieb; von der bei jeder Banner- bzw. PopUp-Lösung stets gestörten User-Experience ganz zu schweigen.

Beidem will die EU-Kommission nun ein Ende setzen. So heißt es in Erwägungsgrund 22 des Entwurfs, dass das Zurverfügungstellen von Informationen und die Einholung der Einwilligung „as user-friendly as possible“ sein soll. Technische Hilfsmittel, bspw. Browsersettings, werden als Möglichkeit der Abgabe einer Einwilligung explizit anerkannt. Eine Pflicht, die restriktivste Einstellung als Default vorzusehen, besteht zwar nicht. Softwareschmieden werden jedoch im Rahmen eines echten Privacy by Design dazu verpflichtet, in Browsersoftware zumindest für
Third Party Cookies ein do-not-track vorzusehen und im Rahmen der Installation die Default-Settings absegnen zu lassen. Wohlgemerkt: An dieser Stelle werden Wirtschaftszweige in die (datenschutzrechtliche) Pflicht genommen, die selbst nicht ein einziges personenbezogenes bzw. Metadatum erheben oder verarbeiten. Was für Viele offenbar völlig nahe liegt, ist grundrechtlich mindestens hart am Wind. Vom praktischen Erfordernis ganz zu schweigen.

Schließlich werden (klarstellend) einzelne Cookiearten bzw. -inhalte, etwa Sessioncookies, die den gewünschten Dienst erst ermöglichen oder persistente Cookies, die sich Warenkorbinhalte oder ausgefüllte Onlineformulare merken, ganz vom Erfordernis zur Einholung einer Einwilligung ausgenommen. Zusammengefasst soll die User also über Browsersettings rechtsverbindlich festlegen können, ob (i) gar keine Cookies, (ii) nur
First Party Cookies oder (iii) auch Third Party Cookies auf ihrem Endgerät gesetzt werden dürfen. Das Cookie-Chaos soll so ein Ende finden; UserInnen sollen ohne nervige Klicktiraden entspannt ihrer digitalen Wege gehen können.

Meine drei Thesen zu den tatsächlich zu erwartenden Auswirkungen der vorgeschlagenen Regelungen:

1.   Der Entwurf steht in Widerspruch zu den Vorgaben der DS-GVO

Der nun vorgelegte Entwurf verfehlt das selbstgesetzte Ziel einer Synchronisierung mit den Vorgaben der DS-GVO nicht nur, er begibt sich hierzu vielmehr in direkten Widerspruch. Während nach der DS-GVO Datenverarbeitungen sowohl einwilligungsbasiert als auch etwa zum Zwecke der Vertragserfüllung oder auf Grundlage berechtigter Interessen des Verantwortlichen zulässig sind, verkürzt der Verordnungsentwurf diesen tradierten Zulässigkeitstrias enorm. Von einzelnen Verwendungsszenarien abgesehen, z.B. der Gewährleistung der Übertragungssicherheit oder zu Abrechnungszwecken, dürfen personenbezogene (z.B. Standortdaten) oder Metadaten nach dem Entwurf ausschließlich auf Grundlage der Einwilligung der User verarbeitet werden. Ungeachtet der sicher streitbaren Frage, ob es geboten ist, das Verbotsprinzip (weiterhin) auch auf nicht-personenbezogene Daten anzuwenden, verwehrt der Verordnungsentwurf eine Datenverarbeitung auf gesetzlicher Grundlage nahezu vollständig. Berechtigte Interessen der Datenverarbeiter bleiben vollends unberücksichtigt. Die darüber erreichte Schieflage wird gerade im Bereich der Datenverarbeitung zu Werbezwecken offensichtlich: Während im Anwendungsbereich der DS-GVO eine solche auf gesetzlicher Grundlage sogar intendiert als zulässig anerkannt wird (vgl. Erwägungsgrund 47 am Ende), sollen Daten im Anwendungsbereich des Verordnungsvorschlages zu Werbezwecken nur noch auf Grundlage der Einwilligung des Users verarbeitet werden dürfen. Das eine werbliche Maßnahme nur vorbereitende, damit tendenziell weniger invasive Tracking des Surfverhaltens wird damit stärker geschützt, als die nachgelagerte, eigentliche Datenverarbeitung.

2.   Cookie-Banner werden zu- statt abnehmen.

Mag der einzelne User über Browsersettings in Zukunft zwar rechtsverbindlich vorgeben können, ob und wenn ja, welche Arten von Cookies bzw. Cookieinhalten er generell akzeptieren will – die nervigen Cookiebanner bleiben uns mit Gewissheit erhalten. Viel mehr noch wird dieses Phänomen gerade all jene treffen, die sich vollständig oder auch nur teilweise gegen das Setzen von Cookies entscheiden. Denn losgelöst von grundsätzlichen Browsereinstellungen ist es Websitebetreibern, Publishern, Trackingtools usw. nicht verwehrt, beim User individuell eine Einwilligung in das Setzen von Cookies zu erfragen. Dies stellt der Verordnungsentwurf selbst unumwunden klar: „At the same time, centralising consent does not deprive website operators from the possibility to obtain consent by means of individual requests to end-users and thus maintain their current business model.” Von dieser Möglichkeit werden all jene, denen das Setzen von Cookies über Grundeinstellungen verwehrt ist, vermutlich regen Gebrauch machen,

3.   Der Verordnungsvorschlag torpediert kostenfreie Angebote und fördert so das Datenschutzprekariat.

Wohl kaum ein zweites Phänomen hat die heute in uns allen verhaftete „Gratiskultur“ so befördert wie das Internet. Dass Inhalte überwiegend gebührenfrei verfügbar sind, gilt Einigen als die größte Errungenschaft überhaupt, während andere hierüber Qualitätsverfall und den Niedergang ganzer Branchen beklagen. Wie man auch immer hierzu stehen möge – ökonomisch betrachtet ist der Begriff Gratiskultur schlicht falsch. Bezahlt wird mit unserer Aufmerksamkeit, auch mit (auch personenbezogenen) Daten, für die Werbetreibende bereit sind, einen Preis zu zahlen. Nach vorsichtigen Schätzungen ist das gesamte Web zu 2/3 werbefinanziert.

Für das Internet ist die soziale Herkunft seiner User damit schlicht egal. Wird nun aber durch ein Eingreifen des Gesetzgebers das Geschäft Aufmerksamkeit gegen Geld erschwert, namentlich durch den Ausschluss von Datenverarbeitungen außerhalb des Vorliegens einer Einwilligung, muss dies ganz zwangsläufig zu einem Abschmelzen solcherart kostenfreier Angebote und zu mehr paid content führen. If you can’t bill it, kill it. Inhalte werden nur noch gegen Entgelt oder aber gegen die Preisgabe personenbezogener Daten angeboten. Das Internet wird asozial.

Sehen Sie das anders? Habe ich etwas übersehen? Ich freue mich über Kommentare, gern auch direkt an
Sebastian.Schulz(at)bevh.org.

English abstract: Last week, the European Commission released a proposal to repeal the so-called E-Privacy-Directive. The main goal of the proposal to ensure consistency with the General Data Protection Regulation will be missed for three reasons: The draft is inconsistent, antisocial and will increase customer harassment.

 

Internationale Lieferungen optimal steuern und dabei die Kosten im Griff behalten (Teil 1 von 2)

Verfasst von Christian Milster und Silvio Richter (Managing Director Europaket GMBH)

Für viele Unternehmen ist die Expansion des Onlinegeschäfts ins Ausland ein logischer Schritt. Sowohl Händler als auch Marken wollen ihr E-Commerce Business nutzen, um ihre Verkäufe außerhalb der Landesgrenzen voranzutreiben. Denn der Verkauf ins Ausland verspricht neben einer evidenten Reichweitensteigerung die Erschließung neuer Zielgruppen und dadurch relevante Umsatzsteigerungen. Aufgrund einsetzender Skalierungseffekte sind auch Gewinnsteigerungen nicht unwahrscheinlich. 

Wie eine repräsentative Studie im Auftrag der PPRO Group zeigt, kaufen immer mehr Verbraucher – insbesondere die jüngere Zielgruppe – in ausländischen Onlineshops ein. Ca. 61,5 Prozent der deutschen Nutzer bis 29 Jahren haben mindestens einen Einkauf bei einem nicht-deutschen, europäischen Onlineshop getätigt. Bei der Zielgruppe 50 Plus hat mehr als ein Viertel (27,8 Prozent) via Internet im Ausland eingekauft. 23,4 Prozent der Befragten gaben an, bislang zwar noch nichts gekauft, aber bereits einen ausländischen Onlineshop besucht zu haben. 

Auch wenn die Internationalisierung von Onlineshops derzeit im Trend liegt, scheuen noch immer viele etablierte deutsche Händler den Schritt Richtung Europa oder darüber hinaus.

Als einer der Gründe hierfür werden die oft sehr hohen Transportkosten im Vergleich zu den Versandkosten innerhalb Deutschlands genannt. Auch ein bislang fehlendes bzw. noch nicht ausgereiftes internationale Retouren Handling wird als Hinderungsgrund angeführt. 

Daher möchte ich im Rahmen dieses Beitrags mal einen genaueren Blick auf das Thema „Internationaler Lieferverkehr“ werfen. 

Händler, die bereits international tätig sind, nutzen sehr häufig einen einzigen Carrier/Logistikdienstleister für die gesamte Abwicklung ihrer internationalen Sendungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es bedarf der Realisierung lediglich einer IT-Schnittstelle und gleichzeitig kann man auf einen Ansprechpartner für alle Themen zurückgreifen.

Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Carriern hingegen bedeutet i.d.R. die Einrichtung mehrerer IT-Schnittstellen und zudem einen sehr hohen administrativen Aufwand zur Dienstleistersteuerung. Außerdem erschweren die pro Zielland teilweise sehr unterschiedlichen bzw. geringen Sendungsvolumina die Vertragsverhandlungen mit den Dienstleistern. 

Darüber hinaus sind die wenigsten Carrier in allen (europäischen) Ländern gleich gut aufgestellt, noch können sie in jedem Land stets den jeweils besten Preis anbieten. Denn häufig wird nicht direkt durch den eigentlich beauftragten Carrier, sondern über entsprechende nationale Subdienstleister ausgeliefert. Und je weiter man sich diesbezüglich von Europa entfernt, desto größer werden diese Nachteile. 

Hersteller und Händler stehen bei der Internationalisierung also nicht zuletzt vor der Herausforderung, ein kostenoptimiertes internationales Transportnetzwerk zu finden, das gleichzeitig auch den länderspezifischen Anforderungen der Endkunden, ihre Pakete möglichst schnell, unversehrt und bequem zu empfangen, gerecht wird. Denn die „Geschmäcker“ sind auch hier sehr individuell: In Italien bspw. wird die Lieferung fast ausschließlich an der Haustür entgegengenommen, wohingegen in Skandinavien die Abholung von einem Paketshop bevorzugt wird. Dieses lokale Know-How vereinen in der Regel nur die lokalen Postgesellschaften/Zustellexperten. 

Um im Rahmen der Internationalisierung des eigenen Onlinegeschäfts bei der Auswahl der richtigen Zustellexperten keine Zeit zu verlieren und gleichzeitig die Komplexität bei der IT-Integration mit vielen verschiedenen Transportdienstleistern nicht unnötig zu erhöhen, ist es möglicherweise sinnvoll, die eigenen Transporte durch einen neutralen Dienstleister intelligent managen zu lassen. Ein durch diese Dienstleister maßgeschneidertes Transportkonzept, das sofort verfügbar ist und die wichtigsten Transportdienstleister (in Europa) integriert, kann Händler zeitnahe und effizient dabei unterstützen, neue Märkte zu erschließen und zu hohe Zustellkosten zu vermeiden. (Eine hohe Zustellquote beim ersten Zustellversuch vermeidet relevante Folgekosten.) 

Jedoch sollten sich Händler bei der Internationalisierung nicht von höheren Transportkosten in anderen Ländern abschrecken lassen. Denn das Preisgefüge in anderen europäischen Märkten ist teilweise völlig anders als im transportkostensensiblen Heimatmarkt Deutschland. 

Durch die Erfahrung und Transparenz eines unabhängigen Transportpartners können Händler jedoch sicherstellen, dass sie in allen Destinationen wettbewerbsfähige Preise erhalten.


English Abstract: 

Even though the internationalization of the e-commerce business seems to be the next logical step, many companies still avoid the expansion of their online business towards Europe or further. The most profound obstacles seem to be the comparatively large delivery costs as well as the rather complicated handling of returns. But there are solutions existing to simplify the complexity of internationalization and to get a grip on the delivery costs as well: Transport Management Systems (TMS). 

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Silvio Richter von der Europaket GmbH entstanden. 

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Silvio Richter, Managing Director Europaket GMBH, Mobil: +49 171 5633891 Email: s.richter(at)europaket.dewww.europaket.de 

Vergleich der beliebtesten Zahlmethoden im Jahr 2015

Verfasst am 12.01.2016 von Philipp Feuerherm

Liebe Leser,

ich wünsche Ihnen nachträglich noch ein frohes neues Jahr und hoffe Sie sind gut hineingerutscht und konnten schon voll durchstarten.

Heute geht es mit meiner Blogkolumne Zahlen aus dem Interaktiven Handel weiter. Da meine Social-Media-Reihe beendet ist, widme ich mich nun ein wenig den Ergebnissen unserer jährlichen großen Verbraucherstudie „Interaktiver Handel in Deutschland“ und heute daraus mit den beliebtesten Zahlweisen.

Dass wir beim Onlineshoppen im Grunde wenig Aufwand wollen und gerne auf bequeme Zahlungsarten zurückgreifen, wussten Sie sicher schon. Aber wussten Sie auch, dass 2015 (Die 2016er-Zahlen gibt es auf unserer Jahrespressekonferenz am 21.02.2017 in Hamburg dann ganz frisch!) mehr Menschen per Bankeinzug (29%) bestellten, als per Kauf auf Rechnung (26%)? Vor einiger Zeit war der Kauf auf Rechnung in Deutschland noch die beliebteste Zahlmethode überhaupt. Gründe gibt es möglicherweise mehrere. Eventuell, weil man sich aussuchen kann, wann man zahlt (solange man natürlich in der Frist ist) oder weil man bei Nichtgefallen oder Mängeln die Ware wieder zurückschickt, ohne dass Geld geflossen ist. Weswegen aber der Rechnungskauf 2015 die Spitzenstellung als die beliebteste Zahlmethode abgegeben hat, lässt sich nur schwer erahnen, da wir das nicht in unserer Studie abfragen. Ein Grund der mir spontan einfällt und weswegen ich den Kauf auf Rechnung nicht oft nutze ist der Aufwand, den ich habe, wenn ich die Rechnung bezahlen muss. Einfacher ist beim Bankeinzug, dass der Händler sich darum kümmern muss, dass er zu seinem Geld kommt. Als Käufer muss man dann nicht mehr die Rechnung prüfen, sich beim Onlinebanking einloggen und die Kontodaten des Verkäufers angeben. Man prüft am Ende nur noch, ob beim Einziehen des Geldes auch die richtige Summe abgeht.

Die Kreditkarte befand sich 2015 mit 15% auch noch unter den beliebtesten Bezahlarten, verlor zum Vorjahr aber etwas an Relevanz. Im Jahr 2014 waren es noch 17%, die angegeben haben, eine Kreditkarte beim Kauf online oder aus dem Katalog zu nutzen. Ich denke, dies lässt sich, wenn ich mich so in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umsehe, damit erklären, dass immer weniger junge Menschen eine Kreditkarte beantragen. Hinzu kommen oft noch Gebühren dafür bei der Bank oder beim Einkaufen. Ich persönlich wüsste für mich auch nicht, weswegen eine Kreditkarte für mich sinnvoll wäre, da ich bisher alles, was ich wollte, auch ohne kaufen konnte.

In der Grafik sind auch noch die digitalen Bezahlwege mit einem Anstieg auf 22% (im Jahr 2014 19%) gezeigt. Dahinter verstecken sich Zahlmethoden wie PayPal, Sofortüberweisung oder Paydirekt etc. Dass die digitalen Zahlwege wachsen, ist sicher auch keine Überraschung, denn oftmals ist eine Zahlungsabwicklung darüber zeitsparender als beispielsweise eine Überweisung beim Onlinebanking. Auch gegenüber dem Bankeinzug sparen diese Zeit, da man sich bei den Bezahldienstleistern meist nur einmal anmeldet, einloggt und „ok“ drückt.

Bitte beachten Sie, dass ich zwar bei einigen Zahlmethoden die Prozente aus 2014 angegeben, aber überblickshalber nicht in der Grafik aufgeführt habe.

Ich bin gespannt, ob und welche Veränderungen sich in 2016 ergeben haben.

Die Grafik mit dem Vergleich der Bezahlmethoden im Jahr 2015 können Sie hier sehen:

Bis bald!

English Abstract:

In the week before christmas I finished my social-media-series. This year I start with a comparison of the most popular payment methods in 2015. You will find our customer study “Interaktiver Handel in Deutschland” (Interactive Commerce in Germany) of 2015 here. On 21 February 2017 we will present our study for 2016 in Hamburg. 

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