Neue umsatzsteuerliche Regelungen von Gutscheinen ab dem 01.01.2019

von Robert Hammerl (TLI Group) und Eva Rohde (bevh)

Durch das Jahressteuergesetz 2018 treten am 01.01.2019 neue Änderungen in Kraft, die auch (bzw. gerade) für Onlinehändler relevant sind und beachtet werden müssen.

Eine Änderung, die nicht unbeachtet bleiben sollte, ist die neue Definition und Regelung von Gutscheinen.

Nach bisherigem Verständnis wurden Gutscheine in drei Kategorien unterschieden: Preisnachlass- oder Rabattgutscheine, Warengutscheine und Wertgutscheine. Nunmehr werden Gutscheine unterteilt in Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine. Da die alten und neuen Definitionen nicht deckungsgleich sind, können Unternehmer ihr Gutscheinportfolio somit nicht mehr nach den bislang geltenden Grundsätzen unterscheiden. Vielmehr sind alle Gutscheine anhand der neuen Merkmale neu zu qualifizieren.

Neue Definitionen

§ 3 Abs. 13 UStG-n definiert zukünftig, was als „Gutschein“ anzusehen ist. Der Gutschein ist durch drei Charakteristika definiert:

  • • Es handelt sich nicht um ein Instrument, das lediglich zu einem Preisnachlass berechtigt. 
  • • Für den Unternehmer, der den Gutschein einlöst, besteht die Verpflichtung, dass er diesen vollständig oder teilweise als Gegenleistung für seine Leistung annehmen muss. 
  • • Auf dem Gutschein selbst oder den zugehörigen Nutzungsbedingungen sind entweder die konkrete Leistung angegeben, für die der Gutschein als Gegenleistung eingelöst werden kann, oder es ist die Identität des leistenden Unternehmers angegeben. 


Ist eine der drei Voraussetzungen nicht erfüllt, liegt kein Gutschein vor. Dabei ist es unbeachtlich, ob der Gutschein in physischer oder elektronischer Form ausgestellt ist.

Keine Gutscheine sind folglich Rabattgutscheine. Ferner umfasst der Begriff des Gutscheins weder Fahrscheine, Eintrittskarten oder Briefmarken noch bloße Zahlungsinstrumente wie Bitcoins oder andere Kryptowährungen. Für diese ergeben sich somit keine Änderungen in Bezug auf ihre umsatzsteuerrechtliche Beurteilung.

Einzweckgutschein, Mehrzweckgutschein und Abgrenzungsfragen

Ein Einzweck-Gutschein ist in § 3 Abs. 14 UStG-n definiert als ein Gutschein, bei dem sowohl der Ort der Leistung als auch die für die Leistung geschuldete Steuer im Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheins feststehen. Ein Einzweck-Gutschein ist folglich dadurch charakterisiert, dass bereits im Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheins sämtliche Informationen vorliegen, die für die umsatzsteuerrechtliche Behandlung der hinter dem Gutschein stehenden Leistung erforderlich sind.

Der Mehrzweck-Gutschein ist demgegenüber in § 3 Abs. 15 UStG-n als bloße Negativabgrenzung zum Einzweck-Gutschein definiert. Ein Mehrzweck-Gutschein ist dem- nach ein Gutschein, bei dem es sich nicht um einen Einzweck-Gutschein handelt.

Hinsichtlich des Merkmals „Leistungsort“ kommt es entscheidend darauf an, dass der Ort eindeutig einen bestimmten Mitgliedstaat als Leistungsort bestimmt. Nur in diesem Fall kann ein Einzweck-Gutschein angenommen werden. Vor diesem Hintergrund sind insbesondere Gutscheine über elektronische Dienstleistungen regelmäßig als Mehrzweck-Gutscheine anzusehen, da der Leistungsort beim Leistungsempfänger in verschiedenen Ländern liegen kann.

In der Praxis müssen sich Unternehmer bereits bei Ausgabe eines Gutscheins fragen, ob sowohl der Leistungsort als auch die geschuldete Umsatzsteuer eindeutig bekannt sind.

Dies ist jedoch dann nicht eindeutig, wenn der Onlinehändler auch ins Ausland liefert, denn dann wird nicht eindeutig ein Mitgliedsstaat als Ort der Leistung bestimmt. In solchen Fällen ist stets von einem Mehrzweck-Gutschein auszugehen.

Besteuerungszeitpunkt

Die Unterscheidung, ob ein Einzweck- oder Mehrzweckgutschein vorliegt, spielt eine entscheidende Rolle für den Zeitpunkt der Besteuerung:

Nach § 3 Abs. 14 S. 2 UStG-n gilt die Übertragung eines Einzweck-Gutscheins im eigenen Namen stets als die Lieferung oder die Erbringung der sonstigen Leistung, auf die sich der Gutschein bezieht. Die tatsächliche Leistungserbringung im Zeitpunkt der Einlösung gilt demgegenüber nicht als unabhängiger Umsatz, § 3 Abs. 14 S. 4 UStG-n, sodass diese nicht mehr gesondert der Umsatzsteuer unterliegt. Bei Einzweck-Gutscheinen erfolgt die Besteuerung somit bereits im Zeitpunkt der Ausgabe des Gutscheins (wie mit dann versteuerten Einzweck-Gutscheinen, die aber nie eingelöst werden, umzugehen ist, ist noch offen). Bemessungsgrundlage ist dabei alles, was der Unternehmer für den Gutschein vereinnahmt.

Diese Grundsätze gelten auch in Vertriebsketten, bei denen jeder Unternehmer die Gutscheine im eigenen Namen weiterverkauft. Hier ist jeder Unternehmer so zu behandeln, als habe er die Leistung, auf die sich der Gutschein bezieht, im Zeitpunkt des Verkaufs des Gutscheins selbst erbracht. Bemessungsgrundlage ist auf jeder Stufe das vereinnahmte Entgelt.

Anders als bei Einzweck-Gutscheinen, stehen bei Mehrzweck-Gutscheinen im Zeitpunkt der Ausgabe des Gutscheins noch nicht alle für die Besteuerung relevanten Parameter fest. Aus diesem Grund erfolgt die Besteuerung bei diesen Gutscheinen erst im Zeitpunkt der Einlösung der Gutscheine, § 3 Abs. 15 S. 2 UStG-n. Jede Übertragung (inkl. der Ausgabe) eines Gutscheins unterliegt somit nicht der Umsatzsteuer, § 3 Abs. 15 S. 2 UStG-n.

Für Mehrzweck-Gutscheine besteht mit § 10 Abs. 1 S. 6 UStG-n eine eigenständige Regelung zur Bemessungsgrundlage. So bemisst sich der Umsatz bei Einlösung des Gutscheins grundsätzlich nach der Gegenleistung, d.h., dem vom Kunden gezahlte Entgelt. Ist die gezahlte Gegenleistung nicht bekannt, ist alternativ der auf dem Gutschein angedruckte Nennwert als Bruttobetrag anzusetzen.

 

 

Anwendungsbeispiel für die Geoblocking-Verordnung

geschrieben von Eva Rohde

Am 3. Dezember 2018 tritt die Geoblocking-Verordnung in Kraft. Da viele Händler und auch Verbraucher über die Regelungen der Geoblocking-Verordnung noch verunsichert sind, hier ein Beispiel, um sich zu veranschaulichen, welche Intention die Verordnung hat. Das Stichwort hierzu heißt „Shop as a local“: 

Stellen Sie sich vor, Sie machen einen Wochenendtrip in Mailand, sitzen bei strahlendem Sonnenschein am Piazza del Duomo mit Blick auf den Dom und genießen eine Tasse hervorragenden, vollmundigen Kaffees. Um von diesem Lebensgefühl auch in Deutschland zehren zu können, entschließen Sie sich kurzer Hand sofort vor Ort Kaffeebohnen und eine gute italienische Kaffeemaschine zu kaufen. Sie schlendern also in das nächste europaweit vertretene Elektrofachgeschäft und schauen sich in der Abteilung für Haushaltsgeräte um. Dort stellen Sie fest, dass – anders als in dem deutschen Geschäft des gleichen Unternehmens – gerade eben eine Rabattaktion läuft und viele Produkte drastisch im Preis reduziert sind. Glücklich über diese Fügung, kaufen Sie sich eine Kaffeemaschine eines italienischen Herstellers, die Sie in den Regalen des deutschen Geschäfts noch nicht gesehen haben. An der Kasse werden ihnen nur die Zahlarten Barzahlung oder Zahlung mit Visakarte angeboten. Nach einigen Verständigungsproblemen (Sie wollten mit Ihrer Mastercard bezahlen, was der Händler aber gar nicht anbietet) zahlen Sie bar und sehen ein Schild an der Kasse, wonach der Händler es anbietet, nach Ladenschluss die gekaufte Ware in einem Umkreis von 5 km nach Hause bzw. ins Hotel zu liefern. Da Sie noch weiter die Stadt besichtigen wollen, machen Sie von dem Service Gebrauch und die Kaffeemaschine wird Ihnen abends in Ihr Hotel geliefert.

Als Sie sonntagsabends wieder zu Hause in Deutschland ankommen, packen Sie als erstes Ihre neue Errungenschaft aus, damit die morgendliche Tasse Kaffee für den nächsten Tag gesichert ist. Als Sie den Stecker in die Steckdose stecken wollen, müssen Sie feststellen, dass der italienische Stecker gar nicht mit den deutschen Steckdosen kompatibel ist. Glücklicherweise haben Sie sogar einen entsprechenden Adapter parat und können die Maschine dann doch noch in Betrieb nehmen. Doch dann stellt sich das weitere Problem, denn Sie müssen feststellen, dass die Gebrauchsanweisung nur auf italienisch verfasst ist. Glücklicherweise können Sie mit Hilfe der Skizzen in der Gebrauchsanweisung die Maschine zum Laufen bringen und genießen ab sofort jeden Morgen ein bisschen Dolce Vita. 

Auf den Onlineshop übertragen ergeben sich hiermit folgende Punkte:

  1. Genauso wie man als Tourist die Möglichkeit hat, jedes Geschäft zu betreten, muss man als Endkunde nun auch online die Möglichkeit haben, jeden Onlineshop „betreten“ zu können. Eine Weiterleitung des Kunden in den jeweiligen Ländershop, ist nur dann zulässig, wenn der Kunde dieser Weiterleitung ausdrücklich zustimmt. Dann muss für den Kunden aber weiterhin der Shop, auf den er zuerst zugreifen wollte, leicht erreichbar sein.

  2. Händler können weiterhin in ihren einzelnen Ländershops unterschiedliche Preise haben und unterschiedliche Rabattaktionen anbieten.

  3. Händler können weiterhin in ihren Ländershops unterschiedliche Produkte anbieten.

  4. Händler können nach wie vor vorgeben, welche Zahlungsarten sie in ihren Onlineshops anbieten. Dann gilt aber das Prinzip „ganz oder gar nicht“: Die Zahlarten die der Händler bietet, muss er dann grundsätzlich auch allen Kunden anbieten. Eine Ausnahme hiervon kann nur dann gemacht werden, wenn der Händler „keine andere Möglichkeit (hat), das Risiko der Nichterfüllung durch den Kunden zu verringern. Insbesondere auch bei Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit des Kunden, sollte es den Anbietern gestattet sein, die Lieferung der Waren oder die Erbringung der Dienstleistung zurückzuhalten, bis sie eine Bestätigung erhalten haben, dass der Zahlungsvorgang ordnungsgemäß eingeleitet wurde. Im Falle eines Lastschriftverfahrens sollte es den Anbietern gestattet sein, eine Vorauszahlung mittels einer Überweisung zu verlangen, bevor die Waren verschickt werden oder die Dienstleistung erbracht wird. Eine unterschiedliche Behandlung sollte sich jedoch nur auf objektive und hinreichend gerechtfertigte Gründe stützen.“(Erwägungsgrund Nr. 33).
     
  5. Es müssen keine Anpassungen im Hinblick auf das Liefergebiet gemacht werden. Wenn ein Händler nur innerhalb seines Landes liefert, muss der Kunde einen Lieferort innerhalb dieses Landes angeben können. Der Händler ist nicht dazu verpflichtet, nun EU-weit zu versenden.

  6. Händler sind nicht dazu verpflichtet, Kunden darauf hinzuweisen, dass es gegebenenfalls zu Unstimmigkeiten mit den nationalen Gegebenheiten in dem Land des Kunden kommen kann (Beispiel Stecker und Gebrauchsanweisung. Aber auch mit weiteren nationalen Vorschriften aus allen (noch) 28 EU-Staaten muss sich ein Händler nicht vertraut machen).

  7. Sofern der Händler seinen Onlineshop nicht auf andere Länder ausrichtet (also beispielsweise die Lieferung in andere EU-Länder anbietet), ist er auch nicht dazu verpflichtet, in den anderen EU-Ländern etwaige Registrierungen vorzunehmen (beispielsweise für Elektrogeräte).

  8. Im Falle eines Widerrufs gilt weiterhin die Kostenregelung, die der Händler in seiner Widerrufsbelehrung vorgesehen hat. Dabei ist zu beachten, dass dabei nur die Kostentragung geregelt wird – für den vereinbarten Lieferort. Liefert der Händler also zu einer Adresse innerhalb seines Landes und transportiert der Kunde danach die Ware in ein anderes EU-Land, trägt der Händler zunächst einmal das Transportrisiko nur für die erste Etappe und auch die Kosten für die Rücksendung beziehen sich nur auf diese Strecke.

  9. Bezüglich etwaige Probleme nach Vertragsschluss, wie zum Beispiel Gewährleistungsfälle, richten sich nach den bereits geltenden Regeln der ROM-I Verordnung.
     

 

 

Sieben Kernkompetenzen im Data-Driven-Marketing

Lutz Klaus im Gespräch mit Martin Groß-Albenhausen

Datengetrieben war Marketing – zumindest im Distanzhandel – immer. Dennoch erhöht sich heute der Druck auf Unternehmen, deutlich mehr Datenquellen zu nutzen, um Kunden auf immer mehr unterschiedlichen Quellen zu erreichen. Das stellt nicht zuletzt die Personalentwicklung vor große Herausforderungen. Der Berliner Unternehmensberater Lutz Klaus (Marketing-ROI Consulting, www.marketing-roi.eu) geht dem in einem neuen Buch „Data-Driven-Marketing und der Erfolgsfaktor Mensch“ auf den Grund. Im Gespräch mit mir fasst er die Erkenntnisse seiner lang andauernden Studie zusammen.

Martin Gross-Albenhausen: Lutz, Du sprichst in Deinem Buchtitel vom Erfolgsfaktor Mensch im datengetriebenen Marketing. Gegenthese: Gerade im Datenbusiness treffen Maschinen die besseren und erfolgreicheren Entscheidungen.

Lutz Klaus: Es geht zunächst einmal nicht darum Mensch und Maschine als Alternative dazustellen, sondern die Maschine als Hilfsmittel. Angesichts der Datenmengen und gestiegenen Komplexität durch eine Vielzahl an Kanälen kann Erfolg nur im Zusammenspiel von beiden erfolgen. Maschinen setzen keine Ziele, sondern der Mensch macht das und er definiert auch Entscheidungsregeln, die von den Maschinen umgesetzt werden.

Zalando sieht das offenbar anders. Das Unternehmen hat eine ganze Menge Mitarbeiter entlassen, weil künstliche Intelligenz inzwischen Onlinemarketing effizienter betreibt. Wo ist da das Zusammenspiel?

Guter Punkt. Wahr ist, dass bestimmte Aufgabenbereiche besser über Maschinen, in dem Fall KI und Algorithmen, gelöst werden. Dazu kann beispielsweise die Platzierung von Online-Werbung gehören. In der Autoindustrie wurde auch viel automatisiert und dennoch arbeiten heute sehr viele Menschen dort. Die Aufgaben ändern sich und deswegen ist es wichtig, dass die Mitarbeiter verstehen, welche Auswirkungen die Digitalisierung und datengetriebene Ansätze auf sie haben. Aktive Gestaltung ist hier gefragt. Zalando hat ja auch gleich angekündigt eine weitaus größere Zahl an Mitarbeitern zu suchen, die sich um Personalisierung, Lokalisierung und Content kümmern.

Wo siehst Du Bereiche, in denen der Mensch im Data-Driven Marketing zum Erfolgsfaktor wird?

Daten haben zunächst mal keinen Wert. Sie müssen aufbereitet werden und in Beziehung gebracht werden zu Zielen. Das kann erst mal nur der Mensch. Zu Anfang geht es beim Data-Driven Marketing oftmals um Prozess-Optimierung, zum Beispiel bei der Customer Journey. Diese gilt es zu verstehen und dann anhand von Daten Optimierungansätze zu bestimmen und umzusetzen. Im zweiten Schritt geht es bei Unternehmen oftmals um Geschäftsmodelle, die aufgrund von Datenerkenntnissen geändert werden. Auch das erledigt keine Maschine. Hier sind menschliche Fähigkeiten wie Neugier, Kreativität und Unternehmergeist gefragt.

Einspruch: Beziehungen kann eine Maschine meines Erachtens besser entdecken als ein Mensch. Wo ich zustimmen würde: Die Maschine erkennt Relationen, aber keine Kausalitäten. Ob die aufgedeckten Zusammenhänge tatsächlich Ursache und Wirkung darstellen, kann nur der Mensch ergründen – trifft es das?

So würde ich das nicht ausdrücken. Wenn wir über Treibermodelle sprechen kann eine Maschine auch Kausalitäten entdecken, zum Beispiel bei fortgeschrittenen Marketing Mix Modeling Lösungen. Dies erfolgt jedoch in der Regel auf der Basis von menschlichen Vorgaben, das heißt Treiber werden identifiziert und in die Modelle integriert. Der Mensch gibt die Regeln vor und die Maschine setzt sie um.

In Deinem Buch sind Neugier und Unternehmergeist zwei von sieben Kernkompetenzen. Kreativität, die dritte, finde ich vor allem in Deinem Plädoyer für "Storytelling". Über welche Stories sprechen wir hier?

Bei Storytelling ist weniger Kreativität gefragt als vielmehr die Kenntnis, wie ich eine gute Story aufbaue. Hier geht es darum, Menschen zu bewegen. Emotionen sind stärker als Fakten. Denk mal an die Sendung „Höhle der Löwen“, wo immer erst eine Story erzählt wird. Im Gegensatz zu „Pretty Woman“ und „Disney“ unterscheiden sich Data-Stories in zwei Bereichen: Es gibt nicht immer ein Happyend und sie dienen mehr der Entscheidungsfindung und beinhalten weniger eine abgeschlossene Geschichte.

Und wie unterstützt mich das beim Data-Driven-Marketing?

Indem ich Erkenntnisse aus Daten in eine Sprache übersetze, die andere verstehen und erkennen, dass gehandelt werden sollte. Viele Entscheider sind keine Datenexperten. Geschichten helfen dabei, sie zu erreichen.

Das klingt für mich nach der Position eines "Product Owner", der die Sprache der Analytics einerseits in Anforderungen an die IT, andererseits in Prozessdefinitionen für das Unternehmen übersetzt. Bezieht sich darauf auch Dein Verweis darauf, dass "Agilität steigern" eine Schlüsselressource darstellt?

Es ist mehr als das. Wichtig ist, den Menschen hinter den Daten zu sehen und was die Ursache für Ausreißer und ungewöhnliche Entwicklungen ist. „Agilität steigern“ bezieht sich mehr auf die Umsetzung von Ideen und die Reaktionszeit, um auf sich ändernde Marktgegebenheiten zu reagieren. Unternehmen sollten eine Umgebung aufbauen, in der sie Ideen schnell testen, Ergebnisse messen und Erkenntnisse dokumentieren und umsetzen können. Im Buch wird das näher beschrieben.

Welche der von Dir herausgearbeiteten Kompetenzen bzw. Ressourcen ist Deiner Erfahrung nach am wenigsten verbreitet?

Das kann je nach Unternehmen unterschiedlich sein. Die Kernaussage im Buch ist, dass es nicht ein bestimmter Aspekt ist, sondern der Aufbau von Kompetenzen in allen sieben Bereichen. Der Mix macht es.

Wie können Leser mit den Erkenntnissen aus Deinem Buch konkret an ihren Unternehmen arbeiten?

Die sieben besprochenen Schlüsselfaktoren und Kernkompetenzen sind eine Orientierungshilfe für Fach- und Führungskräfte was in Zukunft wichtig ist. Die Leser können sich hinterfragen, wo genau sie gegebenenfalls Defizite haben, an denen sie arbeiten sollten. Beispiele und Tipps aus der Praxis geben ihnen konkrete Hilfestellung bei der Umsetzung. Ein Kapitel widmet sich beispielsweise der analytischen Kompetenz. Was heißt das genau? Nicht jeder soll (und wird) ein Data Scientist werden, aber er sollte grundlegende Kenntnisse haben, um Sachverhalte datengestützt bewerten zu können. Dazu gehört die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, einerseits um Antworten auf Basis von Daten zu bekommen, andererseits um datengestützte Projekte und Initiativen bewerten zu können und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Vielen Dank, Lutz!

Das Buch „Data-Driven-Marketing und der Erfolgsfaktor Mensch“, erschienen im Springer Verlag, können Sie bei Springer, Weltbild, ThaliaAmazon, Hugendubel oder Ihrem lokalen Buchhändler bestellen.

Meine ersten 100 Tage als Azubi "Kaufmann im E-Commerce" bei Orion

geschrieben von Jonas Gosch, Auszubildender bei Orion; gefragt von Susan Saß, bevh

Jonas. Stell Dich doch bitte kurz mal vor.

Hi, ich bin Jonas und mache seit diesem Jahr meine Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce bei Orion. Meine Freizeit nutze ich gerne um schwimmen zu gehen, zu fotografieren oder ganz klassisch Freunde zu treffen. Ich komme aus der Nähe von Flensburg, habe mein Abitur gemacht und bin danach für ein Jahr nach Kiel gezogen, wo ich angefangen habe Informatik zu studieren. Hier stellte sich für mich allerdings schnell heraus, dass das für mich nicht unbedingt genau die richtige Wahl war und ich doch lieber etwas anderes machen wollte.

Wie bist Du darauf gekommen, Dich als Kaufmann im E-Commerce zu bewerben?

Zunächst war für mich noch ziemlich unklar wie genau es jetzt weitergehen sollte, nur, dass es eine Ausbildung sein sollte, stand für mich fest. Mehr durch Zufall bin ich dann auf die Stellenanzeige von Orion gestoßen und wusste mit der Bezeichnung erstmal nicht viel anzufangen. Nach einer Recherche zu dem neuen Beruf und Informationen seitens der IHK, stand für mich fest, dass ich hier genau das gefunden habe, was ich suchte. Zum einen das kaufmännische, aber zum anderen auch das breite Spektrum des Onlinehandels und die damit verbundenen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Zudem die Möglichkeit sowohl alleine, als auch im Team und sowohl kreativ, als auch mit Zahlen und im analytischen Bereich, zu arbeiten.

Wieso ist es das Unternehmen Orion geworden?

Orion präsentierte sich mir von Anfang an sehr sympathisch, lag in der Nähe meines alten Wohnorts und ich hatte bereits Gutes vom Unternehmen gehört. Zudem war Orion mit an der Gestaltung des Berufs beteiligt, was mir zusätzlich eine gewisse Sicherheit gab, einen ganz neuen Beruf zu wählen. Spätestens nach meinem Praktikum war ich mir sicher, dass ich mich hier wohlfühlen würde, da ich es bereits in dieser kurzen Zeit tat.

Wie war Dein erster Eindruck in den letzten 100 Tagen?

In einem Wort: positiv. Wie ich bereits nach dem Praktikum hoffte, fühlte ich mich auch an meinem ersten "richtigen Tag" hier sehr willkommen. Ich bin bereits stark in aktuelle Projekte mit eingebunden und bekomme von Anfang an sehr viel mit. Das weiß ich sehr zu schätzen. Man fühlt sich direkt als Teil des Teams und lernt hierdurch viel.

Welche Stationen bist Du bisher durchlaufen?

Seit ich hier angefangen habe bin ich die meiste Zeit in unserem E-Commerce Bereich tätig. Für einen Blick hinter die Kulissen war ich allerdings auch kurzzeitig in der Logistik eingesetzt. Momentan durchlaufe ich die einzelnen Büros der Abteilung, um einen Überblick über die Aufgaben der einzelnen Mitarbeiter zu bekommen.

Bereust Du es, diesen Beruf gewählt zu haben? Immerhin bist Du einer der ersten, die diesen Beruf gewählt haben und viele wissen noch gar nicht so recht, was das bedeutet.

Nein, definitiv nicht. Man hört zwar immer mal wieder, dass das doch irgendwie eine Unsicherheit mit sich bringen würde, aber das sehe ich nicht so. Selbstverständlich gibt es noch ungeklärte Einzelheiten und auch die Schule muss sich erstmal darauf einstellen, aber im Großen und Ganzen sehe ich da keine Probleme. Zudem bin ich, wie bereits erwähnt, im Unternehmen und mit meiner Rolle hier sehr zufrieden und bereue daher nichts, sondern bin eher glücklich darüber, dass meine Erwartungen erfüllt worden und ich die richtige Wahl getroffen habe.

Na dann - weiterhin, viel Erfolg, lieber Jonas.

Weitere Informationen zum Unternehmen Orion findet Ihr hier.

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