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„Mobile-First“ in der Praxisumsetzung - Clevere Strategien für das Shop-Design

Ein Gastbeitrag von Johannes W. Klinger

Mit der stetigen Zunahme der Nutzung mobiler Endgeräte im eCommerce stellt die Umsetzung des „Mobile-First“-Gedanken eine wichtige Anforderung dar. Dabei bleibt auch Responsive Design ein Trendthema. Es verspricht die beste Lösung, um Inhalte von Online-Shops, sowohl auf stationären PCs wie auch Handys und Tablets darzustellen. Meist wird hier aber daran gearbeitet die klassische Desktop-Darstellung auf mobile Endgeräte zu projizieren. Im Sinne von „Mobile-First“ geht es aber vielmehr darum, die mobile Usability in den Vordergrund zu stellen. Daher kann es ratsam sein, statt einem Responsive Design für alle Endgeräte eigenständig designte mobile Subshops für den mobilen Einkauf einzusetzen. 

Der Sammelbegriff „mobiles Endgerät“ selbst täuscht darüber hinweg, dass die User Experience auf dem Tablet durchaus anders ausfällt als auf dem Smartphone. Grob gilt, je größer das Display, desto mehr Zeit nehmen sich Nutzer für Recherche oder Surfen. Das wiederum hat Folgen auf die Inhalte, die bereitgestellt werden sollten. Da noch immer nicht überall LTE- oder W-LAN-Verbindungen zugänglichen sind, müssen in einem Responsive Design zahlreiche Inhalte zusätzlich angepasst bereitgestellt werden. Hinzu kommt der hohe Arbeitsaufwand beim Design durch eine gestiegene Vielfalt an mobilen Endgeräten, inklusive deren Bildschirmauflösungen und Browserversionen. 

Der Gesamtaufwand für Responsive-Shops liegt daher wesentlich höher als bei klassischen Webshops: Aufwendig zu erstellende und zu testende Steuerungen des Ladeverhaltens sind dann für einen guten Shop leider zwingende Voraussetzung für ein positives Suchmaschinen-Ranking oder ein hohes Einkaufserlebnis durch kurze Wartezeiten. Dadurch können in Responsive-Design-Projekten die Zeiten für die Erstellung eines guten Shops oftmals unerwartet hoch ausfallen. Auch die spätere Update- und Pflegearbeit an Design und Inhalten wird aufwendiger. Die Erfahrung zeigt, dass die investierte Arbeitszeit insgesamt um das Zwei- bis Dreifache gestiegen ist. Das wiederum macht komplexe Shops für mittelständische Händler schnell unwirtschaftlich. 

 

Doppelt gemoppelt hält auch im eCommerce besser 

Um eine effizientere Lösung zu gewährleisten, gibt es eine clevere Alternative. Sie ist ähnlich zu der Strategie die Google für statische Inhalte wie News oder Blogs favorisiert. Dort sollen nämlich parallel zu den Desktop-Seiten sogenannte AMP-Seiten für mobile Geräte erstellt werden. Auf Shops übertragen bedeutet dies, es werden zwei unabhängige, getrennte Basislayouts erstellt: Zum einen für die Endgeräte mit größeren Bildschirmauflösungen und stationärer Internetanbindung. Hier bedient ein großformatiges Layout die heutigen Anforderungen an Großansichten und Informationen. Zum anderen ein vereinfachtes responsives Layout nur für kleinere, mobile Geräte mit datensparsamen, angepassten Bildern und Inhalten. So wird eine erste Aufwandsersparnis allein durch das intelligente Konzept geschaffen: Bei keinem der beiden Layouts muss ein Kompromiss eingegangen werden. Zudem entfällt der Aufwand, einen fließenden responsiven Übergang zwischen den beiden Designvarianten praktisch umzusetzen und zu gewährleisten. 

Im mobilen Layout wird sinnvollerweise ein Responsive Design erstellt, um den verschiedenen Displaygrößen der Mobilgeräte Rechnung zu tragen. Dabei entsteht eine zweite Aufwandsersparnis: Dieses Responsive Design kann deutlich einfacher umgesetzt werden. Denn: Im Wesentlichen müssen Inhalte nur noch verkleinert oder vergrößert dargestellt werden. Größere Layout-Anpassungen beziehungsweise komplexe Ladesteuerungen für unterschiedlich große Grafiken je nach Zielsystem sind kaum noch notwendig. Dadurch kann das Responsive Design die Fülle unterschiedlich großer mobiler Endgeräte effektiver unterstützen. Das Layout für Kunden, die von einem Desktop, Laptop oder größerem Tablet mit W-LAN-Verbindung auf den Shop zugreifen, muss dagegen aufgrund der größeren Darstellungsfläche, wenn überhaupt, nur in sehr geringem Umfang responsive programmiert werden. Das wiederum reduziert die Arbeitszeit für die Erstellung deutlich. Für Händler, die bereits einen Onlineshop betreiben, heißt das, eine zusätzliche Mobile-Shop-Variante zu erstellen, die gezielt für die mobile Anwenderfreundlichkeit konzipiert ist, anstatt den gesamten Shop in eines der häufig zu sehenden Kompromiss-Designs zu zwingen. 

Subshops: benutzer- und SEO-freundlich 

Damit ein solches Konzept funktioniert, muss der Shop-Server lediglich erkennen, ob der Besucher von einem stationären oder mobilen Gerät aus zugreift und welche Anzeigegröße benötigt wird. Nutzt der Händler eine SaaS (Software-as-a-Service) Shop-Plattform, ist diese Erkennung bei guten Anbietern als Option verfügbar. Ein weiterer Vorteil von SaaS-Anbietern ist die Erfahrung aus Entwicklung und Betrieb von Shopsystemen, die in diesem Fall für den erfolgreichen Einsatz einer Subshop-Technologie für mobile Shops genutzt werden kann. Solche cleveren Konzepte von zwei parallelen Shop-Layouts erlauben es zudem, beliebige textliche und sonstige Inhalte, auch SEO-Inhalte, in den einzelnen Subshops bedarfsgerecht anzupassen und exklusiv für den jeweiligen Subshop bereitzustellen. 

So entfällt die für Suchmaschinen unvorteilhafte Bereitstellung teils gleicher Inhalte in mehreren Varianten im HTML-Code auf einer einzigen Seite – zum Beispiel eines langen Textes für Desktop und eines kurzen Textes für Mobile oder eines Bildes sowohl in Groß- als auch Kleinformat. Wenn übliche Kennzeichnungen stationärer und mobiler Inhalte für die beiden alternativ erstellten, unterschiedlichen Seiten verwendet werden, unterscheiden Suchmaschinen ganz explizit zwischen den Inhalten für die zwei verschiedenen Zielgruppen. Das Ranking bleibt für beide Subshops erhalten, da die Inhalte suchmaschinenkonform gekennzeichnet sind und so nicht als konkurrierender Duplicate Content abgewertet werden. Durch Subshops kann die SEO-Optimierung bei Bedarf sogar noch feiner gesteuert werden als über einen einzigen (Responsive-) Shop, in dem alle Inhalte für alle Zielgruppen zusammengefasst werden. 


Fazit 

Die mobile Nutzung wird im Onlinehandel auch zukünftig weiter steigen. Die Anpassung mobiler Shops an die Anforderungen des mobilen Shoppings ist unausweichlich und sollte bei Onlinehändlern fest in ihrer Strategie verankert sein. Die Einführung mobiler Subshops, die den „Mobile First“-Gedanken von Grund auf berücksichtigen, stellt dabei für Onlinehändler einen wichtigen Baustein für den erfolgreichen Handel der Zukunft dar. 


Über den Autor:
Johannes W. Klinger ist Vorstandsvorsitzender der Websale AG. Das Unternehmen entwickelt und betreibt seit 1996 die gleichnamige Shop-Plattform „Websale“ für Online-Händler und gilt als First-Mover für SaaS-Shopsysteme in Deutschland. Es hat jede Station in der Entwicklung des eCommerce gestaltet und passte die Shopsoftware immer wieder den neuen Anforderungen an. Aktuell wird es unter dem Namen „V8s“ in der achten Version betrieben.

Die Krux mit professionellen Produktfotos: Was tun, wenn es keine schönen Bilder gibt?

von Christian Milster, 17.2.2017

Professionelle Produktfotos bestechen durch Klarheit und setzen das jeweilige Produkt überzeugend in Szene. Optimalerweise transportieren sie Informationen zum Design, zur Verarbeitung, Beschaffenheit, zu Materialen sowie zur Funktion. Die zentralen Aufgaben von Produktfotos bestehen darin, sowohl sachlich zu informieren, als auch Begehrlichkeiten zu wecken – evtl. sogar emotionale Bindungen zu schaffen und somit vom Kauf überzeugen.

Onlinehändler sind sehr stark auf professionelle Produktabbildungen von den verschiedenen Herstellern angewiesen. Doch das zur Verfügung gestellte Bildmaterial ist jedoch nur dann hilfreich, sofern dieses die o.g. Ansprüche erfüllt. Häufig ist dies leider nicht der Fall. 

Nicht zuletzt aus diesem Grund erarbeiten Branchenexperten wie GS1 mit Sitz in Köln schon seit Längerem die Etablierung einheitlicher Standards – nicht nur hinsichtlich der Produktdaten, sondern auch bzgl. der Produktfotos.

Doch dies gestaltet sich in der Praxis schwierig, denn Bild ist nicht gleich Bild...

Worauf kommt es bei professionellen Produktfotos im Onlinehandel eigentlich an?

Mittlerweile haben sich einige grundsätzliche Standards etabliert, die insbesondere durch die Vorgaben von Online-Marktplätzen geprägt sind: Das jeweilige Produkt sollte zumindest vor einem homogen hellen Hintergrund abgebildet sein. Darüber hinaus sollte es den größten Teil des Bildes einnehmen und möglichst keine störenden bzw. ablenkende Elemente enthalten. Es ist inzwischen gängiger Standard, mindestens drei Produktbilder aus unterschiedlichen Perspektiven zu zeigen. Aktuell geht der Trend sogar hin zu fünf und mehr Abbildungen.

Grundsätzlich kann man zwei Arten von Produktabbildungen unterscheiden, die für den Onlinehandel relevant sind:

 

1. Produkt-Freisteller: 

Der wesentliche Mehrwert von Produkt-Freistellern liegt in ihrem Informationsgehalt. Bei Artikeln mit komplexer Beschaffenheit können interaktive 360°-Aufnahmen zusätzliche Detailinformationen liefern.

 

2. Werbemotive: 

Hierbei geht es hauptsächlich um die werbliche Inszenierung der darzustellenden Produkte. Angefangen mit Motiven, bei denen das jeweilige Produkt "lediglich" vor einen ambienten Hintergrund gesetzt wird, bis zu Bildern, auf denen Models die Produkte tragen oder nutzen - also inszenieren. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Für Onlinehändler ist es jedoch oft sehr schwer, ihre Produkte neben Informationen mit visuell ansprechenden Produktabbildungen zu versehen. Dies begründet sich vornehmlich in den folgenden drei Herausforderungen:

1. Fehlendes Bildmaterial

In der täglichen Praxis ist es sehr häufig so, dass für viele Produkte zwar die eigentlichen Produktdaten zur Verfügung stehen, gleichzeitig jedoch keinerlei Bildmaterial existiert. Dies macht eine verkaufsfördernde Produktpräsentation im Onlineshop oder auf Online-Marktplätzen und somit die umfängliche Ausschöpfung des Marktpotenzials der zu verkaufenden Produkten jedoch extrem schwierig bis unmöglich. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Produktabbildungen für den Fashionbereich, Sportartikel oder Lebensmittel handelt.

2. Eingeschränkte Nutzungsrechte

Im Fall dass ein Onlinehändler Glück hat und tatsächlich verwendbares und verkaufsförderndes Bildmaterial in der Produktdatenbank eines Herstellers findet, bedeutet dies jedoch nicht automatisch, dass er auch berechtigt ist, dieses in seinem Onlineshop (resp. auf einem Online-Marktplatz) zu verwenden. Denn sehr oft sind die Nutzungsrechte eines Bildes nicht erschöpfend geklärt. Da es, wie in vielen anderen Bereichen auch, bei Produktfotos eine Vielzahl auf urhebrrechtliche Abmahnungen spezialisierte Anwaltskanzleien gibt, sollten Händler die Nutzungsrechte für zu verwendende Bilder unbedingt im Vorfeld klären (lassen). Andernfalls kann die unberechtigte Verwendung von Produktabbildungen leider schnell sehr teuer werden.

3. Selektiver Vertrieb

Neben den o.g. Herausforderungen des fehlenden Bildmaterials oder der unberechtigten Nutzung ist es leider auch gängige Praxis, dass manche Marken und Hersteller versuchen, den Handel mit ihren Produkten auf bestimmten Plattformen zu unterbinden. Dies tun sie i.d.R. entweder durch die Weitergabe von qualitativ völlig unzureichenden Bilddaten oder, indem sie den Händlern überhaupt keine Abbildungen zur Verfügung stellen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass diese Vorgehensweise nur in Ausnahmefällen überhaupt rechtlich zulässig sein kann, besteht dabei insbesondere die Gefahr, dass die betroffenen Händler eilig eigenes Bildmaterial erstellen, das wohl nur in den wenigsten Fällen dem gewünschten Markenauftritt des Herstellers entsprechen dürfte.

Was kann man also als Onlinehändler tun, um dennoch rechtzeitig an hochwertige Produktfotos zu kommen, ohne dabei die Rechte Dritter zu verletzen?

Dank des rasanten Fortschritts in der automatisierten Produktfotografie stellt die Produktion von eigenem hochwertigen Bildmaterial heute nur noch wenige Händler vor eine echte Herausforderung. 

Anbieter wie FAST FORWARD IMAGING (FFWI) aus Berlin kombinieren agile Technologieentwicklungen mit jahrelanger Erfahrung in der Freistellerproduktion für den Onlinehandel und können so klassische Freistellerfotografie sehr schnell, transparent und kosteneffizient anbieten. FAST FORWARD IMAGING nennt diesen Prozess übrigens „FOTOMATION“.

Ein 360° Bilder-Set eines Sportschuhs bestehend aus 36 Einzelaufnahmen:

FFWI bietet seinen Kunden zudem die Möglichkeit, zu erstellende Produktaufnahmen online zu buchen. Dies erfüllt nicht nur die heute so wichtigen Kriterien Einfachheit, Transparenz und Effizienz, sondern senkt gleichzeitig die Produktionskosten schnell auf weniger als einen Euro pro Bild. Die Bilder werden unmittelbar nach dem Shooting über ein Online-Portal zur Verfügung gestellt und können somit sofort verwendet werden, was wiederum die Time-to-Market deutlich verkürzt.

Fotomate (Größe L) von FAST FORWARD IMAGING:

 

Dieser Artikel ist in Kooperation mit Kristin Seyfarth - Head of Sales & Studio bei der FAST FORWARD IMAGING GmbH - entstanden.

Internationale Lieferungen optimal steuern und dabei die Kosten im Griff behalten (Teil 2 von 2)

Verfasst von Christian Milster und Silvio Richter (Managing Director Europaket GMBH)

Auch wenn die Internationalisierung von Onlineshops derzeit im Trend liegt, scheuen noch immer viele etablierte deutsche Händler den Schritt Richtung Europa oder darüber hinaus.

Ein  maßgeschneidertes Transportmanagement-Konzept kann Onlinehändler veritabel dabei unterstützen, neue Märkte zu erschließen und zu hohe Zustellkosten zu vermeiden.

Doch wie sieht ein solches Transportmanagement-Konzept eigentlich genau aus? Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Komplexität durch eine große Anzahl von Transportdienstleistern. 

Grundsätzlich besteht ein Transportmanagement-Konzept aus folgenden drei zentralen Komponenten: 

1. Eine State-of-the-Art IT-Anbindung, die in allen gängigen Onlineshop-Systemen angebunden ist

2. Ein Single Point of Contact, der sich um alle transportrelevanten Themen kümmert 

3. Ein übergreifendes Reporting und Benchmarking aller Spediteure 

Die konkrete Steuerung erfolgt über ein eigens dafür entwickeltes Transportmanagement-System (TMS). Ein TMS ist eine zentrale und gleichzeitig flexible Softwarelösung, in der die Daten aller Prozessbeteiligten zusammenfließen. Als integrierte Lösung deckt es den Gesamtprozess ab: von der Bedarfsmeldung über die Sendungs- und Transportbildung bis hin zur Frachtrechnung. 

Als zentrale Integrations- und Reportingplattform dient ein TMS u.a.:

I. Zur Implementierung von Business Rules (Geschäftsregeln) gemäß den Anforderungen des Händlers und seiner Kunden. 

Hierzu zählen i.d.R.: 

  • a) Die Festlegung des Zustellkonzepts (Home, Shop, Parcel Locker, etc.) pro Destination

    Dazu wird im Vorfeld festgelegt, ob die Zustellung an der Haustür, in einen Paketkasten, an einen Paketshop etc. erfolgen soll. I.d.R. sind Zustellungen an einen Paketshop am kostengünstigsten. Dafür muss dann ggf. noch ein sogen. Shopfinder in das Kundensystem implementiert werden.

  • b) Festlegung der max. Laufzeit / Service-Levels der Sendung

    Die Transportkosten für ein Standardpaket sind i.d.R. wesentlich günstiger als der Versand im Express-Service. Natürlich sind dementsprechend auch die Laufzeiten eines Standardpaketes länger als die eines Expresspaketes. Hier kann der Kunde den Kosten-Nutzen Effekt abwägen und sodann entscheiden. 

  • c) Festlegung der max. Transportkosten

  • d) Sonderprozesse (z.B. Nachnahme) in Abhängigkeit vom Warenwert der Lieferung

    Zusätzlich können Services wie Höherversicherung, Nachnahme o.ä. in das jeweilige Transportkonzept integriert werden

II. Zur Determinierung des kostenoptimierten Transporteurs aus dem Carrier-Portfolio auf Basis der vorgegebenen Service-Maßgaben /Business Rules auf Order-Ebene 

III. Zum Reporting und Benchmarking der Service-Levels pro Land und Frachtführer zur kontinuierlichen Verbesserung und Anpassung des Netzwerks 


Operativ werden i.d.R. folgende drei Distributionslösungen genutzt:

1. Direktbelieferung 

Die Sendungen werden direkt aus dem Lager des Kunden bzw. des Logistikdienstleisters an den Endkunden verschickt. 

Der Händler kann pro Zielland einen oder mehrere Carrier auswählen. 

Nicht selten handelt es sich dabei um global/europaweit agierende Paketdienstleister, die nur in Teilen mit „local heroes“ in den verschiedenen Destinationen zusammenarbeiten. 

Unterschiedliche Stärken in verschiedenen Destinationen können durch eine Mehr-Carrier-Strategie optimal genutzt werden. 

Dieser Ansatz wird häufig in sich noch im Wachstum befindlichen Märkten oder von Händlern mit geringerem Sendevolumen gewählt. 

2. In-Country Injection 

Die Sendungen werden bereits vom Absender mit dem entsprechenden Label des zuständigen Carriers im Zielland versehen. Den Transport in das Zielland übernimmt dann ein separater Carrier. 

Oft organisiert der Partner dann den Vorlauf ins Zielland. Auch die Bündelung mit anderen Volumina ist hierbei möglich. 

Mit diesem Ansatz kann man sowohl das Know How lokaler Carrier nutzen, als auch, bei entsprechenden Voraussetzungen, optimale Transportkonditionen erzielen. 


3. Cross-Docking-Lösungen zur Kombination verschiedener Sendungsströme 

Dieser Ansatz entspricht einer Kombination der beiden o.g. Lösungen unter Berücksichtigung des Sendungsvolumens aller Händler des neutralen Transportdienstleisters. 

 

Letztendlich sind es zentrale Faktoren wie das (tägliche, wöchentliche oder monatliche) Sendungsvolumen pro Destination, die Abmessungen der Sendungen, die jeweiligen Serviceanforderungen sowie der Standort des Kunden, die maßgeblich entscheidend dafür sind, welches konkrete Transportkonzept final umgesetzt wird. 

Im Bereich Transportmanagement gibt es eine Vielzahl an Dienstleistern. 

Diese können grundsätzlich in zwei Typen unterteilt werden: Zum einen gibt es Anbieter, die Transportmanagement-Software herstellen und diese entsprechend nach den Kundenbedürfnissen einrichten und betreuen. Hierzu zählen neben vielen weiteren u.a. die Axit GmbH, SAP TM oder Shipitsmarter. 

Zum anderen gibt es Anbieter, die zusätzlich zur eigentlichen Software das komplette Management der Transporte abbilden. Hierzu zählen u.a. die Europaket GmbH, LetMeShip oder SevenSenders. 

Ob die Implementierung eines Transportmanagement-Systems jedoch tatsächlich sinnvoll ist und welche der möglichen Umsetzungen dann die beste ist, muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden. 


English Abstract: 

To simplify the complexity of internationalization of the e-commerce business and to get a grip on the delivery costs, Transport Management Concepts can be very helpful. A Transport Management Concept normally consist of three essential components: one state of the art interface (cgi), one single point of contact and an overall reporting and benchmarking of the involved carriers. The implementation of a Transport Management Concept will be executed by a Transport Management System (TMS). A TMS is a software solution, which collects all relevant data and therefore includes the whole logistics process. 


Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Silvio Richter von der Europaket GmbH entstanden.
Silvio Richter, Managing Director, Europaket GMBH, Mobil: +49 171 5633891, Email: s.richter(at)europaket.dewww.europaket.de 

Hier geht's zu Teil 1.

Internationale Lieferungen optimal steuern und dabei die Kosten im Griff behalten (Teil 1 von 2)

Verfasst von Christian Milster und Silvio Richter (Managing Director Europaket GMBH)

Für viele Unternehmen ist die Expansion des Onlinegeschäfts ins Ausland ein logischer Schritt. Sowohl Händler als auch Marken wollen ihr E-Commerce Business nutzen, um ihre Verkäufe außerhalb der Landesgrenzen voranzutreiben. Denn der Verkauf ins Ausland verspricht neben einer evidenten Reichweitensteigerung die Erschließung neuer Zielgruppen und dadurch relevante Umsatzsteigerungen. Aufgrund einsetzender Skalierungseffekte sind auch Gewinnsteigerungen nicht unwahrscheinlich. 

Wie eine repräsentative Studie im Auftrag der PPRO Group zeigt, kaufen immer mehr Verbraucher – insbesondere die jüngere Zielgruppe – in ausländischen Onlineshops ein. Ca. 61,5 Prozent der deutschen Nutzer bis 29 Jahren haben mindestens einen Einkauf bei einem nicht-deutschen, europäischen Onlineshop getätigt. Bei der Zielgruppe 50 Plus hat mehr als ein Viertel (27,8 Prozent) via Internet im Ausland eingekauft. 23,4 Prozent der Befragten gaben an, bislang zwar noch nichts gekauft, aber bereits einen ausländischen Onlineshop besucht zu haben. 

Auch wenn die Internationalisierung von Onlineshops derzeit im Trend liegt, scheuen noch immer viele etablierte deutsche Händler den Schritt Richtung Europa oder darüber hinaus.

Als einer der Gründe hierfür werden die oft sehr hohen Transportkosten im Vergleich zu den Versandkosten innerhalb Deutschlands genannt. Auch ein bislang fehlendes bzw. noch nicht ausgereiftes internationale Retouren Handling wird als Hinderungsgrund angeführt. 

Daher möchte ich im Rahmen dieses Beitrags mal einen genaueren Blick auf das Thema „Internationaler Lieferverkehr“ werfen. 

Händler, die bereits international tätig sind, nutzen sehr häufig einen einzigen Carrier/Logistikdienstleister für die gesamte Abwicklung ihrer internationalen Sendungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es bedarf der Realisierung lediglich einer IT-Schnittstelle und gleichzeitig kann man auf einen Ansprechpartner für alle Themen zurückgreifen.

Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Carriern hingegen bedeutet i.d.R. die Einrichtung mehrerer IT-Schnittstellen und zudem einen sehr hohen administrativen Aufwand zur Dienstleistersteuerung. Außerdem erschweren die pro Zielland teilweise sehr unterschiedlichen bzw. geringen Sendungsvolumina die Vertragsverhandlungen mit den Dienstleistern. 

Darüber hinaus sind die wenigsten Carrier in allen (europäischen) Ländern gleich gut aufgestellt, noch können sie in jedem Land stets den jeweils besten Preis anbieten. Denn häufig wird nicht direkt durch den eigentlich beauftragten Carrier, sondern über entsprechende nationale Subdienstleister ausgeliefert. Und je weiter man sich diesbezüglich von Europa entfernt, desto größer werden diese Nachteile. 

Hersteller und Händler stehen bei der Internationalisierung also nicht zuletzt vor der Herausforderung, ein kostenoptimiertes internationales Transportnetzwerk zu finden, das gleichzeitig auch den länderspezifischen Anforderungen der Endkunden, ihre Pakete möglichst schnell, unversehrt und bequem zu empfangen, gerecht wird. Denn die „Geschmäcker“ sind auch hier sehr individuell: In Italien bspw. wird die Lieferung fast ausschließlich an der Haustür entgegengenommen, wohingegen in Skandinavien die Abholung von einem Paketshop bevorzugt wird. Dieses lokale Know-How vereinen in der Regel nur die lokalen Postgesellschaften/Zustellexperten. 

Um im Rahmen der Internationalisierung des eigenen Onlinegeschäfts bei der Auswahl der richtigen Zustellexperten keine Zeit zu verlieren und gleichzeitig die Komplexität bei der IT-Integration mit vielen verschiedenen Transportdienstleistern nicht unnötig zu erhöhen, ist es möglicherweise sinnvoll, die eigenen Transporte durch einen neutralen Dienstleister intelligent managen zu lassen. Ein durch diese Dienstleister maßgeschneidertes Transportkonzept, das sofort verfügbar ist und die wichtigsten Transportdienstleister (in Europa) integriert, kann Händler zeitnahe und effizient dabei unterstützen, neue Märkte zu erschließen und zu hohe Zustellkosten zu vermeiden. (Eine hohe Zustellquote beim ersten Zustellversuch vermeidet relevante Folgekosten.) 

Jedoch sollten sich Händler bei der Internationalisierung nicht von höheren Transportkosten in anderen Ländern abschrecken lassen. Denn das Preisgefüge in anderen europäischen Märkten ist teilweise völlig anders als im transportkostensensiblen Heimatmarkt Deutschland. 

Durch die Erfahrung und Transparenz eines unabhängigen Transportpartners können Händler jedoch sicherstellen, dass sie in allen Destinationen wettbewerbsfähige Preise erhalten.


English Abstract: 

Even though the internationalization of the e-commerce business seems to be the next logical step, many companies still avoid the expansion of their online business towards Europe or further. The most profound obstacles seem to be the comparatively large delivery costs as well as the rather complicated handling of returns. But there are solutions existing to simplify the complexity of internationalization and to get a grip on the delivery costs as well: Transport Management Systems (TMS). 

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Silvio Richter von der Europaket GmbH entstanden. 

Hier geht's zu Teil 2.


Silvio Richter, Managing Director Europaket GMBH, Mobil: +49 171 5633891 Email: s.richter(at)europaket.dewww.europaket.de 

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

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