Was macht ein „E-Commerce-Kaufmann“ eigentlich?

verfasst von Martin Groß-Albenhausen; gefragt von Susan Saß am 31.08.2017

Nach 10 Monaten Sachverständigenverfahren stehen die Inhalte des neuen Ausbildungsberufs „Kaufleute im E-Commerce“. Kurz zusammengefasst: Was macht ein E-Commerce-Kaufmann eigentlich?

Der E-Commerce-Kaufmann verantwortet den Onlinevertrieb in einem Unternehmen. Das bedeutet: Er wählt die Online-Vertriebskanäle oder auch das im Internet genutzte Geschäftsmodell aus und kümmert sich um alle dazu gehörenden Prozesse. Das ist die Entwicklung eines attraktiven Sortiments, die Beschaffung und Optimierung der Daten, und ganz besonders auch der Online-Verkauf an sich. Er sollte die Instrumente des Online-Marketing, des Shopmanagement mit allen wichtigen Aspekten wie Gestaltung der Kategorien- und Produktseiten, des Checkout-Prozesses, der Zustell- und Retourenprozesse beherrschen. Eine Kernkompetenz ist dabei auch das permanente Testen, Analysieren und Optimieren des Shopangebots.

Sind das nicht alles Dinge, die heute jeder Händler können muss?

In der Ausbildungsverordnung wird das formuliert, was das genuine Profil eines Berufs ausmacht. Ein Einzelhändler hat seine Kompetenzen in vielen stationären Aktivitäten. Ein Groß- und Außenhändler ist ganz stark im Einkauf und in Logistikprozessen. Der E-Commerce-Kaufmann kümmert sich um digitale Prozesse und Geschäftsmodelle – und das in jeglichem Betrieb, der Onlinekanäle für den Vertrieb seiner Produkte nutzt. Das kann ein reiner Onlinehändler sein, ein Reiseveranstalter oder Online-Spieleanbieter, ein Industrieunternehmen mit einem B2B-Shop oder einem Vermarkter über Marktplätze. Die digitale Kompetenz der E-Commerce-Kaufleute macht sie einzigartig und zukunftsfähig.

Also können E-Commerce-Kaufleute mehr als Einzel- oder Großhandel im Internet?

Genau. Sie sind Fachkräfte für digitale Geschäftsmodelle. Wir sehen jeden Tag, dass neue Industriezweige „disruptiert“ werden. Die Digitale Transformation braucht eine breite Basis. Das haben wir durch die sehr offene Formulierung in der Ausbildungsverordnung gewährleistet.

Ist es nicht überzogen, von Azubis den Weitblick für die Transformation von Geschäftsmodellen zu erwarten?

Eine gute Frage. Kaufmännische Ausbildung ist formell im Deutschen Qualifikationsrahmen im Niveau 4 angesiedelt. Damit sollen ausgebildete Kaufleute in der Lage sein, selbständig Aufgaben zu bearbeiten und Probleme zu lösen. Dabei müssen sie Handlungsalternativen einzubeziehen sowie Wechselwirkungen mit benachbarten Bereichen berücksichtigen. Sich mit Veränderungen und Entwicklungen auseinanderzusetzen ist nach dieser Definition frühestens Aufgabe des Meisters, Fachwirts oder Bachelors. Wir glauben aber, dass der Umgang mit Veränderung eine der Kernkompetenzen von E-Commerce-Kaufleuten ist. Schließlich entstehen in kaum einer Branche, durch die Digitalisierung, so rasant neue Geschäftsmodelle. Deshalb war es uns als bevh so wichtig, dass die permanente Beschäftigung mit der Veränderung an verschiedenen Stellen im Ausbildungsplan integriert wird. Dies ist uns auch gelungen, worauf wir sehr stolz sind. Ich bin davon überzeugt, dass dies keine Überforderung darstellen wird. Entrepreneurship kann man schon in der Schule lernen. Das beweisen Organisationen wie das „Network for Teaching Entrepreneurship“.

Du sagst, der bevh ist so stolz auf den neuen Ausbildungsberuf. Es hört sich auch bei der Entwicklung nach „Kampf“ an und wir mussten uns durchsetzen. Wie kontrovers war die Entwicklung dieses Berufsbildes?

Die Entwicklung war ein Paradebeispiel dafür, wie Verbände im Sinne der Sache zueinander finden! Wir haben seit 2012 mit dem DIHK über einen eigenen Beruf für unsere Branche gesprochen. Damals war aber die Devise, dass angesichts der demographischen Entwicklung keine neuen „Splitterberufe“ geschaffen werden sollten. Wir dachten dann, dass man bestehende Berufe „digitalisieren“ könnte. Das hat sich aber als illusorisch erwiesen. Denn zum einen hätte es andere Berufe derart aufgebläht, dass sie nicht mehr ausbildbar gewesen wären. Zum anderen hätten dann sehr viele Berufe angepackt werden müssen.

Deshalb stehen hinter dem neuen Beruf heute nicht nur wir als Branchenvertretung des E-Commerce, sondern mehrere: der Deutsche Reiseverband DRV beispielsweise und der Verband Internet Reisevertrieb V-I-R; der Bundesverband Groß- und Außenhandel und der Handelsverband Deutschland HDE. Sie alle waren von Anfang an in die Abstimmung auf Arbeitgeberseite involviert. Das beantwortet Deine Frage auch ganz gut: So unterschiedliche Unternehmen und Sparten, die alle über eigene bestehende Berufe verfügen, unter einen Hut zu bringen, führt zwangsläufig zu Diskussionen. Aber es hat eben auch gezeigt: E-Commerce tickt in allen diesen Branchen gleich. Das war der beste Beweis, dass es einen eigenen Beruf geben kann.

Kann nun jedes beliebige Unternehmen E-Commerce-Kaufleute ausbilden?

Ja. Jedes beliebige Unternehmen, das E-Commerce-Vertriebskanäle nutzt, kann ab 2018 diesen Beruf ausbilden. Das Unternehmen muss aber zuerst bei der IHK die Zulassung für die Ausbildung in diesem spezifischen Beruf beantragen. Dazu muss es alle in der Ausbildungsverordnung festgeschriebenen Handlungsfelder bzw. Berufsbildpositionen auch ausbilden können – notfalls im Verbund mit einem Partner. Im Unternehmen selbst muss schon jemand arbeiten, der sowohl fachlich, z.B. als Shopmanager, die Azubis betreuen kann, als auch durch eine Eignungsprüfung die pädagogische und formale Qualifikation erworben hat. Das sind aber keine großen Hürden.

Betriebe müssten aber erstmal die Inhalte der Ausbildungsverordnung kennen. Die scheint aber noch keiner zu haben, oder?

Sie ist ja auch noch nicht erlassen. Es ist einfach schwierig, in einem laufenden Gesetzgebungsverfahren Texte kursieren zu lassen, die dann vielleicht doch noch verändert werden müssen. Der Arbeitgeberverband HDE hat nun aber, als Federführer, doch gewagt, die Tätigkeiten im Überblick zu benennen. Das liest sich dann so:

·         Konzeption und Weiterentwicklung von Waren- und Dienstleistungssortimenten

·         Beurteilung, Einsatz und Weiterentwicklung von Vertriebskanälen des E-Commerce

·         Bewirtschaftung von Onlineportalen und Onlineshops sowie Unterstützung der Beschaffung

·         Einsatz von Instrumenten der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle im E-Commerce

·         Gestaltung der Schnittstellen mit anderen Vertriebskanälen

·         Beurteilung und Auswahl von Kommunikationskanälen, Gestaltung der internen und externen                 Kommunikation

·         Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen des Onlinemarketings

·         Anbahnung und Abwicklung von Online- Waren- und Dienstleistungsverträgen

·         Beurteilung und Einsatz verschiedener Bezahlsysteme

·         Einhaltung von rechtlichen Bestimmungen im E-Commerce

·         Anwendung projektorientierter Arbeitsweisen im E-Commerce

Wer bei diesen Dingen sagt: Prima, das machen wir schon, der hat alle Chancen, seine zukünftigen E-Commerce-Fachkräfte ab Sommer 2018 direkt auszubilden.

Kann man solche Ausbildungsverträge denn schon schließen?

Formal können sie noch nicht eingetragen werden, weil der neue Beruf ja noch nicht im Bundesgesetzblatt verkündet wurde. Wann das genau passiert, kann niemand sicher sagen, aber der Sommer 2018 als Starttermin ist gesetzt.

Was kann man den Interessenten über die Weiterqualifizierung sagen?

Es gibt viele Möglichkeiten. Es soll einen „Fachwirt für E-Commerce“ geben. Diese Fortbildung ist auf dem DQR-Niveau 6 angesiedelt, gleicht also dem Bachelor. Manche zweifeln, dass ein Fachwirt heute angesichts zahlreicher Bachelor-Studiengänge Sinn habe. Ich bin da anderer Ansicht. Aber jetzt erst einmal ein Schritt nach dem Anderen.

Königsdisziplin E-Rechnung

geschrieben von Jana Franke am 17.08.2017

Das Non-Plus-Ultra innerhalb des elektronischen Austausches von verschiedenen Geschäftsunterlagen stellt gerade die elektronische Rechnung dar. Bei dieser müssen noch umfangreichere sowie gesetzliche Anforderungen erfüllt werden, als bei seinem Pendant in Papierform.

Bei der Aufbewahrung von Rechnungen ist zwischen Belegen in Papierform und elektronischen Belegen zu unterscheiden. Es gilt der Grundsatz, dass alle Belege zunächst in der Form aufzubewahren sind, in der diese zugegangen oder erstellt wurden. Sowohl bei Papier- als auch bei elektronischen Rechnungen müssen nach § 14 Abs. 1 UStG die Echtheit der Herkunft, die Unversehrtheit des Inhalts und die Lesbarkeit der Rechnung gewährleistet werden. Wenn papierbasierte Originale durch elektronische Rechnungen abgelöst werden, ist es von entscheidender Bedeutung, weiterhin steuerkonform zu bleiben. E-Rechnungen sind, wie auch Papierrechnungen, grundsätzlich 10 Jahre ab Ablauf des Geschäftsjahres der Rechnungsausstellung aufzubewahren.

Bisher wurden auf elektronischem Weg übermittelte Rechnungen umsatzsteuerlich nur anerkannt, wenn eine qualifizierte elektronische Signatur oder ein EDI-Verfahren verwendet wurden (Electronic Data Interchange, elektronischer Datenaustausch). Die Anforderungen an die Übermittlung elektronischer Rechnungen sind gegenüber der bisherigen Rechtslage deutlich reduziert worden. Nunmehr können unter anderem auch Rechnungen, die per E-Mail übermittelt werden, zum Vorsteuerabzug berechtigen.

Elektronische Belege, wie Rechnungen oder jüngst auch Kontoauszüge, sind zwingend elektronisch aufzubewahren. Dies gilt auch für E-Mails, sofern diese Informationen enthalten (beispielsweise als elektronischer Handelsbrief). Reine Transport-E-Mails ohne Informationen (wenn die E-Mail lediglich den Briefumschlag ersetzt) brauchen nicht gespeichert werden. Werden Papierbelege elektronisch verarbeitet, sind diese zwingend elektronisch aufzubewahren. Bestimmte Dokumente, wie zum Beispiel Zollpapiere mit fluoreszierendem Original-Stempel, sind jedoch weiterhin in Papierform zu archivieren.

Durch die Umstellung auf den elektronischen Rechnungsverkehr (E-Rechnung, E-Invoicing) können sowohl auf Seiten des Rechnungsversenders, als auch des Empfängers Kosten gesenkt und Effizienzgewinne entlang des Rechnungsprozesses generiert werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Verwaltungsvereinfachung, Bürokratieabbau, bessere Datenqualität, schnellere Abwicklung der Zahlungen sowie Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit.

Ein wichtiger Schritt zu einer flächendeckenden Implementierung der E-Rechnung ist das am 13. Juli 2017 vom Bundeskabinett verabschiedete E-Rechnungs-Gesetz der Bundesregierung. Das Gesetz über die elektronische Rechnungsstellung im öffentlichen Auftragswesen zielt darauf, die Rechnungsstellung an Behörden und Einrichtungen der Bundesverwaltung durch private Unternehmen in elektronischer Form zu ermöglichen. Unter Zugzwang sind zunächst die Bundesministerien und die Verfassungsorgane (ab dem 27. November 2018) und ein Jahr später, also ab dem 27. November 2019, auch die übrigen öffentlichen Auftraggeber. Diese dürfen von da an – abgesehen von definierten Ausnahmefällen – keine Papierrechnungen mehr annehmen. Für die private Wirtschaft stellt sich nicht die Frage ob, sondern wie und bis wann man auf den elektronischen Rechnungsaustausch umstellen sollte.

Eine elektronische Rechnung im Sinne der Richtlinie 2014/55/EU des Europäischen Parlaments vom 16. April 2014 ist eine Rechnung, die in einem strukturierten Datensatz erstellt, übermittelt und empfangen wird, sodass ihre automatisierte und elektronische Verarbeitung ohne Medienbruch möglich ist. Bilddateien, eingescannte Papierrechnungen oder reine PDF stellen somit keine elektronische Rechnung im Sinne der Richtlinie dar. Die EU-Kommission hat die zuständige Europäische Normungsorganisation CEN mit der Erarbeitung einer europäischen Norm für die Elektronische Rechnung beauftragt. Im Sinne dieser Norm wurde von der öffentlichen Verwaltung ein nationaler Verwaltungsstandard XRechnung zur einheitlichen Umsetzung der Anforderungen definiert, welcher seinerzeit auf den in der Wirtschaft bereits genutzten ZUGFeRD verweist. Eine Rechnung ist konform zum Standard XRechnung, wenn sie in Form eines XML Dokumentes ausgestellt, übermittelt und empfangen wird. Dieses Format bietet gegenüber dem ZUGFeRD aber deutlich eingeschränkte Möglichkeiten. ZUGFeRD ist nämlich ein hybrides Format, welches sowohl den strukturierten Rechnungsdatensatz im XML-Format als auch ein menschenlesbares PDF-Abbild der Rechnung enthält. Anwender sollen die Rechnung ohne aufwendige Hilfsmittel oder Darstellungswerkzeuge lesen können. Durch die Einbettung der XML, in die PDF-Datei, ist eine eindeutige Zuordnung zwischen Abbild und Daten sichergestellt. Der Empfänger einer Rechnung im ZUGFeRD-Format entscheidet selbst: Er kann die Rechnung als PDF lesen oder die Rechnungsdaten aus der beiliegenden XML-Datei maschinell einlesen und verarbeiten. Es bleibt also abzuwarten, ob die Verwaltung auch hybride Rechnungen akzeptieren wird, deren XML-Teil alleine akzeptiert werden würde. Anderenfalls kann es noch interessant werden, wenn die öffentliche Verwaltung auch an Unternehmen und Bürger elektronische Rechnungen für Ihre Gebühren und Dienstleistungen ausstellen wird.

Letzter Teil der bevh-Wahlprogrammanalyse zur Bundestagswahl 2017 Heute: Das Wahlprogramm von CDU und CSU

von Sebastian Schulz, 07.08.2017

Der fünfte und letzte Teil unserer diesjährigen bevh-Wahlprogrammanalyse sollte eine kurze Angelegenheit werden. Schon gemessen am Umfang ist mit 78 Seiten und einer Schriftgröße von 17 Pt. das Regierungsprogramm von CDU und CSU das mit Abstand kürzeste aller analysierten Programme. Und auch inhaltlich gleicht das Programm der Schwesterparteien mehr einer Erfolgsbilanz, denn einem Ausblick auf die Zukunft. Aussagen wie „Heute leben wir im schönsten und besten Deutschland, das wir je hatten.“ (S. 6) mögen dabei aus der Sicht einiger Weniger als überaus zynisch und eitel daherkommen. Die große Masse aber wird dem jedenfalls im Kern wohl zustimmen. Vermutlich auch deshalb, weil die Union erkannt hat, dass gesellschaftlicher Wohlstand kein Selbstläufer ist, sondern „wesentlich vom stetigen und nachhaltigen Wachstum unserer Wirtschaft [abhängt]“ (S. 7). Folgerichtig proklamiert die Union selbstbewusst für sich, „dass wir mehr von Wirtschaft, Wachstum und Arbeitsplätzen verstehen als andere“ (S. 10). So bleibt denn auch, anders als bei den Parteien des linken Spektrums, im Programm der Union das Gängelband für die Wirtschaft in der Schublade.

Für unsere Branche von zentraler Bedeutung sind folgende Aussagen; der Einfachheit halber im O-Ton:

- Im Zeitalter der Digitalisierung werden immer mehr Dienstleistungen über Internet-Plattformen verfügbar sein. Schon heute kaufen Millionen Bürger online: Kleidung, Bücher, Lebensmittel und vieles mehr. Hier können und müssen Europa und Deutschland besser werden als bisher, denn die meisten dieser Plattformen haben ihren Sitz in den USA oder China. Wir wollen dazu beitragen, dass große neue Plattformen, z. B. in den Bereichen vernetzte Mobilität und Gesundheit, in Deutschland neu entstehen und weltweit erfolgreich sein können. Dazu müssen wir ggf. das Kartellrecht anpassen. (S. 53) 

- Eine flächendeckende, schnelle und erschwingliche Zustellung von Briefen und Paketen bleibt ein wichtiges Standortkriterium. Bestehende Regulierungen werden wir deshalb überprüfen und gegebenenfalls anpassen. (S. 54)

- Wir wollen leistungsfähige und sichere digitale Bezahldienste. (S. 54)

- Wir wollen, dass Deutschland Logistikweltmeister bleibt. Wir werden deshalb den Güterverkehr stärken. (S. 20)

- „Superschnelles Internet“ soll bundesweit über Glasfaser und 5G verfügbar sein (S. 29, 51). 

Anstelle eines Digitalministeriums soll im Kanzleramt ein Staatsminister für „Digitalpolitik“ etabliert werden. Durch die Kanzlerin soll ein „Nationaler Digitalrat“ einberufen werden, der einen engen Austausch zwischen Politik und nationalen wie internationalen Experten der Digitalökonomie fördern soll (S. 50, Anm.: @Kanzlerin: Wir bieten gern unsere Unterstützung an!).

Wohltuend kompakt fällt im Programm der Union der Absatz zum Thema Verbraucherschutz aus. Verbraucherrechte sollen in der digitalen Welt durch „neue digitale Instrumente für den Verbraucherschutz“ gestärkt werden. Was auch immer das heißen mag. Ansonsten scheint sich bei der Union herumgesprochen zu haben, dass das Verbraucherschutzniveau hierzulande im weltweiten Vergleich einen absoluten Spitzenplatz einnimmt und verzichtet insoweit darauf, auf die populistischen Forderungen der anderen Parteien einzusteigen. Persönlich gespannt bin ich auf das in Aussicht gestellte Datengesetz, das innerhalb des durch die EU-Datenschutzgrundverordnung eröffneten Rahmens erarbeitet werden soll (S. 52).

- Auch die Ausführungen in Sachen Arbeitspolitik sind von Augenmaß geprägt:

- Wir wollen die Tarifautonomie, die Tarifpartnerschaft und die Tarifbindung stärken. (S. 16)

- Wir wollen gesetzliche Regelungen so ausgestalten, dass zusätzliche Flexibilität, Spielräume und Experimentierräume für Unternehmen entstehen, für die ein Tarifvertrag gilt oder angewendet wird, oder eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat erfolgt. (S. 16)

- Wir werden das Arbeitszeitrecht so modernisieren, dass die Tarifpartner zusätzliche Spielräume zur Flexibilisierung, wie sie die europäische Arbeitszeitrichtlinie eröffnet, im Rahmen von Tarifverträgen nutzen können. Die Gesamt-Wochenarbeitszeit erhöht sich dadurch nicht. (S. 14)

Befristete Arbeitsverhältnisse dürfen unbefristete Arbeitsverhältnisse nicht einfach ersetzen. Deshalb werden wir offenkundige Missbräuche abstellen. (S. 14)

- Und beim Thema Mindestlohn ist der Abbau von Bürokratie gleich zu Beginn der kommenden Wahlperiode erklärtes Ziel. (S. 13)

Lässt man einmal die Selbstbeweihräucherung außen vor, präsentiert sich das Programm der Union alles in allem als optimistisch, wirtschaftsaffin und als mehr progressiv denn konservativ. Umso erstaunlicher ist es, dass das leidige und auch innerhalb der Union nicht unumstrittene Thema des Verbots des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten doch den Weg in das Programm geschafft hat (S. 40). Das Aufrechterhalten dieser Forderung als Handreichung an Ewiggestrige und Besitzstandswahrer ist der einzige echte Fremdkörper im Programm der Union und steht in diametralem Gegensatz sowohl zu der sonst so technologieoffenen Grundhaltung als auch zu den an anderer Stelle im Programm proklamierten Vorzügen der Digitalisierung im Gesundheitssektor (z.B. S. 49, 55). Dem geneigten Leser will sich einfach nicht erschließen, wie das geforderte Verbot mit dem Vorsatz, die Möglichkeiten der Digitalisierung im Gesundheitswesen entschlossen nutzen zu wollen (S. 41), zusammengehen soll. Liebe Union, die Forderung nach einem Rx-Versandverbot ist ein anachronistischer Irrweg, der in seiner Umsetzung zahlreiche Menschen von der Versorgung mit z.T. lebenswichtigen Medikamenten abschneiden wird. Die Substitutionsfunktion des Versandhandels ist gerade im Bereich der medizinischen Versorgung nicht mehr hinwegzudenken. Von den verfassungsrechtlichen Bedenken, die gegen ein sakrosanktes Verbot streiten, einmal ganz abgesehen.

Auch wenn der Schluss versöhnlicher hätte ausfallen können; das war die diesjährige Analyse der Programme zu den Wahlen für den 19. Deutschen Bundestag. Was mir bleibt, ist mich dem Wahlaufruf der Union (S. 76) anzuschließen. Und bitte: Fragen Sie am Wahltag die anwesenden Wahlhelfer nicht, ob Sie Ihren Wahlzettel unterschreiben sollen. Nicht, dass am Ende Ihretwegen die Wahlen wiederholt werden müssen.

bevh-Index für August 2017: Erntemonat August

Laut dem Index des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel ist die Stimmung bei den Versendern für den Monat August deutlich gestiegen – von 0,03 Punkten im Vormonat auf 0,26 Punkte für den August (besser = 1, gleichbleibend = 0, schlechter = -1).

Auch die Dienstleister geben sich optimistisch: Der Dienstleister-Index für den Monat August ist leicht gestiegen von 0,10 Punkten auf aktuelle 0,15 Punkte. Die Dienstleister bewerten den Sommer 2017 damit positiver als den des vergangenen Jahres. 2016 stagnierte der Index im Juni und Juli bei 0,0 Punkten.

Der Verband befragt seine Mitglieder und deren Dienstleister (Preferred Business Partner) regelmäßig nach der Stimmungslage für den Folgemonat.

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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Berlin Start-up day 2017

25. September 2017 - 25. September 2017
bevh Roadshow zur DS-GVO in Wiesbaden

27. September 2017 - 28. September 2017
DS Smith: Workshop E-Commerce

Jahresbericht 2016

Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

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