bevh-Index November 2017

Dienstleister über Null

Das Stimmungsbarometer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) für den Monat November schlägt bei den Dienstleistern wieder leicht nach oben aus. In der Versandbranche ist die gegenteilige Entwicklung zu erkennen.

Laut dem Index des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) sind die Dienstleister nach dem leichten Stimmungstief im Vormonat (0,00 Punkte) nun für den anstehenden November wieder optimistischer: der Index stieg auf 0,30 Punkte (besser = 1, gleichbleibend = 0, schlechter = -1). Damit sind die Dienstleister zudem positiver gestimmt als noch im Vorjahr zur selben Zeit – damals dümpelte der Index ebenfalls auf 0,00 Punkten und stieg erst im Januar 2017 merklich an.

Bei den Versendern sank der Index dagegen von 0,36 Punkten im Vormonat auf 0,27 Punkte für den kommenden November. Der bevh befragt seine Mitglieder und deren Dienstleister (Preferred Business Partner) regelmäßig nach der Stimmungslage für den Folgemonat.

Wenn aus E-Mobility Smart-Mobility und Smart-Shopping wird

geschrieben von Max Thinius, Sprecher FORUM Lebensmittel und Netzwerk Nachhaltigkeit im bevh, am 6. November 2017

Mitte September ging es durch die internationale Presse: Paris wird autofrei! Der gesamte Innenstadtbereich. Und das bis 2024 zum Start der Olympischen Spiele. Unter anderem sollen autonome Elektrofahrzeuge im Innenstadtbereich den Individualverkehr regeln.

Paris, ohnehin in seiner Struktur nie für Autos gebaut, geht damit noch einen Schritt weiter, als derzeit schon Kopenhagen. Sogar der “berüchtigte” Pariser Autobahnring soll in Teilen begrünt und zu einem Erholungsring umgebaut werden. Dahinter liegende Außenbezirke werden in neuer Form in die Stadtplanung integriert. Das sind große Vorhaben, die hier aber nur einen kleinen Ausblick geben, auf dass was uns alle in den nächsten Jahren erwartet. Auch in Berlin, Hannover, Köln, Frankfurt, Hamburg, München, Mannheim … kreuz und Quer durch alle Städte.

E-Mobility – der langsame Abschied „vom Auto“, wie wir es kannten. Gleichzeitig ein großer Schritt in Richtung neuer urbaner und soziokultureller Strukturen. Und: auch ein Umbruch in unserem alltäglichen handeln und „Handel“.

Neue Infrastrukturen und Verkehrsströme durch neue Mobilitätskonzepte

Viele Menschen werden mit ihrem E-Auto abends nach Hause kommen und es an die Ladestation anschließen. Hierfür wird eine neue Infrastruktur geschaffen. Das heißt aber auch: zunehmend entfällt der Halt oder der Weg zur Tankstelle. Das kann Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten haben. Denn einmal zu Hause sein und nicht mehr „tanken“ zu müssen, kann in vielen Fällen dazu führen, dass man bestimmte Produkte nicht mehr „einkaufen“ fährt. Diese könnten zunehmend online bestellt werden. Vor allem auch, wenn sich Innenstädte, siehe am Beispiel Paris oder Kopenhagen, zunehmend wieder auf die Lebensqualität des Menschen statt auf die mobile Infrastruktur ausrichten.

Hier werden in den Innenstädten „Schnellstraßen“ für Fahrräder und spezielle Wege für Lieferdienste eingerichtet. Erste Shopkonzepte gibt es bereits im Innenstadtbereich in Kopenhagen, dort kann man Waren zwar kaufen, aber gar nicht erst mitnehmen. Vielmehr steht die Idee im Fokus unbeschwert durch die Innenstadt zu laufen und Waren dann später zu einem definierten Ort geliefert zu bekommen. Das ist natürlich zum Einen die Wohnadresse, kann zunehmend aber auch ein Hotel, ein Café oder per ortsabhängigem Tracking jeder Ort sein, wo der Konsument sich aufhält. Natürlich eignet sich auch hervorragend der Kofferraum eines Autos, das während des Ladevorganges auf einem Parkplatz vor der Stadt geparkt steht.

Automobile als Teil der Logistikkette im innerstädtischen, wie im Fernverkehr

Auf der anderen Seite wird es Ladestationen an Fernstraßen geben. Hier könnten sich neue Nahversorgungszentren bilden, so dass die Ladezeit genutzt wird, um zum Beispiel Arzt- oder Friseurbesuche sowie kleine Einkäufe zu tätigen. Eher kleine, da für Großeinkäufe zu wenig Zeit ist. Auch hier ist der Kofferraum eine gute Möglichkeit zur Belieferung. Denn mit dem Start des Ladevorganges und einer definierten Zeit bis zur Zielladung können logistische Konzepte ideal eingebunden werden. Natürlich wird es hierzu auch andere Logistikstandorte zur Verteilung brauchen. Diese könnten beispielsweise in der Nähe dieser neuen Nahversorgungszentren stehen und über das Tracking der Wege des Konsumenten, entsprechend vorausschauend befüllt werden.

Auch am Arbeitsplatz bieten sich Ladestationen an und Produkte könnten in den Kofferraum geliefert werden, die man in der Mittagspause kurz online eingekauft hat: Lebensmittel, Mode, Picknick fürs Wochenende, alles ist möglich. Die meisten E-Mobility Fahrzeuge werden solche Funktionen serienmäßig bieten, genauso wie Ortungsfunktionen die temporär, zum Beispiel für Logistikdienstleister (oder auch automobilen Service), freigegeben werden können. Damit müsste man theoretisch noch nicht einmal mehr einen Namen und die Adresse angeben und bekäme seine Waren geliefert.

Der Handel wird sich durch E-Mobility neuen interaktiven Möglichkeiten gegenübersehen

Automobile werden, vor allem durch die zunehmende Autonomität, zukünftig auch Arbeitsplatz, ein Ort für familiäre Freizeit, Teil des Wohnraumes, aber auch Shoppingmall, sein. Das mit dem autonomen Fahren wird noch ein wenig dauern. Auf kurzen Strecken im Stadtverkehr oder zum Beispiel im Stau, kann das aber bereits schnell umgesetzt werden. Auch wird es künftig größere Bildschirme in Automobilen geben, Tesla macht es vor.

Aber auch in einer Verbindung, von Innen nach Außen, werden Autos zu Shoppingassistenten. Möglich ist heute zum Beispiel schon, auf Autoscheiben bestimmte Segmente leicht hell hervor zu heben. Das wurde von den Entwicklern eigentlich als Sicherheitsfeature gedacht. Dort wo Gefahrensituationen auftreten können, wird die Scheibe bereits im Vorfeld leicht heller und der Blick wird gelenkt. Natürlich kann diese Technik aber auch von der Werbeindustrie eingesetzt werden. Zum Beispiel könnten über die Social-Media-Profile Vorlieben der fahrenden Personen abgerufen werden. Tauchen jetzt interessante Punkte an der Strecke auf, könnte der Blick mit dieser Technologie auch hierauf gelenkt werden. Ob das kommen wird, wissen wir nicht. Aber möglich ist es und läuft bereits im Test.

Automobile werden nicht nur elektrisch, sie werden smart. Und sie werden durch neue Technologien zunehmend anders genutzt und fahren andere Wege. Umgestaltungen in den Innenstädten, die zu mehr Lebensqualität für Menschen führen, werden dem entgegen kommen. Wenn der Individualverkehr sich in solchem Maße ändert, ändert sich auch der Handel, der einen ähnlich alltäglichen Stand in unserem Alltag hat und somit direkt verbunden ist. Dabei geht es zukünftig nicht mehr um On- und Offlinehandel. Das ist “altes” Denken. Der „neue“ Handel wird sich dem Konsumenten zunehmend mobil präsentieren sowie sich an seinem Ort und seinem Bedarf ausrichten. Bestimmte Produkte wird man in einigen Situationen gerne sofort mitnehmen, in anderen Situationen lieber automatisch geliefert bekommen. Der “Seamless Commerce” wird sich durchsetzen. Durch E-Mobility und die damit verbundenen infrastrukturellen Änderungen wird dieser Prozess in den nächsten zwei Jahren erheblich beschleunigt - zu Gunsten von neuen flexiblen Konzepten.

Vom Kopf auf die Füße: Wozu braucht man eigentlich den Bachelor im E-Commerce? - Teil 2

verfasst von Martin Groß-Albenhausen am 01.11.2017

In einer gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater durchgeführten Befragung von mehr als 50 Personalberatern wurde deutlich, dass die Firmen bei der Suche nach digitalem Führungspersonal zum weit überwiegenden Teil auf den Master setzen. Zurecht, wenn dieser entsprechend qualifiziert wäre. Aber genau das findet nur in einem Bruchteil der etwa 30 Masterstudiengänge mit E-Commerce-Bezug statt.

Wenn die neue Regierung, gleich welcher farblicher Schattierung, das parteiübergreifende Bekenntnis zur Investition in die Bildung im Zeichen der Digitalisierung umsetzen will, wird schlimmstenfalls eins passieren: Weil keiner bis jetzt die Frage beantwortet hat, wie eine sinnvolle, belastbare Fachkräftepyramide für die Digitale Wirtschaft aussieht, investiert man in Systeme. Kaum aber in Inhalte, die den sogar europaweit vereinbarten Qualifikationsrahmen für die Digitalisierung interpretieren und gezielt in Studiengänge, Modulpläne, Curricula etc.pp. münden. Oder die dafür nötigen neuen (ja: neuen, zusätzlichen, teuer aus der Industrie zu rekrutierenden) Hochschullehrer anwirbt.

Sicherheit und Produktschutz, innovatives Design und Nachhaltigkeit - das war der 1. bevh-Verpackungstag

von Christian Milster, 26.10.17

Die optimale Versandverpackung muss aus Händler- und Kundensicht drei zentrale Kriterien erfüllen: 1. Sicherheit/Produktschutz, 2. Marketing und 3. Nachhaltigkeit. Genau diesen drei Aspekten hat sich der 1. bevh-Verpackungstag am 17.10.17 in Wernigerode, den der bevh in Kooperation mit THIMM Verpackung veranstaltet hat, gewidmet. Über 70 interessierte Online-Händler, Logistikdienstleister und Verpackungshersteller hörten spannende Vorträge und diskutierten offen und intensiv zum Thema „Verpackung im Online- und Versandhandel“.

Eröffnet wurde der 1. bevh Verpackungstag von Christoph Wenk-Fischer (Hauptgeschäftsführer des bevh) und mir. Wir beide haben die Veranstaltung abwechselnd moderiert und das Publikum durch das Programm und den Tag geführt.

Den Auftakt machte Christoph Wenk-Fischer mit einer Präsentation, in der er u.a. die vorläufigen Ergebnisse einer im Vorfeld der Veranstaltung durchgeführten repräsentativen Verbraucherbefragung zum Thema „Versandverpackung“ präsentierte.

Die zentralen Erkenntnisse aus der Studie:

  • • ¾ der Befragten sind mit der Verpackung zufrieden. 
  • • Produktsicherheit, Retourenfähigkeit sowie eine einfache Entsorgung sind die wichtigsten Anforderungen von Verbrauchern an die Versandverpackung. 
  • • Für ein Mehr an Produktsicherheit & Retourenfähigkeit wären Verbraucher sogar bereit, zu zahlen.
  • • Für Branding und Schönheit hingegen besteht praktisch keine Bereitschaft zu bezahlen.

Die vollständigen Studienergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt publiziert.

Um 10.15 Uhr übernahm dann die THIMM Group, vertreten durch Michael Weber und Armin Spitzbarth, und zeigte gemeinsam mit dem Schweizer Versender yamo, vertreten durch Tobias Gunzenhauser, auf, wie wichtig die richtige Verpackung für einen erfolgreichen Markteintritt ist.

Danach folgte ein sehr spannender Vortrag von Vicky Giourga von HSE24, in dem sie dem Publikum tiefe Einblicke in ein umfassendes Projekt für „Innovative Verpackungslösungen bei HSE24“ gab. Zudem hat sie versprochen, bei einem eventuellen 2. bevh-Verpackungstag diesbezügliche Zahlen und Fakten zu präsentieren.

In der sich anschließenden Keynote erläuterte Lars Born von DHL die "Besondere(n) Anforderungen an die Verpackung im E-Commerce“ aus Sicht eines Logistikdienstleisters und verdeutlichte diese mit konkreten Beispielen aus dem Lebensmittel-Onlinehandel. 

Danach gab Amelie Leipprand vom Deutschen Institut für Normung (DIN) einen Überblick und nähere Informationen zu der gemeinsam vom bevh und seinem Mitglied All you need fresh initiierten DIN SPEC 91360 „Ein Temperaturkonzept für den Lebensmittel-Onlinehandel“.

Um das etwas statische Konzept von Kongressen „aufzubrechen“, ging es vor der Mittagspause auf eine (kurze) Exkursion nach Ilsenburg. Bei der dort ansässigen Christiansen Print GmbH hatten alle Teilnehmer Gelegenheit, die in Deutschland noch einmalige HP Pagewide T1100S XXL Digitaldruckmaschine etwas näher in Augenschein zu nehmen und im Rahmen einer Live-Vorführung ganz neue und extrem schnelle Möglichkeiten für individualisierte Verpackungen kennenzulernen. 

Frisch gestärkt ging es nach der Mittagspause mit einem Vortrag von Dr.-Ing. Murat Tutus vom Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research (IAP) weiter. Herr Tutus hat sehr anschaulich ein “Praxisbeispiel (für) – natürlich konservierende Frischhaltefolie“ – am Beispiel von Käse – dargestellt. 

Im darauffolgenden Vortrag hat Herr Dr.-Ing. Thomas Maier-Eschenlohr von Landpack erörtert, dass „Ökologische Isolierverpackungen“ nicht nur praxisgerecht und sehr effizient sind, sondern auch deutlich weniger umweltbelastend produziert werden können als Herkömmliche. 

In seiner Präsentation „End of trash! – Verpackung und Kunden kehren zurück“ hat Christoph Trowitz die von RePack entwickelte Mehrweg-Verpackungslösung vorgestellt und zeigte, wie man mit einem integrierten Marketingkonzept, bei dem der eigentliche Zweck der Verpackung zum Marketinginstrument wird, Kunden wieder (in seinen Online-Shop) zurückholt. 

Welche Rolle die Verpackung konkret im Spannungsfeld als Beschützer, Markenbotschafter und Prozessoptimierer bei Zalando spielt, erläuterte Uwe Streiber (Zalando) sehr anschaulich und offen im der letzten Vortrag des Tages. 

Den krönenden Abschluss des 1. bevh-Verpackungstages bildete die ca. 40-minütige, von Kim Cheng (Geschäftsführerin des Deutsches Verpackungsinstituts) moderierte Podiumsdiskussion, in der Uwe Streiber, (Zalando), Armin Spitzbarth (THIMM Verpackung), Tobias Gunzenhauser (yamo) und Mario Hüneke (DHL Home Delivery) noch einmal intensiv die optimale Versandverpackung und alle diesbezüglichen Aspekte und Herausforderungen aus den unterschiedlichen Blickwinkeln miteinander diskutierten. 

Inhaltlich fasst Christoph Wenk-Fischer (bevh) den 1. bevh-Verpackungstag wie folgt zusammen: „Das Paket der Zukunft ist ein ansprechender und sehr individueller Markenbotschafter, ganz einfach im Handling sowie der Retourenabwicklung und schützt bei kleinstmöglichen Außenmaßen und Gewicht die Ware perfekt. Gleichzeitig vermeidet es Müll sowie Emmissionen und schont Resourcen.“

Nicht zuletzt, weil während der Vorträge und in den Pausen sehr intensiv miteinander diskutiert wurde, nahezu alle Teilnehmer bis zum Schluss geblieben, es darüber hinaus noch so viel mehr zur optimalen Versandverpackung zu berichten gibt und die Entwicklungen in diesem Bereich natürlich weitergeht, wird es schon bald den 2. bevh-Verpackungstag geben. 

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

  • loading Twitter...
  • weiter

Veranstaltungen

Jahresbericht 2016

Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

Wir bilden aus

Kooperierende Verbände

  • GEAGEA
  • BVDWBVDW
  • BVDVABVDVA
  • Bundesverband Druck und Medien e.V.Bundesverband Druck und Medien e.V.
  • Verband Internet Reisevertrieb e.V.Verband Internet Reisevertrieb e.V.
  • Media.net berlinbrandenburgMedia.net berlinbrandenburg
  • Hamburg@WorkHamburg@Work
  • AVE Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V.AVE Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V.
  • TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit e.V.TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit e.V.
  • Total Equality & DiversityTotal Equality & Diversity