bevh-Initiative für Nachhaltigkeit

Aufklärung - Sensibilisierung - Hilfestellung

Die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. bietet regen Austausch und Networking rund um das Thema Nachhaltigkeit. Eine Recherche des bevh hat ergeben, dass sich bereits heute weit mehr als ein Drittel der Mitgliedsunternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass sich Nachhaltigkeit im Interaktiven Handel immer stärker im Bewusstsein von Management und Mitarbeitern verankert. Die Bereitschaft, unternehmerische Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen, unterstützt die Abeitsgruppe mit ihrer "Initiative für Nachhaltigkeit".

Es ist unsere Überzeugung, dass Wirtschaft und Gesellschaft vor Herausforderungen stehen, die jedem Unternehmen Übernahme von Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung abverlangen. Wir stellen uns dieser Verantwortung, indem wir uns in besonderem Maße ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig engagieren. Wir wollen Vorreiter auf dem Weg in der E-Commerce-Branche zu mehr Nachhaltigkeit sein. Auch wenn nicht alle Ziele schnell erreichbar sein werden, halten wir konsequent Kurs auf Nachhaltigkeit.

Über die Initiative für Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist nach unserer Überzeugung auch im E-Commerce ein Lernprozess, der vorangetrieben und kommuniziert werden muss. Wir möchten dazu vor allem Wissen vermitteln, den Austausch zwischen den Mitgliedsunternehmen fördern und über gezielte Nachhaltigkeitsthemen, die für unsere Branche besonders von Bedeutung sind, wie responsible sourcing, Reputationsrisiken, CSR Reporting, nachhaltige Lieferketten und Logistik u.v.m., diskutieren.

Ziel der bevh‑Initiative ist es, den verschiedenen Ausgangssituationen, Größen und Bedürfnissen unserer Mitglieds- und Dienstleistungsunternehmen gerecht zu werden durch:

  • Sensibilisierung und Aufklärung
  • Appell und Wecken von Aufbruchsstimmung
  • Unterstützung und Angebote

Ein überragend wichtiges Projekt in diesem Rahmen ist das Weißbuch "Nachhaltigkeit im Interaktiven Handel", in dem wir Themen, die sich aus dem Bereich der Nachhaltigkeit und des Online-Handels ergeben, anhand vorhandener Studien, Daten und Erkenntnisse beleuchten. Es gibt Denkanstöße, antwortet auf relevante Fragen und bietet eine mögliche Grundlage für den Online-Handel Aspekte der Nachhaltigkeit genau anzuschauen und für diesen komplexen Themenbereich Verständnis und Lösungen zu entwickeln. Es wurde bewusst darauf verzichtet, den Status Quo in allen Bereichen genau abzubilden. Das Weißbuch ist keine komplette Bestandsaufnahme, sondern eine Sammlung ganz besonderer Herausforderungen, Trends, Potentiale und Entwicklungsmöglichkeiten, die für den Versandhandel und E-Commerce besonders relevant sind. Es soll damit, gemeinsam mit den Unternehmen im Versandhandel, ein Mehr an Nachhaltigkeit für die Gesellschaft ermöglicht werden. Das Weißbuch wurde im letzten Jahr öffentlich vorgestellt und wird andauernd unter Öffentlichkeitsbeteiligung fortgeschrieben. 

Der bevh ist Mitglied des "Netzwerkes für nachhaltigen Konsum", das von den Bundesministerien für Justiz, Umwelt und Ernährung gemeinsam getragen wird.

Handlungsfelder

Der bevh unterstützt seine Mitglieder im Bemühen um eine nachhaltige Entwicklung von Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Dies umfasst Aktivitäten in mehreren Praxisfeldern:

Nachhaltigkeitsstrategie und Berichtswesen

Die Nachhaltigkeitsstrategie (auch: CSR-Strategie) eines Unternehmens beschreibt die Nachhaltigkeitsziele, die Managementkapazitäten, die Instrumente zur Umsetzung, die Erfolgskontrolle und das Kommunikationskonzept. 

Die Strategieentwicklung sieht für jedes Unternehmen anders aus; sinnvoll ist die Erfassung der Nachhaltigkeitsrisiken, die Bildung von Prioritäten, die Organisation der Verantwortlichkeiten, die Definition operationalisierbarer Ziele und betrieblicher Richtlinien, die Personalqualifizierung, Kennzahlenmanagement, ein standardisiertes Berichtswesen und interne bzw. externe Zielüberprüfung. 

Anerkannte Standards der Berichterstattung basieren auf den Konzepten des DNK oder der GRI. Diese Berichte eignen sich als eine Grundlage der Nachhaltigkeitskommunikation der Unternehmen. 

Informationen:

  • Online-Hilfe Nachhaltigkeitsmanagement (IZU Bayern)
  • Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)
  • CSR in Deutschland (BMAS)

Beratung:

Nachhaltigkeitsbezogene Organisationen:

Sortimentsgestaltung und Produktinformation

Nachhaltige Produkte sind beliebt und werden oft als besonders hochwertig geschätzt. Ihren Anteil am Sortiment stetig auszubauen, ist auch ökonomisch sinnvoll. Der Handel kann sich hier u. a. an anerkannten Zertifikaten oder qualifizierten Herstellerangaben orientieren. Während einige Unternehmen stark auf zertifizierte Waren setzen, bauen andere auf das Prinzip „best-in-class“ und auf nachhaltigere Lieferketten (auch durch Beschaffung aus der Region, Local Sourcing). 

Die wachsenden Verbraucheransprüche an umfassende Produktinformationen bieten dem Online-Handel eine Möglichkeit, sich mit Hilfe der neuen technischen Möglichkeiten im Wettbewerb zu profilieren. Kunden können nicht nur intensiv über nachhaltige Produkte informiert werden, sondern auch auf ihrem Entscheidungsweg durch Orientierungshilfen (wie insbesondere Filter-, Such- und Empfehlungstechniken, Themenshops oder Glossare) unterstützt werden. Gute Produktinformationen helfen dabei selbstverständlich auch, unerwünschte Retouren zu vermeiden. 

Informationen: 

Beratung: 

Umwelt, Energie und Logistik

Unternehmen können vielfältige, oft auch ökonomisch sinnvolle Aktivitäten ergreifen, um die natürlichen Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen – in Bereichen wie Logistik, Verpackung, Gebäuden oder Werbung. 

Kraftstoffeinsparungen bei der eigenen Fahrzeugflotte, die Teilnahme an der Initiative „Lean & Green“ oder Anforderungen an die Logistik- und Fulfilmentpartner gehören ebenso zu den ressourcenschonenden Handlungsmöglichkeiten wie regionale Beschaffung, Vermeidung von Luftfracht, Losgrößenoptimierung oder die Kompensation der gesamten CO2-Emissionen. Im Versand können ressourceneffizientere, schadstoffgeprüfte Verpackungen und Füllstoffe eingesetzt werden, während die Werbung durch eine umweltfreundliche Katalog- und Prospektproduktion unterstützt wird.

In den Gebäuden bieten sich vielversprechende Ansätze im Energieeffizienzmanagement (Heizung, Klimatisierung, Wassersparen, Beleuchtung), während auch die EDV – also Green IT - durch innovative Hardware und Ökostrom ihren Beitrag leisten kann. 

Informationen:

Beratung:

Mitarbeiter und Gesellschaft

Gut bezahlte Beschäftigte sind nicht nur zufriedener, sondern im Betrieb auch produktiv. Arbeitsbeziehungen auf Augenhöhe machen einen Arbeitgeber attraktiv; sie gehen einher mit Leistungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Mitbestimmung, Gleichstellung, Gesundheitsheitsförderung und Personalentwicklung. 

Auch im gesellschaftlichen Engagement zeigt sich die Verantwortung eines Unternehmens. Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Beteiligung an branchenbezogenen bzw. zivilgesellschaftlichen Initiativen und Dialogen. Besonders wichtig sind zukunftsorientierte Institutionen wie BSCI, Biodiversity in Good Company, Stiftung 2Grad oder die ökologisch ausgerichteten Unternehmensverbände. Ein weiterer, klassischer Ansatz im unternehmerischen Engagement besteht in der sozialen, kulturellen oder karitativen Förderung des Gemeinwesens, auf verschiedenen Ebenen, von der lokalen bis zur internationalen.

Informationen:

Beratung:

Wichtige Informationen

Hier finden Sie Informationsquellen, die Sie beim Einstieg in die Materie unterstützen. 

Eine Online-Hilfe für die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie und eines Berichtswesens, mit Praxisbeispielen, bietet der CR-Kompass.

Schritt für Schritt zum Nachhaltigkeitsmanage­ment, das ist der Ansatz des Bayrischen Landesamtes für Umwelt, mit einem kostenlosen Angebot aus Checkliste, Leitfaden und Praxisbei­spiele für den Betrieb. Infozentrum UmweltWirtschaft: Online-Tool Nachhaltigkeitsmanagement, München (IZU Bayern).

Ein Nachhaltigkeitsleitfaden für KMU zeigt, wie Nachhaltigkeit im Unternehmen angefasst werden kann, knapp und mit zahlreichen Beispielen: UPJ e. V.: Verantwortliche Unternehmensführung. Corporate Social Responsibility (CSR) im Mittelstand, Berlin (Bezugsquelle).

Das Beratungshaus Phineo stellt einen einführenden Leitfaden mit Blick auf das Unternehmen als Verbraucher zur Verfügung  (Ratgeber Nachhaltiger Konsum im Unternehmen).

Einen interessanten, praxisorientierten Überblick über Corporate Social Responsibility in Deutschland gibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, BMAS.

Netzwerk Nachhaltigkeit

Das Netzwerk Nachhaltigkeit beim bevh besteht aus Mitgliedsunternehmen und Dienstleistern der E- Commerce-Branche sowie mit uns kooperierenden Nachhaltigkeitsexperten aus Politik und Wirtschaft. Unsere Ziele sind u.a.: 

  • Förderung des Bewusstseins für Nachhaltigkeit im Interaktiven Handel
  • Unterstützung bei der Identifizierung unternehmerischer Nachhaltigkeitsziele
  • Anleitung bei praktischen Umsetzungsschritten 
  • Schaffung einer Kommunikationsplattform zur Schließung von Wissenslücken zur Nachhaltigkeit und zum Austausch zwischen Unternehmen, Dienstleistern und Kunden

Leitung des Netzwerks Nachhaltigkeit beim bevh

Ihre Ansprechpartnerin

Daniela Bleimaier

Referentin Public Affairs