Die Digitalisierung und der digitale Handel sind kein Phänomen der Städte. Weder bei den Käufern, noch bei den Anbietern. Eine Auswertung der vom EHI EuroHandelstInstitut erstellten Liste der Top 1000 Onlineshops zeigt, dass in jedem Bundesland und bis auf zweistellige Postleitzahl-Regionen herab Unternehmen ansässig sind, die Millionenumsätze im Internet erwirtschaften.

In Stadt und Land ist der E-Commerce damit Arbeitgeber für diese und Ausbilder für die nächste Generation. Während die Arbeitsplätze im E-Commerce bundesweit entstehen, finden sich die Fachkräfte mit digitaler Ausbildung bisher überwiegend in den Metropolen. Gute Fachkräfte zu finden, ist im ländlichen Raum eine solche Herausforderung, dass Unternehmen teilweise ihre E-Commerce- oder Digital-Abteilungen aus dem Stammsitz herauslösen und nach Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln oder Frankfurt verlegen. Dies betrifft sowohl B2C- als auch B2B-Unternehmen aus Handel und Industrie.

Kaufleute im E-Commerce

Nach ersten Anstößen durch den bevh im Jahr 2012 haben die Arbeitgeberverbände des Groß- und Außenhandels, des Einzelhandels und des Tourismus gemeinsam mit ihm ab 2015 den neuen Ausbildungsberuf „Kauffrau/Kaufmann im E-Commerce“ entwickelt und durchgesetzt. Das neue Berufsbild ist im August 2018 erstmals bundesweit in Berufsschulen angeboten worden.

Offizieller Verordnungstext gemäß Veröffentlichung im Bundesanzeiger (13. Dezember 2017)

Das Bundesinstitut für Berufsbildung BiBB eine Umsetzungshilfe für Betriebe herausgegeben. Der bevh hat im Autoren-Team der Umsetzungshilfe mitgearbeitet. (Frühjahr 2018)

Fachwirt/in im E-Commerce

An die E-Commerce-Kaufleute schließt sich künftig eine Weiterbildung zum E-Commerce-Fachwirt an, die eine Qualifikation auf DQR-Niveau 6 abbildet. Fachwirte werden damit befähigt, im E-Commerce-Arbeitsfeld auch Leitungsfunktionen zu übernehmen. Sie stehen damit auf einer Stufe mit einem hochschulischen Bachelor-Abschluss, unterscheiden sich jedoch von diesem durch die höhere berufspraktische Prägung in einer bestimmten Branche.

bevh-Hochschulatlas E-Commerce

In ganz Deutschland gibt es im Jahr 2018 lediglich 10 einschlägig auf E-Commerce ausgerichtete Studiengänge. Eine Auswertung bestehender Studiengänge durch den bevh hat weiterhin ergeben, dass im Jahr 2017/18 in Deutschland insgesamt 104 Studiengänge sich explizit mit Digitalen Geschäftsmodellen beschäftigen. Dies sind deutlich weniger als 1 Prozent aller Studiengänge und lediglich knapp 5 Prozent aller wirtschaftswissenschaftlichen Angebote. Der bevh hat diese Studiengänge im "bevh-Hochschulatlas E-Commerce" katalogisiert und die Modulhandbücher hinsichtlich der E-Commerce-Ausrichtung ausgewertet.

Zum Hochschulatlas E-Commerce

bevh-Roundtable "Forschung und Lehre"

Der bevh lädt zwei Mal im Jahr die Inhaber von E-Commerce-Lehrstühlen zum Austausch ein. Ziel der Tagungen ist der Austausch über Forschungsprojekte, die Organisation der Lehre und einzelner Ausbildungsinhalte. Der Roundtable "Forschung und Lehre" unterstützt den bevh im Hinblick auf dessen bildungspolitische Ordnungsarbeit und unterstützt den Verband bei der Entwicklung, Erstellung und Interpretation von Studien.

Sie sind Hochschullehrer und möchten im bevh-Roundtable "Forschung und Lehre" mitarbeiten? Dann senden Sie gern eine E-Mail an Martin Groß-Albenhausen

Ihr Ansprechpartner

Bild des Stellvertretenden bevh-Hauptgeschäftsführers Martin Groß-Albenhausen

Martin Groß-Albenhausen

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer