Hersteller-Vorgaben für das Online-Marketing

Gastbeitrag 2 (von 5) von Dr. Martin Schirmbacher, HÄRTING Rechtsanwälte PartGmbB

Hersteller und Großhändler dürfen Resellern, die die Waren erwerben und weiterverkaufen, nicht ohne Weiteres bestimmte Online-Marketing-Maßnahmen verbieten. Auf der anderen Seite steht dem Hersteller von Waren nur das Instrumentarium des Markenrechts zur Verfügung, um unliebsame Werbung von Wiederverkäufern anzugehen. Diese Mittel sind allerdings beschränkt. 

Etwas anders sieht es im Rahmen eines selektiven Vertriebssystems aus. Als Händler müssen Sie sich Beschränkungen nicht gefallen lassen. Es ist inzwischen ein vertrautes Szenario: Man hört es schon länger im Markt munkeln und irgendwann kommt ein Schreiben eines wichtigen Lieferanten, in dem die Einführung eines Selektivvertriebssystems angekündigt und eine neue „Selektive Vertriebsvereinbarung“ übersandt wird. In der begleitenden Kommunikation heißt es mehr oder weniger deutlich, dass nur, wer unterzeichnet, weiter beliefert wird. Eine Anlage enthält zusätzliche Bedingungen für den Vertrieb im E-Commerce.

Solche E-Commerce-Regeln enthalten oftmals auch sehr detailliert Regelungen, welche Online-Marketing-Maßnahmen unter welchen Voraussetzungen zulässig sein sollen.

Verbot bestimmter Online-Marketing Maßnahmen

Vorgaben des Herstellers zum Online-Marketing an Wiederverkäufer sind nur sehr eingeschränkt zulässig. Als Lieferant sollten Sie sorgfältig prüfen, welche Beschränkungen überhaupt mit dem Kartellrecht vereinbar sind. Wenn Sie als Händler von neuen Vorgaben für den E-Commerce betroffen sind, müssen Sie diese nicht klaglos hinnehmen. Stellt der Hersteller die Belieferung im Anschluss unter Berufung auf die Vertragsfreiheit ein, bleibt dem Händler nur der Klageweg. Der Weg zum Gericht kann dabei durchaus von Erfolg gekrönt sein und in einem Wiederbelieferungsanspruch zu den alten Konditionen münden. 

Ob solche Beschränkungen zulässig sind, hängt vom Vertriebssystem ab und ist fast immer eine Einzelfallentscheidung.

 

Alleinvertriebssystem:

Ist ein Alleinvertriebssystem vereinbart, sind alle begleitenden Vorgaben zulässig, die der Durchsetzung des Verbots eines aktiven Verkaufs in fremde Gebiete oder an fremde Kundengruppen dienen. Mit Qualitätsgesichtspunkten lässt sich ein Verbot dagegen nicht begründen. 

Entscheidend ist also, ob es sich bei der Marketingmaßnahme um eine aktive oder passive Bemühung handelt, Umsatz zu generieren. Aktive Werbemaßnahmen in fremde Gebiete darf der Hersteller untersagen. Als passiv einzustufende Marketingmaßnahmen muss der Händler vornehmen dürfen. 

Damit lässt sich beispielsweise das E-Mail-Marketing nicht verbieten, solange eine Einwilligung des Nutzers vorliegt, die dieser aus freien Stücken erteilt hat. Dagegen darf Suchmaschinenmarketing oder Displaywerbung außerhalb des zugewiesenen Gebietes grundsätzlich untersagt werden. Der Hersteller kann sogar verlangen, dass rechtlich zulässige Methoden des Targeting vom Händler eingesetzt werden, mit dem Ziel, die Ansprache gebietsfremder Kunden zu verhindern.

Selektivvertriebssystem:

Bei selektiven Vertriebssystemen kommt es auf die Unterscheidung zwischen aktiven oder passiven Werbeformen nicht an. Alleinentscheidend ist, ob die Marketingmaßnahme mit den berechtigten Qualitätsansprüchen des Herstellers vereinbar ist. 

Damit lassen sich zum Beispiel Vorgaben an die Websites, auf denen Werbung des Shop-Betreibers ausgeliefert wird, rechtfertigen. Auch das Keyword-Advertising kann reguliert werden. Der Hersteller kann etwa verlangen, dass Keywords wie „billig“ oder „extrem günstig” ausgeschlossen werden. 

Ein Verbot von Preissuchmaschinen lässt sich dagegen nicht rechtfertigen. Ein Verbot von idealo & Co ist zur Aufrechterhaltung des Markenimages nicht erforderlich, da diese Suchmaschinen in den Augen der Verbraucher nicht dem unmittelbaren Verkauf dienten, sondern lediglich dem Auffinden von Händlern, die das gesuchte Produkt anbieten. Die stellt auch das OLG Frankfurt in seiner Entscheidung vom 22.12.2015, Az. 11 U 84/14 klar. Demnach können Hersteller ihren Händlern im Rahmen eines Selektivvertriebssystems zwar unter Umständen den Verkauf über Internetplattformen, nicht aber die Nutzung von Preissuchmaschinen für das Bewerben ihrer Ware verbieten.  Allenfalls bei wirklichen Luxusgütern kann eine Preissuchmaschine dem Markenimage womöglich schaden. 

Das neue Buch Online-Marketing- und Social-Media-Recht von Dr. Martin Schirmbacher von unserem Preferred Business Partner HÄRTING Rechtsanwälte ist vor kurzem in 2. Auflage erschienen. Im Buch geht es um rechtliche Belange für Online-Shops und alle gängigen Online-Marketing-Methoden. Das Buch enthält viele Checklisten und Mustertexte im Anhang. Alle angesprochenen Urteile sind im Anhang noch einmal kurz zusammengefasst.

Rechtsprobleme beim Tracking und dem Einsatz von Piwik

Gastbeitrag 1 (von 5) von Dr. Martin Schirmbacher, HÄRTING Rechtsanwälte PartGmbB

Durch Tracking Maßnahmen, bspw. den Einsatz und die Auswertung von Cookies und IP-Daten, können Websitebetreiber Nutzerprofile erstellen, die es ermöglichen ihre Angebote zu verbessern und personalisierte Werbung an ihre Nutzer auszuliefern. Dabei wartet das Tracking von Nutzern mit einer Vielzahl von kleinen und großen Rechtsfragen auf. In einem ersten Schritt ist es wichtig festzustellen, ob die gespeicherten Daten Personenbezug aufweisen oder nicht, da hieran der Umgang mit den Daten festgelegt werden muss.

Personenbezogene Daten

Das Gesetz definiert personenbezogene Daten als Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person. Der EuGH hat entschieden, dass selbst dynamische IP-Adressen, die immer wieder neu vergeben werden, unter Umständen auch für den Website-Betreiber Personenbezug haben können, weil nicht auszuschließen ist, dass auf die Person hinter der IP-Adresse geschlossen werden kann. Für viele Website-Betreiber wird die IP-Adresse des Nutzers schon deshalb Personenbezug haben, weil jedenfalls die Möglichkeit besteht, die IP-Daten über einen Login mit Klardaten einer Person zu verbinden. Außerdem werden statische IP-Adressen überwiegend als personenbezogene Daten eingeordnet, weil sich nicht ausschließen lässt, dass sie natürlichen Personen zuzuordnen sind. Insofern empfiehlt es sich, beim Tracking vom Personenbezug von IP-Adressen auszugehen.
Der Begriff des Personenbezugs nach der neuen Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union wird deutlich weiter verstanden. Insbesondere soll jede „Online-Kennung“ dazu gehören. Es ist damit zu rechnen, dass auch IP-Adressen unter den weiten Personenbezugsbegriff fallen werden.

 
Einwilligung erforderlich

Hält man IP-Adressen für personenbezogen, dürfen diese nur erhoben und verwendet werden, wenn dafür eine Rechtfertigung in Form einer besteht. Eine Rechtfertigungsmöglichkeit ist eine Einwilligung. Das Gesetz gestattet die Speicherung zu Werbezwecken nicht ohne Weiteres. So können IP-Adressen zu Trackingzwecken lediglich gekürzt speichern, um vom Nutzer keine Einwilligung fordern zu müssen.
Wichtig ist, dass Sie sich jeweils im Vorhinein überlegen, was Sie mit den erhobenen Daten später anstellen wollen. Besonders für Big-Data-Projekte ist das ein Problem. Jede relevante Zweckänderung verlangt prinzipiell eine neue Rechtfertigung.
Die für Cookies bestehenden Sonderregeln knüpfen dagegen nicht an das Vorhandensein von Personenbezug an. Cookies sind unabhängig davon reguliert, ob überhaupt personenbezogene Daten erhoben werden.

Beschluss des Düsseldorfer Kreises 

Der sogenannte Düsseldorfer Kreis, der ein informeller Zusammenschluss der obersten Aufsichtsbehörden für den Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich in Deutschland ist, hat bereits im Jahre 2009 darauf hingewiesen, dass die Anforderungen des Telemediengesetzes (TMG) bei der Webanalyse zu beachten sind. Die IP-Adresse wird dabei als personenbezogenes Datum angesehen.

Kurz zusammengefasst bedeuten die Beschlüsse, dass die Erhebung der IP-Adresse zu anderen als Abrechnungszwecken ohne Einwilligung nicht gestattet ist. Der Beschluss hat zwar lediglich deklaratorischen Charakter. Er gibt die Meinung der Datenschützer wieder, die im Einzelfall gerichtlich überprüfbar ist. Wird tatsächlich wegen des Trackings von Websites ein datenschutzrechtliches Verfahren gegen den Betreiber der Seite eingeleitet, können Verwaltungsgerichte die Bescheide des Datenschutzbeauftragten überprüfen.

Piwik und andere Tracking-Tools

Für andere Tracking-Tools gelten natürlich grundsätzlich die gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen. Beim Tracking von Besucherbewegungen auf der Website müssen Sie aus datenschutzrechtlicher Sicht eine Vielzahl von Rahmenbedingungen einhalten. Ob man Tracking-Tools, die die IP-Adressen der Website-Nutzer speichern, überhaupt rechtlich zulässig nutzen kann, hängt davon ab, ob man die IP-Adresse für ein personenbezogenes Datum des Nutzers hält.

 

Beispiel: Datenschutzhinweis beim Einsatz von Piwik

In einem offensichtlich erbittert geführten Streit unter Softwareherstellern spielte auch der Tracking-Dienst Piwik eine Rolle. Einer der Kontrahenten setzte den Dienst auf seiner Website ein. Dabei wurden lediglich pseudonyme Daten erhoben. Eine Zuordnung zu konkreten Personen war nicht möglich. Das Gericht LG Frankfurt entschied am 18.2.2014, Az. 3 10 O 86/12, dass eine Hinweispflicht auch für die Erhebung solcher pseudonymer Daten greife. Dem Website-Betreiber wurde daher die Nutzung von Piwik verboten, solange er Nutzer nicht umfassend über die Datenerhebung und die Widerspruchsmöglichkeit aufkläre.

 

Das neue Buch Online-Marketing- und Social-Media-Recht von Dr. Martin Schirmbacher von unserem Preferred Business Partner HÄRTING Rechtsanwälte ist vor kurzem in 2. Auflage erschienen. Im Buch geht es um rechtliche Belange für Online-Shops und alle gängigen Online-Marketing-Methoden. Das Buch enthält viele Checklisten und Mustertexte im Anhang. Alle angesprochenen Urteile sind im Anhang noch einmal kurz zusammengefasst.

Wie Googles Local Inventory Ads das Shoppingerlebnis neu definieren

Ein Gastbeitrag von Imke Müller-Wallraf, Lengow (bevh-Preferred Business Partner)
  • Quelle: Thinkwithgoogle

Der stationäre und der Onlinehandel rücken immer näher aneinander. Allerdings hat die Verknüpfung von Online- und Offline Commerce gerade erst begonnen. Beide Seiten müssen zusammen arbeiten, um die Verbraucher an der richtigen Stelle, zum richtigen Zeitpunkt, über den richtigen Kanal und über das richtige Endgerät abzuholen. Doch welche Strategien können Online-Händler und Marken unterstützen?

Stationäre Ladengeschäfte entwickeln sich immer mehr in Richtung E-Commerce, um mit den wachsenden Trends in der E-Commerce-Industrie Schritt zu halten. Auf der anderen Seite, eröffnen einige Pure-Online Player Showrooms, um ihre Produkte live und in Farbe zu präsentieren. Das Ziel ist hierbei, den immer anspruchsvoller werdenden Erwartungen von Verbrauchern gerecht zu werden und das Shopping-Erlebnis zu bereichern. So beispielsweise auch Shopping-Gigant Amazon. Der Marktplatz hat mit seinem kassenlosen Supermarkt Amazon Go, das  Shopping-Erlebnis wahrhaft revolutioniert. Um die Entwicklung des Einzelhandels voranzutreiben, müssen die Online- und Offline-Welten enger zusammenarbeiten und eine Verknüpfung herstellen, die den Verbrauchern zugutekommt und das Shopping-Erlebnis maßgeblich bereichert. In diesem Sinne hat Google 2013 Local Inventory Ads (kurz: LIAs) in den USA veröffentlicht und seit 2014 gibt es sie auch in Deutschland. Google ermöglicht lokalen Geschäften Infos wie beispielsweise ihre Produkt-Verfügbarkeiten und den aktuellen Lagerbestand direkt in den Produktanzeigen zu platzieren.

Vom Online-Shop zum stationären Handel

Allein in Deutschland werden bei 39 Prozent der E-Commerce-Transaktionen mehrere Endgeräte während des Einkaufs verwendet. Google macht sich diesen wachsenden Verbrauchertrend zu Nutze und hat erkannt, dass man den heutigen Verbraucher über verschiedene Kanäle und Endgeräte in seiner Shopping Journey erreichen muss. Die Multichannel-Eigenschaften von LIA kreieren wahrhaft eine Verknüpfung des Online Shops mit dem stationären Ladengeschäft. Die Integration von LIAs in der Google Shopping-Plattform ermöglicht es Einzelhändlern, den Verkauf ihres Online- als auch lokalen Lagerbestandes anzukurbeln und die Kunden-Touchpoints zu erweitern. Ein wichtiger Schritt, denn 82 Prozent der Smartphone-Nutzer sagten aus, dass sie ihr Smartphone verwenden, um nach Produkten zu suchen bevor sie einen Kauf im stationären Ladengeschäft tätigen. Fast jeder zweite Deutsche (44 Prozent) hat lt. Statistischem Bundesamt mobilen Internetzugang, daher sollten Einzelhändler Passanten entsprechende Informationen direkt auf dem Smartphone anbieten.

Wie funktionieren Googles Anzeigen mit lokaler Produktverfügbarkeit? Wenn ein Verbraucher nach einem bestimmten Produkt sucht, werden ihm nicht nur die Produkte angezeigt, die Online verfügbar sind, sondern auch die, die im lokale Ladengeschäft in seiner unmittelbarer Nähe verfügbar sind. Es genügt ein Klick um auf den von Google gehosteten Seite des jeweiligen Geschäfts, der sogenannten Verkäuferseite zu gelangen. Auf dieser Seite finden Online-Shopper Informationen über das Produktinventar, dem Preis, Öffnungszeiten, Kundenmeinungen sowie eine Wegbeschreibung zum Ladengeschäft. River Island war die erste britische Modemarke, die LIA erfolgreich angewendet hat und damit seinen ROI um 15 Prozent erhöhen und eine Umsatzsteigerung, bei Hinzufügen der Offline Performance-Daten,  von 33 Prozent erreichen konnte.

Die Einbindung von Googles Anzeigen mit lokaler Produktverfügbarkeit eröffnet eine neue Dimension des Shopping-Kauferlebnisses und schafft eine Brücke zwischen der wachsenden Nachfrage für lokale Suchanfragen und Mobile Commerce. Für Einzelhändler, die Online und Offline verkaufen, ist LIA ein attraktives Tool, welches auf CPC basiert. LIA kann übrigens auch von Händlern verwendet werden, die keinen Online-Shop führen. 

Die Herausforderungen im E-Commerce angehen 

Der Bedarf an Sofortkäufen mit sofortiger Lieferung wächst, was sich als eine Herausforderung für viele Online-Händler erweist. Mit LIA reagiert Google auf diese Nachfrage nach einer flexiblen und schnellen Lösung, die Einzelhändler sowohl online als auch in ihren Filialen verwenden können. Eine Studie von Google und Ipsos im Jahr 2014 hat ergeben, dass die Kaufentscheidung von Verbrauchern positiv beeinflusst wird, wenn sie wissen, dass ein stationäres Ladengeschäft in ihrer Nähe, das Produkt auf Lager hat. 

Mit LIA umgehen Händler auch den häufigsten Grund für Kaufabbrüche (74 Prozent der Verbraucher brechen ihre Warenkörbe auf Grund von zu hohen Lieferkosten ab) und sie bieten eine alternative Möglichkeit für Verbraucher, ihre Produkte zu erhalten. Außerdem können Händler durch die “Umleitung” zum stationären Ladengeschäft, finanzielle Verluste verhindern, wenn beispielsweise Produkte online nicht mehr verfügbar sind. Allumfassend ist Googles LIA eine effektive Maßnahme, um die Besucherzahlen des stationären Geschäfts zu erhöhen und zusätzliche Verkäufe zu generieren.

Ein zusätzlicher Pluspunkt für die Verwendung von LIA ist, dass Händler ihren Verbrauchern Last-Minute-Bestellungen anbieten können. Auch wenn sich der Onlinehandel stetig weiterentwickelt, können die Mehrheit der Händler, Amazon ausgeschlossen, keine Same Day Delivery oder Last Minute Bestellungen anbieten.  Das Anbieten von Last Minute Bestellungen wird mittlerweile als ein Standard angesehen, um sich auf dem heutigen Markt zu behaupten, aber es erfordert auch erhebliche Investitionen und zusätzliche Kosten, die sich nicht alle Marktteilnehmer leisten können. 

Mit dem Aufkommen neuer Shopping-Verhaltensmuster sind Online-Händler dazu aufgefordert, ihre Services und Angebote jederzeit zu evaluieren und weiterzuentwickeln, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Dabei kann Google eine entscheidende Rolle spielen, allerdings wird Facebook auch immer wichtiger im globalen E-Commerce. Seit 2016 gibt es Facebooks Dynamic Ads for Retail, ein Werbeformat das dem von Googles LIA sehr ähnelt. Dies unterstreicht die Idee, dass der Weg zu einer erfolgreichen Multichannel-Stratege darin besteht, die Anzahl der Marketingkanäle zu erhöhen, um den gesamten Produktkatalog sichtbarer zu machen.

Indirekter Einkauf im Fokus: Aktuelle Studie der HTWK Leipzig und Mercateo

Digitalisierte Einkaufsprozesse halbieren Kosten für Beschaffung

Eine Stunde Arbeitszeit gespart und dadurch halbierte Prozesskosten im Unternehmen, das macht den Unterschied zwischen einem herkömmlichen und einem digitalisierten Beschaffungsvorgang aus. Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Holger Müller von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) und Elisabetta Bollini von der Mercateo AG in der Studie „Indirekter Einkauf im Fokus: Zwischen Einsparpotenzial und Zukunftschancen“. Konkret untersuchten die Autoren, wieviel Zeit es Unternehmen kostet, Materialien zu beschaffen, die tagtäglich in der Verwaltung, im Betrieb oder der Instandhaltung benötigt werden – jenseits der für die Produktion relevanten Güter. Die Ergebnisse sind nach nicht-einheitlichen, einheitlichen und digitalisierten Beschaffungsvorgängen aufgeschlüsselt. Damit ist es erstmals möglich, das Einsparpotenzial der Digitalisierung für sogenannte „indirekte“ Einkaufsprozesse zu beziffern.

München/Leipzig/Köthen, 6. April 2017 – Die Studie wurde im Zeitraum von Dezember 2016 bis einschließlich Januar 2017 durchgeführt. Insgesamt 110 Verantwortliche für Beschaffung und Einkauf in deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen nahmen an der Online-Befragung teil. Die Studie wurde gemeinsam von Holger Müller, Professor für Supply Chain Management an der HTWK Leipzig, und Elisabetta Bollini, verantwortlich für die Marktforschung innerhalb der Marketing-Abteilung der Mercateo AG, konzipiert und begleitet.

Eine wesentliche Erkenntnis: Die Beschaffung von indirektem Bedarf kann in einem Unternehmen zu einem erheblichen Kostenfaktor werden, wenn diese Einkaufsprozesse nur unzureichend professionalisiert und vor allem nicht digitalisiert sind. Konkret heißt dies, dass ein durchschnittlicher Mittelständler mit rund 7.100 Bestellungen pro Jahr mit Hilfe von digitalisierten Prozessen seine Bestellkosten von knapp 820.000 Euro um
40 Prozent auf 480.000 Euro reduzieren kann. Dabei wurden die einzelnen Bereiche einer Bestellung, von der Bedarfsanforderung über die Lieferantenauswahl, die Bestellung und den Wareneingang bis hin zur buchhalterischen Abwicklung definiert und auf ihren konkreten Zeitaufwand hin überprüft. Ein zwar einheitlicher, jedoch weiterhin manueller Prozess führt zu keinen Einsparungen. Erst mit einem digitalen Prozess können die Kosten von 115 Euro (manuell) auf 67 Euro (digital) gesenkt werden (s. Abbildung 1).

Holger Müller sieht die Studie als wichtige Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen in der Entwicklung ihres Digitalisierungsgrades: „In Großunternehmen ist die digitale Unterstützung des Beschaffungsprozesses weitgehend etabliert. Aber in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) werden viele Bestellprozesse nach wie vor von Hand ausgeführt. Denn vor dieser Studie fehlte es schlichtweg an handfesten Daten auf der Ebene einzelner Prozessschritte, zu welchen Einsparungen digitale Prozesse wirklich führen. Mit den vorliegenden Ergebnissen können wir erstmalig den Entscheidungsträgern in den KMU eine belastbare Datengrundlage zur Optimierung ihrer Prozesse und zum damit verbundenen Einsparpotenzial mit auf den Weg geben.“

Die Studie zeigt weiter, dass sich bedenkliche 70 Prozent der befragten Unternehmen nicht gut auf die Digitalisierung vorbereitet sehen. Dabei ist gerade die Anpassung der administrativen Prozesse an die fortschreitende Vernetzung innerhalb der „Industrie 4.0“ von besonderer Bedeutung, um reibungslose Abläufe zwischen Unternehmen zu ermöglichen und isolierte „Digitalisierungsinseln“ zu vermeiden. Auch hier haben die KMU den größten Nachholbedarf.

Stephanie Egerer, Marketingleiterin bei der Mercateo AG, sieht in den Ergebnissen der Studie deutlich den Bedarf der Unternehmen für eine neue zukunftsfähige Infrastruktur: „Entscheider in Unternehmen sind sich der Tatsache bewusst, dass sie durch die Digitalisierung der Beschaffungsprozesse erhebliche Einsparpotentiale realisieren können. Doch es fehlt an den richtigen Werkzeugen. Zum Beispiel wenn es darum geht, schnelleren Zugriff auf innovative Angebote und neue Kooperationspartner sicherzustellen, ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen, welcher zukünftig noch an Relevanz gewinnen wird. Hier sehen insbesondere KMU durch die Einführung von Standardlösungen ihre direkten Geschäftskontakte und bestehenden Beziehungen gefährdet. Daher wünschen sich immer mehr Einkäufer und Anbieter eine neue innovative Infrastruktur, die diesen Herausforderungen gerecht wird. Mit Mercateo Unite stellen wir genau so eine Infrastruktur zur Verfügung, um Transaktionen digital abzuwickeln und das eigene Netzwerk kontinuierlich zu erweitern.“

Die Studie erhalten Sie exklusiv und kostenlos als Download bei Mercateo. Besuchen Sie folgende Seite: https://www.mercateo.com/corporate/info/mercateo-htwk-studie-2017/

  • Abbildung 1: Einkaufsprozesse (EK-Prozesse) im Vergleich: Kostenaufwand und Gesamtdauer

Über Mercateo

Mercateo vereint die Vorteile eines B2B-Marktplatzes und einer Vernetzungsplattform. Einkäufer, Lieferanten, Hersteller und Dienstleister verbinden über diese Infrastruktur ihre Systeme untereinander und wickeln Transaktionen digital miteinander ab, unabhängig von ihrem bisherigen Digitalisierungsgrad. Einkäufer und Anbieter gestalten so ihre Geschäftsprozesse durch Standardisierung effizienter und profitieren gleichzeitig von Angebotsvielfalt und direkten Beziehungen zu ihren Partnern: Einkäufer erhalten ein individuell passendes Angebot. Anbieter erschließen sich neue Zielgruppen oder fokussieren sich intensiver auf Bestandskunden und entsprechen so den Erwartungen der Kunden an effiziente Einkaufsprozesse und Service.

Neben der Vernetzungsplattform, die sich neutral zwischen Anbietern und Einkäufern im B2B-Bereich positioniert, betreibt Mercateo seit dem Jahr 2000 den mittlerweile größten B2B-Marktplatz Europas. Im Jahr 2015 steigerte Mercateo seinen Umsatz um 25 % auf mehr als 200 Mio. Euro. Das Unternehmen beschäftigt europaweit über 400 Mitarbeiter und ist derzeit in 14 Ländern aktiv.

Mehr Informationen zu Mercateo Unite:
www.unite.eu

Pressemitteilung und Bilder zum Herunterladen:
www.mercateo.com/corporate/presselounge/pressemitteilungen

Über die HTWK Leipzig:

Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) vereint praxisorientierte Lehre und anwendungsnahe Forschung. Regionales Alleinstellungsmerkmal der Hochschule ist ihr breites ingenieurwissenschaftlich-technisches Profil. Zusammen mit den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Kultur bietet die HTWK Leipzig ein vielfältiges Lehr- und Forschungsangebot. Momentan sind etwa 6.100 Studierende immatrikuliert. Mit einem Drittmittelaufkommen von mehr als 10 Millionen Euro gehört die HTWK Leipzig aktuell zu den forschungsstärksten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Deutschland.

www.htwk-leipzig.de

 

Pressekontakt:

Mercateo

Sebastian Prill
Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 341 35 58 61 31
E-Mail: presse(at)mercateo.com

 

Bachinger Öffentlichkeitsarbeit

Wolfgang Exler-Bachinger
Löwengasse 27 L
60385 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 9 55 27 50
E-Mail: w.exler-bachinger(at)bachinger-pr.de


Pressekontakt HTWK Leipzig:

Rebecca Schweier
Forschungskommunikation
Tel.: +49 341 3076 6385
E-Mail: rebecca.schweier(at)htwk-leipzig.de

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

  • loading Twitter...
  • weiter

Veranstaltungen

25. April 2017 - 26. April 2017
AK Online-Marketing

26. April 2017
Handelskraft Digital-Frühstück »Commerce'n'Concert«

26. April 2017 - 27. April 2017
E-Commerce Manager

Jahresbericht 2016

Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

Wir bilden aus

Kooperierende Verbände

  • BVDWBVDW
  • BVDVABVDVA
  • Bundesverband Druck und Medien e.V.Bundesverband Druck und Medien e.V.
  • Verband Internet Reisevertrieb e.V.Verband Internet Reisevertrieb e.V.
  • Media.net berlinbrandenburgMedia.net berlinbrandenburg
  • Hamburg@WorkHamburg@Work
  • AVE Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V.AVE Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V.
  • TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit e.V.TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit e.V.
  • Total Equality & DiversityTotal Equality & Diversity