Datensicherheit bei sozialen Netzwerken wird zum Thema im Bundestag

verfasst am 20.10.2011 von Stephanie Claudia Schmidt


Am Montag den 24. Oktober wird die Datensicherheit bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken Thema eines öffentlichen Expertengesprächs im Unterausschuss "Neue Medien" des Bundestags sein. Anlass hierzu ist eine Entschließung der Datenschutzbeauftragten der Länder und des Bundes vom 29.09.2011, in der diese feststellen, dass die direkte Einbindung von Social-Plugins in die Webseiten deutscher Anbieter ohne hinreichende Information der Internet-Nutzenden und ohne Einräumung eines Wahlrechtes nicht mit deutschen und europäischen Datenschutzstandards in Einklang steht. Insbesondere sei die aktuelle Funktionsweise unzulässig, wenn bereits durch den Besuch einer Webseite und auch ohne Klick auf beispielsweise den "Gefällt-mir"-Knopf eine Übermittlung von Nutzendendaten in die USA ausgelöst wird, auch wenn die Nutzenden gar nicht bei der entsprechenden Plattform registriert sind.

Im Rahmen des Expertengesprächs möchten die Abgeordneten von den Experten erfahren, welche Möglichkeiten diese sehen, um einen besseren Ausgleich zwischen Datenschutzinteressen und Funktionalitäten eines sozialen Netwerks zu schaffen und ob es Möglichkeiten gibt, beim Aufrufen einer Webseite die Übertragung von IP-Adressen zu unterbinden. Weitere Fragen werden sein, wie die Geschäftsmodelle kommerzieller Unternehmen im Bereich sozialer Netzwerke  zu Bewerten sind und in welcher Beziehung die aggregierten persönlichen Daten zur Profilbildung im Sinne einer Verhaltensüberwachung stehen. Dabei soll auch auf eine mögliche freiwillige Selbstverpflichtung durch das Unternehmen Facebook eingegangen werden.

Als Sachverständige sind geladen: Richard Allan, Datenschutzbeauftragter von Facebook; Per Meyerdierks, Datenschutzbeauftragter der Google Germany GmbH; Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und Dr. Thilo Weichert, Landesbeauftragter für den Datenschutz Schleswig Holstein. Außerdem wird ein Vertreter der Bundesregierung an der Sitzung teilnehmen.

In den letzten Monaten wurde die datenschutzrechtliche Zulässigkeit von Social-Plugins zunehmend diskutiert. Hintergrund war die Aufforderung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig Holstein an Webseitenbetreiber, ihre Fanpages bei Facebook und Social-Plugins wie den „Gefällt mir“-Button bis Ende September 2011 von ihren Webseiten zu entfernen. Das ULD verband dies mit der Ankündigung von Anhörungs- und Verwaltungsverfahren verbunden mit Beanstandungen oder Untersagungsverfügungen gegen die jeweiligen Webseitenbetreiber, die diese Facebook-Dienste weiterhin nutzen, und den Hinweis auf Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Im Nachgang hat zwischen dem ULD und Facebook ein Austausch im Rahmen von Schreiben und persönlichen Treffen stattgefunden, der auf der Internetseite des ULD öffentlich gemacht wurde. Dr. Thilo Weichert hat jedoch angekündigt, dass das ULD unabhängig von diesen Gesprächen wie angekündigt – ausgewählte öffentliche und private Anbieter in Schleswig-Holstein im Oktober zu Stellungnahmen auffordern und Verwaltungsverfahren einleiten werde. Ziel des ULD sei jedoch die Verwirklichung des Datenschutzes, nicht jedoch Wettbewerbsverzerrungen oder das Drangsalieren kleiner Betreiber.

Ich meine: Es ist erfreulich, dass sich der Bundestag nun ebenfalls dieses Themas annimmt. Die Ankündigungen des ULD haben bei Betreibern von Internetseiten bundesweit zu großer Verunsicherung geführt. Für diese besteht trotz laufenden Verhandlungen zwischen ULD und Facebook noch immer das Risiko, bei weiterer Nutzung der fraglichen Facebook-Dienste durch das ULD oder eine andere Landesdatenschutzbehörde in Anspruch genommen zu werden. Zwar sind die jeweiligen Landesdatenschutzbehörden in ihren jeweiligen Entscheidungen unabhängig, aber die Beteiligung des Bundestagsausschusse macht deutlich, dass die Problematik angesichts der bundesweiten Bedeutung auch über die Landesebene hinaus diskutiert wird. Wünschenswert wäre hier statt einem Konfrontationskurs die gemeinsame Entwicklung einer Lösung durch die es deutschen Unternehmen ermöglicht wird, gängige Kommunikationskanäle datenschutzkonform zu nützen.

 Weitere Informationen finden Sie hier:

 http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/36162329_kw43_pa_neue_medien/index.html

https://www.datenschutzzentrum.de/facebook/

 

Stephanie Schmidt

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex

verfasst am 19.10.2011 von Katrin Triebel


Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat am 13. Oktober 2011 den Deutschen Nachhaltigkeitskodex beschlossen und der Bundesregierung empfohlen, den Deutschen Nachhaltigkeitskodex in Politik und Wirtschaft freiwillig anzuwenden.

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex liefert eine zuverlässige und nachvollziehbare Definition der Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen und ist  in einem zweijährigen Dialogprozess entstanden, an dem Vertreter der Finanzmärkte, von Unternehmen und der Zivilgesellschaft mitgewirkt haben. Zahlreiche Unternehmen haben den Nachhaltigkeitskodex praktisch getestet und positiv auf seine Praxistauglichkeit bewertet.

Was ist der Deutsche Nachhaltigkeitskodex?

Der Nachhaltigkeitskodex umfasst 20 Kriterien und mit ein bis zwei KPI’s (Key Performance Indicators) zu den Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung  berichten  Unternehmen über die Erfüllung der Kodexanforderungen. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex knüpft damit u.a. inhaltlich an die Prinzipien des UN Global Compact, den Leitfaden ISO 26.000 sowie an die Berichterstattungsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) an.

Die Empfehlung des RNE

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung empfiehlt Unternehmen jeder Größe aus Produktion, Handel und Dienstleistung, allen Organisationen, Stiftungen, NGOs, Gewerkschaften, Universitäten, Wissenschaftsorganisationen, Medien und auch der öffentlichen Hand den Deutschen Nachhaltigkeitskodex anzuwenden und in einer Selbstauskunft oder Entsprechenserklärung der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Ob die Berichterstattung gemäß den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) oder dem europäischen Analystenverband EFFAS erfolgt, richtet sich nach den Anforderungen des Marktes.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung empfiehlt der Bundesregierung, den Deutschen Nachhaltigkeitskodex auf europäischer und globaler Ebene als wichtigen Beitrag zur Zukunftsperspektive des nachhaltigen Wirtschaftens bekannt zu machen. Er empfiehlt der Bundesregierung insbesondere, den Nachhaltigkeitskodex in die EU-Diskussion um die Berichterstattung zu nicht-finanziellen Leistungsindikatoren von Unternehmen und die unternehmerische Verantwortung einzubringen. 

Um die Wirksamkeit am Markt zu erhöhen, soll die Glaubwürdigkeit der Selbstauskünfte durch ein Testat unabhängiger Dritter hergestellt (limited assurance) werden. Der Umfang der Berichterstattung richtet sich nach den Anforderungen des Marktes.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung empfiehlt der Bundesregierung, den Deutschen Nachhaltigkeitskodex auf europäischer Ebene als wichtigen Beitrag zur Zukunftsperspektive des nachhaltigen Wirtschaftens bekannt zu machen und empfiehlt weiterhin die Thematik in die EU-Diskussion um die Berichterstattung zu nicht-finanziellen Leistungsindikatoren von Unternehmen und die unternehmerische Verantwortung einzubringen. 
 
Der bvh und Nachhaltigkeit

Der bvh verfolgt interessiert die Aktivitäten des RNE und misst dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex große politische Bedeutung – als wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften - zu.

Der bvh wird weiterhin an der öffentlichen Debatte über die unternehmerische Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung (Corporate Social Responsibility, CSR) teilnehmen und die Wichtigkeit der Thematik in seine Mitgliedsunternehmen tragen, um die breite Anwendung in der deutschen Wirtschaft zu unterstützen.

Es weihnachtet sehr - der Startschuss für die heiße Phase im Interaktiven Handel ist gefallen!

verfasst am 18.10.2011 von Christin Schmidt


Am heutigen Tag hat der bvh zusammen mit Google (https://sites.google.com/site/weihnachtsfest2011/) in Berlin ein Weihnachtsfrühstück durchgeführt, um die Interaktiven Händler auf das kommende Geschäft einzustimmen und die Entwicklungen der Branche rund um das Weihnachtsfest noch einmal näher zu beluchten.

Grundsätzlich erscheint es seltsam, schon im Oktober Weihnachtsliedern zu lauschen und sich intensiv mit Weihnachten zu befassen, doch für die Branche der Interaktiven Händler ist der Zeitpunkt optimal gewählt. Viele Händler stehen schon in den Startlöchern und blicken gerade nach dem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft des letzten Jahres den kommenden Monaten gespannt entgegen.

Wir dürfen hierbei auch nicht vergessen, dass schließlich schon seit Anfang September die Lebkuchentürme in den Supermärkten stehen. Das Weihnachtsfest ist schon wieder näher, als man denkt:)!

In verschiedenen Vorträgen wurden die aktuellen Trends für das diesjährige Geschäft vorgestellt. Aber auch auf das erfolgreiche interaktive Weihnachtsgeschäft des vergangenen Jahres wurde noch einmal ein ausführlicher Blick geworfen, bevor der bvh die Prognose für das Jahr 2011 bekannt gab.

Das Weihnachtsgeschäft macht erfahrungsgemäöß 20 Prozent des Gesamtjahresumsatzes des Interaktiven Handels aus. Laut der aktuellen Hochrechnung erwartet der bvh daher:

- 6,4 Milliarden Euro Umsatz für das Weihnachstgeschäft 2011 im gesamten Interaktiven Handel.
- 4,2 Milliarden Euro anteiligen Umsatz im E-Commerce.

Als Topseller werden auch in diesem jahr wieder Textilien, Elektronik, Schmuck, Bücher und Spielzeug gehandelt. Besonders hervor sticht aber seit dem vergangenen Jahr der Geschenkgutschein. Fast jedes zweite Geschenk unter dem Weihnachtsbaum ist mittlerweile ein Gutschein.


Ist der Katalog ein Buch?

verfasst am 17.10.2011 von Christoph Wenk-Fischer


Gestern ging die Frankfurter Buchmesse 2011 zu Ende. Mich hat weniger das diesjährige Gastland interessiert, als der Blick über den Tellerrand, der Umgang der Verlagsbranche mit den gar nicht mehr so Neuen Medien. Für unsere Branche, den Interaktiven Handel, sagen die die aktuellen Quartalszahlen folgendes:

Der E-Commerce-Anteil beträgt im B2C-Bereich 63,6 %, was einem Volumen von 5,15 Mrd. Euro im 3. Quartal 2011 entspricht. Sein Anteil wird in 2011 um 15 % wachsen. E-Commerce ist und bleibt der Wachstumsmotor für unsere Branche und den Einzelhandel insgesamt! Dies war auch das eindeutige Fazit unserer gerade beendeten Branchenveranstaltung in Wiesbaden.

Und wie sieht es nun in der "Nachbarbranche" Buchhandel aus?

Die Frankfurter Allgemeine schreibt in ihrem Fazit zur Buchmesse von einer "völlig verunsicherten Branche"

Der Tagesspiegel allerdings rät zur Entspannung, denn wichtiger als die Vertriebsform seinen doch die Inhalte, die die Branche nach wie vor liefere.

Die Tageszeitung jedoch meint auf ihrer Kulturseite heute, dass es "... derzeit nicht nur einen Strukturwandel weg vom gedruckten Buch hin zum EBook gibt, sondern längst auch einen weg von der Kulturzeitschrift zum schnell gestrickten Sachbuch." So toll sind die Inhalte dann doch wohl nicht?

Aber wie ist es mit der Akzeptanz von EBooks gegenüber dem gedruckten Buch? Ist das Lesen auf Papier nicht leichter? Dazu hat die  -nomen est omen- Gutenberg-Universität Mainz eine Studie gefertigt. Deren Ergebnis macht den Erneuerern Mut: Leichter lesen im gedruckten Buch? Ein Mythos!

Mal sehen also, ob nun nach der Messe tatsächlich das eintritt, was PWC letztes Jahr im September prophezeit hat: ein goldenes Zeitalter für EBooks?

Fakt (und nicht nur Prognose) ist nach der GfK jedoch, dass der EBook-Markt in Deutschland noch weit davon entfernt ist, ein Massenmarkt zu sein.

Damit unterscheiden sich Verlags- und unsere Branche also signifikant: Bei uns ist ECommerce ein Massenmarkt und die Nutzung der Neuen Medien Tagesgeschäft. Ganz besonders spannend finde ich dabei, dass es die Unternehmen des Interaktiven Handels, ganz vorne Weltbild und Amazon sind, die daran arbeiten, den Neuen Medien zum Durchbruch zu verhelfen - und nicht die Verlage!


Und hier ein PS von SPIEGEL ONLINE am 18.10.2011: "Amazon startet Offensive gegen Verlage"

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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