What happens in Google, stays in Google

verfasst am 17.11.2011 von Martin Groß-Albenhausen


Wie Amazon inzwischen zum Verleger wird und damit die ehemaligen Lieferanten angreift, verlangt die Suchmaschine Google den „Major Brands“ im Musikgeschäft ab sofort viel ab. Einerseits haben sich die EMI, Sony Music und Universal wie auch viele Independent Label dem Mittwoch nach vorgestellten „Google Music“ Cloud-Dienst angeschlossen. Für sie ist Google Music eine Vertriebsplattform wie iTunes oder MusicLoad.

Andererseits ist mit dem „Artist Hub“ ein Konzept eingebaut, durch das Musiker ohne Label direkt an ihre Fans verkaufen können.
Das Konzept folgt klar Googles Maxime, dass die Zukunft schnell, mobil und sozial sein wird. Google Music bietet aktuell 7 Mio. Musiktitel, bis zu 13 Mio. sollen es in Kürze werden. Jeder Nutzer kann seine digitale Musiksammlung in die Cloud hochladen - dauerhaft kostenlos bis zu 20.000 Songs. Diese Lieder kann er via Stream in hoher Qualität von beliebigen Endgeräten abrufen - auf dem Smartphone, dem PC, dem Multimedia-Gerät im Wohnzimmer.

Neue Songs kann er direkt im AndroidMarket oder im MusicManager kaufen. Herunterladen entfällt, die Musik wird lediglich in der Wolke freigeschaltet. Wenn ein Nutzer ein Album oder einen Titel kauft, kann er dies im GooglePlus-Netzwerk seinen Freunden bekannt machen. Diese können den gesamten Titel oder auch das komplette Album aus dem GooglePlus-Posting heraus anhören - kostenlos. Und dann per Klick kaufen. Schnell, mobil, sozial.

Nicht ganz so sozial ist das für die Musikhändler. Und es ist eine Warnung an alle Interaktiven Händler. Denn die Händler bleiben in der Rechnung außen vor. Google zeigt mit GoogleMusic erstmals, wie eine Suchmaschine einen kompletten Handelskreislauf abbilden kann - von der Musikproduktion im „Artist Hub“ über Angebot, Werbung und Vertrieb bis zu Zahlung und Lieferung. Wann die großen Labels aus der Gleichung fallen, ist noch offen. Sie haben - noch - ihre Berechtigung.

Für die Interaktiven Händler sind die Suchmaschinen wichtige Partner. Die Social Networks werden es. Aber es wird gefährlich, wenn der Zugang zu den Kunden nur noch über solche "fremden Netze" möglich ist, die man nicht kontrollieren und Händler ausschließen können.

•    Die Interkativen Händler erleben es mit der neuen Google Produktsuche, bei der sie ohne Marken schlechte Platzierungen haben. Wie sollen da noch die besser kalkulierten Eigenmarken reüssieren?
•    Apple hat mit der Sprachsuche "Siri" erstmals einen intelligenten Agenten geschaffen - aber wird er die Sprache der Interaktiven Händler mit ihren Produktnamen kennen und in die Antwortliste     aufnehmen?
•    Derzeit müssen Verleger schon hohe Provisionen für iPad-Abos an Apple zahlen - wie hoch wird einmal die Vermittlungsgebühr für Käufe in der App sein?
•    Facebook erlaubt neuerdings dem Betreiber einer Fanseite nur noch erschwert, die Namen seiner Fans Stück für Stück anzusehen - vom Listenexport ganz zu schweigen.
•    Dass eBay systematisch fast jeden rechtlichen Hebel für sich reserviert, der überhaupt einen direkten Kundenkontakt möglich macht, ist Bestandteil der Akquisitionsstrategie: Der Händler hat bald nur noch eine Beziehung zu PayPal.
•    Und wenn Amazon eigene Packstationen in allen deutschen Städten aufstellt (getestet in England), dann bekäme der Händler nicht mal mehr eine Klaradresse für die Lieferung.

Die Interaktiven Händler müssen heute mehr denn je direkte Bande zu ihren Kunden knüpfen. Um das Sprichwort zu missbrauchen: "What happens in Google, stays in Google". Wenn Google die e-Mail-Adressen (wie Facebook) mit GooglePlus verbindet, wird auch dieser elektronische direkte Kontakt potentiell in Frage gestellt. Darum hat ein unabhängiger Carrier seine Berechtigung und Zukunft: Das gedruckte Werbemittel, transportiert von einem Postdienstleister.



REMINDER: bvh-Benchmark-Studie „Logistik im Versandhandel“ / 2. bvh-Logistiktag

verfasst am 16.11.2011 von Florian Seikel

Noch einmal möchten wir Sie darauf aufmerksam machen, dass nun der Erwerb der fertigen Benchmark-Studie „Logistik im Versandhandel“ möglich ist. In der Studie finden Sie den gesamten Fragenkatalog wieder. Auch umfasst das Benchmark die Zusatzerhebung zum Fragebogen. Die Auswertung erstreckt sich auf fünf Bereiche (Personal, Sendungsfakten, Lager und Kommissionierung, Retouren und Versandausgang). Zu jedem Bereich werden Kernaussagen getroffen und am Ende die Schlüsselerkenntnisse noch einmal explizit zusammengefasst. Durch ein Stichwortverzeichnis ist die Studie leicht zu handhaben.
Allgemein ist Gegenstand der Studie die Darstellung und Analyse der Logistik in Versandhandelsunternehmen unter aufbau- und prozessorganisatorischen Gesichtspunkten sowie unter Leistungs- und Kostenaspekten.
Durch die klaren Übersichten besteht für alle Interaktiven Händler die Möglichkeit, ihre eigenen Kennzahlen in den jeweiligen Bereichen, ebenfalls einem direkten Benchmark zu den Studienteilnehmern zu unterziehen.
bvh-Mitglieder und bvh-Preferred Business Partner können das Benchmark jetzt zu einem Vorzugspreis von 200,- Euro bestellen. Nichtmitglieder zahlen 460,- Euro. Die Benchmark-Studie können Sie entweder auf der bvh-Homepage durch das Ausfüllen des hinterlegten Bestellformulars, oder direkt bei Florian Seikel bestellen.

Außerdem findet am 26. Januar 2012 der 2. bvh-Logistiktag im Ludwig-Erhard-Haus in Berlin statt. Eine separtate Einladung und eine ausführliche Agenda werden folgen. Für Themenvorschläge sind wir Ihnen dankbar. Sie können sich hierbei direkt an Florian Seikel wenden.

Die E-Rechnung

verfasst am 14.11.2011 von Katrin Triebel


Rechnungsversand per E-Mail durch Steuervereinfachungsgesetz 2011

Die Gesetzesneufassung gilt rückwirkend ab dem 1. Juli 2011 und sieht eine Änderung des § 14 Abs. 1 und 3 UstG vor, die elektronische Rechnungen zulässt, die per E-Mail, im EDI-Verfahren, als PDF-oder Textdatei und per Fax gesendet oder empfangen werden.

Elektronische Rechnungen sind durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 bspw. auch ohne Signatur zum Vorsteuerabzug berechtigt und es werden Möglichkeiten erweitert, die die Echtheit der Herkunft, Lesbarkeit, und Unversehrtheit der Rechnung garantieren.

Dem Rechnungsempfänger obliegt es, die elektronische Rechnung zu prüfen, ob er z.B. zu deren Begleichung verpflichtet ist.

Was die Aufbewahrungspflicht angeht, ändert sich für die Unternehmen wenig. Elektronisch empfangene Rechnungen müssen auf einem Datenträger in einem Format, das keine Änderungen mehr zulässt, gespeichert werden.

Für Unternehmen werden damit ab sofort keine bestimmten Verfahren für die Anerkennung von Rechnungen mehr vorgeschrieben.

Kippt das Safe Harbor-Abkommen?

verfasst am 11.11.2011 von Christoph Wenk-Fischer


Als sich Anfang der Woche die deutsche Verbraucherschutzministerin Aigner mit der EU-Verbraucherschutzkommisarin Reding trafen, ging es um Datenschutz. Die EU arbeitet an einer neuen Datenschutz-Richtlinie, die deren Vorgängerin aus dem Jahre 1995 ablösen soll. Viel hat sich seitdem getan; in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht: E-Commerce wurde alltägliches Massengeschäft und das Internet der wichtigste technische Kommunikationskanal in einer "globalisierten" Welt. So kam bereits vor der Jahrtausendwende die Erkenntnis, dass Datenschutz nicht vor Länder-, aber auch nicht vor EU-Grenzen Halt macht. "Houston, wir haben ein Problem!" hieß es und so wurde ein Abkommen zwischen der EU und den USA ausgehandelt, um Datentransfer aus der EU in die USA weiterhin zuzulassen - das sogenannte "Safe Harbor Abkommen". US-Unternehmen, die sich verpflichten das in dem Abkommen vorgegebene Schutzniveau einzuhalten (Selbstzertifizierung), dürfen seitdem weiter personenbezogene Daten aus der EU exportieren.

Mit dem Aufstieg von APPLE, GOOGLE, FACEBOOK, AMAZON & Co. ist diese Regelung in Europa besonders in die Kritik geraten. Der Selbstzertifizierung wird allerdings schon seit Inkrafttreten des Abkommens misstraut - vergl. Tätigkeitsbericht 2000 des ULD. Der Düsseldorfer Kreis ist z.B. der Ansicht, dass deutsche Unternehmen sich für den Export personenbezogener Daten in die USA nachweisen lassen müssen, dass die Safe Harbor-Grundsätze tatsächlich eingehalten werden.

Weiter gehen jetzt Frau Aigner und Frau Reding und stellen die Regelung insgesamt infrage. Sie sind gemäß ihrer gemeinsamen Pressemitteilung der Ansicht, dass bei der Neuregelung des EU-Datenschutzes festgelegt werden soll, "... dass Unternehmen, die ihre Dienste an europäische Verbraucher richten, direkt dem Europäischen Datenschutzrecht unterliegen sollten. Wer sich nicht daran hält, sollte keine Geschäfte in unserem Binnenmarkt machen dürfen. Dies gilt auch und vor allem für Soziale Netzwerke, deren Nutzer in der EU wohnhaft sind. Wir müssen sicherstellen, dass sich diese Netzwerke an EU-Recht halten und dass EU-Recht angewendet wird, selbst wenn sich die Anbieter außerhalb der EU befinden, oder Daten in sogenannten 'Clouds' speichern."

Der Entwurf für eine neue EU-Datenschutz-Richtlinie ist für Anfang nächsten Jahres angekündigt. Die Verhandlungen darüber werden also sicher nicht nur rein innereuropäisch zwischen Kommission, Rat, Parlament und den üblichen Institutionen, Wirtschaftsverbänden sowie Datenschützern stattfinden.

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

  • loading Twitter...
  • weiter
Jahresbericht 2016

Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

Wir bilden aus

Kooperierende Verbände

  • GEA
  • BVDWBVDW
  • BVDVABVDVA
  • Bundesverband Druck und Medien e.V.Bundesverband Druck und Medien e.V.
  • Verband Internet Reisevertrieb e.V.Verband Internet Reisevertrieb e.V.
  • Media.net berlinbrandenburgMedia.net berlinbrandenburg
  • Hamburg@WorkHamburg@Work
  • AVE Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V.AVE Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V.
  • TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit e.V.TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit e.V.
  • Total Equality & DiversityTotal Equality & Diversity