Die "Button-Lösung" für Online-Händler - überflüssig wie ein Knopf?

verfasst am 26.08.2011 von Christoph Wenk-Fischer


Ein Handels-Verband ist per Pressemitteilung mit Lob für die neue Button-Lösung, die das Bundeskabinett jüngst verabschiedet hat, vorgeprescht.

Ich finde, dass aus Sicht des E-Commerce eine differenziertere Betrachtung nötig ist: Die Buttonlösung für Warenlieferungsverträge war und ist unserer Meinung nach absolut unnötig und damit juristisch betrachtet "unverhältnismäßig". Der Verbraucher wird durch das schon vorhandene zweiwöchige Widerrufs- und Rückgaberecht, das es nur im Fernabsatz, wie Online- und Versandhandel gibt, hinreichend vor Übereilung und Überrumpelung geschützt. Viele Interaktive Händler gewähren darüber hinaus noch wesentlich längere "Money Back"-Garantien oder einen "Kauf auf Probe". So kann sich der Käufer von Waren im Internet  über einen Zeitraum von zwei (bei "Kauf auf Probe" regelmäßig dann insgesamt vier) Wochen überlegen, ob er die Ware behalten und an den Vertrag gebunden sein möchte.

Und: Durch den Gesetzentwurf werden unseriöse Dienstleister und seriöse Online-Händler völlig undifferenziert über eine Kamm geschoren. Zudem wird eine innovative, wachsende und beschäftigungsstarke Branche, die für einen Großteil des Wachstumserfolges im Einzelhandel insgesamt verantwortlich ist, ohne Grund unter "Generalverdacht" gestellt. Ich finde, es ist an der Zeit, den E-Commerce als ganz normalen, alltäglichen Bestandteil der Geschäfte des täglichen Lebens zu akzeptieren. Ohne zu bagatellisieren: Nur weil einzelne Läden Ihrer Preisauszeichnungpflicht vielleicht nicht immer vollständig nachkommen, verlangt doch auch niemand, dass die Kunden an der Ladenkasse noch einen "roten Knopf" mit der Aufschrift: "zahlungspflichtig einkaufen"  drücken - oder?

Die aktuelle Fassung des Regierungsentwurfs ist m.E. jedoch als Kompromiss so auch für die Online-Händler tragbar: Die Informationen wie Vertragsdauer, Preis und Versandkosten müssen nicht mehr - wie im ersten Gesetzesentwurf aus dem Herbst - zweimal dargestellt werden, ein zusätzlicher Bestätigungsschritt des Kunden entfällt. Gegen den ursprünglichen "Doppelklick" hatte sich der bvh vehement gewehrt. Stattdessen müssen die gängigen Warenkorbsysteme lediglich bezüglich der Beschriftung des Bestellbuttons verändert werden. Dieser Button muss zukünftig mit den Worten "zahlungspflichtig bestellen" oder einer ähnlichen Formulierung beschriftet werden. Diese Änderung verursacht für die Online-Händler einige Kosten, die jedoch gegenüber dem, was drohte, wohl noch überschaubar sind.

Die Buttonlösung ist auch in der vom Europäischen Parlament verabschiedeten Fassung der europäischen Verbraucherrechte-Richtlinie enthalten und wird daher in Kürze auch in ganz Europa gelten. Daher würde durch diese vorzeitige Regelung auch keine Ausnahmeregelung für deutsche Online-Händler geschaffen - das europäische Gleichgewicht bleibt gewahrt.

Aber jubeln kann ich für die Online-Händler darüber nicht.

Christoph Wenk-Fischer

Zuständigkeit der Landesdatenschutzbehörden für Bußgeldbescheide bei Verstößen gegen das Telemediengesetz

verfasst am 25.08.2011 von RA Niko Härting


Es ging groß durch die Presse: Thilo Weichert, der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte droht Unternehmen, die den Facebook "Gefällt mir-Button" oder "Fan-Seiten" nutzen mit rechtlichen Schritten.

In einem 25-seitigen Arbeitspapier des ULD Schleswig-Holstein (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz), wird insbesondere die Vereinbarkeit des Facebook "Gefällt mir"-Buttons mit dem geltenden Datenschutzrecht angezweifelt und mit Bußgeld gedroht. Andere Datenschutzbeauftragte haben angekündigt ebenso zu verfahren. Daher stellt sich die Frage, ob die Datenschutzbehörden der Länder überhaupt zuständig sind, Bußgeldbescheide nach dem einschlägigenTelemediengesetz zu erlassen.

Für eine solche Zuständigkeit der Landesdatenschutzbehörden bedarf es einer landesrechtlichen Gesetzesgrundlage. Lediglich folgende Bundesländer haben jedoch entsprechende Vorschriften erlassen:

  • Bayern (§ 11a ZuVOWiG)
  • Bremen (§ 63 BremLMG)
  • Hamburg (Abs. IV Anordnung über Zuständigkeiten auf dem Gebiet des Rundfunkwesens)
  • Hessen (§ 24 HDSG)
  • Nordrhein-Westfalen (§ 34 DSG NRW)
  • In Baden-Württemberg ist das Regierungspräsidium Karlsruhe zuständig (§ 4 OWiZuVO )

In allen anderen Bundesländern, in denen keine Spezialnormen bestehen, ist nicht der Datenschutzbeauftragte, sondern die jeweilige oberste Landesbehörde (zumeist das Innenministerium) zuständig:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen
  • und auch in Schleswig-Holstein!

Für weitere Hinweise siehe unter: www.haerting.de sowie meinen neuen Beitrag für die CR. Dort erfahren sie, warum das Vorgehen der ULD verfassungswidrig ist.

RA Niko Härting 

Unser bvh-Blog startet

verfasst am 25.08.2011 von Christoph Wenk-Fischer


Liebe Freunde und Partner des bvh,

Aufgabe des bvh ist es, die Interessen des Interaktiven Handels zu artikulieren - für unsere Mitglieder und Partner und gegenüber Medien, Öffentlichkeit und Politik. Das tut der bvh schon lange.

Besonders seit Ende letzten Jahres und unserem Umzug nach Berlin ist zudem ein neuer, frischer Wind zu spüren: Wir sind aktiver in unserer Kommunikation und haben mehr zu sagen. Gleichzeitig werden wir auch immer mehr und besser gehört und als kompetenter Ansprechpartner von Politik und Medien in der Bundeshauptstadt genutzt.

Zu unserer neuen Website (die jetzt auch unter www.bvh.info zu erreichen ist), dem wöchentlichen Newsletter, dem werktäglichen bvh-Newsflash, dem bvh-Twitter-Feed (http://twitter.com/#!/versandverband, den Interviews, Pressemitteilungen und -konferenzen kommt ab heute ein neuer und interaktiver Kommunikationskanal hinzu: der bvh-Blog.

Hier werden wir künftig selbst über Interessantes aus der Welt des Online- und Versandhandels berichten und Wichtiges kommentieren. Zudem werden wir auch kompetenten Gästen dies Fenster für Ihre Sicht auf unsere erfolgreiche und innovative Branche öffnen. 

Ich freue mich darauf und vor allem auf Ihr Feedback, Ihre Anmerkungen und Ihre Kommentare, damit der bvh-Blog ein lebendiges, aktiv genutztes und vielfältiges Medium des bvh wird.

Beste Grüße

Ihr

Christoph Wenk-Fischer

 

 

verfasst am 29.09.2011 von Christin Schmidt

Unsere aktuellen Studienergebnisse belegen: Die Bedeutung des Interaktiven Handels nimmt stetig zu – Ein Drittel der Bundesbürger kauft lieber im Online- und Versandhandel ein

Die Zahlen des Interaktiven Handels 2011 sprechen bisher für sich. Sowohl das erste als auch das zweite Quartal erwiesen sich als umsatzstark. In der kommenden Woche stellen wir die aktuellen Zahlen für das dritte Quartal 2011 vor und werden auch die neue Hochrechnung für das Gesamtjahr 2011 präsentieren.

Im Sommer hatten wir mit der CEG Creditreform Consumer GmbH eine Sonderbefragung zum Themenfeld „Einkaufspräferenzen im Online- und Versandhandel sowie im Einzelhandel“ druchgeführt. Die Teilnehmer der Studie wurden dieses Mal konkret befragt, welche Artikel sie lieber im Online- und Versandhandel einkaufen. Hierfür wurden die relevanten Warengruppen benannt. Die Befragung basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Online-Umfrage bei Personen zwischen 18 und 69 Jahren. die aktuellen

Die nun vorliegenden Studienergebnisse belegen einmal mehr den Positivtrend des Interaktiven Handels. Aber lesen Sie bitte selbst:

1. Der Interaktive Handel gewinnt bei den deutschen Verbrauchern kontinuierlich an Bedeutung. Die aktuelle Befragung verdeutlicht, dass mittlerweile bereits über ein Drittel aller Bundesbürger bei bestimmten Produkten oder Produktgruppen den Einkauf im Online- und Versandhandel gegenüber dem Kauf im stationären Handel bevorzugen.

2. Bei der genauen Betrachtung einzelner Produktbereiche zeigt sich im Vergleich von Online- und Versandhandel zum klassischen Einzelhandel ein deutlicher Unterschied: Der Kaufanteil im Online- und Versandhandel liegt gerade bei Unterhaltungselektronik, Medien, Bild- und Tonträgern, aber auch Telekommunikation, Handy und Computer schon deutlich über der 50-Prozent-Marke.

Wir finden, dass der Anteil der technik-und unterhaltungsaffinen Warengruppen im Vergleich zum klassischen Einzelhandel schon beeindruckend hoch ist. Mehr als jeder Zweite kauft solche Artikel bevorzugt im Interkativen Handel und nicht mehr im stationären Geschäft ein. Das zeigt ganz besonders das Vertrauen der Kunden in die Qualität, den Service und die Sicherheit der Interaktiven Händler.

Auch Spielwaren, Bekleidung und Medikamente werden mittlerweile mit einem Anteil von weit über 30 Prozent bevorzugt im Interaktiven Handel eingekauft.

3. Und wie sieht aktuell der typische Käufer im Interaktiven Handel aus?
Bei der aktuellen Untersuchung haben wir herausgefunden, dass der Anteil der männlichen und weiblichen Käufer im Online- und Versandhandel  fast ausgeglichen ist. Auch Personen mit knappem Zeitbudget und solche unter 40 Jahren kaufen verstärkt im Interaktiven Handel ein. Die Affinität zu technischen Produkten liegt eher bei den männlichen Käufern. Frauen liegen beim Einkauf von Textilien, Spielwaren oder Medikamenten im Interaktiven Handel vorne.

 

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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Jahresbericht 2015

Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2015. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

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