Geschichten um das Energieverbrauchskennzeichnungsrecht

verfasst am 02. Dezember 2011 von Florian Seikel


In den letzten Tagen hatten Verbände die Möglichkeit zum Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung des Energieverbrauchskennzeichnungsrechts
zur Umsetzung der Richtlinie 2010/30/EU und Anpassung der nationalen Bestimmungen an die Verordnung (EG) Nr. 765/2008 Stellung zu beziehen.

Dieses Angebot hat auch der bvh wahrgenommen.
Dabei fiel uns auf, dass eine Arbeitshilfe für den Interaktiven Handel durchaus sinnvoll wäre. Im Moment trifft man in der Praxis auf Hindernisse, die es einem kaum möglich machen, die abverlangten Pflichtangaben nach EnVKV zu erkennen. Dies kann hier an einem Beispiel eines Interaktiven Händlers dargestellt werden, der einen Haushaltsgeschirrspühler verkaufen möchte:
 
Um rechtskonform zu agieren, müsste der Versender in § 5 EnVKV nachschlagen und würde auf Anlage I verwiesen werden. Anlage I Ziff. 6 verweist ihn dann auf die Spalte 5 der Tabelle zu Anhang I. In Spalte 5 wird der Versender sodann auf RL 97/17/EG Anhang III verwiesen. Darin finden sich indes nur Pflichtangaben für Druckerzeugnisse. Nun müsste der Versender wieder auf § 5 EnVKV zurückspringen und Anlage 2 der EnVKV konsultieren, die ihn im Falle des Haushaltsgeschirrspülers auf die EU-VO Nr. 1059/2010 verweist. Erst wenn dem Versender die durch Art. 4 lit. b) der VO abverlangte Subsumtion gelingt, wird er erkennen, dass die für ihn relevanten Pflichtangaben sich allein in Anlage IV der VO befinden.
Vor noch gravierendere Probleme wird der Versender gestellt, wenn die für das jeweilige Produkt relevante Richtlinie, auf welche Spalte 5 der Tabelle zu Anhang I verweist, andere Pflichtangaben also die EU-VO nach Anhang II fordert. Dies ist beispielsweise bei Haushaltskühlgeräten der Fall. Anhang III der RL 94/2/EG in der Fassung nach RL 2003/66/EG regelt den Inhalt und Reihenfolge der Pflichtangaben für den Interaktiven Händler. Inhalt und Reihenfolge der Pflichtangaben für den selben Fall regelt aber auch Anhang V der EU-VO 1060/2010.
Woher soll der Versender wissen, welche der regelnden Vorgaben die relevanten sind.

Außerdem könnte man in diesem Zusammenhang weiter Fragen aufwerfen, die für die Branche sicher eine hohe Relevanz besitzen:

Was genau fällt unter die Definition „Fernsehgeräte“ im Sinne des Art. 2 der VO 1062/2010/EU? Fallen hierunter lediglich klassische Fernsehgeräte, oder auch solche Geräte, mit denen ein Abruf von TV (z.B. über IP-TV) möglich ist oder sogar Laptops, PCs, Tablets, Smartphones und mobile Spielekonsolen, sofern diese Geräte vorwiegend zur Wiedergabe von unterhaltenden Audio- und Videoinhalten genutzt werden?

Fallen unter den Begriff „Videomonitor“ im Sinne des Art. 2 der VO 1062/2010/EU auch PC-Bildschirme, soweit sie einen der in der Vorschrift genannten Standards unterstützen?

Sicher gibt es nicht nur interessante Fälle, Geschichten und Fragen im Energieverbrauchskennzeichnungssrecht.  Haben Sie ähnliche Erfahrungen in anderen Bereichen sammeln können? Gerne hören wir von Ihren Geschichten.

It's the Customer, stupid!

verfasst am 1. Dezember 2012 von Martin Gross-Albenhausen


Der amerikanische Database-Experte Kevin Hillstrom hat gestern in einem seiner fabelhaften Twitter-Folgeposts einen wichtigen Unterschied aufgezeigt: Optimieren wir die Conversion oder die Kundenbeziehung?

Hier die acht Tweets von Kevin in der richtigen Reihenfolge:

1/8 Have you read some of the stuff circulating about Cyber Monday? What you read is a subset of what I call a "conversion relationship".

2/8 A "conversion relationship" focuses on a point-in-time, success or failure only depends upon that point in time.

3/8 A "customer relationship" is the opposite of a conversion relationship. Here, you seek to treat the customer well, over time.

4/8 Our systems are designed to optimize conversion relationships. We don't care who bought on Cyber Monday, only that sales grew.

5/8 Those who measure customer relationships care deeply about the impact of Cyber Monday on customer behavior in the next 1-2 years.

6/8 If you want to maximize a conversion, you willingly ignore profit, both short-term and long-term. You almost have to ignore profit.

7/8 If you want to maximize a customer relationship, you compromise big opportunities in the short term, so that the relationship grows.

8/8 Most of what you read optimizes a "conversion relationship". Outstanding profitability requires optimizing a customer relationship.

(Kevins Tweets sind so wertvoll, dass jeder ihn unter @minethatdata followen sollte.)

Die Sache mit dem Cyber Monday ist für US-Anbieter wesentlich wichtiger als für die interaktiven Händler in Deutschland. Aber im Kontext einer Customer Journey sind einige Fragen zu beachten, die auch für uns gelten. Vor allem eine: Was kommt nach der Conversion?

  1. Das erste vom Kunden gekaufte Produkt verrät schon viel über seinen Typus. Katalog-Marketer haben gezielt Frequenz-Produkte eingesetzt, wenn sie die Datenbank mit frischen Adressen füllen wollten. Frequenz-Produkte optimieren die Conversion. Das gilt auch im B2B, wo es typische Akqui-Angebote gibt (Kopierpapier o.ä.).
  2. Wenn ich den Kunden mit einem Fequenz-Produkt angesprochen habe, und er dennoch nicht gekauft hat - aber auf meiner Seite war - dann greifen bei vielen Händlern die Retargeting-Maßnahmen. Aber welche Produkte werden dort gezeigt? Sind es stets Frequenz-Produkte? Oder solche, die sich dafür einfach nicht eignen, weil sie zu komplex oder preislich zu kritisch oder vielleicht aus Marken-Gesichtspunkten nicht geeignet sind?
  3. Sind die Produkte, die ich in meinen weniger kauforientierten Kanälen vorstelle, Frequenz-Produkte oder beliebig gewählt? Die Logik sagt, dass bei einem ohnehin schon weniger kauforientierten Kunden die Hürde so gering wie möglich sein sollte.
  4. Wie sieht eigentlich die Recommendation-Strategie für Conversion-optimierte Produkte gegenüber solchen aus, die eindeutig nicht über Preis, Promotion, "Must-have" getriggert werden?
  5. Und natürlich: clustere ich meine Neukunden schon nach dem Faktor "P", nicht nur nach RFM?

An den Anfang jeder Kundenbeziehung gehört die Conversion-Optimierung. Die eigentliche Arbeit fängt danach an. Dass ich auf dem Produkt so rumreite, hat deshalb einen einfachen Grund: Es ist der Kern des Angebotes, und wenn ich dort falsch auswähle, wird der Weg zu einer "Customer-Optimization" für mich immer länger. Welche Marke, welches Produkt, welcher Preis, welcher Zeitpunkt, welche Zielgruppe - alles das sind strategische Fragen, die in den ersten Akquisitionsschritt einbezogen werden sollten, weil sie den Lifetime Value beeinflussen.

Nachhaltigkeit in der Regionalpolitik nach 2013

verfasst am 30.11.2011 von Katrin Triebel

 

Ende November habe ich am Workshop "Nachhaltigkeit in der EU-Regionalpolitik nach 2013", der von EurActiv.de in Berlin ausgerichtet wurde, teilgenommen.
Es referierten Teilnehmer aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft darüber, wie der Stellenwert „Nachhaltigkeit“ in der EU-Regionalpolitik 2014 bis 2020 erhöht werden kann.

Auf dem Podium analysierten dazu Günter Raad (Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt), Elisabeth Schroedter (Europäisches Parlament), August Ortmeyer (DIHK) und Peter Torkler (WWF) die Vorschläge zu den Struktur- und Kohäsionsfonds 2014 bis 2020.
Demnach sind mit ca. 370 Milliarden Euro auch für die nächste Finanzierungsperiode mehr als ein Drittel des vorgeschlagenen EU-Haushalts für Struktur- und Kohäsionspolitik geplant, die für folgende Fonds eingesetzt werden sollen –
für den:
•    Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für Infrastrukturmaßnahmen wie Straßenbau und Unternehmensinvestitionen,
•    Europäischen Sozialfonds (ESF) für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen,
•    Kohäsionsfonds für Investitionen im Bereich Verkehr und Umwelt in den weniger entwickelten Mitgliedstaaten
Ist Nachhaltigkeitspolitik ein EU-Strategiethema oder auch schon heute für uns von Bedeutung?

In Beantwortung dieser Frage fand ich die Feststellung von Herrn Raad interessant, nämlich dass wir heute schon das 3-4fache an Ressourcen verbrauchen, als unser Planet hergibt. Somit ist absehbar, dass die Ressourcen knapper und teurer werden und es Folgen für Konsumenten und Produzenten hat. Also ist das Thema schon heute mit einem Bewusstseinswandel verbunden, der schon vor Jahren begonnen hat. Anstatt vom Output, der Produktion, her zu denken, muss schon heute vom Input, also von den natürlichen Ressourcen her gedacht werden.  

"Das Naturkapital – saubere Luft, sauberes Wasser, die Atmosphäre, etc. – gab es früher für den Unternehmer kostenfrei oder zumindest günstig. Das hat sich geändert. Die alte Frage: 'Wo bleiben die Rohstoffe (Input), damit meine Produktion (Output) fortgesetzt werden kann?' muss umgedreht und vom Input her gedacht werden. Die neue Frage lautet also: 'Was kann ich produzieren mit den Ressourcen, die mir noch zur Verfügung stehen und die ich mir noch leisten kann?' Dieser Wechsel der Fragestellung ist aus meiner Sicht von fundamentaler Bedeutung", so Raad.

Und ich finde, darüber lohnt es sich, heute schon nachzudenken.

Deutschland und die Schweiz - Internethandel ohne Grenzen?

verfasst am 29.11.2011 von Christoph Wenk-Fischer


Heute fand hier in Berlin, aber per Internet-Livestreaming (Vielen Dank für die freundliche Unterstützung an die Deutsche Post/DHL) auch weltweit, der zweite Teil des "E-Commerce Cross Border-Tages Deutschland-Schweiz" statt. Härting Rechtsanwälte aus Berlin, Bühlmann Rechtsanwälte aus Zürich, der Schweizer Versandhandelsverband VSV und der bvh hatten sich dafür zusammengefunden, um Schweizer Unternehmen den deutschen Markt für Interaktiven Handel und deutschen Unternehmen diesen Schweizer Markt mit ihren jeweiligen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen vorzustellen. Unterstützt hat uns hier in Berlin auch die Schweizerische Botschaft.

In seiner netten Einleitung verwies Dr. Urs Hammer, der Gesandte der Schweizer Botschaft in Berlin, auf die guten und engen Beziehungen der beiden Staaten hin. Deutschland ist, wie er sagte, wirtschaftlich und politisch der wichtigste Nachbar der Schweiz.

Ich habe den wirtschaftlichen Rahmen und unsere aktuellen Zahlen zum Weihnachtsgeschäft und dem fast abgelaufenen Jahr 2011 vorgestellt.

Mein Kollege Patrick Kessler vom VSV stellte dann sehr lebendig, kurzweilig und anschaulich die Schweizer, ihre Befindlichkeiten und Einkaufs-Gewohnheiten im interaktiven Handel und den schweizerischen Markt vor.  

Im "Duett" waren dann gemeinsam die Rechtsanwälte Dr. Martin Schirmbacher und Lukas Bühlmann dran. Sie zeigten die rechtlichen Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten im deutschen und Schweizer Verbraucherschutz-, Datenschutz- und Vertragsrecht auf. Gut fand ich insbesondere, dass dabei ganz praktische Formulierungshilfen für z.B. Allgemeine Geschäftsbedingungen oder Widerrufsbelehrungen gegeben wurden, die für beide Länder gemeinsam geeignet sind. Und beneiden kann man die Schweizer für ihre - wie ich finde - juristisch oft viel klarere Denkweise und Sprache. Wo z.B. in der Schweiz ein Satz reicht, haben wir in Deutschland seitenlange Infopflichten ...

Komplizierter erscheint einem als Deutschen dann jedoch wieder der Umgang der Schweizer mit der Zollthematik. Deren Besonderheiten, wie Gewichtsverzollung statt Wertverzollung und vieles für das grenzüberschreitende Geschäft Wichtige erläuterte uns abschließend Rechtsanwalt Lukas Bühlmann.

Fragen der Teilnehmer bezogen sich dann auch schwerpunktmäßig auf Zollfragen, aber auch das Preisangabenrecht.

Raum zum Erfahrungsaustausch und individuelle Fragen blieb dann beim gemeinsamen Imbiss danach.

Mein Fazit: Nachdem schon der erste Teil der Veranstaltung vor gut einem Monat in Zürich ein großer Erfolg war, gilt dies auch für den heutigen Abend. Die Präsentationen der Teilnehmer und zusammengefasst die Beiträge des Abends als Video werden zeitnah auf die Websites der Veranstalter gestellt.

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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