"Zeitbombe Internet" - Furcht und Schrecken zu Weihnachten!

verfasst am 20.12.2011 von Christoph Wenk-Fischer


Und wieder wurde mir ein Buch zugeschickt: Joachim Gauck, Schirmherr  Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DI.VSI) und Matthias Kammer, dessen Direktor, schenkten dem bvh eine Sonderausgabe von "Zeitbombe Internet - Warum unsere vernetzte Welt immer störanfälliger und gefährlicher wird" von Thomas Fischermann und Götz Hamann (Gütersloh 2011). Danke, sehr nett! Ich traue mich nur nicht, es zu lesen - das Buch macht mir Angst!

Eigentlich bin ich nicht als besonderer "Schisser" bekannt, aber die Klappentexte und Teaser zu diesem Buch scheuen keinen Vergleich zu solchen schlimmster Splatter-Filme:

Die Autoren" ... zeigen die Vielfalt der Gefahren auf, die das Netz birgt, und führen die fortschreitende Entwicklung zur völligen Entblößung des Einzelnen vor Augen. In blindem Vertrauen riskieren wir unseren Wohlstand, unsere Grundrechte und die nationale Sicherheit. Es ist an der Zeit, die Infrastruktur unseres Lebens neu zu denken - ehe es wohlmöglich zu spät ist." Oder es heißt auf dem Rücktitel: "Gestern war es Paranoia - heute ist es Wirklichkeit ...". Das Inhaltsverzeichnis lässt mir kalten Schweiß ausbrechen: " 1. Warum die Bombe tickt, 2. Schreibtisch unter Dauerfeuer - Warum es heute gefährlich ist, einen Computer einzuschalten 3. Cyberkrieg im Heizungskeller - Wenn Hacker unseren Alltag ruinieren und die Infrastruktur gefährden 4. Die Mithörgesellschaft - Wie Facebook und Co. die Vertraulichkeit der Kommunikation abschaffen 5. Abhängig vom Supercomputer - Apple und Google übernehmen unser Leben ..." etc. Nee, dass kann ich nicht lesen, denn dann träume ich schlecht!

Aber vielleicht haben die beiden ZEIT-Redakteure ja wenigstens einen Vorschlag, wie die von ihnen beschworene Gefahr gebannt werden kann? Zunächst beklagen sie ab Seite 202 den Kontrollverlust der Politik, ein Versagen durch Unterlassen und malen das Gespenst einer neuen (Computer-)APO an die Wand, denn die Hacker seien längst auf dem Marsch durch die Institutionen. Dann kommt die Lösung ab Seite 243: "Die Zerlegung des Netzes" in einzelne nationale Netze, militärische und zivile Netze, kommerzielle und Infrastrukturnetze etc.

Auf Seite 246 kommt im letzten Satz des Buches schließlich die ultimative Lösung: "Solche Infrastrukturen, die wir für unseren Alltag dringend brauchen, bei denen es um Leben und Tod geht - sie müssen unwiderruflich vom Netz."

Na denn mal los! Hier gehts es zum Abschalten.


Entfesselte Daten

verfasst am 19. Dezember 2011 von Martin Gross-Albenhausen


Keine Angst - in diesem Blog geht es NICHT um Datenmissbrauch, es geht auch NICHT um die "Bedrohung" des Konsumenten, und es geht auch NICHT um die Frage, was man künftig noch speichern darf.

Es geht um den Gabentisch 2011 und was danach kommt. Außer Retouren.

Ob Weihnachten wirklich unter dem Christbaum entschieden wird, und ob es rot oder blau ausfällt, das sollen andere entscheiden. Sicher ist, dass Elektronik eine große Rolle spielen wird: Von Smartphones über Tablets zu Spielekonsolen und 3D-Fernsehern. Hybrid, breitbandig, interaktiv. Hoh-hoh-hoooh.

Dass diese neuen Geräteklassen eigene Shopping-Konzepte erfordern, wird keiner bestreiten. Doch wir sind an einem Punkt angekommen, an dem sogar die Konzerne ihre eigenen Visionen der Zukunft schneller kassieren als überhaupt neue Geschäftsmodelle entstehen können.

Microsoft zum Beispiel, derzeit trotz technologisch weiterhin extrem fortschrittlicher Software mit Skepsis betrachtet, zeigt jedes Jahr in Videos, wie neue Produkte das Leben verändern. Doch betrachtet man ein Video aus dem Jahr 2009, fühlt man sich in das Smartphone-Mittelalter zurückversetzt. Hätte man auf diese Vision gesetzt (und einige haben das getan), wäre man viele Erfahrungen reicher. Aber Umsatz? 

Radikal anders ist da die Vision des Jahres 2011. Hier geht es eigentlich nicht mehr um das Endgerät. Stattdessen wird alles zum Display: Die Brille, die Fensterscheibe, der Bilderrahmen. Auch so ein Video, das aus „Fakes“ besteht. Oder doch nicht?

Wenn man nur die Kategorie der Tablets ansieht, dann fällt schon auf, dass das neue Windows 8 einen ganz anderen Ansatz hat als die Android-Geräte und iPads. Die „Tiles“, also die Kacheln, sind anders als die Buttons schon in sich interaktiv. Heißt: Ein Versender könnte auf seiner Kachel einen permanent neue Produkte einspielen. Merchandising mit Hero-Offers, bisher nur über nervige Push-Nachrichten möglich.

Oder die Spielekonsole X-Box in Verbindung mit der Kinect. Für gerade Mal 150 Euro haben Anwender demnächst einen Sensor im Haus, der auf Handzeichen hin die unterschiedlichsten Prozesse anstößt. Licht an oder aus ist da nur das kleinste. Denn die neuen Sensoren sind so fein, dass sie sogar die Fingerbewegung exakt erkennen und so eine große Zahl unterschiedlicher Befehle verstehen.

Wer diese Visionen weiterspinnt, muss die Zukunft des Geschäftsmodells vor allem auf der Daten-Ebene sehen. Wenn schon die Datenorganisation für ein iPad ganz anders aussieht als für ein Win 8-Gerät, dann besteht die größte Herausforderung, jenseits der hart verdrahteten Displays zu denken.  Wir können nicht mehr auf die Logiken eines Gerätes abstellen.

Für den Jahreswechsel ist die Future Productivity-Vision von Gates und Ballmer eine wirkliche Inspiration.

Interaktiver Handel in Berlin - die aktuellen Umsatzzahlen

verfasst am 16.12.2011 von Christoph Wenk-Fischer

Frisch gedruckt, auf herkömmlichem Papier erhielten wir den "Konjunkturbericht - Zur wirtschaftlichen Lage in Berlin 3. Quartal 2011, Wachstumsprognose 2012", den der Berliner Wirtschaftssenator herausgibt.

Festgestellt wird ein überdurchschnittlicher Umsatzanstieg im Berliner Einzelhandel von 1,4 %, denn der entsprechende bundesweite Wert lag bei 0,6 %. Dies wird als Zeichen für die in Berlin günstige Konjunktur, die mit zunehmenden Beschäftigtenzahlen (+ 0,5 %) einhergehe, gesehen.

Für den "Einzelhandel außerhalb von Verkaufsräumen, dem u.a. der Online-Handel zugehört", wie es so schön heißt, wurde ein Umsatzanstieg um 16,2 % festgestellt (siehe Seite 7).

Insgesamt prognostiziert der Senat für Berlin in 2012 ein Gesamtwirtschaftswachstum von 1 % (siehe Seite 3).

Gastbeitrag Mister Spex: Weihnachtsgeschäft bei einem Online-Optiker ?

verfasst am 16.12.2011 von Jessica Vanscheidt


Sechzig Prozent der Deutschen haben eine Sehschwäche. Doch haben Sie schon mal eine Brille zu Weihnachten verschenkt? Wahrscheinlich nicht, denn sie muss für den Träger spezifische Eigenschaften erfüllen. Auch Kontaktlinsen findet man auf den Wunschzetteln eher selten. Schon etwas leichter hat man es beim Verschenken einer Sonnenbrille, die man um die Weihnachtszeit aufgrund des Klimas hierzulande allerdings selten benötigt.

Für einen Online-Händler wie Mister Spex, der sich auf genau diese Produkte spezialisiert hat, gibt es also kein Weihnachtsgeschäft, müsste nun die Schlussfolgerung lauten. Doch auch wir bei Mister Spex können durch kleine Anpassungen der Marketing- und PR-Strategie im Dezember regelmäßig mehr Umsatz und eine höhere Conversion des Online-Shops erzielen als in anderen Wintermonaten.

Wie die meisten Shops führen wir Geschenkgutscheine in unserem Sortiment. Diese bewerben wir zur Weihnachtszeit verstärkt. In diesem Jahr liegt im Dezember sogar jeder Bestellung ein 20-Euro-Geschenkgutschein bei, den unsere Kunden an einen Neukunden weiterverschenken können.
Neben Gutscheinen passen wir auch die Produktkommunikation an: Da Sonnenbrillen eher im Frühjahr und Korrektionsbrillen eher im Herbst nachgefragt werden, konzentrieren wir uns zum Jahresende auf einen Randbereich in unserem Sortiment, der mit dem ersten Schnee und den ersten Pfunden vor Weihnachten immer beliebter wird: Sport– und Skibrillen.

Ob Presseaussendung, Newsletter oder Rabattaktion - nun ist die richtige Zeit im Jahr, um Sport- und Skibrillen auch als Geschenktipp zu platzieren. Für alle Sportmuffel, die sich lieber auf den Frühling freuen, bewerben wir alternativ die Sonnenbrille als Weihnachtsgeschenk. Denn obwohl es zu dieser Jahreszeit eher ungewöhnlich erscheint, stieg die Nachfrage nach Sonnenbrillen im letzten Dezember um fast 40 Prozent an. Bei den Skibrillen konnten wir einen Umsatzsprung von 60 Prozent verzeichnen.

Natürlich reicht das Weihnachtsgeschäft eines Online-Optikers trotz dieser Maßnahmen nicht an die Umsätze anderer Branchen heran, aber auf einen kleinen Sprung in den Zahlen müssen wir auch ohne klassisches Weihnachtsgeschäft nicht verzichten.