Kippt das Safe Harbor-Abkommen?

verfasst am 11.11.2011 von Christoph Wenk-Fischer


Als sich Anfang der Woche die deutsche Verbraucherschutzministerin Aigner mit der EU-Verbraucherschutzkommisarin Reding trafen, ging es um Datenschutz. Die EU arbeitet an einer neuen Datenschutz-Richtlinie, die deren Vorgängerin aus dem Jahre 1995 ablösen soll. Viel hat sich seitdem getan; in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht: E-Commerce wurde alltägliches Massengeschäft und das Internet der wichtigste technische Kommunikationskanal in einer "globalisierten" Welt. So kam bereits vor der Jahrtausendwende die Erkenntnis, dass Datenschutz nicht vor Länder-, aber auch nicht vor EU-Grenzen Halt macht. "Houston, wir haben ein Problem!" hieß es und so wurde ein Abkommen zwischen der EU und den USA ausgehandelt, um Datentransfer aus der EU in die USA weiterhin zuzulassen - das sogenannte "Safe Harbor Abkommen". US-Unternehmen, die sich verpflichten das in dem Abkommen vorgegebene Schutzniveau einzuhalten (Selbstzertifizierung), dürfen seitdem weiter personenbezogene Daten aus der EU exportieren.

Mit dem Aufstieg von APPLE, GOOGLE, FACEBOOK, AMAZON & Co. ist diese Regelung in Europa besonders in die Kritik geraten. Der Selbstzertifizierung wird allerdings schon seit Inkrafttreten des Abkommens misstraut - vergl. Tätigkeitsbericht 2000 des ULD. Der Düsseldorfer Kreis ist z.B. der Ansicht, dass deutsche Unternehmen sich für den Export personenbezogener Daten in die USA nachweisen lassen müssen, dass die Safe Harbor-Grundsätze tatsächlich eingehalten werden.

Weiter gehen jetzt Frau Aigner und Frau Reding und stellen die Regelung insgesamt infrage. Sie sind gemäß ihrer gemeinsamen Pressemitteilung der Ansicht, dass bei der Neuregelung des EU-Datenschutzes festgelegt werden soll, "... dass Unternehmen, die ihre Dienste an europäische Verbraucher richten, direkt dem Europäischen Datenschutzrecht unterliegen sollten. Wer sich nicht daran hält, sollte keine Geschäfte in unserem Binnenmarkt machen dürfen. Dies gilt auch und vor allem für Soziale Netzwerke, deren Nutzer in der EU wohnhaft sind. Wir müssen sicherstellen, dass sich diese Netzwerke an EU-Recht halten und dass EU-Recht angewendet wird, selbst wenn sich die Anbieter außerhalb der EU befinden, oder Daten in sogenannten 'Clouds' speichern."

Der Entwurf für eine neue EU-Datenschutz-Richtlinie ist für Anfang nächsten Jahres angekündigt. Die Verhandlungen darüber werden also sicher nicht nur rein innereuropäisch zwischen Kommission, Rat, Parlament und den üblichen Institutionen, Wirtschaftsverbänden sowie Datenschützern stattfinden.

Ohne Smartphone "geht gar nicht"...

Verfasst am 10.11.2011 von Christin Schmidt


Ich traue mich kaum, darüber zu berichten, aber mittlerweile lebe ich schon seit 6 Jahren in unserer Hauptstadt und bin immer noch nicht in der Lage, mich räumlich in den Straßen Berlins zu orientieren.
Man muss wissen, ich bin begeistert von dieser Stadt, die mittlerweile mein Zuhause geworden ist und in der ich mich auch schon in den kleinsten Winkeln aufgehalten habe. Aber meist finde ich den Weg nur einmal dorthin , der zweite Besuch könnte kompliziert werden (meinen Heimkiez möchte ich ausnahmsweise davon ausschließen).

Doch vor etwa zwei Jahren konnte ich meine Orientierungslosigkeit mit der Anschaffung eines iPhones erfolgreich kurieren...- das dachte ich zumindest bis zu einem Tag in der vergangenen Woche: Mitten in einer kleinen Seitenstraße Kreuzbergs fiel mein Empfang wegen einer Netzstörung aus und ließ mich vollkommen orientierungslos in fremder Umgebung zurück!

Nachdem ich mir den Weg zur U-Bahn erfragt hatte und mich im Zug nach Hause befand, rekapitulierte ich die soeben durchlebte Krise. Dabei kam ich auf die bittere aber wahre Erkenntnis, "ohne Smartphone geht gar nicht". Seit dem Besitz dieses Wundergerätes habe ich einige Verhaltensweisen enorm umgestellt:

1. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich früher mehr als 2 mal am Tag meine privaten Mails gecheckt habe. Heutzutage ist meine Reaktionszeit auf private Mails wesentlich schneller...!

2. Über das Wetter informiere ich mich eher über den Blick auf das Display als aus dem Fenster.

3. Der private Rechner wird zu Hause kaum noch eingeschalten. Denn für den schnellen Blick ins Internet reicht das iPhone allemal. Unabkömmlich ist er noch für die Synchronisation mit iTunes, aber auch das gehört ja bald der Vergangenheit an.

Meine Aufgeschlossenheit für Mobile Shopping und andere mobile Aktivitäten steht damit wohl außer Frage :)! Was mich dabei beruhigt ist die Tatsache, dass ich mit meinem Zustand nicht allein bin. Überall alles und sofort, das ist es, was wir mobilen Anwender uns heute wünschen.

Zum Glück gehen die unterschiedlichsten Anbieter auf meine Bedürfnisse ein. Eine aktuelle bvh Studie zeigt, dass mittlerweile schon 58 Prozent der Interkativen Händler mobile Applikationen haben, Tendenz steigend. Auch die Dienstleister stellen sich immer besser im mobilen Bereich auf.

Bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Netzstörung noch lange auf sich warten lässt.

ULD, Facebook und die Staatskanzlei - der Ton wird schärfer

Verfasst von Stephanie Schmidt am 09.11.2011


Am vergangenen Freitag zog das ULD in einer Pressemeldung eine erste Bilanz über das Ergebnis seiner bisherigen Aktivitäten gegen den Facebook "Gefällt mir"-Button und die Facebook Fanpages. Der Erfolg sei bisher mäßig, so das ULD enttäuscht: Von fünfzehn angeschriebenen Stellen hätte bisher eine einzige seine Fanpage deaktiviert. Zudem seien beim ULD insgesamt nur sechs Stellungnahmen eingegangen, davon einige verspätet, einige ohne inhaltliche Substanz.

Erfreulich ist, wie das ULD hier im Detail seine Vorgehensweise und den laufenden Austausch mit Facebook offenlegt. Dennoch verstärkt sich auch in dieser Pressemeldung der Eindruck eines öffentlich ausgetragenen Muskelspiels zwischen dem ULD und der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK). So wurden die jeweiligen Beanstandungsverfügungen mitsamt der Pressemeldung veröffentlicht. Auch die Äußerungen von Dr. Thilo Weichert in der Pressemeldung lassen vermuten, dass es hier weniger um die Sache geht, als vielmehr um einen öffentlichen politischen Machtkampf. So führte dieser aus: "Die Botschaft des bisherigen Verfahrens ist, dass private wie öffentliche Stellen anscheinend die Aufgabenwahrnehmung durch das ULD und die vom ULD festgestellten Datenschutzverstöße nicht ernst nehmen. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisteten die Staatskanzlei und die IHK, die mit ihrer Haltung öffentliche wie private Stellen zum „zivilen Ungehorsam“ ermutigten. Staatskanzlei und IHK sollten sich nicht feige wegducken; sie sollten jetzt zumindest dem Gesprächsangebot des ULD folgen, das auf eine schnelle und hinsichtlich des Verfahrens einvernehmliche gerichtliche Klärung hinausläuft." Er verweist hierzu auf die Möglichkeit für die IHK und die Staatskanzlei, eine schnelle gerichtliche Klärung vor dem Verwaltungsgericht Schleswig im Rahmen einer Feststellungsklage zu erwirken.

Sehr bedauerlich, dass diese rechtlich vollkommen unsichere Situation für gewerbliche und private Anbieter von Internetseiten für einen solchen öffentlichen Machtpoker genutzt wird.

Zur Pressemitteilung des ULD:

https://www.datenschutzzentrum.de/presse/20111104-facebook-abmahnungen.htm


Veröffentlichung der Benchmark-Studie „Logistik im Versandhandel“

verfasst am 08.11.2011 von Florian Seikel

 

Am 05.10.2011 wurde die Benchmark-Studie „Logistik im Versandhandel“ des Instituts für Logistik (IfL) in Zusammenarbeit mit dem bvh auf dem Deutschen Versandhandelskongress in Wiesbaden vorgestellt. 
Gegenstand der Studie ist die Darstellung und Analyse der Logistik in Versandhandelsunternehmen unter aufbau- und prozessorganisatorischen Gesichtspunkten sowie unter Leistungs- und Kostenaspekten.
Das besondere Kennzeichen dieser Studie ist, dass die Ziele und Inhalte des Fragebogens der Benchmark-Untersuchung bereits vor Studienstart in einer ausführlichen Diskussion mit allen Teilnehmern erarbeitet wurden. Das führte zu einer außergewöhnlich guten Akzeptanz und hohen Qualität bei der Datenerhebung und –auswertung.
Die daraus folgende sehr transparente und plausible Darstellung der Best Practice Ergebnisse ermöglichte eine nützliche individuelle Auswertung für jedes teilnehmende Unternehmen des Arbeitskreises und eine rege Diskussion untereinander.
Die teilnehmenden Versandhandelsunternehmen wurden drei Clustern zugeordnet. Bezogen auf die Art ihrer Versandsortimente sind dies die Cluster Textil, Textil und Hardware und Hardware. Im Fokus der Untersuchung standen die Logistikbereiche Personal, Sendungsfakten, Lager und Kommissionierung, Retouren und Versandausgang.
Durch die Darstellung von Einzelmerkmalen in der vorliegenden Veröffentlichung der Studie, besteht für alle Unternehmen mit Versandhandelsaktivitäten die ausgezeichnete Möglichkeit, ihre eigenen Kennzahlen in den jeweiligen Bereichen, ebenfalls einem direkten Benchmark zu den Studienteilnehmern zu unterziehen.

Wollen Sie die Studie sofort besellen? Hätten Sie eventuell Interesse, selbst Teilnehmer einer solchen Erhebung zu sein?  

Die Benchmark-Studie ist ab sofort beim bvh oder direkt über Herrn Florian Seikel erhältlich.

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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