So testet man sich arm...

verfasst am 15.12.2011 von Martin Gross-Albenhausen


Wer auf Twitter @whichtestwon folgt, bekommt regelmäßig Einblick in spannende A/B-Tests aus dem Onlinehandel. Jüngstes Beispiel: Ein Bannertests im Golf-Versandhandel (http://whichtestwon.com/radical-golf-carts-free-shipping-test).

Im Test wurde ein Banner „Free Shipping for all Orders above 99 Dollar“ gegen eine Landingpage ohne dieses Banner getestet. Im ersten Test siegte zur großen Überraschung die Version OHNE Banner und brachte 19 % mehr Orders per Visit.

Eine Analyse der Käuferstrukturen erbrachte, dass 1/3 der Käufe auf der Seite weniger als 99 Dollar Einkaufswert aufweisen und jeder zweite Kunde davon ausgeht, weniger als 99 Dollar auszugeben. Dadurch, schlossen die Marketer, erzeugte das Banner wegen der zu hohen Preisgrenze eher Reaktanz.

Also testeten sie nach und boten „Free Shipping over 49 Dollar“. In diesem Nachtest siegte die Banner-Version mit 36 % Vorsprung auf Basis der Orders per Visit.

Was haben die Marketer also erreicht? Einen klaren Winner - und aller Voraussicht nach ein geringeres Ergebnis. Um aus diesem Test wirklich einen Schluss ziehen zu können, ist eine Betrachtung der Deckungsbeitragssituation aus dem Winner des ersten Tests und des zweiten Tests nötig. Nur wenn der Gewinn aus den Mehr-Umsätzen den Margenverlust kompensiert, hat das Banner wirklich gewonnen.


Opinions?

Im Netz der Städte

verfasst am 15. Dezember 2011 von Martin Gross-Albenhausen


Es ist kein Witz, keine Anekdote, sondern Wirklichkeit: In der Klasse meiner Tochter verabreden sich die Kids nicht etwa übers Netz (VZ), sondern „im Netz“. Sie verabschieden sich und treffen sich kurze Zeit später wieder „on“. Auch wenn sie nur drei Strassen auseinander wohnen.

Mich fasziniert das, denn es ist der Beginn einer Welle, die unsere Umwelt verändern wird.  Allerdings ist dies bisher vielleicht schon in den Schulen und bei den Eltern angekommen. Aber kaum in der Architektur oder Stadtplanung. Wer sich damit schon beschäftigt, ist die Automobil-Industrie. Namentlich BMW hat ein eigenes Research-Institut gegründet, das wiederum mit dem Deutschen Jugend-Institut darüber forscht, wie sich die nächste Generation in den Städten bewegen wird.

Interessant ist, das auch die Netzgemeinde noch kaum etwas zu diesem Thema beitragen kann. Profiliert ist z.B. das Blogger-Team von urbanophil, die jedoch in erster Linie über basisdemokratische Mitbestimmung via Internet bei im übrigen höchst traditionellen Planungsverfahren schreiben.

Darum geht es aber gar nicht. Die Shopping-Center der 90er Jahre bekommen heute zumindest in Amerika schon Probleme, weil bestimmte Anker-Mieter ausfallen. Die großen Bookstores etwa. Irgendwann, Zappos und Zalando zum Dank, vielleicht auch die großen Schuh-Center?

Die Außenwerber vom Schlage der Ströer und JC Decaux haben erkannt, dass sich nicht nur die Shopping-Center, sondern auch die Nutzung der Städte und Plätze an sich ändern wird. Wie aber kann man hier das Internet nicht nur auf Werbeflächen abbilden, sondern in die Funktionalität des öffentlichen Raums einbinden? Wie ändert sich künftig der „Lauf“, von dem doch so viel im Einzelhandel abhängt?

Ich habe darauf keine Antworten, aber die Frage an sich ist wichtig. Denn die vor uns liegende Veränderung bietet gerade denen, die im Internet Waren und Dienstleistungen anbieten, gute Chancen, neue Shopping-Formate neben de klassischen stationären Einzelhandel in den Städten zu etablieren.

Merken Sie sich den 18.+19. April 2012. Dann findet nicht nur die bvh-Mitgliederversammlung in Hamburg statt, sondern in der dortigen Handelskammer werden wir auf der „bvh 2.012“ - sozusagen unser Bootcamp für die Online-Praktiker der Branche - über diese Frage diskutieren.

Onlinehandel in Indien?

Verfasst am 14. Dezember 2011 von Stephanie Schmidt


Vor knapp einem Monat unternahm ich eine Reise durch den Norden Indiens. Die extremen Gegensätze dieses farbenfrohen, lauten und gleichzeitig sehr spirituellen Landes haben mich beeindruckt. Nicht nur die Konfrontation mit großem Reichtum aber auch mit erschütternder Armut. Was an Indien überrascht, sind auch die tief verwurzelten Traditionen und oft ursprünglichen Strukturen. Indien ist aber auch ein High-Tech-Land. Gerade in einer Stadt wie Mumbai ist schon optisch durch die zahlreichen Großbaustellen an gigantischen Wolkenkratzern die rasante Entwicklung erkennbar. Sogar als Touristin im eher ländlichen Rajasthan sieht man Menschen mit bunten, traditionellen Turbanen oder Saris, die überraschend ein Smartphone aus der Tasche ziehen.

Vergangene Woche stolperte ich dann über einen Artikel, wonach im indischen Onlinehandel ein großes Potential zu finden sei. Nach einem Bericht des Hamburger Marktforschungsunternehmens yStats.com "India B2C E-Commerce Report 2011" wird erwartet, dass die Zahl der indischen Internetnutzer bis 2015 auf über 230 Millionen steigen wird - ein Anteil von fast 20 % der Bevölkerung. Nur zum Vergleich: Nach einer repräsentativen Erhebung von Aris Umfrageforschung im Auftrag des Bitkom sind inzwischen rund 51 Millionen Deutsche online, was 72 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren entspricht. YStats.com berichtet weiter von einem geschätzten Wachstum von 30 % des indischen B2C E-Commerce zwischen 2010 und 2011. Führende Produktkategorien dort waren "Handys und Accessoires", "Computer-Hardware" und "Unterhaltungelektronik". Allerdings sei der durchschnittliche Inder gegenüber dem Kauf im Internet eher zurückhaltend: Das Bedürfnis der indischen Kunden, das Produkt vor dem Kauf anzusehen und anzufassen, sei eine der größten Herausforderungen für indische Onlineshops.  

Hier stellt sich mir die Frage, ob es in Indien ein dem europäischen System vergleichbares Widerrufsrecht gibt, das dem Kunden ja gerade im Onlinehandel die Möglichkeit bietet, sich noch einmal zu überlegen, ob er das Produkt nach Erhalt auch wirklich behalten möchte. Vielleicht wäre dies auch für den indischen Markt ein geeignetes Modell.

Ich selbst werde jedenfalls mit Interesse weiter beobachten, ob Indien nicht nur für Reisende, sondern auch für Onlinehändler ein lohnendes Ziel ist.

Weitere Informationen:

http://ystats.com/en/reports/preview.php?reportId=880

http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64042_68195.aspx

Vorträge vom Fachgespräch zum EU Energy Star am 05.12.2011 in Berlin

verfasst am 13. Dezember 2011 von Florian Seikel

Am 05.12.2011 hat die dena in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)ein Fachgespräch zu "Stand und Weiterentwicklung des EU Energy Star in Deutschland" durchgeführt und hierzu Stakeholder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden eingeladen. Der bvh war dabei.
 
Im Ergebnis wurde von allen Gesprächsteilnehmern/innen die Bedeutung des EU-Energy Star für Bürogeräte und zukünftig für Geräte in Rechenzentren betont. Ziel sollte es sein, den EU Energy Star bei den Zielgruppen noch besser bekannt zu machen und ihn regelmäßig an die technischen Entwicklungen anzupassen. Weiter wurde von allen Beteiligten betont, dass zur Hebung der Energieeffizienzpotenziale bei Bürogeräten es neben der Effizienz der Einzelgeräte auf den bewussten Einsatz durch die Nutzer ankommt.
Die während des Fachgesprächs gezeigten Präsentationen sind unter folgendem Link veröffentlicht:

http://www.dena.de/infos/veranstaltungen/archiv/veranstaltung/fachgespraech-stand-und-weiterentwicklung-eu-energy-star/