Social Media Qualifikation: Besser, aber noch nicht gut

verfasst am 06.09.2011 von Martin Gross-Albenhausen


Eine interessante Studie unter PR-Mitarbeitern zeigt deutliche Fortschritte in der Nutzung von Social Media. Die Finke & Fuchs Public Relations AG hat im Rahmen der Untersuchung fast 600 Fragebögen ausgewertet. Danach ist die Nutzung von Social Networks in etwa drei von vier Unternehmen heute Alltag. Die vollständigen Ergebnisse gibt es hier als Slideshare-Präsentation.

Allerdings deckt die Studie auch auf, dass zwei Dinge NICHT eingetreten sind: Mehr als die Hälfte der Befragten sieht keine Synergien und deshalb deutlichen Zusatzaufwand. Und für zwei von drei Befragten haben die Social Media keine Substitution der klassischen PR-Aufgaben gebracht.

Der Aufwand, der Kontrollverlust und die mangelnden Konzepte sind nicht nur in der PR Hürden für den Einsatz von Social Media. Erschreckend aber ist, dass regelmäßig in mehr als der Hälfte der Fälle Qualifizierungsmaßnahmen entweder nicht angeboten oder nicht wahrgenommen werden. Und was für die PR-Mitarbeiter allgemein gilt, hat die SIPA-Unternehmerberatung genauso für den Versandhandel ermittelt. Der Bedarf ist erkannt, aber es fehlt an der Umsetzung.

Im vergangenen Jahr hat sich im bvh der Arbeitskreis Social Media konstituiert. Hier werden die relevanten Themen aus Versendersicht diskutiert. Hinzu kommen Fortbildungsveranstaltungen und Konferenzen, die wir als Verband künftig selbst organisieren oder mit tragen.

Der „Social Media Summit 2011“ am 15. September ist ein erster Überblick über den aktuellen Stand der Social Media-Aktivitäten im Versandhandel. Mitgliedsunternehmen können einen Mitarbeiter kostenlos zu dieser Praxis-orientierten Konferenz schicken. Hier einige der Highlights:


  • Sebastian Bär berichtet über die Konzeption und Entwicklung der jungen Marke Joe Nimble, die der Bequemschuh-Versender mit angepassten Print- und Onlinemaßnahmen, Kooperationen und Events global auch über Facebook bekannt macht.

  • Carsten Nissen von Rock N Shop stellt Social Media-Hebel vor, die vor allem Spezialversendern effiziente Verkaufsförderung in Social Networks ermöglicht.

  • Am Beispiel von Baur als Großversender beleuchten wir die Strategie von Facebook-Shops, die eine direkte Conversion möglich machen.

  • Der Social Media-Experte Andreas Bersch (Berliner Brandung) stellt neue Ansätze und Geschäftsmodelle vor, die Handelsunternehmen speziell für die Interaktion via Social Media und in Netzwerken entwickelt haben.

  • Eine interessante Idee ist Social Video Marketing, das Benjamin Brandt von WeTape vorstellt. Produktbewertungen und -rezensionen haben sich längst als Conversion-Verstärker erwiesen. Die Möglichkeit, Kundenvideos einzubinden, geht darüber hinaus. Die Chancen und Risiken sind eine eingehende Betrachtung wert.

  • Neben den direkten Aktivitäten bei Facebook hat die Nutzung von Social Media messbare Auswirkungen auf die wesentlichen KPIs im Online-Marketing. Wie das Engagement in den Netzwerken und via Blogs, Videos etc. die Suchmaschinen-Optimierung und das Suchmaschinen-Marketing beeinflusst, stellt Jan Kutschera vor. Der Berliner Internet-Unternehmer und bekennende „SEO-Punk“ wirft auch einen Blick auf die Veränderungen, die das neue Panda-Update von Google für den Onlinehandel bringt - oder auch nicht.

  • Die Messbarkeit von Social Media-Aktivitäten steht auch im Mittelpunkt des Vortrags von Erik Meierhoff (Keywork-Consulting). Aufgrund von Daten mittelständischer Versender hat Keywork die Auswirkungen von diversen Aktionen in Social Networks auf Kundenentwicklung und -wertveränderung ermittelt.

  • Schließlich zeigt die aktuelle Datenschutz-Diskussion um Facebook, dass rechtliche Aspekte gerade in den Social Media unbedingt zu berücksichtigen sind. Den aktuellen Stand der Rechtsprechung und konkrete Empfehlungen stellt Andrea Schmoll von der Kanzlei Baker&McKenzie vor.


Der 1. Social Media Summit beginnt am 15. September um 10 Uhr im Quadriga-Forum, Werderscher Markt 13, 10117 Berlin. Für Mitgliedsunternehmen ist die Teilnahme eines Mitarbeiters bei diesem anspruchsvollen Programm kostenlos möglich. Weitere Teilnehmer zahlen den günstigeren bvh-Satz von 249 Euro (normal: 449 Euro). Dafür erhalten Sie von uns jeweils Ticket-Codes, mit dem Sie die Anmeldung bei Amiando.de vornehmen können. Wenden Sie sich wegen des Ticket-Codes an Ingmar Böckmann oder Martin Groß-Albenhausen.


Herzlich willkommen Martin Groß-Albenhausen! Ciao Sabine!

verfasst am 30.08.2011 von Christoph Wenk-Fischer

 

Gestern hat er selbst im "Versandhausberater" in eigener Sache berichtet und FID-Verlag sowie bvh haben es in Pressemitteilungen kommuniziert: Martin Groß-Albenhausen wechselt zum 1. Dezember als Referent E-Commerce und Social Media zu uns nach Berlin. Gleichzeitig wird er als Geschäftsführer unserer Tochtergesellschaft BVH-Services GmbH unsere "wirtschaftlichen" Aktivitäten planen, koordinieren und betreuen. Und Berlin bekommt einen verlorenen Sohn zurück ;-)  Wir freuen uns sehr auf ihn! Wer ihn noch nicht kennt: Er wird bereits unseren "bvh-Social Media Summit" am 15.09.2011 in Berlin leiten. Mehr Info dazu morgen im bvh-Newsletter und in Martins Blog-Beitrag dann an dieser Stelle hier.

Wir freuen uns auch sehr auf Stephan Meixner, der Martins Nachfolge beim "Versandhausberater" antritt. Auch er ist ein ausgewiesener Experte im Bereich E-Commerce und Social Media und wird uns wichtiger Partner sein.

Und Sabine Klein? Sie hatte seit Februar 2010 beim bvh den Bereich E-Marketing und Social Media erst auf- und dann ausgebaut. Als "Pionierin" hat sie, eine der Ersten am Standort Berlin, für den bvh tolle Aufbauarbeit geleistet. Und Aufbauarbeit wird sie nun auch ab dem 1. September leisten: Sie geht nach Palästina, nach Jenin (Dschenin), um dort beim "Kinoprojekt" mitzuarbeiten. Als ausgebildete Yoga-Lehrerin wird sie dort nun Yoga unterrichten. Danke Sabine und alles Gute!

Die "Button-Lösung" für Online-Händler - überflüssig wie ein Knopf?

verfasst am 26.08.2011 von Christoph Wenk-Fischer


Ein Handels-Verband ist per Pressemitteilung mit Lob für die neue Button-Lösung, die das Bundeskabinett jüngst verabschiedet hat, vorgeprescht.

Ich finde, dass aus Sicht des E-Commerce eine differenziertere Betrachtung nötig ist: Die Buttonlösung für Warenlieferungsverträge war und ist unserer Meinung nach absolut unnötig und damit juristisch betrachtet "unverhältnismäßig". Der Verbraucher wird durch das schon vorhandene zweiwöchige Widerrufs- und Rückgaberecht, das es nur im Fernabsatz, wie Online- und Versandhandel gibt, hinreichend vor Übereilung und Überrumpelung geschützt. Viele Interaktive Händler gewähren darüber hinaus noch wesentlich längere "Money Back"-Garantien oder einen "Kauf auf Probe". So kann sich der Käufer von Waren im Internet  über einen Zeitraum von zwei (bei "Kauf auf Probe" regelmäßig dann insgesamt vier) Wochen überlegen, ob er die Ware behalten und an den Vertrag gebunden sein möchte.

Und: Durch den Gesetzentwurf werden unseriöse Dienstleister und seriöse Online-Händler völlig undifferenziert über eine Kamm geschoren. Zudem wird eine innovative, wachsende und beschäftigungsstarke Branche, die für einen Großteil des Wachstumserfolges im Einzelhandel insgesamt verantwortlich ist, ohne Grund unter "Generalverdacht" gestellt. Ich finde, es ist an der Zeit, den E-Commerce als ganz normalen, alltäglichen Bestandteil der Geschäfte des täglichen Lebens zu akzeptieren. Ohne zu bagatellisieren: Nur weil einzelne Läden Ihrer Preisauszeichnungpflicht vielleicht nicht immer vollständig nachkommen, verlangt doch auch niemand, dass die Kunden an der Ladenkasse noch einen "roten Knopf" mit der Aufschrift: "zahlungspflichtig einkaufen"  drücken - oder?

Die aktuelle Fassung des Regierungsentwurfs ist m.E. jedoch als Kompromiss so auch für die Online-Händler tragbar: Die Informationen wie Vertragsdauer, Preis und Versandkosten müssen nicht mehr - wie im ersten Gesetzesentwurf aus dem Herbst - zweimal dargestellt werden, ein zusätzlicher Bestätigungsschritt des Kunden entfällt. Gegen den ursprünglichen "Doppelklick" hatte sich der bvh vehement gewehrt. Stattdessen müssen die gängigen Warenkorbsysteme lediglich bezüglich der Beschriftung des Bestellbuttons verändert werden. Dieser Button muss zukünftig mit den Worten "zahlungspflichtig bestellen" oder einer ähnlichen Formulierung beschriftet werden. Diese Änderung verursacht für die Online-Händler einige Kosten, die jedoch gegenüber dem, was drohte, wohl noch überschaubar sind.

Die Buttonlösung ist auch in der vom Europäischen Parlament verabschiedeten Fassung der europäischen Verbraucherrechte-Richtlinie enthalten und wird daher in Kürze auch in ganz Europa gelten. Daher würde durch diese vorzeitige Regelung auch keine Ausnahmeregelung für deutsche Online-Händler geschaffen - das europäische Gleichgewicht bleibt gewahrt.

Aber jubeln kann ich für die Online-Händler darüber nicht.

Christoph Wenk-Fischer

Zuständigkeit der Landesdatenschutzbehörden für Bußgeldbescheide bei Verstößen gegen das Telemediengesetz

verfasst am 25.08.2011 von RA Niko Härting


Es ging groß durch die Presse: Thilo Weichert, der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte droht Unternehmen, die den Facebook "Gefällt mir-Button" oder "Fan-Seiten" nutzen mit rechtlichen Schritten.

In einem 25-seitigen Arbeitspapier des ULD Schleswig-Holstein (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz), wird insbesondere die Vereinbarkeit des Facebook "Gefällt mir"-Buttons mit dem geltenden Datenschutzrecht angezweifelt und mit Bußgeld gedroht. Andere Datenschutzbeauftragte haben angekündigt ebenso zu verfahren. Daher stellt sich die Frage, ob die Datenschutzbehörden der Länder überhaupt zuständig sind, Bußgeldbescheide nach dem einschlägigenTelemediengesetz zu erlassen.

Für eine solche Zuständigkeit der Landesdatenschutzbehörden bedarf es einer landesrechtlichen Gesetzesgrundlage. Lediglich folgende Bundesländer haben jedoch entsprechende Vorschriften erlassen:

  • Bayern (§ 11a ZuVOWiG)
  • Bremen (§ 63 BremLMG)
  • Hamburg (Abs. IV Anordnung über Zuständigkeiten auf dem Gebiet des Rundfunkwesens)
  • Hessen (§ 24 HDSG)
  • Nordrhein-Westfalen (§ 34 DSG NRW)
  • In Baden-Württemberg ist das Regierungspräsidium Karlsruhe zuständig (§ 4 OWiZuVO )

In allen anderen Bundesländern, in denen keine Spezialnormen bestehen, ist nicht der Datenschutzbeauftragte, sondern die jeweilige oberste Landesbehörde (zumeist das Innenministerium) zuständig:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen
  • und auch in Schleswig-Holstein!

Für weitere Hinweise siehe unter: www.haerting.de sowie meinen neuen Beitrag für die CR. Dort erfahren sie, warum das Vorgehen der ULD verfassungswidrig ist.

RA Niko Härting 

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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20. September 2017 - 22. September 2017
Seminar "E-Commerce Manager"

21. September 2017
bevh Roadshow zur DS-GVO in München

25. September 2017
Berlin Start-up day 2017

Jahresbericht 2016

Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

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