Aktuelle bvh-Untersuchung zu Zahlverfahren

verfasst am 25.10.2011 von Christin Schmidt


Zu Beginn dieses Jahres hatte der bvh zusammen mit der CEG gemeinsam bundesweit Verbraucher zwischen 18 und 69 Jahren zum Themenfeld Bezahlmöglichkeiten im Interaktiven Handel befragt. Zielsetzung war es, herauszufinden, welchen Bezahlweg Kunden im Interkativen Handel bevorzugen und wie sich neue Bezahlsysteme entwickeln.
 
Bei der Befragung stellte sich heraus, dass ein großer Teil der Personen den Kauf auf Rechnung als häufigsten Bezahlweg in Deutschland angaben. Rund 40 Prozent der Verbraucher bezahlen die Ware also erst, wenn diese schon zu Hause eingetroffen ist. Auf Rang 2 folgt die Nutzung von elektronischen Bezahlsystemen beim Online-Kauf. Die verschiedenen Anbieter wie z.B. Click&Buy, sofortüberweisung.de sowie Giropay und PayPal werden mittlerweile schon von 26 Prozent aller befragten Personen verwendet und haben sich damit fest etabliert. Auch die Kreditkarte wurde von 15 Prozent der befragten Personen als Zahlungsmittel angegeben, gefolgt von 13 Prozent der Verbraucher, die per Vorkasse zahlen.

Am Ergebnis Anfang des Jahres ließ sich schon ablesen, dass die Akzeptanz gegenüber den elektronischen Bezahlsystemen stark zunimmt und damit auch das Vertrauen in das sichere und problemlose Einkaufen im Netz steigt.

Spannend ist natürlich neben der Verbraucherperspektive dennoch besonders die Sicht der Händler gegenüber den Zahlungsverfahren im Interaktiven Handel. Dabei geht es nicht nur darum, welche  
Bezahlsysteme die Händler anbieten, sondern vielmehr wie sie die unterschiedlichen Bezahlwege wahrnehmen. Hierbei sind Faktoren wie die Kundenaffinität aus Händlersicht, die Retourenquoten in Verbuindung mit einzelnen Bezahlsystemen oder auch Ausfälle und die Zufriedenheit der Händler ausschlaggebend
Um Licht ins Dunkel zu bringen, führt der bvh seit Beginn dieser Woche eine Onlinebefragung durch, bei der die bvh-Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit haben, ihre Präferenzen wiederzugeben und auch ihre Erfahrungen mit den Zahlverfahren zu schildern.

Die Umfrage ist hier zu erreichen. Noch in diesem Jahr stellen wir die Ergebnisse der Untersuchung vor und sind gespannt, ob sich die Händlererfahrungen mit den Aussagen der Kunden decken, bzw. welche Bezahlverfahren für die Händler zukünftig besonders erfolgsversprechend sind.

Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags: Vorgehen des ULD gegen Facebook fraglich

Verfasst am 24.10.2011 von Stephanie Schmidt


Am 21. Oktober wurde ein Gutachten veröffentlicht, das der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages im Auftrag des FDP-Bundestagsabgeordneten Sebastian Blumenthal erstellt hat. Gegenstand des Gutachtens ist die Vorgehensweise des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig Holstein (ULD) hinsichtlich des Facebook "Gefällt mir"-Buttons und der Fanpages bei Facebook.

Das 20-seitige Gutachten bringt deutliche Zweifel an der Zuständigkeit des ULD für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach dem Telemediengesetz (TMG) zum Ausdruck und vertritt die Ansicht, dass für die angedrohte Verhängung von Bußgeldern nicht das ULD, sondern das Landesinnenministerium zuständig sei.

Ebenso hatte sich Rechtsanwalt Niko Härting hier bereits in seinem Blogbeitrag vom 25.08. geäußert:
blog.versandhandel.org/bvh-blog/blog-post/2011/08/25/zustaendigkeit-der-landesdatenschutzbehoerden-fuer-bussgeldbescheide-bei-verstoessen-gegen-das-telem/

Auch in rechtlicher Hinsicht beurteilt das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes die Analyse des ULD als unzureichend. Die rechtliche Bewertung sei "teilweise lückenhaft und nicht durchgängig nachvollziehbar" (S. 18). Zwar gehe "das ULD in seiner Beurteilung überwiegend von vertretbaren Rechtsauffassungen aus," jedoch sei "der durch das ULD erweckte Eindruck, die untersuchten Sachverhalte würden eindeutig gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen, unzutreffend" (S. 19).

Abschließend kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, es könne "daher keine abschließende Empfehlung hinsichtlich einer Entfernung der durch das ULD als datenschutzrechtlich unzulässig bewerteten Angebote gegeben werden."

Für Nutzer der entsprechenden Facebook-Angebote ist das leider noch keine Entwarnung, denn das ULD hält sein Drohpotenzial weiter aufrecht. Die Gespräche mit Facebook seien bislang ergebnislos geblieben. Nun will das ULD eine rechtliche Klärung vor Gerichten anstreben.

Da Gerichtsverfahren oft recht langwierig sind, dürfte es für die Nutzer von Facebook also erst einmal bei der fehlenden Rechtssicherheit bleiben. Eine sehr unbefriedigende Situation!

Das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes finden Sie hier:

www.sebastian-blumenthal.de/files/35704/Gutachten_Facebook_FINAL.pdf

Weitere Informationen:

https://www.datenschutzzentrum.de/facebook/

www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/36162329_kw43_pa_neue_medien/index.html


Weihnachtszeit ist DDoS-Zeit

verfasst am 21.10.2011 von Ingmar Böckmann


Die Umfrage eines befreundeten europäischen Branchenverbandes ergab, dass ca. 20% der beteiligten E-Commerce-Unternehmen unter DDoS-Attacken zu leiden haben. Gerade kleinere und mittelgroße Unternehmen sind diesen Angriffen oft nahezu wehrlos ausgesetzt. Es ist Ihnen kaum möglich den technischen Aufwand zu leisten um den Webshop trotz DDoS-Angriff am Laufen zu halten. Oftmals wird dann einfach der verlangte, meist 3-stellige Betrag per anonymem Bezahldienst geleistet um wenigstens für den Moment Ruhe zu haben. Das dieses Schutzgeld nur dafür sorgt bald erneut ins Visier der Erpresser zu geraten wird dabei zähneknirschend in Kauf genommen. Wenigstens hat man Ruhe bis zum nächsten Angriff.

Die Strafverfolgungsbehörden sind dabei oftmals auch keine große Hilfe. Das Wissen um die technischen Gegebenheiten ist, wenn überhaupt nur rudimentär vorhanden. Die Nichtverfolgbarkeit der anonymen Zahlungsvorgänge lässt den Polizeibeamten schnell die Akte schließen. Das „niedrige“ Lösegeld lädt zur Einstellung des Verfahrens ein.

Auch der Gesetzgeber ist keine besondere Hilfe. Während er mit Ideen wie zusätzlichen Buttons versucht den Konsumenten vor sich selbst zu schützen, lässt er den Webshopbetreiber mit seinem Erpressungsproblem allein. Nicht das die Erpressung oder der DDoS-Angriff an sich nicht verboten wären. Aber wirksame technische Möglichkeiten, wie das kurzfristige mitloggen von IP-Adressen um diese für den Zeitraum des Angriffs auszusperren, sind aufgrund eines an dieser Stelle vollkommen übertriebenen Datenschutzes nicht erlaubt. Auch stellt sich die Frage nach dem Sinn komplett anonymisierter Bezahldienste. Wenigstens hier scheint sich der Gesetzgeber ja langsam zu bewegen. Zwar nur deshalb weil er hier Steuergelder entschwinden sieht, aber immerhin, es tut sich was.

Der bvh möchte zur Verbesserung der Situation für den E-Commerce beitragen und wird deshalb, zur Koordination einer europäischen Strategie ebenfalls in den kommenden Tagen eine Befragung seiner Mitglieder durchführen. Eine rege Beteiligung daran wird es ermöglichen Argumente für eine Veränderung der derzeitigen Zustände zu bieten.

Datensicherheit bei sozialen Netzwerken wird zum Thema im Bundestag

verfasst am 20.10.2011 von Stephanie Claudia Schmidt


Am Montag den 24. Oktober wird die Datensicherheit bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken Thema eines öffentlichen Expertengesprächs im Unterausschuss "Neue Medien" des Bundestags sein. Anlass hierzu ist eine Entschließung der Datenschutzbeauftragten der Länder und des Bundes vom 29.09.2011, in der diese feststellen, dass die direkte Einbindung von Social-Plugins in die Webseiten deutscher Anbieter ohne hinreichende Information der Internet-Nutzenden und ohne Einräumung eines Wahlrechtes nicht mit deutschen und europäischen Datenschutzstandards in Einklang steht. Insbesondere sei die aktuelle Funktionsweise unzulässig, wenn bereits durch den Besuch einer Webseite und auch ohne Klick auf beispielsweise den "Gefällt-mir"-Knopf eine Übermittlung von Nutzendendaten in die USA ausgelöst wird, auch wenn die Nutzenden gar nicht bei der entsprechenden Plattform registriert sind.

Im Rahmen des Expertengesprächs möchten die Abgeordneten von den Experten erfahren, welche Möglichkeiten diese sehen, um einen besseren Ausgleich zwischen Datenschutzinteressen und Funktionalitäten eines sozialen Netwerks zu schaffen und ob es Möglichkeiten gibt, beim Aufrufen einer Webseite die Übertragung von IP-Adressen zu unterbinden. Weitere Fragen werden sein, wie die Geschäftsmodelle kommerzieller Unternehmen im Bereich sozialer Netzwerke  zu Bewerten sind und in welcher Beziehung die aggregierten persönlichen Daten zur Profilbildung im Sinne einer Verhaltensüberwachung stehen. Dabei soll auch auf eine mögliche freiwillige Selbstverpflichtung durch das Unternehmen Facebook eingegangen werden.

Als Sachverständige sind geladen: Richard Allan, Datenschutzbeauftragter von Facebook; Per Meyerdierks, Datenschutzbeauftragter der Google Germany GmbH; Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und Dr. Thilo Weichert, Landesbeauftragter für den Datenschutz Schleswig Holstein. Außerdem wird ein Vertreter der Bundesregierung an der Sitzung teilnehmen.

In den letzten Monaten wurde die datenschutzrechtliche Zulässigkeit von Social-Plugins zunehmend diskutiert. Hintergrund war die Aufforderung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig Holstein an Webseitenbetreiber, ihre Fanpages bei Facebook und Social-Plugins wie den „Gefällt mir“-Button bis Ende September 2011 von ihren Webseiten zu entfernen. Das ULD verband dies mit der Ankündigung von Anhörungs- und Verwaltungsverfahren verbunden mit Beanstandungen oder Untersagungsverfügungen gegen die jeweiligen Webseitenbetreiber, die diese Facebook-Dienste weiterhin nutzen, und den Hinweis auf Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Im Nachgang hat zwischen dem ULD und Facebook ein Austausch im Rahmen von Schreiben und persönlichen Treffen stattgefunden, der auf der Internetseite des ULD öffentlich gemacht wurde. Dr. Thilo Weichert hat jedoch angekündigt, dass das ULD unabhängig von diesen Gesprächen wie angekündigt – ausgewählte öffentliche und private Anbieter in Schleswig-Holstein im Oktober zu Stellungnahmen auffordern und Verwaltungsverfahren einleiten werde. Ziel des ULD sei jedoch die Verwirklichung des Datenschutzes, nicht jedoch Wettbewerbsverzerrungen oder das Drangsalieren kleiner Betreiber.

Ich meine: Es ist erfreulich, dass sich der Bundestag nun ebenfalls dieses Themas annimmt. Die Ankündigungen des ULD haben bei Betreibern von Internetseiten bundesweit zu großer Verunsicherung geführt. Für diese besteht trotz laufenden Verhandlungen zwischen ULD und Facebook noch immer das Risiko, bei weiterer Nutzung der fraglichen Facebook-Dienste durch das ULD oder eine andere Landesdatenschutzbehörde in Anspruch genommen zu werden. Zwar sind die jeweiligen Landesdatenschutzbehörden in ihren jeweiligen Entscheidungen unabhängig, aber die Beteiligung des Bundestagsausschusse macht deutlich, dass die Problematik angesichts der bundesweiten Bedeutung auch über die Landesebene hinaus diskutiert wird. Wünschenswert wäre hier statt einem Konfrontationskurs die gemeinsame Entwicklung einer Lösung durch die es deutschen Unternehmen ermöglicht wird, gängige Kommunikationskanäle datenschutzkonform zu nützen.

 Weitere Informationen finden Sie hier:

 http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/36162329_kw43_pa_neue_medien/index.html

https://www.datenschutzzentrum.de/facebook/

 

Stephanie Schmidt

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

  • loading Twitter...
  • weiter

Veranstaltungen

Jahresbericht 2016

Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

Wir bilden aus

Kooperierende Verbände

  • GEAGEA
  • BVDWBVDW
  • BVDVABVDVA
  • Bundesverband Druck und Medien e.V.Bundesverband Druck und Medien e.V.
  • Verband Internet Reisevertrieb e.V.Verband Internet Reisevertrieb e.V.
  • Media.net berlinbrandenburgMedia.net berlinbrandenburg
  • Hamburg@WorkHamburg@Work
  • AVE Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V.AVE Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V.
  • TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit e.V.TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit e.V.
  • Total Equality & DiversityTotal Equality & Diversity