Kaufleute 
im E-Commerce 

Dein Einstieg in den Handel der Zukunft:
Kauffrau oder Kaufmann im E-Commerce werden!

Das neue Longsleeve, der Hoodie, die Kopfhörer für das Smartphone – lauter Dinge, die heute nicht mehr nur im Laden, sondern auch im Internet gekauft werden. Die Tipps dafür bekommst Du über Facebook oder Instagram, und die Tickets für das nächste Concert hast Du online gebucht und auch gleich noch den Lead-Song runtergeladen.

Dass das alles so einfach funktioniert, dafür sorgen E-Commerce-Kaufleute. Sie machen es möglich, dass die Kunden alle Informationen zu den Produkten oder Dienstleistungen online finden und so ihre Fragen beantworten können. Sie spüren Trends auf und finden die Bestseller der nächsten Saison, weil sie die Nachfrage im Internet und in den Social Networks beobachten und mit der Einkaufsabteilung daraus Sortimente gestalten. Und sie organisieren die schnelle Lieferung oder auch Retoure, damit der Spaß beim Online-Shopping erhalten bleibt.

Wenn Du also einen Beruf suchst, bei dem Du sowohl kreativ als auch analytisch sein kannst, bei dem Du gleichermaßen mit Menschen und neuester Technologie umgehen lernst, und in dem Du am Ende eine sichere Karriere in digitalen Geschäftsfeldern einschlagen wirst – dann informier Dich hier über den neuen Ausbildungsberuf!

Weit mehr als Handel im Internet

Bei E-Commerce denkt man schnell an den Onlineshop, in dem Mode, Bücher, Möbel oder Technik gekauft wird. Aber E-Commerce ist viel mehr - und E-Commerce-Kaufleute können in einer großen Vielzahl von Branchen arbeiten und von ganz unterschiedlichen Betrieben ausgebildet werden:

  • Reiseveranstalter verkaufen im Internet Pauschalurlaube und bieten Dir an, vom Mietauto bis zur Fotosafari Extras online zu buchen. Möglich wird das durch E-Commerce.
  • Entertainment - ob Konzerte, Online-Spiele oder das Ticket für ein Escape-Game: eine Vielzahl von Dienstleistungsunternehmen findet heute schon Kunden im Internet, und arbeitet da gar nicht viel anders als Dein Lieblings-Modeshop.
  • Vom Stahlträger über Chemikalien oder Automobile bis zur Werkzeugmaschine nutzen Industriebetriebe heute E-Commerce-Prozesse, um ihren Kunden reibungslose Produktion zu ermöglichen. Denn überall finden die Menschen auf Websites genau die Informationen, die sie für eine Kaufentscheidung benötigen.

Das bedeutet für Dich: Als E-Commerce Kauffrau oder E-Commerce Kaufmann hast Du eine krisenfeste Ausbildung, die immer neue spannende Berufswelten für Dich öffnet.

Inhalte der Ausbildung

Online-Vertriebskanäle

Hast Du schon einmal in einer App ein Bus- oder Bahnticket gelöst oder Dich über Whatsapp beraten lassen? Kennst Du die neuen Sprachassistenten, die auf Smartphones und anderen Geräten installiert sind und auf Deine Anweisungen reagieren? 

E-Commerce ist heute weit mehr als ein Onlineshop, eine Auktionsseite oder ein Internet-Marktplatz. Ständig kommen neue Arten dazu, im Internet Waren oder Dienstleistungen zu verkaufen. Als E-Commerce-Kaufmann oder -Kauffrau bist Du ganz vorne bei der Entwicklung neuer Anwendungen dabei, die das Einkaufen überall im Moment des Bedarfs einfach und bequem machen. Du entwickelst neue Geschäftsmodelle - die Programmierer bauen nach Deinem Plan für Dich das tragende Gerüst, das Du mit Deiner Leidenschaft für Produkte und Kunden und Deiner Kenntnis digitaler Prozesse und Daten zu einem digitalen Einkaufsort gestaltest.

Anwendungssysteme

Damit Du Produkte und Dienstleistungen im Internet einfach verkaufen kannst, braucht es die Unterstützung durch Software und IT-Systeme. Du lernst in der Ausbildung, wie Du Produkte in einem Online-Vertriebskanal einstellst und so beschreibst, dass sie in Suchmaschinen gefunden werden können.

Dazu gehört auch, die Online-Zahlungsarten festzulegen und möglich zu machen, automatisch Aufträge an die Kollegen im Lager weiterzuleiten und den Transport der Waren zum Käufer zu veranlassen. Andere Software hilft Dir zu verstehen, welche Produkte oder Dienstleistungen bei Deinen Kunden gerade besonders beliebt sind und häufig im Internet gesucht und diskutiert werden. Dadurch kannst Du gezielt Dein Angebot aufbauen. 

Damit alle möglichen Kunden über Dein Geschäft erfahren, lernst Du den Umgang mit Software, die Deine Anzeigen zu einem Preis im Internet veröffentlicht, der Dir einen Gewinn aus dem Verkauf ermöglicht. Und damit Deine Kunden nicht verloren gehen, setzt Du digitale Kundenbindungssysteme ein, die z.B. per e-Mail oder Facebook-Nachricht Deine Neuigkeiten und Angebote verbreiten.

Gestaltung des Online-Einkaufserlebnisses

Bestimmt hast Du einen Onlineshop oder eine andere Internet-Seite, die Du gerne besuchst. Warum? Weil die richtigen Produkte dort sind? Weil Dir die Fotografie gefällt? Weil die Texte das Angebot treffend beschreiben? Weil das Bestellen dort einfach ist, und das Zurückschicken erst recht? Einfach weil die Preise dort immer für Dein Budget passen? Oder alles das zusammen? 

Genau das sind Fragen, die Dich als E-Commerce-Kauffrau oder -Kaufmann beschäftigen. Du lernst, Dein Angebot so zu präsentieren, dass der Kunde sich mühelos zurechtfindet und alle Informationen schnell, ausführlich und leicht verständlich erhält. Du beobachtest, wo Nutzer zögern oder plötzlich nicht weitermachen, damit Du solche Problemzonen beseitigst und immer mehr Besucher Produkte in den Warenkorb legen und bestellen. Und Du kümmerst Dich um die Zufriedenheit der Kunden, damit sie regelmäßig wieder zu Dir in Dein digitales Geschäft kommen.

Entwicklung des Waren- oder Dienstleistungsangebotes

E-Commerce-Kaufleute können nicht nur sehen, was sie verkauft haben – sie können auch sehen, was sie hätten verkaufen können. Denn jeder Nutzer eines Onlineshops hinterlässt eine Spur, die dem Händler im Internet verrät, was er gesucht und nicht gefunden hat; welche Farben oder Preise besonders oft angeklickt werden. 

Als E-Commerce-Kauffrau oder -Kaufmann kannst Du mit diesen Informationen erkennen, wo Lücken in Deinem Angebot bestehen oder wo der Kunde eher auf die Qualität als auf den Preis schaut. Von Deinem Wissen profitiert der Einkäufer, der mehr Renner findet und damit das Unternehmen erfolgreicher macht.

Online-Werbung und Kundenbindung

Marketing ist eine Deiner Kernkompetenzen als E-Commerce-Kauffrau. Du sorgst dafür, dass viele Interessenten Deine Produkte wahrnehmen. 

Dafür hast Du im Internet unterschiedlichste Möglichkeiten: indem Du die Produkte und Dienstleistungen präzise und gut strukturiert beschreibst, so dass Du auf Fragen der Online-Nutzer auf Deiner Website passende Antworten geben kannst, wird Dein Geschäft in den Suchmaschinen als wichtig wahrgenommen. Aber auch in den Social Networks kannst Du Kunden finden und dort vermitteln, was Dein Geschäft besonders macht. 

Dir stehen viele Werbeformen offen: Online-Anzeigen, Newsletter, Gewinnspiele, Zusammenarbeit mit Influencern, die ihren Fans Deine Produkte empfehlen, und täglich neue Kontaktmöglichkeiten. Du rechnest nach, wie viel Dich diese Werbung kostet – nicht nur insgesamt, sondern auch auf den einzelnen Kunden bezogen. 

Nur im Internet kann man auf den Cent genau sagen, ob eine Werbung sich lohnt. Dieses Wissen macht E-Commerce-Kaufleute begehrt.

Online-Einkäufe abwickeln

Nur in seltenen Fällen packen E-Commerce-Kaufleute selbst die Pakete – aber sie sorgen dafür, dass Bestellungen überhaupt möglich sind: Dafür berechnen sie die Kosten des Transports zum Kunden (und manchmal auch der Retouren zurück ins Geschäft). Denn als Kaufleute schließen sie Verträge mit Lieferanten und kontrollieren, dass die Kunden ihre Ware schnell und verlässlich, aber auch günstig erhalten. Hier sieht nicht zuletzt das Gesetz vor, dass der Onlinehändler den Kunden stets richtig informiert: auch dafür tragen die E-Commerce-Kaufleute Sorge. 

Darum musst Du als E-Commerce-Kauffrau oder -Kaufmann viel mit Partnern im Unternehmen und außerhalb zusammenarbeiten. Bei Dir laufen die Fäden zusammen – und Du sorgst dafür, dass alles wie am Schnürchen läuft.

Kundenservice im Internet anbieten

Hast Du manchmal Bedenken, viel Geld für ein Produkt auszugeben, das vielleicht nicht das Richtige ist? Eine Jacke, die nicht hundertprozentig passt, oder ein elektronisches Gerät, das Du nicht selbst anschließen möchtest? Hier würdest Du im Laden den Verkäufer fragen, welche Garantien oder Zusatzleistungen der Händler anbietet. 

Genau diese Fragen beantworten auch die E-Commerce-Kaufleute. Weil Rücksendungen teuer und für den Kunden lästig sind, entwickeln sie Dienstleistungen, die solche Retouren überflüssig oder zumindest für beide Seiten so angenehm und effizient wie möglich zu machen. 

Als E-Commerce-Kaufmann oder -Kauffrau lernst Du, ständig in den Schuhen Deiner Kundinnen und entwickelst Ideen dafür, welcher Service sie davon überzeugen könnte, in Deinem Online-Geschäft zu kaufen. Dafür suchst Du Partner, kalkulierst die Kosten und bietest sie dem Kunden konsequent an. Denn Erfolg im E-Commerce setzt voraus, dass der Kunde zurückkommt – und nicht das Paket.

Projekte selbständig und verantwortlich durchführen

Im E-Commerce arbeitest Du in einer der dynamischsten Wirtschaftsbranchen überhaupt. Der technologische Fortschritt erlaubt es den Kunden Jahr um Jahr, noch einfacher einzukaufen. Deshalb ist ein Onlineshop, eine App oder ein anderes E-Commerce-Angebot niemals fertig, sondern wird ständig überarbeitet und verbessert. 

Für E-Commerce-Kaufleute bedeutet das die Chance, schon sehr frühzeitig eigenverantwortlich einen Aufgabenbereich nicht nur zu betreuen, sondern auch zu gestalten und zu optimieren. In der Ausbildung bekommst Du deshalb Methoden an die Hand, um solche Veränderungen als Projekt zu bearbeiten: von der Idee über den Umsetzungsplan, das Testen, Beurteilen, Überarbeiten, Einführen und Inbetriebnehmen. Diese Arbeitsweise wird Dich im Berufsalltag begleiten.

Neue Geschäftsideen unternehmerisch ausarbeiten

Das Internet schafft den größten Wettbewerb für klassische Handels- und Dienstleistungsbetriebe – und auch die größten Entwicklungsmöglichkeiten. Mit jeder neuen Computer-Generation werden neue Geschäftsmodelle im „digitalen Handel“ möglich. 

Das Fachwissen der E-Commerce-Kaufleute ist die Grundlage, solche Chancen zu erkennen und planvoll umzusetzen. Du lernst, die Prozesse in Deinem Unternehmen zu beschreiben und umzugestalten. Du wirst darin ausgebildet, jeden Schritt zu berechnen, zu messen und zu kontrollieren. Damit bist Du für die Zukunft gerüstet, in der die Digitalisierung ganz andere Arten von Handel möglich machen wird, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

Arbeitsalltag im E-Commerce

Im Rahmen Deiner Ausbildung durchläufst Du unterschiedliche Bereiche. Allen gemein ist der hohe Anteil an Arbeit, die am Computer und mit Kommunikationsmedien erfolgt; außerdem arbeitest Du fast immer in Teams, in denen Aufgaben klar verteilt werden. 

In der Regel beginnt der Tag damit, wichtige Kennzahlen wie z.B. Umsatz, Klicks, Retouren der vergangenen 24 Stunden zu analysieren: Gibt es auffällige Veränderungen? Da E-Commerce keinen Ladenschluss kennt, gehen besonders in den Abendstunden noch viele Bestellungen ein; diesen wiederum sind eine viel größere Zahl an Besuchen von Online-Nutzern in den Online-Vertriebskanälen Deines Unternehmens vorangegangen. Es gibt also viele wertvolle Daten und Informationen, mit denen Du sofort weiterarbeiten kannst. 

Jeder Bereich hat seine eigenen wichtigen Kennzahlen, die Du im Rahmen der Ausbildung kennen und interpretieren lernst. Sie bilden die Grundlage, um solche Waren oder Dienstleistungen anzubieten, die die Menschen wirklich interessieren. Du wirst bald selbständig über die Kennzahlen in Deinem Bereich berichten und vorschlagen, wie diese verbessert werden können. Dazu kommt das Team regelmäßig zusammen. Auch Projekte werden in dieser Form bearbeitet.

Dabei kommt die Kreativität nicht zu kurz. Denn natürlich verkaufen Zahlen keine Bücher, Mode, Werkzeuge, Reisen oder Konzert-Tickets. Dafür brauchst Du Texte, Bilder, Töne und Videos. E-Commerce-Kaufleute sprechen hier vom "Content", dessen Erstellung Du organisierst. Die Kennzahlen verraten Dir dabei sehr schnell, welche Arten von Inhalten die Nutzer in einem E-Commerce- oder Werbekanal besonders schätzen.

Als E-Commerce-Kauffrau oder E-Commerce-Kaufmann arbeitest Du selbständig in Deinem Aufgabenbereich. Du bedienst jeweils die dort eingesetzten Software-Programme und dokumentierst den Arbeitsfortschritt. Häufig stimmst Du Dich mit anderen Abteilungen und externen Partnern ab – auch wenn Du vor dem Bildschirm arbeitest, erfordert der Beruf von Dir die Fähigkeit, mit anderen umzugehen und Eure Arbeit abzustimmen. 

Da der größte Teil der Arbeit im E-Commerce von Systemen und Maschinen ausgeführt wird, die Du bedienst und einstellst, können die Betriebe im E-Commerce-Bereich mit einer Fünf-Tage-Woche und regulären Arbeitszeiten auskommen. Typisch ist jedoch, dass zu besonders intensiven Projektphasen flexibel gearbeitet wird. Dabei richtet sich der Betrieb dann auch nach der Zeit, in der die Kunden sich am intensivsten mit dem Online-Angebot auseinandersetzen. Wenn das Unternehmen auch außerhalb Europas aktiv wird, kann dies auch einmal später am Abend oder früher am Morgen der Fall sein. 

Die gute Seite an dieser typischen Arbeitsform in der Digitalisierung: Du kannst in der Regel auch von unterwegs eine Vielzahl von Tätigkeiten überwachen oder ausführen und bist nicht gezwungen, ausschließlich im Büro zu arbeiten.

Darum lohnt sich duale Ausbildung

Die duale Berufsausbildung ist speziell im E-Commerce der ideale Einstieg in ein Feld, in dem Praktiker begehrt und häufig bei Einstellungen bevorzugt werden. Denn aufgrund der schnellen Veränderung der Technologien und Prozesse können die Universitäten deutlich schlechter als in anderen Branchen für die Praxis qualifizieren. Zudem steigt der Fachkräftebedarf für digitale Geschäftsfelder in den kommenden Jahren deutlich an, da viele Wirtschaftszweige erst jetzt beginnen, sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung zu beschäftigen. 

Dies hat auch zur Folge, dass E-Commerce ein besonders „durchlässiger“ Beruf ist, in dem man auch ohne akademische Abschlüsse rasch Führungspositionen erreichen kann.

Und wenn es Dich reizt, an einer Hochschule auch ein breites theoretisches und methodisches Rüstzeug zu lernen, dann gibt es eine Vielzahl von Universitäten, die neben dem Vollzeit-Studium auch ein sogenanntes "Duales Studium" anbieten.

Die duale Ausbildung erlaubt es, vom ersten Tag an eigenes Geld zu verdienen und später im dualen Studium neben dem Beruf auch akademische Titel zu erwerben – sogar ohne die allgemeine Hochschulreife.

Das verdienst Du als Azubi

Das Gehalt der Auszubildenden orientiert sich jeweils an dem, was die Tarifverträge vorsehen, denen der Ausbildungsbetrieb unterliegt. Betriebe, die selbst nicht tarifgebunden sind, orientieren sich häufig daran. Dennoch kann der einzelne Betrieb davon abweichen. Außerdem unterscheidet sich das Gehalt nach dem Standort des Unternehmens - maßgeblich zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland.

In den meisten ausbildenden Betrieben in Groß- und Einzelhandel sowie im Tourismus liegt das Gehalt im 1. Ausbildungsjahr bei ca. 750 Euro pro Monat, im 2. Ausbildungsjahr bei 830 Euro pro Monat und im 3. Ausbildungsjahr bei ca. 1000 Euro pro Monat.

Und nach der Ausbildung? 

E-Commerce ist eine Branche, in der Fachkräfte begehrt sind. E-Commerce-Kaufleute können sich also auf attraktive Konditionen freuen, die neben dem Gehalt oft weitere Bausteine enthalten.

Beste Karrierechancen

In den vergangenen Jahren ist der Umsatz im Onlinehandel Jahr um Jahr um mehr als 10 Prozent gewachsen. Und doch liegt er gerade erst bei etwa 13 Prozent. Nur etwas mehr als einer von zehn Käufen findet online statt. Und viele Bereiche - wie etwa der Lebensmittelhandel - beginnen gerade erst, im großen Stil E-Commerce zu nutzen.

Und wie ist es mit dem Großhandel oder der Industrie, mit Banken, Versicherungen oder der Touristik? Der Bedarf an Fachkräften für digitale Geschäftsmodelle wächst in allen Bereichen der Wirtschaft. 

Die E-Commerce-Kaufleute sind der erste duale Ausbildungsberuf, der genau auf diese Transformation ausgerichtet ist. 

Daher stehen Dir nach Ausbildung sichere Arbeitsplätze in Deinem Betrieb, aber auch in zahlreichen anderen Branchen und Unternehmen zur Verfügung. 

Wenn Du die Prüfung bestanden und ein Jahr praktisch im E-Commerce gearbeitet hast, kannst Du eine Fortbildung zur Fachwirtin oder zum Fachwirt im E-Commerce machen. In dieser Zusatzqualifikation lernst Du, in digitalen Geschäftsfeldern Teams zu führen und übergreifende Veränderungsprozesse zu gestalten. Der Fachwirt entspricht damit dem, was im Handwerk die Meisterprüfung bedeutet. Gegenüber einem Studium ist er sehr stark an der E-Commerce-Praxis ausgerichtet und bietet Qualifizierung für das mittlere Management.

Darüber hinaus steht Dir das akademische Studium offen. Etliche Universitäten bieten mittlerweile duale, also berufsbegleitende Studiengänge mit Bachelorabschluss und anschließend auch mit Masterabschluss an. In diesen erwirbst Du in größerem Umfang theoretisches Fachwissen, das Dir hilft, auch Unternehmen als Ganzes durch tiefgreifende Veränderungsprozesse zu führen. Damit zielt die Ausbildung auf der Hochschule auf die höhere Management-Ebene. Wo Du überall E-Commerce studieren kannst, sagt Dir unser Hochschulatlas E-Commerce.

 

Bist Du ein "E-Commerce-ler"?

Du solltest E-Commerce-Kauffrau oder E-Commerce-Kaufmann werden, wenn...

  • Du Spaß am Umgang mit dem Internet und keine Berührungsangst mit Software und Technologie hast
  • Du Deine Leistung gerne verbesserst und nachrechnest, was Erfolg gebracht hat und was nicht (yes, we talk mathematics!)
  • Du in Wort und Bild Produkte und Dienstleistungen beschreiben kannst, so dass andere Lust bekommen, sich damit zu beschäftigen
  • Du immer wieder neue Herausforderungen schätzt und sie mit neuen Lösungsansätzen zu meistern versuchst.

Du solltest nicht E-Commerce-Kauffrau oder E-Commerce-Kaufmann werden, wenn...

  • Du den Umgang mit Zahlen und Statistiken hasst.
  • Du lieber Waren anfassen und im direkten Gespräch an Kunden verkaufen willst.
  • Du den Onlinehandel als unpersönlich empfindest und Ladengeschäfte eher Dein Ding sind.
  • Du gleichbleibende Tätigkeiten bevorzugst und möglichst rasch auslernen willst.

Hintergrund-Informationen

Die Ausbildungsverordnung

Der neue Ausbildungsberuf "Kauffrau im E-Commerce/Kaufmann im E-Commerce" wird in einem sogenannten Neuordnungsverfahren eingeführt, oder genauer gesagt: verordnet. Verordnungen werden im Bundesgesetzblatt verkündet und werden dann erst gültig.

Die Verordnung wurde am 13. Dezember 2017 unterzeichnet und wenige Tage später veröffentlicht. Du findest hier den offiziellen Text. Wichtig ist die in der Verordnung enthaltene Tabelle. Darin sind alle Berufsbildpositionen aufgeführt, so dass Du genau weißt, was Deine Ausbilder dir an Wissen und Fertigkeiten vermitteln werden.

Voraussetzungen

Weil die Tätigkeit den ständigen Umgang mit Software und mathematisches Verständnis voraussetzt, ist die allgemeine Hochschulreife die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung. Wenn aber Zahlen, Technologie und Software Dein Ding sind, kannst Du schon mit einem Haupt- oder mittleren Schulabschluss E-Commerce-Kauffrau oder -Kaufmann werden.

Ausbildungsaufbau

Die Ausbildung erfolgt über einen Zeitraum von drei Jahren. Im "dualen Ausbildungssystem" wirst Du hauptsächlich in einem Unternehmen ausgebildet und hast zusätzlich Unterricht an der Berufsschule.

Der Ausbildungsbetrieb

Die Ausbildung in Deinem Ausbildungsbetrieb erfolgt nach dem sog. Ausbildungsrahmenplan. Darin ist nicht nur für ganz Deutschland einheitlich festgelegt, was Deine Ausbilder Dir beibringen müssen. Auch die Reihenfolge ist vorgegeben - das ist wichtig, damit die Lehrer in der Berufsschule Dir genau das gerade jetzt wichtige theoretische Wissen begleitend vermitteln können.

Insgesamt gibt es im Ausbildungsrahmenplan 15 Berufsbildpositionen. Diese unterscheiden sich in berufsprofilgebende und integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie werden in der dreijährigen Ausbildung zeitlich voraussichtlich so gegliedert:

Während der gesamten Ausbildungszeit:

  • Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs
  • Berufsbildung sowie arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Umweltschutz

1.-18 Monat:

  • Projektorientiert im E-Commerce arbeiten (Arbeitsmethoden)
  • Waren- oder Dienstleistungssortiment mitgestalten und online bewirtschaften
  • Einkauf bzw. Beschaffung unterstützen
  • Kaufverträge im Online-Vertrieb kundenfreundlich und rechtskonform anbahnen
  • Kaufverträge aus dem Online-Vertrieb erfüllen
  • Kommunikation und Kooperation

19.-36. Monat:

  • Bedeutung und Struktur des E-Commerce in Wirtschaft und Handel
  • Online-Vertriebskanäle unterscheiden, auswählen und aufbauen
  • Kundenanfragen auf Online-Kanälen entgegennehmen und beantworten
  • Unterschiedliche Methoden des Online-Marketing gestalten und nutzen
  • E-Commerce-Projekte kaufmännisch bewerten und steuern

Wenn Du dir diese Reihenfolge ansiehst, erkennst Du schnell, dass Du am Anfang zunächst sehr praktisch Deinen Betrieb, seine Arbeitsweisen und Dein konkretes Handwerkszeug - also Software und Systeme - kennenlernst. Dazu zählt auch, dich besonders mit den Waren oder Dienstleistungen zu beschäftigen, die Dein Unternehmen verkauft.

Je sicherer Du mit den Instrumenten umgehen kannst, um so mehr Aufgaben übernimmst Du im Hinblick auf die Kommunikation mit den Kunden - im Service oder im Marketing. Und wenn Du den Überblick darüber hast, wie die verschiedenen Abteilungen zusammenarbeiten, widmest Du dich dem wichtigen Thema der Erfolgskontrolle. Dies ist die Grundlage, um schließlich Projekte selbständig verantwortlich im Betrieb umzusetzen.

Übrigens: Jeder Betrieb kann über diesen Ausbildungsplan hinaus weitere Themen und Kenntnisse vermitteln. Wenn Du in einem Einzelhandelsunternehmen lernst, wirst Du vielleicht auch typische "Multichannel"-Fertigkeiten erlernen. In anderen Unternehmen gibt es vielleicht ein paar zusätzliche Ausbildungseinheiten, in denen Du programmieren lernst, und natürlich wird in jedem Betrieb viel Fachwissen zum spezifischen Sortiment vermittelt.

Die Berufsschule

Der Unterricht in der Berufsschule folgt dem sogenannten "Rahmenlehrplan", der ebenfalls überall in Deutschland gleichermaßen gilt. Er sieht 12 Lernfelder vor:
 

  1. Das Unternehmen präsentieren und die eigene Rolle mitgestalten
  2. Sortimente im Online-Vertrieb gestalten und die Beschaffung unterstützen
  3. Verträge im Online-Vertrieb anbahnen und bearbeiten
  4. Werteströme erfassen, auswerten und beurteilen
  5. Rückabwicklungsprozesse und Leistungsstörungen bearbeiten
  6. Servicekommunikation kundenorientiert gestalten
  7. Online-Marketing-Maßnahmen umsetzen und bewerten
  8. Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern
  9. Online-Vertriebskanäle auswählen
  10. Den Online-Vertrieb kennzahlengestützt optimieren
  11. Gesamtwirtschaftliche Einflüsse bei unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigen
  12. Berufsbezogene Projekte durchführen und bewerten

Wie Du siehst, passen die Lernfelder in der Berufsschule zeitlich ziemlich gut mit den Ausbildungsinhalten im Betrieb zusammen. In der Berufsschule hast Du die große Chance, mit Azubis aus anderen Betrieben Deine Kenntnisse und Erfahrungen zu teilen und dadurch zu erleben, wie E-Commerce in größeren oder kleineren Unternehmen oder auch einer ganz anderen Branche konkret funktioniert.

Weil die Berufsschulen diesen Rahmenlehrplan von Land zu Land unterschiedlich interpretieren, kommen vielleicht noch Themen hinzu, die Du hier nicht findest. So kann z.B. auch hier eine Schule etwas mehr IT-Wissen oder Fachenglisch vermitteln. 

Prüfung

Du legst die Prüfung in zwei Teilen ab. Der erste Teil der Prüfung findet nach 18 Monaten statt und zählt 25 Prozent für Deine Endnote. Man bezeichnet die Prüfung deshalb auch als "gestreckte Abschlussprüfung".

1. Prüfungsteil

Im ersten Teil der Prüfung wird das Wissen der ersten 15 Ausbildungsmonate geprüft. In einer 90 Minuten dauernden schriftlichen Prüfung wird Dein Wissen über die Gestaltung eines Waren- oder Dienstleistungssortiments, die Zusammenarbeit bei der Beschaffung von passenden Produkten und den Kern des Verkaufs, die Vertragsanbahnung und den Vertragsabschluss, abgefragt.

2. Prüfungsteil

Der zweite Teil der Abschlussprüfung erstreckt sich auf alles, was Du in drei Ausbildungsjahren im Betrieb und in der Berufsschule gelernt hat. Dabei gibt es vier einzelne Prüfungen:

  1. eine zweistündige Klausur, in der Dein Verständnis für Geschäftsprozesse im E-Commerce geprüft wird.
  2. eine einstündige Klausur über Kundenkommunikation im E-Commerce
  3. ein Fachgespräch von 20 Minuten Dauer, das sich um ein Projekt dreht, das Du in Deinem Ausbildungsbetrieb durchführst. Vor dem Fachgespräch reichst Du einen Report über Dein Projekt ein. Bewertet wird aber nicht das Projekt, sondern wie Du im Fachgespräch Fragen dazu beantworten kannst.
  4. eine einstündige Klausur zu Fragen der Wirtschafts- und Sozialkunde.

Insgesamt wirken also fünf Teile auf Deine Prüfungsnote ein. Der erste Prüfungsteil - nach 18 Monaten - zählt 25 Prozent. Die zweistündige Klausur (Geschäftsprozesse) zählt weitere 30 Prozent. Die schriftliche Prüfung zu Fragen der Kundenkommunikation zählt 15 Prozent, das Fachgespräch 20 Prozent und die Klausur zur Wirtschafts- und Sozialkunde die verbleibenden 10 Prozent.

Jetzt starten!

Wenn Du schon ein Unternehmen kennst, das Auszubildende sucht und im E-Commerce tätig ist, dann lass Dir dort noch einmal genau erklären, was genau Du in diesem Betrieb und in der entsprechenden Branche lernst.

Falls Du dich für den neuen Beruf "Kauffrau/Kaufmann im E-Commerce" interessierst, aber noch kein Unternehmen für Dich gefunden hast, dann geh zur Industrie- und Handelskammer (IHK) in Deiner Stadt. Dort kann man Dir häufig sagen, welche Unternehmen nach Auszubildenden in diesem Bereich suchen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vermittlungsplattformen. Das Portal jobboerse.de hat beispielsweise eine Unterseite speziell für E-Commerce-Kaufleute geschaffen. Unter den dort gelisteten Angeboten findest Du auch zahlreiche Ausbildungsplätze.

Und wenn Dir das nicht weiterhilft, dann schreib uns: Im E-Commerce-Verband bevh sind viele große, mittlere und kleine Unternehmen aus ganz Deutschland vereinigt, die zu den besten E-Commerce-Unternehmen des Landes zählen. Wir vermitteln Dir gerne Bewerbungsgespräche in Deiner Region.

Ihr Ansprechpartner

Bild des Stellvertretenden bevh-Hauptgeschäftsführers Martin Groß-Albenhausen

Martin Groß-Albenhausen

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer

Bitte geben Sie hier Ihren Bruttoinlands­versand­handelsumsatz (inkl. der Umsätze auf Online-Marktplätzen) ein

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