Angebotsformen in der Zustellung

Eine der wichtigsten neuen Angebotsformen ist die Lieferung am Tag der Bestellung, das ‚Same-Day-Delivery’. Bisher machen Bestellungen mit Zustellung am selben Tag noch einen verschwindend geringen Anteil aus, doch bis 2020 werden sie, Prognosen zufolge, bereits 15% des Umsatzes mit Standardpaketen ausmachen. Denn schon heute ist jeder zweite Kunde bereit, bei größeren Einkäufen einen kleinen Aufpreis für Same-Day-Delivery zu zahlen. [1]

Die fahrerlose Zustellung wird ebenfalls dazu beitragen die Auslieferung zu flexibilisieren. Denn der Kunde will zunehmend mehr Einfluss darauf haben, wann und wo sein Paket zugestellt wird.[2]

Den Transport zwischen den Lagern oder Verteilungszentren könnten in Zukunft fahrerlose LKWs übernehmen.[3] Sie fahren effizient und ohne Fahrpausen. Im Ausland wird für die Zustellung der Einsatz von Robotern und Drohnen auf der sogenannten letzten Meile für die Auslieferung von Lebensmitteln und Paketen getestet.[4] Noch sind Logistikdrohnen in Deutschland nicht zugelassen, doch auch deutsche Unternehmen nehmen diesen Zukunftsmarkt ins Visier. 2014 wurde ein erster Feldversuch zur Belieferung einer Apotheke auf der Nordseeinsel Juist erfolgreich durchgeführt.[5] In Großbritannien soll 2016 erstmals ein selbstfahrender Roboter für die Auslieferung von Lebensmitteln zum Einsatz kommen.[6]

Die Zustellung durch Privatpersonen – auch für Lebensmittel oder Restaurantbestellungen –[7] könnte für Onlinehändler künftig sogar eine Möglichkeit sein, die Abhängigkeit von der KEP-Branche, der Branche der Kurier- Express- und Paket-Zusteller, zu reduzieren. Ein Streik bei den Zustellern beispielsweise würde den Online-Handel hart treffen. In den USA testet Amazon bereits die Zustellung durch Jedermann.[8] Über Onlineplattformen registrieren sich dort die Nutzer als Fahrer und können dann selbst wählen, wann und wie oft sie ein Paket mitnehmen möchten.

Die Logistikbranche wird zudem von digitalen Trends wie Big Data oder dem „Internet der Dinge“ wesentlich beeinflusst, die weitere Mehrwertdienste und Services schaffen können. (siehe dazu auch: Kapitel 3 – Ökonomisch – „Transparenz in der Logistik“)

 


1

Mc Kinsey, 2014

2

DHL, 2012

3

Textilwirtschaft , 2015

4

Logistik Heute, 2015

5

manager magazin, 2015 

6

Textilwirtschaft , 2015

7

Gottlieb Duttweiler Institute (GDI), 2015

8

Computer Bild online, 2015

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