Arbeitssituationen für Paketzusteller

Das Kauferlebnis im Onlinehandel ist in hohem Maße von der schnellen, zuverlässigen und kostengünstigen Lieferung der Waren abhängig. 77% der Online-Käufer in Deutschland fordern eine kostenlose Lieferung.[1] Logistikunternehmen und KEP- Dienstleister stehen deshalb unter Druck, die Distribution immer weiter zu optimieren und die Kosten zu senken. Gleichzeitig ist der Sektor eine sehr personalintensive Branche. Über 70% der Kosten entstehen durch Löhne und Gehälter.[2] Personalkosten sind deshalb ein wesentlicher Faktor, um konkurrenzfähig aufgestellt zu sein. Dass dies nicht zu ausbeuterischen Arbeitsbedingungen führt, liegt in der unternehmerischen Verantwortung der Anbieter. Die Branchenführer DHL und Hermes zeigen bereits großes Engagement, die Arbeitsbedingungen der Zusteller zu verbessern (siehe dazu auch: Kapitel 3 – Unternehmensführung – „Outsourcing und Subunternehmer“).

Dazu gehört auch die körperliche Belastung durch das Tragen der Pakete zu reduzieren. Denn die physische Belastung in der Logistik ist groß: Über 50 % der Beschäftigten im Post-, Speditions- und Logistiksektor geben an, in hohem Maße körperlich schwere Arbeit zu verrichten und dies als sehr belastend zu empfinden. Fast 60 % gehen davon aus, ihre Tätigkeit nicht bis ins Rentenalter ausüben zu können.[3]

Die Gewichtsobergrenzen der Unternehmen für die Auslieferung durch eine Einzelperson bieten häufig keinen ausreichenden Schutz. Die Einführung von Paketkästen, ähnlich den Briefkästen bei Wohnhäusern könnte die körperliche Belastung der Zusteller künftig jedoch reduzieren.

 


1

DHL, 2012

2

Hessische Niedersächsische Allgemeine online, 2012

3

ver.di, 2013, 42

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