Outsourcing und Subunternehmer

Fast alle Paketzusteller in Deutschland arbeiten mit Subunternehmern für die Auslieferung an den Kunden zusammen. Schwankende Sendungsvolumina, wie z.B. zur Weihnachtszeit lassen sich so ausgleichen und auch in strukturschwache und dünn besiedelte Regionen kann so die tägliche Zustellung sichergestellt werden. Doch diese höhere Flexibilität birgt auch Herausforderungen. Auf der einen Seite sind die Zusteller das Gesicht der Unternehmen und maßgeblich für die Zufriedenheit der Kunden verantwortlich. Auf der anderen Seite geben Unternehmen durch die Beschäftigung von Subunternehmern Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten ab.

Die vielen Berichte zu Verletzungen von Arbeitnehmerrechten bei Subunternehmern sind eine Folge dieses Outsourcings. Zu den zentralen Kritikpunkten gehören lange Arbeitszeiten, hohe körperliche Belastung und niedrige Löhne.[1] Die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller stehen seither verstärkt im Fokus der Unternehmen und der Öffentlichkeit. Einige Anbieter der KEP-Branche haben individuell Konzepte und Prozesse entwickelt, um die Arbeitsbedingungen bei ihren Subunternehmern zu prüfen und möglichst zu verbessern. Dazu gehören u.a. die vertragliche Verpflichtung der Subunternehmer auf Sozialstandards sowie eigene Schulungs- und Prüfsysteme und das Verbot der Beschäftigung weiterer Subunternehmer durch die Subunternehmer. Zusätzlich wurden für die Paketzusteller Möglichkeiten geschaffen, sich mit Beschwerden direkt an die Auftraggeber zu wenden. So sollen Missstände frühzeitig aufgedeckt und behoben werden können.[2] Noch konnte die Branche jedoch kein einheitlich hohes Niveau in Bezug auf Sozialstandards erreichen. Wie wachsende Sendungsmengen zu konkurrenzfähigen und gleichzeitig fairen Bedingungen künftig bewältigt werden können, bleibt eine zentrale Herausforderung der KEP-Branche.

 


1

Zeit online, 2012

2

Hermes, 2015

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