Beratungs- und Rechercheeffekte

Vor jedem Kauf steht meist eine Recherche oder Beratung. Diese kann online oder offline stattfinden. Beim ROPO-Effekt – research online, purchase offline – geht dem stationären Kauf, die Informationseinholung durch das Internet voraus. In Zahlen sind 38% aller Einzelhandelsumsätze online induziert.[1] Je nach Warengruppe unterscheidet sich die Höhe des Effekts: Bei Lebensmitteln informieren sich beispielswiese 8%, bei Haushatlsgeräten 24% online, bevor sie stationär ihren Kauf tätigen.[2] Generell werden Lebensmittel und Haushaltsgeräte noch wenig online bestellt (4% und 7% versus Bekleidung mit 23%).[3] Das Netz bietet für Rückfragen und Unklarheiten jedoch hilfreiche und gut aufbereitete Informationen wie zum Beispiel Erklärvideos, Kundenhotlines und Expertenchats.[4]

Das neue Google-Tool „Shopping Insights“ für den stationären Handel verstärkt diesen ROPO-Effekt: Hier können Einzelhändler recherchieren, wo welche Produkte von potenziellen Kunden online besonders nachgefragt werden, um diese dann stationär anzubieten.[5] Somit kann online-Recherche den stationären Einkauf bei Verfügbarkeit der Produkte positiv begünstigen.[6]

Allerdings erfolgt der ROPO-Effekt auch umgekehrt: Konsumenten lassen sich im Fachgeschäft beraten und kaufen dann online (ca. 20%).[7] Somit stehen online und offline Handel in reger Wechselbeziehung und versuchen sich gegenseitig durch bessere Konditionen zu überbieten. Insgesamt betrachtet belebt die Informationseinholung von verschiedenen Quellen das Geschäft und entspricht dem sich immer neu erfindendem Handel, der im besten Fall optimal auf Kundenwünsche reagieren kann.


1

Mc Kinsey, 2013, 15

2

pwc, 2013, 49

3

bevh, 2015, 41

4

Zeit online, 2013; etailment, 2015; etailment, 2015

5

Textilwirtschaft , 2015

6

ECC Köln, 2015, 26

7

shopbetreibershop.de, 2013

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