Digitale Inklusion

Versandhandel und E-Commerce sind große Treiber von Integration, denn die Digitalisierung ermöglicht Inklusion und Partizipation. Fast alle Internetnutzer in Deutschland haben die Möglichkeit des Online-Einkaufens bereits ausprobiert. Der größte Anteil ist hier unter den 25- bis 34-Jährigen zu finden mit 97%, aber auch bei den 55- bis 65-Jährigen haben neun von zehn bereits online eingekauft.[1] Die Studie des bevh (2015) belegt ebenfalls, dass Kunden in den Altersgruppen 50-59 und 60+ zu 48% bzw. 32% regelmäßig, mindestens einmal im Monat, Waren im Online- oder Versandhandel einkaufen.[2]

Speziell älteren Menschen oder Menschen im ländlichen Raum ermöglicht der E-Commerce Teilhabe an neuen Technologien, Selbstständigkeit durch eigenständiges Einkaufen, aber auch Integration durch die Möglichkeiten zur Kommunikation.[3] 23% der Teilnehmer einer Umfrage erklären, dass sie in naher Zukunft aufgrund ihres Alters auf Lieferdienste angewiesen sein werden. Der Umgang mit Computern und Smartphones, den die „neuen Alten“ durchaus gewohnt sind, befeuert dabei die Nutzung digitaler Services. Angesichts der demografischen Entwicklung – im Jahr 2020 werden 30% der Bevölkerung 60 Jahre und älter sein – kommen gerade auch alteingesessene Händler mit viel gewachsener Stammkundschaft gar nicht umhin, den Verbrauchern auf ihrer digitalen Entdeckungsreise zu folgen bzw. die Entwicklung voran zu treiben.[4]

Auch neue Möglichkeiten der Partizipation werden ständig geschaffen, so z.B. Open Governance oder e-Government, was das Verhältnis zwischen Bürger und Staat durch die neuartige und direkte Kommunikation und Information auf eine neue Ebene bringt.[5]

Die Digitalisierung und der E-Commerce lassen Menschen näher zusammenkommen. So empfinden 54% der befragten Deutschen, dass beim Onlineshopping die Welt zu einem Dorf wird. 46% geben an, dass sie durch Onlineshopping mehr Zugang zu anderen Ländern und Kulturen haben als früher.[6]

In Zukunft muss darauf geachtet werden, dass die Inklusion und Partizipation nicht nur für diejenigen möglich ist, die sich den Fortschritt durch die Digitalisierung leisten können. Eine Kluft zwischen Arm und Reich, Stadt und Land darf sich im Sinne der Teilhabe nicht entwickeln – sonst ist die Digitalisierung kein Treiber von Integration, sondern von Spaltung und Zerklüftung.[7]


1

DHL, 2012, 23

2

bevh, 2015, 82

3

Mc Kinsey, 2013, 23

4

Ernst and Young, 2014, 11

5

Umweltbundesamt, 2014, 45

6

DHL, 2012, 30

7

Gottlieb Duttweiler Institute (GDI), 2014, 14

Kommentar

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Die mit * markierten Felder sind Pflichtangaben.