Physische und psychische Auswirkungen

Onlineshopping wird nachgesagt einen positiven Beitrag zur Lebensqualität zu leisten. Hektische Zeiten vor Ladenschluss oder in der Weihnachtszeit können Verbraucher hinter sich lassen. Selbstbestimmt und flexibel, zu jeder Tages- und Nachtzeit können die „empowered consumers“ die Produktsortimente und die vielfältigen Angebote und Preise mit Spannung, Spaß, Vorfreude und viel Inspiration durchforsten. Schnelles Ausfindig machen des gesuchten Produkts zum besten Preis löst Erfolgserlebnisse aus und trägt zum Selbstbewusstsein durch kompetenten Umgang mit dem Internet bei. Zusätzlich können beim Erhalt der Ware die Emotionen eines Beschenkten einsetzen. Ohne Zeitdruck und Stress kann E-Commerce somit zu einem Wohlfühl-Einkaufserlebnis beitragen.[1]  65% der Deutschen, die beruflich oder familiär sehr eingespannt sind, geben an, dass E-Commerce zur Verbesserung ihre Lebensqualität beigetragen hat.[2]

Online-Händler tragen auch verstärkt durch unterschiedliche Incentivierungs- und Prämienprogramme dazu bei, die gefühlte Lebensqualität von Verbrauchern zu erhöhen. Ob Treue-, Punkte- oder Belohnungssysteme, Versandhändler belohnen ihre Kunden auf unterschiedliche Weise für ihre Online-Einkäufe.[3]

Darüber hinaus kann E-Commerce bewusstes Einkaufen fördern. Ungesunde Konsumgüter, die im stationären Handel oftmals an der Kasse zum Kauf ausliegen und oftmals ohne vorherige Intention erworben werden, sind beim Onlineeinkauf selten im Warenkorb zu finden. Damit wird die Mitnahme von ungesunden Süßwaren durch E-Commerce drastisch reduziert und damit oft auch der Verzehr. Dies kann positive Auswirkungen auf die Physis, auf das Körpergewicht, haben.

Onlineshopping kann zudem große Zeitersparnis bedeuten, wenn Anfahrtswege und Geschäftsbesuche entfallen. Dadurch kann mehr Zeit für Lebensqualitätsfördernde Aktivitäten wie z.B. Sport bleiben.

Dem entgegen können Argumente stehen wie z.B., dass Onlinekonsum aus der bequemen „Horizontalen“ stattfindet und so für Konsumenten keine Notwendigkeit besteht, den Weg in ein Geschäft aufzunehmen. Bewegungsmangel könnte eine negative Folge sein. Dem entgegen stehen jedoch Umfrageergebnisse, die belegen, dass Online-Käufer häufiger via Smartphone und Tablet shoppen, vor allem von unterwegs: „Anstatt Online-Bestellungen abends vom heimischen PC aus zu verschicken, lässt sich dies dank Shopping-Apps und optimierter Webseiten zeitsparend von unterwegs erledigen“. Etwa jeder vierte Konsument nutzt ein Mobilgerät mindestens einmal im Monat für den Online-Einkauf.[4] Besonders die Altersgruppen 14-29 und 30-39 verfügen dabei eine große Affinität für mobiles Bestellen oder Bestellen per App (2015: 30% bzw. 25%). Insgesamt stieg auch der Umsatzanteil beim Wareneinkauf durch Bestellungen per mobilen Internet im Vergleich von 2014 auf 2015 um 0,4%.[5]

Schließlich darf neben der möglichen Steigerung der Lebensqualität nicht vergessen werden, dass die Digitalisierung an sich und dabei die Möglichkeit zu ständigem Konsum, die Informationsüberflutung auch zu erhöhtem Stress oder bei anfälligen Menschen gar zu Kaufsucht und schlussendlich zu Überschuldung führen kann.[6] Eine Untersuchung über das Einkaufsverhalten auf der Online-Auktionsplattform eBay belegt dies zwar nur annähernd, hat aber gezeigt, dass je abstrakter die Bezahlmethode und auch die Verkaufssituation ist, umso schwerer ist es für die Kaufsüchtigen die Kontrolle über sich zu behalten. Anzumerken ist jedoch, dass Stress, Kaufsucht oder gar Überschuldung sowohl durch stationären, als auch durch mobiles Shoppen ausgelöst werden kann.[7]


1

DHL, 2012, 27

2

DHL, 2012, 35

3

Kissmetrics Blog, 2014

4

pwc, 2013; pwc, 2014

5

bevh, 2015, 35, 59. 

6

öko Institut e.V, 2006, 9

7

Onlinemarktplatz.de, 2008

Kommentar

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Die mit * markierten Felder sind Pflichtangaben.