Privates Verkehrsaufkommen

Der E-Commerce ermöglicht Kunden flexibel und ungebunden an Öffnungszeiten, Produkte zu erwerben. Von zu Hause aus können Käufer ihrem Konsumbedarf nachgehen. Die als möglicherweise lästig empfundenen – und vom ländlichen Raum vor allem langen – Anfahrtswege und der Kampf durch überfüllte Straßen und Fußgängerzonen entfallen. Durch das reduzierte Verkehrsaufkommen wird so eine große Menge CO2 eingespart (siehe dazu auch: Kapitel 3 – Ökologisch – „Transportaufkommen“). [1]

Diese positive Bilanz kann nicht durch das Argument der zahlreichen individuellen Zustellungen entkräftet werden. Denn diese sind logistisch bereits so optimiert, dass weniger CO2 Emissionen verursacht werden, als wenn jeder Kunde einzeln den Weg zum Händler bestreiten würde. [2]

Nichtsdestotrotz kann es erhöhte CO2 Emissionen geben, die sich negativ auf die Energiebilanz auswirken: Zum einen, wenn nach misslungenen Zustellungen wiederholt Pakete geliefert werden und zum anderen, wenn zahlreiche individuelle Abholungen von Paketen an Packstationen stattfinden.[3] Entkräftend kann hinzugefügt werden, dass eine Vielzahl von wiederholten Zustellungen und Abholungen von Paketen an Packstationen auf Standardstrecken liegen und somit keine zusätzlichen CO2 Emissionen verursacht werden.

Zusätzlich muss der Rebound-Effekt beachtet werden: Durch das Onlineshopping wird in erster Linie Zeit gespart und das private Verkehrsaufkommen reduziert. Allerdings können sich die Einsparungen ins Gegenteil verkehren, wenn dadurch zusätzliche stationäre (oder online) Einkäufe oder anders gelagerte private Fahrten vollzogen werden.[4] (siehe dazu auch: Kapitel 3 – Ökologisch – „Transportaufkommen“)


1

Saemundur K. Finnbogason, 2013, 38; Welt online, 2015

2

ecommerce Magazin, 2015

3

öko Institut e.V, 2015, 1

4

öko Institut e.V, 2006, 8ff.

Kommentar

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