Fragen & Antworten

Steigt das Verkehrsaufkommen durch Versandhandel nicht unglaublich an?

Rein rechnerisch kann das Verkehrsaufkommen sinken, da viele Sendungen gleichzeitig auf kleinerem Raum transportiert werden. Der Lieferverkehr in der Innenstadt stört im Zweifel nicht, weil es „zu viele“ sind, sondern weil Lieferfahrzeuge auf der Straße parken, um auszuliefern. Hierdurch kann der Verkehr zum Stehen kommen. Insgesamt aber sinkt das Verkehrsaufkommen. In einigen Städten wie Kopenhagen gibt es heute schon spezielle Strecken und Haltepunkte für Lieferfahrzeuge und die Stadt stellt zunehmend auf umweltfreundliche Mobilität um.


Erhöht sich der Stromverbrauch durch E-Commerce nicht enorm?

Für einen insgesamt höheren Energieverbrauch sind nicht der E-Commerce per se, sondern die gesamte Digitalisierung unserer Gesellschaft und die gestiegenen Ansprüche an die Lebensqualität verantwortlich. Umso wichtiger ist es, dass Energie sparende Konzepte entwickelt werden. Daran haben auch die Unternehmen im E-Commerce ein großes Interesse.


Sind nicht alle Online-Shopper Couch-Potatoes, fürchterlich fett und unbeweglich? Und bekommen Kinder und Jugendliche nicht zunehmend Adipositas, da sie hauptsächlich vor dem Computer sitzen – zum Surfen und Einkaufen?

Im besten Fall ist Einkaufen nicht der einzige Bewegungsantrieb. Aber dadurch, dass es beim Online-Einkauf keine Kassenzonen mit Süßigkeiten gibt und Kinder zum online bezahlen ihre Eltern benötigen, kann sich der Konsum des Süßen durchaus verringern. Zunehmend bieten auch Online-Händler Programme an, die Kinder belohnen, wenn sie sich bewegen. Dem Vorurteil der online einkaufenden Couch-Potatoes steht außerdem der hohe positive Beitrag zur Lebensqualität gegenüber: Einkaufen wird zeitsparender und findet im Internet bewusster statt. Dadurch haben Eltern mehr Zeit, die sie z.B. mit ihren Kindern sinnvoll außerhalb des Supermarktes verbringen können. Menschen, die sich nicht bewegen wollen, werden vermutlich nicht überproportional durch den E-Commerce dazu aufgefordert. Wahrscheinlicher scheint es, dass es mehr Menschen gibt, die die gewonnene Zeit in soziales Leben oder Sport investieren. Hier gibt es eine angeregte Diskussion. Studien oder genaue Zahlen liegen bisher noch nicht vor.


Im Internet sieht alles schön aus – warum kommen immer andere Sachen als die abgebildeten bei mir an?

Der Verbraucher ist im E-Commerce durch gesetzliche Anforderungen sowohl in der Information als auch bei der Rückgabe von Produkten nach dem Kauf sehr gut geschützt. Oft sogar besser als im stationären Handel. Darüber hinaus ist es zunehmend einfach sich via sozialer Netzwerke, Foren und anderer Plattformen einen Eindruck über Online-Händler bzw. von Produkten zu verschaffen. Die Händler selbst tragen durch weitreichende Informationen, wie auch die Integration von Videos oder Live-Chats zu einem sehr breiten Informationsangebot bei.


Nachgemachte Markenartikel und gefährliche Arzneimittelfälschungen – gibt es im E-Commerce keine Überwachung?

Zunächst ist die täuschende Absicht bei Handelsvorgängen vernachlässigend gering – sowohl online als auch stationär. Aufgrund der Erfahrung mit dem E-Commerce wird dieser teilweise als bedrohlich wahrgenommen. Bei einem Geschäft oder einem Marktstand haben Verbraucher bereits gelernt, Vertrauenswürdigkeit einzuschätzen. Diese Fähigkeit müssen Kunden im Online-Handel teilweise erst noch lernen. Grundsätzlich gelten sehr gute gesetzliche Vorgaben und auch Schutz von Verbrauchern nach dem Kauf im E-Commerce.


Wird der Verbraucher durch Datensammlung nicht immer gläserner?

Datensammlung lässt eine gegenseitige Transparenz entstehen: Kunden wie Händler und die Industrie werden für die jeweils anderen Marktpartner immer transparenter. Das liegt an vielen Foren, sozialen Plattformen und Empfehlungen. Hieraus können sich Probleme und Vorteile ergeben. Ziel sollte es sein, den verantwortlichen Umgang mit Daten zu fördern und zu Gunsten von Kunden in bessere Angebote münden zu lassen.


E-Commerce ist doch nicht nachhaltig - oder
?

Nicht-nachhaltige Konsummuster gibt es On- wie Offline. Sucht ein Konsument aber nach nachhaltigen Produkten kann er sich im Internet meist besser und schneller informieren und Informationen gegenüber stellen. Auch hilft die grundsätzliche Transparenz in dem Bestreben ein "für sich" passendes Angebot zu finden.


Im E-Commerce geht es doch nur um den Preis?

Fest steht, dass es durch das Internet sehr gute Möglichkeiten gibt, Preise zu vergleichen. Darüber hinaus können jedoch auch Qualitäten und Inhalte transparent verglichen werden. Verbraucher, die lediglich auf Preisebene suchen, kommen ebenso wie Verbraucher, die nach einer Kombination aus bestem Preis und bestmöglicher Nachhaltigkeit suchen, aufgrund transparenter Informationen an ihr Ziel.


Sind Verbraucher nicht Spielbälle der Online-Händler?

Die Machtverhältnisse haben sich stark verändert. Individuen und Gruppen haben ihre Macht durch die Möglichkeit schnell und kritisch Stellung zu beziehen und virale Effekte auszulösen, enorm vergrößert. Missstände werden umgehend angeprangert und Kontrollmechanismen angewendet, um zu sozial- und umweltverträglichem Handeln zu bewegen.


Lassen sich Kunden nicht oft im Laden beraten und kaufen dann im Internet - Stichwort "Beratungsdiebstahl"?

Das ist nicht falsch, aber umgekehrt genauso. Daher muss gefragt werden, ob es nicht darum geht, neue Möglichkeiten auszuloten und handelsseitig darauf mit neuen Konzepten zu reagieren? Handel ist kein festgelegter Status Quo, der sich nicht verändern darf, sondern eine hochflexible Struktur, die möglichst optimal auf die Kundenwünsche reagiert. Im Übrigen leidet der stationäre Handel nicht notwendigerweise unter Beratungsdiebstahl. Dem stationären Handel kann Internetrecherche von Verbrauchern nämlich zu Gute kommen; dies gilt auch für Internethändler, die von stationärer Informationseinholung profitieren.


Warum können Kinder im Internet Sachen bestellen, die sie im Geschäft nie kaufen dürften?

Ein neues Verfahren der Video ID setzt sich derzeit durch. Insgesamt ist der E-Commerce jedoch noch ein recht junger Handelszweig, der zunehmend innovative Lösungen anbietet. Diese werden mittelfristig noch sicherer sein als die “sogenannte Augenkontrolle” im stationären Handel.


Wieso dürfen aus dem Ausland Sachen über das Internet verkauft werden?

Globalisierung schließt auch den globalen Handel mit ein. Angebote aus dem Ausland haben wie alles Vor- und Nachteile: Die Warenvielfalt steigt und auch die Möglichkeit direkt ab Hersteller bestimmte Waren zu einem guten Preis ohne Zwischenhändler zu erwerben wird größer. Das internationale Recht muss sich hier jedoch noch teilweise den neuen Möglichkeiten anpassen und darauf achten, dass Gesetzeslücken nicht ausgenutzt werden.


Wieso wird es Abzockern im Internet so leicht gemacht?

Betrug kann überall stattfinden, ob im stationären Handel, im Internet, auf Märkten, an der Haustür. Warnungen vor neuen Dingen wie “Phishing” kann hier oft missgedeutet werden und man vermutet vielzuschnell Böses; dies Art von Warnungen haben gerade auf unerfahrene Menschen eine große Wirkung. Bei jeder Abzocke müssen die Aspekte Erfahrung und Sicherheit im Umgang mit einem neuen Medium in Betracht genommen werden; denn je mehr Erfahrung Kunden haben, desto weniger lassen sie sich verunsichern.


Macht E-Commerce nicht einsam? Gerade ältere Menschen haben oft lediglich hierdurch noch Kontakt zur Außenwelt, wobei sie doch Kontakt zu echten Menschen statt zu Bildschirmen benötigen?

Der E-Commerce wird den stationären Handel nicht vollständig verdrängen und damit die Bildschirme nicht den Kontakt zu echten Menschen. Allerdings können in vielen Kommunen ältere Menschen überhaupt nur noch einkaufen, da es den Online- und Versandhandel gibt; für Ketten und Märkte lohnt es sich dort nicht mehr. Auf der anderen Seite können kleinere kommunale Geschäfte bleiben, da ihnen das zusätzliche Online-Geschäft zusätzlichen Umsatz bringt. Diese kleinen Geschäfte bieten dann auch wieder viel mehr die Möglichkeit zu sozialer Integration und Kommunikation. Beispiele aus der Umgebung von London oder aus Kanada (Montreal, Neigbourhood-Project) zeigen das sehr deutlich. Aber auch in großen Städten lassen E-Commerce-Lösungen ältere Menschen bestimmte schwere Produkte noch selbständig einkaufen, weil sie geliefert werden. Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich die Eigenständigkeit von Menschen erhöht.



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