Arbeitsmarkt im Wandel

Eine von ver.di beauftragte Studie des Berliner WABE-Instituts kam im Februar 2015 auf Grundlage offizieller Zahlen des statistischen Bundesamtes zu der Aussage, dass es im Versandhandel und E-Commerce im Vergleich zum klassischen Einzelhandel einen deutlich höheren Anteil an sozialversicherungspflichtigen Vollzeit-Arbeitsverhältnissen gibt (72,5% vs. 53,8%; beruhend auf Daten der Bundesagentur für Arbeit). Seit 2007 sei die Zahl der SV-Vollzeitarbeitsplätze danach mit 81% Wachstum deutlich stärker angestiegen als die der SV-Teilzeitarbeitsplätze (+62,8%).[1]

Seit 2007 hat die Zahl der Arbeitnehmer im Online- und Versandhandel trotz der Insolvenzen ehemals führender Versandhäuser wie Quelle und Neckermann dynamisch zugenommen. Waren im März 2007 knapp 60.000 sozialversicherungspflichtig oder geringfügig Beschäftigte verzeichnet, erreichte diese Zahl im März 2014 einen Wert von fast 106.000. Dabei stieg die Zahl der SV-Arbeitsplätze (Vollzeit und Teilzeit) um gut 75%, die der geringfügig Beschäftigten um gut 84%. Noch nicht enthalten sind hier die dauerhaft entstandenen Arbeitsplätze bei Dienstleistungsbetrieben, vor allem in der Logistik und im IT-Bereich, die als Auftragnehmer (sog. Third Party Logistics bzw. Fullservice-Provider) Teilaufgaben im E-Commerce erledigen.

Insgesamt, so die Studie des WABE-Instituts, seien durch den Aufschwung des E-Commerce, keineswegs vor allem geringfügige Arbeitsverhältnisse entstanden. Diese haben in der Branche seit 2007 einen Anteil von weniger als 20% aller Arbeitsverhältnisse. Zum Vergleich: Im Einzelhandel insgesamt lag diese Zahl zum Zeitpunkt der Studie bei 28,4% „und damit 9,2%, also knapp ein Drittel höher als im Versand- und Internet-Einzelhandel“.[2] 


1

WABE-Institut Berlin , 2015

2

ibid

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