Energieverbrauch

Durch den Wegfall der stationären Filiale entfällt der Energieverbrauch durch die Filiale.[1] Auch der Dematerialisierungseffekt durch das Virtualisieren einiger Produkte und der Filiale, sowie die Abnahme der Einkaufsfahrten auf Konsumentenseite führen zu einer Reduktion der CO2-Emissionen; 2012 waren circa 16% des deutschen Personenverkehrs auf den Einkauf zurückzuführen.[2] Ein Rebound-Effekt durch den hohen Energieverbrauch bei der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für den Online-Kauf wird jedoch erwartet.[3] Ressourceneffizientere, energiesparendere, problemstofffreie und recyclingfähige IKT-Geräte und neue Technologien müssen noch entwickelt werden. Auch in Bezug auf die Netzinfrastruktur bestehen noch erhebliche Optimierungspotenziale.[4] Google und Facebook beispielsweise setzen auf Ökostrom: Beide Unternehmen investieren Milliarden Dollar in den Bau von Windrädern und Solarparks, um den steigenden Stromverbrauch ihrer Datenzentren und Netzwerke auch in Zukunft decken zu können.[5]

Darüber hinaus spielen die Potenziale einer Prozess- und Lageroptimierung eine wichtige Rolle in der Betrachtung des Energieverbrauchs im E-Commerce. Beispielsweise bringt die kompakte Lagerhaltung pro Produkt Vorteile für den Energieverbrauch mit sich: Große Lager verbrauchen in der Regel Lager weniger Strom und Heizung und sind damit energieeffizienter als die Warenaufbewahrung im Ladengeschäft.[6] Auch die Flächeneffizienz ist im Vergleich zum stationären Handel höher.[7] Neue Strategien und verschiedene Lagerformen, die über eine optimale Lage, Größe und Distributionsorganisation die CO2-Emissionen senken sollen, werden bereits erprobt:[8] Eine kundenspezifische Auftragsfertigung, wie z.B. bei ‚Build-to-Order’ oder ‚Print-on-demand’-Strategien oder das ‚Dropshipping’, bei dem Produkte vom Online-Händler erst dann beim Großhändler bestellt werden, wenn ein Endkunde das entsprechende Produkt bestellt und bezahlt hat, können die Lagerhaltung weiterhin deutlich verringern oder komplett überflüssig machen (siehe dazu auch: Kapitel 1 – Ökologisch – „Energie- und Ressourcenverbrauch in der Produktion“).[9] 

In Zukunft werden neue Planungsprozesse, wie Predictive Applications oder vollkommen neue Geschäftsmodelle, wie der Verkauf einer ‚Nutzung’ (eine Verschmelzung von Produkt und Dienstleistung) eine bedeutendere Rolle spielen und die traditionellen Lagerhaltungsprozesse verändern.


1

öko Institut e.V, 2015

2

Umweltbundesamt, 2012, 26; Saemundur K. Finnbogason, 2013, 38; öko Institut e.V, 2015

3

Saemundur K. Finnbogason, 2013, 38; öko Institut e.V, 2006, 8; Klaus Fichter, 2003, 27; öko Institut e.V, 2015

4

Wirtschafts Woche online, 2014

5

Wirtschafts Woche online, 2014

6

öko Institut e.V, 2015, 1

7

Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, 2003, 45

8

Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, 2003, 75

9

Dropshipping.de, 2015

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