Schutz vor Betrügern

Betrug im Online Shop ist keine Seltenheit. Viele E-Commerce Unternehmen werden Opfer von Internet-Kriminalität, da sich viele noch nicht ausreichend schützen. Gemäß einer KPMG Studie waren 2015 40% der Unternehmen betroffen, 2013 nur 27%, was einem Zuwachs von 50% entspricht. Im Fokus stehen besonders oft Finanzdienstleister. Die durchschnittliche Gesamtschadenssumme pro befragtem Unternehmen betrug rund 371.000 Euro.[1] Angaben kreisen um jährlich entstehende finanzielle Schäden von rund 16,4 Mrd. Euro durch Internet-Kriminalität.[2]

Es gibt viele verschiedene Varianten des Betrugs: Ware wird bestellt, aber nicht bezahlt; inkorrekte oder fiktive Kundendaten werden angegeben; Kleidung wird bestellt, getragen und dann zurückgeschickt oder es wird mit gestohlenen Kreditkarten gezahlt. In einer Studie von 2015 gaben 80% der betroffenen Händler an wegen Betrug Strafanzeige erstattet zu haben. Drei Viertel führen bereits Maßnahmen zur Betrugserkennung in ihrem Online-Shop durch. Dabei verlassen sie sich sowohl auf interne Daten und Abgleiche, als auch auf externe Dienstleister. Je nach Kunde werden verschiedenen Zahlungs- und Prüfverfahren angewandt. Bei Neukunden prüfen 38% der Online-Händler jede Bestellung, bei Bestandskunden hängen die Kontrollen oftmals von der Größe des Warenkorbes ab.

Laut der Studie haben die Betrugsversuche in den letzten Jahren zugenommen, jedoch hatten die betroffenen Händler nur wenige präventive Maßnahmen eingeplant. Auch wenn mittlerweile die großen Unternehmen weitreichende Maßnahmen zum Schutz ihrer Unternehmen und ihrer Kunden vorgenommen haben, gibt es noch viele, vor allem kleine Online-Händler, die sich in Zukunft mehr mit diesem Thema auseinandersetzen müssen. Ein Drittel der Händler, die noch keine präventiven Maßnahmen unternehmen, wissen zudem nicht, welche Möglichkeiten existieren. Für viele bereiten das richtige Kosten-/Nutzenverhältnis, das Finden von kundengerechten Methoden, sowie die Risikoerkennung die größten Schwierigkeiten bei der Betrugsprävention.[3] In der Praxis setzen viele Unternehmen noch auf ihre langjährigen Erfahrungswerte statt automatisierte Prozesse der Betrügererkennung in Gang zu setzen. Auch eine zentrale Datenbank durch eine Kooperation der Online-Händler könnte (wiederholte) Betrugsfälle vermeiden. Auch wären Kooperationen zwischen Online-Händlern denkbar, bei denen anonymisierte Daten von Betrügern aus einem Shop in einer zentralen Datenbank anderen Händlern zur Verfügung gestellt werden.


1

KPMG, 2015, 4, 16

2

Welt online, 2011; Handelsblatt, 2016

3

ibi research, 2015 16-33

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