Fragen & Antworten

Trägt E-Commerce nicht zu verstärktem Konsum und damit zur Produktion von noch mehr Produkten bei?

Jede Form einer vereinfachteren Art „Einzukaufen“ kann den Konsum erhöhen. Es können allerdings auch – und das zeigt der E-Commerce anhand vieler Beispiele – Geschäftsmodelle entstehen, die den Austausch oder die Zweitverwendung eines Produkts ermöglichen (z.B. Ebay, Car-Sharing-Plattformen). Ein grundlegender Anstieg des Konsums auf internationaler Ebene kann den steigenden Lebensstandards zugerechnet werden – die teilweise auch durch die Digitalisierung (nicht unbedingt durch den Handel) bedingt sind. Allerdings verhilft die Digitalisierung auch anderen und neuen sozialen Gruppen zu einem höheren Lebensstandard. Zudem kann sich auch die Gesellschaft in vielen Fällen umweltschonend durch die Digitalisierung entwickeln – zum Beispiel durch „Leapfrogging“ durch das Überspringen unnötiger „Zwischenentwicklungsschritte“ und der direkten Einführung von modernsten Formen der Technologien.

Geht Transparenz bei der Beschaffung im E-Commerce nicht verloren?

Im Gegenteil: E-Commerce kann Transparenz über die Wertschöpfungskette herstellen, da Informationen zu Produkten und Herstellungsprozessen schnell zugänglich sind. Zudem fordern Unternehmen mehr Transparenz von Produzenten und Zulieferern, z.B. in Form von Umwelt- und Sozialstandards (siehe auch die folgende Antwort).

 

Sind Dank E-Commerce die Arbeitsbedingungen in den Lieferländern so schlecht?

Aus Sicht des Versandhandels könnte die Rückfrage lauten, ob die Arbeitsbedingungen Dank E-Commerce nicht zunehmend besser werden, da mit dem E-Commerce eine zunehmend höhere Transparenz einhergeht. Mehr Transparenz, die sich zwischen Kunde und Hersteller, Produktions- und Beschaffungsstrukturen aufbaut, kann mehr Einflussmöglichkeiten und damit mehr Hebelwirkung bedeuten. Die meisten Aufklärungsbestrebungen hinsichtlich Arbeitsbedingungen kommen bereits heute von Konsumentenseite. Sie fordern Transparenz von Unternehmen ein und hinterfragen und beleuchten das Handeln von Unternehmen – direkt durch Online-Recherchen oder durch die Nachrichten von Dritten wie NGOs. Wenn sich die digitale Konsumbegleitung immer weiter durchsetzt, kann womöglich noch mehr Transparenz für beide Seiten geschaffen werden und noch mehr für gute Arbeitsbedingungen getan werden.


Wird der Handel als Intermediär nicht überflüssig?

Der direkte Vertrieb von Produzenten an Endkonsumenten, die Vertikalisierung der Wertschöpfungskette, nimmt zu. Der Handel als Intermediär muss nicht notwendigerweise überflüssig werden, da er sich durch andere Sortimente und Dienstleistungen neu erfindet. Zudem müssen Online-Händler erst überprüfen, ob eine Vertikalisierung gemäß gewisser Kriterien für sie in Frage kommt.


Können durch E-Commerce wirklich Kosten eingespart werden?

Durch die auf der Digitalisierung basierenden Produktions- und Prozessoptimierungen, z.B. durch den Einsatz von Robotern und 3D-Druckern, können Kosten gespart werden. Die anfänglichen Initialkosten müssen dabei jedoch auch in den Blick genommen werden.


Läuft der Handel in Zukunft nur noch über das Internet?     

Das Internet ist eine neue und weitere Form des Handels, wie der Discounter auch eine neue weitere Form des Tante Emma Ladens war. Die Geschichte des Handels zeigt, dass sich einige Handelsformen überlebt haben und dafür neue und andere Handelsformen entstehen. Der E-Commerce kann als Vorbereiter zu einer neuen Convenience-Konsum-Gesellschaft gesehen werden, der jedoch auch neues Wirtschaftswachstum bringt. Der Handel hat sich immer schon der Entwicklung in der Gesellschaft angepasst und wenn der Trend zu mehr Convenience geht, passt sich der Handel auch hier an: Von Tante Emma Läden über Supermärkte bis hin zu Shoppingmalls. Auch wenn nicht immer alles für gutgeheißen werden kann, war die Entwicklung im Sinne des Zeitgeistes notwendig. Mit dem Internet-Einkauf ist eine neue Form des Konsums entstanden, an der möglicherweise mehr Menschen - auch global - partizipieren können, als, dass bei den proprietären Handelssystemen der großen Handelshäuser bisher der Fall war. 

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