Transparenz durch digitale Vernetzung

Die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards ist immer noch für weite Teile der globalisierten Produktion von Gütern eine Herausforderung. Dieses gilt für Unternehmen des Versandhandels und E-Commerce ebenso wie für Markenunternehmen und stationäre Retailer.

Die Digitalisierung schafft eine erhöhte Transparenz von Unternehmen und ihrer Wertschöpfungskette. Das Thema Beschaffung hat dadurch ebenfalls das Potential transparenter zu werden. Zum einen können Kunden schnell an detaillierte Informationen zu Produkten und ihrem Herstellungsprozess gelangen. Auch viele Organisationen (z.B. NGOs) leisten Aufklärungsarbeit, indem sie Meldungen – durch das Medium Internet – schnell an die breite Masse übermitteln können und damit starke Auswirkungen (positive, als auch negative) auf die Reputation eines Unternehmens bewirken. Zum anderen nehmen auch immer mehr Unternehmen ihre Verantwortung für eine transparente Beschaffung wahr und legen ihre Beschaffungsrichtlinien inklusive ihrer Lieferanten und Unterauftragnehmer offen. Die Offenlegung dieser Informationen greift die wachsenden Anforderungen der Zivilgesellschaft nach höherer Transparenz in der Beschaffung auf. Gleichzeitig kann es ein Differenzierungsmerkmal für zunehmend sensibilisierte Verbraucher sein, um den Lebensweg eines Produktes rückverfolgbar und es somit ‚erlebbarer’ zu machen.

Unternehmen gehen sogar über transparentes Sourcing hinaus und wollen die Auswirkungen auf ihre soziale und ökologische Umwelt besser verstehen lernen und nehmen dafür ihre oft sehr komplexen Lieferketten bezüglich ihres ökologischen und sozialen Fußabdrucks genauer unter die Lupe. D.h. zunehmend fordern Unternehmen auch hohe Umwelt- und Sozialstandards von ihren Produzenten, Zulieferern und deren Unterauftragnehmer, sie anzuwenden oder gar neue Standards zu entwickeln, zu implementieren und deren Einhaltung zu kontrollieren.

Die Nicht-Einhaltung von Standards kann sodann negative Konsequenzen für die aktuelle und zukünftige Auftragslage eines Zulieferers haben, wenn dieser den geforderten Auflagen seines Unternehmens nicht nachkommt.

Produzenten, die bereits höhere Umwelt- und Sozialstandards haben, können sich positiv von ihren Mitbewerbern absetzen, denn immer mehr Unternehmen lassen auch ökologische und soziale Kriterien mit in den Selektionsprozess ihrer Produzenten und Zulieferer einfließen.[1]


1

Patagonia, 2015; Textilwirtschaft , 2015

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