Digital-Hügel

eine Widerrede von Martin Groß-Albenhausen, 14.6.2017

In der britischen Komödie „Der Engländer, der auf einen Hügel stieg, und von einem Berg herunterkam“ passiert genau das Gegenteil dessen, was der Titel verheißt. Am Anfang wird ein Berg vermessen und festgestellt, dass er diese Bezeichnung nicht verdient. Erst durch künstliches Aufschütten gelingt es, am Ende die nötigen zwei Fuß über das Mindestmaß eines „Mountain“ hinauszuwachsen.

Die Bundesregierung hat in den vergangenen zwei Tagen ihren Digital-Gipfel bestiegen. Als Nachfolgeveranstaltung des Nationalen IT Gipfels hat der Ludwigshafener Konvent einen Schwerpunkt auf der Technologie. Er reiht sich ein in die Abschlussveranstaltungen der Digitalen Agenda der auslaufenden Legislaturperiode.

Entsprechend schwelgt das Abschlussdokument in Machbarkeitsvisionen und bricht die dystopischen Einwände durch Grundforderungen wie „Security by Design“. Wir kennen die Forderung aus der Datenschutz-Diskussion, und hier sind die Probleme einer Umsetzung bereits überdeutlich geworden.

Wie bei so vielen Abschlussveranstaltungen fehlt auch der „Ludwigshafener Erklärung“ die Reflexion der heute geltenden Regularien und der darüber hinaus diskutierten möglichen Neuordnungen. Die gleichen Personen, die in Ludwigshafen Digitalisierung als conditio sine qua non für künftige Steuereinnahmen hochhalten („Deutschland ist Industrie 4.0-Land Nr. 1. Diese Position wollen wir halten und ausbauen.“), beabsichtigen zu Hause, die sich entfaltenden Triebe überall da zu kappen, wo sie das Mauerwerk des Gesellschaftsgebäudes aufbrechen könnten.

So hat der Digital-Gipfel 2017 ausgerechnet „e-Health“ als Schwerpunkt-Thema gewählt. Groß ist die Hoffnung:

„Der begonnene Aufbau der sicheren Infrastruktur ermöglicht neue digitale Anwendungen im Gesundheitswesen und die Erschließung neuer versorgungs-, wirtschafts- und beschäftigungspolitischer Potenziale, in deren Erschließung wir auch verstärkt Start-ups mit ihren neuen Ideen einbeziehen sollten.“


Beschlossen und verkündet? Auf der Bühne stehen u.a. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Erstere hat noch vergangene Woche auf der Abschlussveranstaltung der ministeriumseigenen „Dialogplattform Einzelhandel“ ein persönliches vehementes Bekenntnis zum stationären Handel abgegeben. Letzterer will den Onlinehandel mit Medikamenten, Eckstein neuer versorgungspolitischer Potentiale, per Gesetz verbieten lassen.

Wer sich wirklich mit durchgängigen digitalen Geschäftsmodellen beschäftigt, erkennt die Widersprüche der politischen Willensbekundungen und der regulatorischen Praxis. Und der Disruption, die sich einfach nicht darum schert.

Disruption, dieses böse Wort, dem das Bundeswirtschaftsministerium im Weißbuch „Digitale Plattformen“ seine Ziele für eine Digitalisierung „made in Europe“ entgegenschleudert.

Transformation statt Disruption: Deutschland und Europa brauchen einen politisch begleiteten und moderierten Prozess des digitalen Wandels. Es darf keine ungesteuerte Entwicklung der Digitalisierung geben. Wenn wir die Transformation erfolgreich gestalten wollen, müssen wir die Risikobereitschaft der Unternehmen und der Menschen stärken und gleichzeitig Vertrauen in die digitale Zukunft der Volkswirtschaften in Deutschland und Europa schaffen. Dazu bedarf es klarer Regeln."

Wer einen Gipfel besteigt, sollte mindestens verstanden haben, dass der majestätische glatte Grat aus einer Folge von Scharten, Brüchen, Klippen und Kanten besteht. Er sollte – um eine Forderung von Alain Veuve aufzugreifen – statt von „Digitaler Transformation“ von „Perpetual Disruption“ sprechen.

Aber den Politikern fehlt der Mut, diese Wahrheit auszusprechen: Es wird kein Spaziergang. Es wird Verlierer der Digitalisierung geben. Wir werden nicht jedes Geschäftsmodell retten können. Transformation reicht nicht. Die Disruption kann man nicht wegmoderieren, nicht wegregulieren, nicht wegregieren.

Immerhin spricht die „Ludwigshafener Erklärung“ auch von der Notwendigkeit, Digitalisierung schon in die Grundschulen zu bringen. Hier lässt die Politik den Worten bereits hastig Taten folgen und unterstützt mit dem Calliope Mini ein – ja, was denn eigentlich? Ein Stück Technik, mit dem Drittklässler Grundzüge des "Codens" lernen sollen. Sieht ein bisschen aus wie ein Raspberry Pi, kann aber weniger. Und wird vermutlich Kinder, die in der Vorschule schon mit Smart Devices virtuos umgehen, in etwa so lange faszinieren wie meine Kinder mein alter FischerTechnik-Baukasten. (Väter wissen, wovon ich rede.)

Nicht falsch verstehen: Ich hätte sehr begrüßt, wenn meine Kinder vor fünf Jahren einen Calliope Mini in der Schule kennengelernt hätten. Aber ganz ehrlich: Mein Sohn programmiert heute auch ohne solche Unterstützung mit nicht mal 16 Jahren Websites und geht mit Software um, die ich nicht mehr verstehe. Nicht jeder muss programmieren lernen, um erfolgreich digitale Werte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ich stimme Sascha Lobo zu, dass programmieren lernen nicht gleichzusetzen ist mit dem Erwerb digitaler Kompetenz. Deswegen verlangt und lehrt unser neuer Beruf "E-Commerce-Kaufleute" auch keine Programmier-Kenntnisse.

Überhaupt: warum sollte man Schulkinder nicht gleich an Technik schulen, die ihre nächsten zehn Jahre umwälzen wird?  Viele ideologisch geprägte Diskussionen an den Schulen über Nutzen und Nachteil von digitalen Innovationen (und der unweigerlich resultierenden Disruption) würden einem echten Verständnis für Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken weichen.

Politiker, die einen Gipfel bestiegen und feststellten, dass die Berge erst dahinter anfingen: Wenn man die Perspektive der dokumentierten Erkenntnisse, niedergeschrieben in der „Ludwigshafener Erklärung“, als Messlatte nimmt, war dieser Gipfel eine Bodenwelle. 

Sicher: bei entsprechender Geschwindigkeit kann man auch darüber abheben und einen Höhenflug starten.

Oder bruchlanden.

9 häufig gestellte Fragen zu "Amazon gesponserte Produkte" – und unserer Antworten dazu

Gastbeitrag von Laura Lane, E-commerce Expert, Channel Advisor (Preferred Business Partner des bevh)

Die Zahl der Händler, die das Programm Amazon Gesponserte Produkte nutzen, hat sich 2015 mehr als verdoppelt. Allein in Europa nutzen über 20.000 Händler das Programm. Der Erfolg der bezahlten Werbeanzeigen verwundert nicht – angesichts der Millionen von Händlern und Milliarden von Produkten auf dem Marktplatz wird es immer schwieriger, aus der Masse herauszustechen.

Wenn auch Sie sich fragen, ob Amazon Gesponserte Produkte Ihnen dabei helfen kann – und das sollten Sie – dann erfahren Sie hier alles Wissenswerte über das populäre Format:

1. Was ist „Amazon Gesponserte Produkte“?

Amazon Sponsored Products oder „Gesponserte Produkte“ ist das Werbeprogramm, mit dem Sie die Produkte bewerben können, die Sie auf Amazon.de listen. Die Kampagnen sind ähnlich strukturiert wie bei Google AdWords. Sie wählen, welche Produkte Sie bewerben möchten, weisen Keywords zu und geben ein Cost-per-Klick-Gebot ab. Wenn ein Amazon-Kunde auf Amazon.de nach einem Ihrer Keywords sucht, kann Ihre Anzeige neben den Suchergebnissen geschaltet werden. Sie zahlen nur Gebühren, wenn auf eine Ihrer Anzeigen geklickt wird. Der Kunde wird daraufhin auf die Produktdetailseite mit Ihrem Angebot geführt.

 

2. Wie funktioniert das Anzeigenformat?

Sponsored Products beinhaltet ein CPC-Anzeigenformat mit einem auktionsbasierten Preismodell. Sie legen den Höchstbetrag fest, den Sie für einen Klick auf Ihre Anzeige ausgeben wollen. Je stärker Ihr Gebot, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzeige bei der Suche nach einem Ihrer Keywords auf dem Bildschirm des Kunden erscheint.

 

3. Welche Vorteile hat das Programm?

Amazon Gesponserte Produkte bietet viele Vorteile. Wenn wir vier davon auswählen müssten, würden wir zuerst Auffindbarkeit, Absatzsteigerung, Relevanz und Transparenz nennen.

• Auffindbarkeit: Die Sichtbarkeit Ihrer Produkte steigt – Sie erhalten die Chance, Angebote auf die erste Seite der Amazon-Suchergebnisse zu bringen.

• Absatzsteigerung: Erreichen Sie Kunden, die im „Purchase Funnel“ (d. h. auf dem Weg zur Kaufentscheidung) bereits weit fortgeschritten sind.

• Relevanz: Schalten Sie Anzeigen, die für die Sucheingaben der Kunden besonders relevant sind.

• Transparenz: Messen Sie den ROI Ihrer Anzeigen und optimieren Sie Ihre Budgets basierend auf den Erkenntnissen.

 

4. Muss ich Inhaber der Buy Box sein?

Gesponserte Produkte steht nur Händlern zur Verfügung, die die Buy Box besetzen. Die Anzeigen werden auf Such- oder Produktseiten angezeigt, wenn der Händler die Buy Box gewonnen hat.

 

5. Wo werden meine Anzeigen geschaltet?

Die Anzeigen werden in fünf Bereichen geschaltet: unter den organischen Suchergebnissen, auf der rechten Seite, auf der Produktdetailseite, in der mobilen App für Smartphones und Tablets oder auch oberhalb der Suchergebnisse.

 

6. Empfiehlt sich die Nutzung von Gesponserte Produkte, wenn ich der einzige Anbieter meiner ASINs bin?

Ja. Für Gesponserte Produkte müssen Sie die Buy Box besetzen. Wenn Sie der einzige Anbieter sind, haben Sie immer die Buy Box. Gesponserte Produkte hilft, das Ranking Ihrer Artikel zu verbessern, indem Sie auf Suchbegriffe bieten können, die Ihnen eine Platzierung auf der ersten Amazon-Suchergebnisseite bringen. Mit der Zeit steigt durch diese Sichtbarkeit der Traffic zu den Artikeln, was wiederum den Gesamtrang Ihres Angebots verbessert.

 

7. Für welche Produkte sollte ich mit Amazon Gesponserte Produkte werben?

Das hängt ganz von Ihnen und Ihren Geschäftszielen ab. Sie haben die Möglichkeit, Kampagnen für alle oder ausgewählte Produkte zu erstellen. Einige Händler nutzen das Programm z. B., um neue Angebote, Marken oder Erweiterungen ihrer Produktlinie sowie neue Features zu präsentieren. Andere wollen mehr Aufmerksamkeit für einmalige Selektionen erzeugen, kaum geklickte Angebote fördern, Auslaufartikel, Bestseller oder saisonale Angebote bewerben. Im Grunde gibt es unzählige Argumente, weshalb Sie Gesponserte Produkte in Ihren Marketing-Mix aufnehmen sollten. Welche Herangehensweise dabei für Ihr Unternehmen am sinnvollsten ist, entscheiden Sie!

 

8. Wie hoch sollte mein Budget sein?

Wir empfehlen, Ihre Kampagne zunächst mit kleinen Tagesbudgets zu beginnen. Geht das Geld ständig zu schnell zur Neige, können Sie das Budget immer noch erhöhen. So haben Sie die Anzeigenkosten im Griff und können genau sehen, welche Auswirkungen eine Steigerung der Ausgaben hat.

 

9. Gibt es Tipps für einen optimalen Start?

Beim Kampagnen-Setup werden Sie auch aufgefordert, einen Targeting-Typ (automatisches oder manuelles Targeting) auszuwählen. Am einfachsten ist der Einstieg, wenn Sie sich zunächst für das automatische Targeting entscheiden. Dann stellt Amazon zu Ihrer Artikelauswahl passende Keywords bereit. Das automatische Targeting ist darauf ausgelegt, Ihren Anzeigen mehr Traffic zu bringen. Amazon ordnet sie allen möglicherweise relevanten Suchläufen zu, basierend auf Ihren Produktinformationen.

Diese Variante eignet sich hervorragend, wenn Sie nicht sicher sind, welche Keywords Sie nutzen möchten, wenn Sie nicht viel Zeit zum Erstellen neuer Anzeigen haben oder erst herausfinden wollen, welche Keywords den stärksten Traffic für Ihre Anzeigen generieren. Sobald Sie einen Eindruck davon gewonnen haben, welche Keywords Anzeigen auslösen und wie ihre Performance ist, können Sie die erfolgreichen Keywords in eine eigene Kampagne mit manuellem Targeting verschieben. So können Sie Ihre Gebote noch gezielter und flexibler verwalten.

 

Amazon ist ein spannender Kanal, um neue Zielgruppen zu erreichen. Doch leider ist er eben auch umkämpft.
Um aus der Masse der Anbieter herauszustechen, lohnt es sich, mit Gesponserte Produkte zu experimentieren.

 

Sie haben weitere Fragen zu dem Programm oder anderen Methoden, als Händler erfolgreich auf Amazon zu verkaufen? Schreiben Sie uns doch an deteam(at)channeladvisor.com – wir beraten Sie gerne ausführlich!
https://www.channeladvisor.de/

 

 

bevh-Index für Juni 2017: Dienstleister konstant stark

Laut dem Index des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel ist die Stimmung bei den Dienstleistern für diesen Monat weiterhin konstant stark.

Der Dienstleister-Index für Juni ist auf 0,36 Punkte gestiegen (besser = 1, gleichbleibend = 0, schlechter = -1).

Der Verband befragt seine Mitglieder und deren Dienstleister regelmäßig nach der Stimmungslage für den Folgemonat. Im Vormonat lag der Dienstleister-Index bei 0,33 und in den fünf Monaten davor im Schnitt ebenfalls bei 0,33. Der Vorjahreswert im Juni 2016 betrug zum Vergleich nur -0,2.

Der Versender-Index hat sich im Mai von 0,17 auf 0,22 Punkte verbessert. Sowohl die Versender als auch deren Preferred Business Partner befinden sich beide weiterhin im positiven Bereich. Die E-Commerce- und Versandhandelsbranche brummt. 

bevh Index für den Mai 2017: Dienstleister berappeln sich

Laut dem Index des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel ist die Stimmung bei den Versendern für diesen Monat wieder leicht gefallen.

Der Versender-Index hat sich im April von 0,31 auf 0,17 Punkte verringert (besser = 1, gleichbleibend = 0, schlechter = -1). Der Verband befragt seine Mitglieder und deren Dienstleister regelmäßig nach der Stimmungslage für den Folgemonat.

Der Dienstleister-Index für Mai ist auf 0,33 Punkte gestiegen. Nach einem starken Absturz im Vormonat haben sich die Unternehmen offenbar berappelt. Im Vormonat April lag der Dienstleister-Index nur bei 0,18 Punkten. Der Index war von starken 0,47 Punkten zurückgegangen. Sowohl die Versender als auch deren Preferred Business Partner befinden sich beide weiter im positiven Bereich. 

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