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Jetzt anmelden: Neue Termine für den "E-Commerce Manager" an der Digital Business School

verfasst von Josephine Schmitt am 22.07.16

Vor mehr als einem Jahr haben die Steinbeis Technology Group und die Digitalagentur dotSource die Digital Business School ins Leben gerufen. Maximalen Wissenstransfer zum Thema E-Commerce und Digitalisierung haben sie sich dabei auf die Fahnen geschrieben. Der Zertifizierungskurs „E-Commerce Manager“, der Ende September in die nunmehr 3. Runde geht, ist das Herzstück des Weiterbildungsprojekts. An 24 Seminartagen in 6 Themenblöcken werden den Teilnehmern praktisches Know-how und theoretisches Fachwissen vermittelt, mit dem sie die digitale Transformation im eigenen Unternehmen voranbringen können. Und das ist bisher erfolgreich gelungen, wie Teilnehmer der Adolf Würth GmbH & Co. KG bestätigen:

»Ich habe viel Praxiswissen mitgenommen, neue Ideen gesammelt, Hintergründe und Zusammenhänge neu erkannt. Ein durchaus gelungenes Seminar!« Sabrina Stumpf, Absatzmarketing/E-Business, Adolf Würth GmbH & Co. KG

»E-Commerce hieß für mich immer nur Onlineshop. Heute habe ich gelernt, dass viel mehr dazugehört, wie beispielsweise Payment-Systeme und E-Mail-Marketing-Systeme. Damit ist E-Commerce längst kein reines IT-Thema mehr, sondern viel breiter gefächert. An dieser Stelle muss im Unternehmen ein Umdenken stattfinden, denn immer mehr Abteilungen werden durch die Digitalisierung miteinander verknüpft. Am Ende des Seminars möchte ich einen Onlineshop mit anderen Augen sehen und alle damit verbundenen Prozesse besser verstehen.« Stefan Kress, Abteilung Produktstammdaten/Master Data Management, Adolf Würth GmbH & Co. KG

Neben dem Händler für Befestigungs- und Montagematerial waren auch Uni Elektro, die Hengstenberg GmbH Fahrzeug- und Motorenteile und die Gruner + Jahr Digital GmbH vertreten. Und auch für die neue Seminarreihe, die Ende September startet, sind bereits die Hälfte der verfügbaren Plätze belegt (Die Anmeldung ist hier möglich).

Die Termine und Themenblöcke der Weiterbildung „E-Commerce Manager“ im Überblick:

• Strategie & Ziele: 21.-23.09.2016

• Betrieb & Shopmanagement: 09.-12.11.2016

• Aufbau & Gestaltung: 16.-20.01.2017

• Optimierung & Weiterentwicklung: 15.-18.02.2017

• Vermarktung & Onlinemarketing: 21.-25.03.2017

• Strategie-Umsetzung: 26.-28.04.2017

Die Digital Business School setzt auch in der kommenden Seminarreihe auf ihr bewährtes Konzept: In kleiner Runde (max. 12 Personen) tauchen die Teilnehmer in die wichtigsten E-Commerce-Bereiche ein. Dass sie dabei nicht nur an der Oberfläche schwimmen, sondern sich in tiefe Gewässer wagen, zeigt die Seminardauer: 3 bis 5 Tage nehmen sich die Referenten für einen Themenblock Zeit. Dies lässt viel Spielraum für Interaktion, Erfahrungsaustausch und den Blick über den Tellerrand: Wie gehen andere Unternehmen mit den Herausforderungen der Digitalisierung um? Was empfehlen die Experten? Welche Stolpersteine gilt es zu beachten? Auch die Anwendung des erlernten Wissens kommt beim „E-Commerce Manager“ nicht zu kurz: Anhand praxisnaher Business Cases werden zukunftsorientierte E-Commerce-Strategien erarbeitet und diskutiert.

Wer sich zum „E-Commerce Manager“ zertifizieren lassen möchte, sollte sich noch schnell einen Platz sichern unter https://www.digital-business-school.de/weiterbildung/e-commerce-manager/! Der bevh ist in der kommenden Seminarreihe auch wieder mit dabei!

Praxiswissen Merchandising: 6 schnelle Verkaufs-Tipps für FACT-Finder-Anwender

Ein Gastbeitrag von Martin Koch, Senior Coach eBusiness, FACT-Finder

Best Practices, die Shop-Manager und Marketing-Verantwortliche in weniger als 30 Minuten umsetzen können.

1) Markenaffine Besucher auf exklusive Shop-Seiten leiten

Zeitaufwand: 5 Minuten

Inspirierende Verkaufsförderung spielt nicht nur in stationären Läden eine große Rolle. Auch im eCommerce lohnt es sich, für die passende Einkaufsstimmung zu sorgen – insbesondere in Branchen wie Mode, Kosmetik oder Möbel. Eine Best-Practice-Vorgehensweise, um das Einkaufserlebnis markenbewusster Kunden zu verbessern, sind Shop-in-Shop-Konzepte.

In untenstehendem Beispiel wird nicht nur ein emotionaler Banner mit eingebettetem Text gezeigt, sondern auch eine markenspezifische Filternavigation. So entsteht für den Kunden der Eindruck, eine exklusive Auswahl aus genau den richtigen Produkten zu erhalten. Das erhöht die Motivation zu stöbern, zu kaufen und wiederzukommen. Händlern bieten Shop-in-Shop-Konzepte zudem eine wertvolle Grundlage für WKZ-Verhandlungen mit Herstellern.

Wie Sie Markenwelten leicht auffindbar machen können?

Einfach im FACT-Finder-Backend eine Weiterleitungs-Kampagne anlegen, Suchbegriff definieren, der die Kampagne auslöst, und die URL der Markenseite, auf die Sie leiten wollen, hinterlegen.

Falls Sie noch keine Shop-in-Shop-Seiten mit markenspezifischen Produkten, Bannern und Texten erstellt haben, können Sie das entweder über das Shop-System tun, oder mit Hilfe von FACT-Finder Feedback-Kampagnen.

 

2) Hilfreiche Inhalte schnell auffindbar machen

Zeitaufwand: initial 5 Minuten, danach 2 Minuten pro Whitelist-Eintrag. Ab FACT-Finder 7.0 sogar automatisch umsetzbar

In beratungsintensiven Branchen, z.B. Do-it-Yourself, nutzen Kunden einen Online-Shop oftmals zur Recherche, Inspiration und zur Vorbereitung des Ladenbesuchs. Mehr und mehr Händler arbeiten daran, dieses Informationsbedürfnis so gut es geht zu erfüllen – mit dem Ziel, Kunden mehr Service zu bieten und sie stärker an die eigene Marke zu binden. Eine effektive Taktik, hilfreichen Content sichtbarer zu machen, ist die Einbettung von Links im Vorschlagsmenü:

Sobald ein OBI-Kunde anfängt, seinen Suchbegriff einzutippen, erscheinen unterschiedliche Vorschläge – darunter auch Links zu Content im Bereich „Rat & Tat“. OBIs Konzept dahinter: Ratgeberinhalte sollen die Recherche erleichtern und Kunden dazu motivieren, sich im Laden eingehender beraten zu lassen (und idealerweise dort zu kaufen).

Doch auch, wenn Sie keine ROPO-Strategie verfolgen: Indem Sie Ihre aufwändig erstellten Inhalte – seien es Blog-Artikel, Video-Tutorials oder etwas anderes – im Suggest verlinken, machen Sie diese deutlich sichtbarer für Ihre Kunden.

Im FACT-Finder-Backend brauchen Sie hierfür nur einmalig einen Suggest-Typ hinzufügen (muss vom Shop-System unterstützt werden). Danach sind Sie in der Lage, Whitelist-Einträge zu erstellen, um Links auf bestimmte Shop-Seiten in Ihren Suggest zu integrieren (jeweils ca. 2 Minuten Zeitaufwand).

3) Cross- und Up-Selling hands-on steuern

Zeitaufwand: 2 Minuten pro Whitelist- oder Blacklist-Eintrag. Umsetzbar ab Version 7.1

Ob im Warenkorb oder auf Produktdetailseiten – passende Empfehlungen kommen bei Online-Shoppern gut an und bringen Händlern nachweislich mehr Umsatz. Hilfreich ist natürlich eine Recommendation Engine, die sowohl aus kombinierten Verkäufen lernt als auch persönliche Präferenzen berücksichtigt. Jedoch will man sich als Shop-Betreiber in vielen Fällen nicht 100-prozentig auf intelligente Technik verlassen, sondern auch selbst Einfluss auf die Empfehlungen nehmen. Zum Beispiel als Händler für Bürobedarf, um zu Druckertoner keine Drucker zu empfehlen, sondern andere passende Produkte wie Papier und Versandtaschen (wer Toner kauft, hat in der Regel einen Drucker). Oder als Online-Apotheke, um rechtliche Vorgaben zu erfüllen.

Durch Blacklist-Einträge im FACT-Finder Backend schließt DocMorris aus, dass zu einem Produkt mit dem Wirkstoff Ibuprofen ein Arzneimittel mit Wechselwirkungen (z.B. Aspirin) empfohlen wird.

Wenn auch Sie Ihre Empfehlungen manuell einstellen möchten, rufen Sie in FACT-Finder zunächst den Menüpunkt Recommendations>Manuelle Recommendations auf und fügen Sie einen Eintrag hinzu. Definieren Sie, ob ein Produkt-Whitelisting oder -Blacklisting erfolgen soll. Danach legen Sie fest, unter welchen Voraussetzungen die manuellen Empfehlungen erscheinen. Auslösende Kriterien können eine bestimmte Kategorie, eine Produkt-Nummer oder ein bestimmtes Attribut (z.B. Marke) sein. Anschließend brauchen Sie nur noch das Produktset festlegen, also die Empfehlungen, die ausgespielt werden sollen.

4) Unentschlossene Shop-Besucher zu Käufern machen

Zeitaufwand: 25 Minuten (Erstellung von Grafiken ausgenommen)

Das Treffen einer Kaufentscheidung ist ein emotionaler Vorgang: Kunden kaufen nur dann etwas, wenn sie ein gutes Gefühl dabei haben – unabhängig davon, ob sie sich online oder offline umsehen. Zwar ist es im stationären Handel dank geschultem Fachpersonal meist leichter, zögernde oder unentschlossene Kunden zu überzeugen. Jedoch lässt sich die Sortimentskompetenz eines echten Kundenbetreuers auch gewinnbringend im eCommerce abbilden: durch die Einbettung einer Guided-Selling-Funktion. Ein solches Tool hilft Ihnen vor allem dann, mehr zu verkaufen, wenn Sie hochpreisige Produkte oder technische Produkte mit vielen Features anbieten.

Das Funktions-Prinzip: Nachdem ein Shop-Besucher einen allgemeinen Wunsch geäußert hat – z.B. generische Suchanfrage oder Klick auf eine Kategorie – werden ihm Fragen zu seinen individuellen Bedürfnissen gestellt. Auf Basis seiner Antworten erhält er eine überschaubare Anzahl von Produktergebnissen. Und das sichere Gefühl, eine gute Entscheidung zu treffen.

Mit den „Beraterkampagnen“ haben Sie in Ihrem FACT-Finder-Backend das geeignete Werkzeug, um schnell und einfach Guided Selling umzusetzen. Nachdem Sie den Kampagnen-Typ „Berater“ ausgewählt haben, können Sie definieren, unter welcher Voraussetzung (meistens ein generischer Suchbegriff) Ihre Kampagne erscheinen soll. Danach erstellen Sie einfach Ihren Frage-Antwort-Baum, indem Sie festlegen, welche Antwort zu welchen Produktergebnissen führen soll. Wenn Sie geeignete Grafiken vorbereitet haben, können Sie diese als Antwortoptionen hinterlegen.

5) Filterung der Suchergebnisse vereinfachen

Zeitaufwand: 5-10 Minuten (Vorabplanung empfohlen)

Filter sind dazu da, Kunden bei der Auswahl zu unterstützen – sei es nach Eingabe eines Suchbegriffs oder nach Klick auf eine Kategorie. Das gelingt aber nur, solange die Filternavigation einfach zu bedienen, überschaubar und gut strukturiert ist. Douglas hat dies sehr elegant gelöst. Nach Eingabe des Suchbegriffs „Armani“ werden nur diejenigen Filterattribute angezeigt, die für eine weitere Spezifizierung der Suche erforderlich sind (so würde auch ein Verkaufsberater im Laden vorgehen).

Erst in dem Moment, in dem sich der Kunde entscheidet – z.B. per Klick auf den Kategoriefilter Düfte – erscheinen die produktspezifischen Filter für Düfte, von denen ein Schritt zuvor noch nicht klar war, ob sie überhaupt relevant sind.

 

 

Wäre auf „Make-up“ geklickt worden, wären die für Make-up wichtigen Filter erschienen, z.B. Farben (der Filter männlich/weiblich wäre überflüssig und verschwindet folgerichtig.) Die FACT-Finder After Search Navigation ist also erst sehr klein und wächst dann passend um genau die Filter, die für die Auswahl wichtig sind. Das verbessert die Usability für den Kunden.

Hinter all dem liegen Abhängigkeiten, d.h. die Filternavigation wurde im FACT-Finder-Backend so konfiguriert, dass bestimmte Filter erst dann ausgespielt werden, wenn eine Auswahl getroffen wurde. Wichtig ist die Planung, welche Filter wann erscheinen sollen. Die Einrichtung der Abhängigkeiten in FACT-Finder beansprucht nur ein paar Minuten.

 

6) Abverkäufe gezielt beschleunigen

Zeitaufwand: 10 Minuten pro Ranking-Regel

Die Produktergebnisse, die ein Kunde nach der Suche an erster Stelle sieht, spiegeln im Idealfall das Image Ihres Shops wider und sollten zu den Erwartungen Ihrer Kunden passen. Wenn Sie zum Beispiel für hohe Qualität und exklusive Produkte stehen, möchten Sie bevorzugt Ihre hochwertigste Ware mit den besten Kundenbewertungen anzeigen. Wenn Sie hingegen als Schnäppchenparadies bekannt sind, möchten Sie wahrscheinlich rabattierte Ware zuerst anbieten. Die Abbildung zeigt zwei unterschiedliche Ranking-Konzepte: Im oberen Beispiel erscheinen bestbewertete Produkte an erster Stelle im Suchergebnis und im unteren Beispiel neue Produkte.

Diese Szenarien und viele weitere (z.B. Eigenmarken oder Topseller nach vorn) können Sie mit Hilfe von Ranking-Regeln in Ihrem Shop umsetzen – entweder global oder für einzelne Channel. 

Tipp: Schon mit zwei bis drei Ranking-Regeln lassen sich viele Anforderungen abdecken. Empfehlenswert ist es, einen Test-Channel einzurichten, um die Auswirkungen Ihrer neuen Einstellungen auszuprobieren.

Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf FACT-Finder Blog. Copyright 2016. Folgen Sie FACT-Finder auf Twitter

Über den Autor: 
Martin Koch blickt auf langjährige Erfahrung als Trainer und Projektmanager im Bereich eCommerce zurück. Als ausgewiesener Spezialist für FACT-Finder hat er die heutigen Trainings und Services entscheidend mitentwickelt und geprägt. Durch seine internationale Beratertätigkeit verfügt er über umfassende Software- und Branchen-Insights, die er auch in die technische Weiterentwicklung von FACT-Finder einbringt. 




BGH: Fristsetzung bei Nacherfüllung im Kaufrecht kann entbehrlich sein

Verfasst von Stephanie Schmidt am 13.07.2016

Heute entschied der BGH (Urteil vom 13.07.2016, VIII ZR 49/15), dass der Käufer im Gewährleistungsfall nicht unbedingt eine Frist zur Nacherfüllung setzen muss, um bei unterbleibender Nachbesserung vom Vertrag zurücktreten zu können.

Im konkreten Fall hatte die Klägerin bei der Beklagten eine Einbauküche zum Preis von knapp 83.000 € gekauft. Der Einbau der Küche bei der Klägerin erfolgte Mitte Januar 2009. Bereits Ende Januar / Anfang Februar wies der Ehemann der Klägerin den Inhaber der Beklagten auf einige Mängel der Einbauküche hin. Am 16. Februar 2009 machte die Klägerin per E-Mail gegenüber der Beklagten mehrere näher beschriebene Mängel der Küche geltend und bat um eine schnelle Behebung. Mit Schreiben vom 11. März 2009 listete die Klägerin dann alle ihr bekannten Mängel auf und verlangte, diese bis zum 27. März 2009 nachzubessern. Als die Mängelbeseitigung ausblieb, erklärte die Klägerin mit anwaltlichem Schreiben vom 31. März 2009 den Rücktritt vom Vertrag.

Im bisherigen Verfahren, das sich auf Rückabwicklung des Vertrages und Schadensersatz richtete, war die Klägerin unterlegen: Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts München vom 10. März 2014 hatte die Klägerin es versäumt, der Beklagten vor der Erklärung des Rücktritts vom Vertrag eine angemessene Frist von etwa vier bis sechs Wochen zur Nachbesserung der geltend gemachten Mängel zu setzen.

Der BGH folgte dieser Entscheidung nicht, sondern sah es vielmehr für eine Fristsetzung zur Nachbesserung als ausreichend an, dass die Klägerin durch das Verlangen nach sofortiger, unverzüglicher oder umgehender Leistung oder durch vergleichbare Formulierungen deutlich gemacht habe, dass für die Erfüllung nur ein begrenzter Zeitraum zur Verfügung stehe. Der Angabe eines bestimmten Zeitraums oder Termins bedürfe es dabei nicht - so der BGH.

Eine ausreichende Fristsetzung hatte die Klägerin nach der Entscheidung des BGH schon mit der E-Mail vom 16. Februar 2009 mit auf fünf Seiten konkretisierten Mängeln der Küche und der Bitte um „schnelle Behebung“ zum Ausdruck gebracht. Mit einer derartigen Formulierung werde dem Verkäufer eine zeitliche Grenze gesetzt, die dem Verkäufer vor Augen führe, dass er die Nachbesserung nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt bewirken dürfe.

Da bislang nur die Pressemeldung des BGH vorliegt, ist eine abschließende Bewertung der Entscheidung noch nicht möglich. Der BGH hatte jedoch bereits in einer früheren Entscheidung festgestellt, dass für eine Fristsetzung im Rahmen der Nachbesserung keines festen Termins bedarf, sondern genügt, wenn der Käufer durch das Verlangen nach sofortiger, unverzüglicher oder umgehender Leistung oder vergleichbare Formulierungen deutlich macht, dass dem Schuldner für die Erfüllung nur ein begrenzter Zeitraum zur Verfügung steht (BGH VIII ZR 254/08).   

Macht die EU-Datenschutz-Grundverordnung einen Unterschied zwischen B2C und B2B?

verfasst von Sebastian Schulz am 07.07.2016

Am 25. Mai 2018 wird es ernst. Die ab diesem Stichtag wirksame EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) wird infolge ihrer vollharmonisierenden Wirkung das jeweilige nationale Datenschutzrecht der Mitgliedstaaten vollständig ersetzen. Ausnahmen sind nur dort zu erwarten, wo der nationale Gesetzgeber von sog. Öffnungsklauseln innerhalb der DS-GVO Gebrauch macht.

Eine Unterscheidung zwischen B2C- und B2B-Sachverhalten ist im verfügenden Teil der DS-GVO nicht vorgesehen. Die DS-GVO findet gemäß Art. 2 Abs. 1 Anwendung, sowie personenbezogene Daten natürlicher Personen betroffen sind. Erwägungsgrund 14 DS-GVO erklärt einschränkend die Verordnung auf Unternehmen sowie auf „personenbezogene Daten juristischer Personen“ als nicht anwendbar. Die Vorgaben der DS-GVO sollen also nicht auf Informationen über juristische Personen Anwendung finden und dienen nicht dem Schutz eines „Jedermann-Grundrechts“ (so jedoch die noch geltende Rechtslage in bspw. Dänemark und Österreich, wo bislang auch juristische Personen datenschutzrechtlichen Schutz genießen). Zentraler Anknüpfungspunkt für die Anwendung der DS-GVO ist der Schutz natürlicher Personen. Der Versand eines postalischen Werbemittels an die Adresse einer juristischen Person ohne weitere personenbezogene Konkretisierung fällt damit grundsätzlich nicht in den Anwendungsbereich der DS-GVO. Vorgaben des Wettbewerbsrechts sind freilich weiterhin zu beachten.

Wie die Aussage, dass die DS-GVO nicht auf „personenbezogene Daten juristischer Personen“ Anwendung findet, zu verstehen ist, ist hingegen unklar und muss durch Auslegung ermittelt werden. Gemeint sein könnte, dass auch Informationen, die direkt oder indirekt auf die natürliche Person hinter der juristischen Person schließen lassen, bspw. wenn die Firmierung der juristischen Person zugleich der Name des Inhabers oder Gesellschafters ist, nicht vom Anwendungsbereich der DS-GVO erfasst sein sollen. Eine solche Sichtweise käme einer Abkehr von der geltenden Rechtspraxis gleich. Denn bislang wurde bei einer engen wirtschaftlichen Verflechtung von juristischer Person und der dahinterstehenden natürlichen Person überwiegend eine Anwendbarkeit des Datenschutzrechts angenommen, vgl. exemplarisch VG Wiesbaden, Urt. v. 7.12.2007, 6 E 928/07. Gegen eine solche Auslegung spricht zudem ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2010 (EuGH, Urt. v. 9.11.2010, C-92/09, C-93/09), wonach sich auch juristische Personen auf den durch die Art. 7 und 8 der EU-Grundrechtecharta (GrCh) verliehenen Schutz berufen können, „wenn der Name der juristischen Person eine oder mehrere natürliche Personen bestimmt.“ Die genaue Bedeutung von Teil zwei der Einschränkung wird durch die Aufsichtsbehörden sowie Gerichte erst noch herauszuarbeiten sein.

Mit Blick auf die Praxis der werblichen Datenverarbeitung von B2B-Adressen ist festzuhalten, dass eine Versendung von Werbemitteln in der überwiegenden Anzahl der Fälle direkt an Funktionsträger der juristischen Person, d.h. personenbezogen erfolgt. In diesen Fällen findet die DS-GVO Anwendung, die Beurteilung der Zulässigkeit der Datenverarbeitung ist anhand der nach Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DS-GVO erforderlichen Interessenabwägung zu beurteilen. Im Rahmen dieser Interessenabwägung ist zu berücksichtigen, dass der gesamte Reformprozess der DS-GVO praktisch ausschließlich auf eine Stärkung des Verbraucherdatenschutzes angelegt war. Von einer Stärkung der Rechte gewerblicher Betroffenen war zu keinem Zeitpunkt die Rede. Hiervon ausgehend und unter Berücksichtigung der überaus hohen Relevanz der werblichen Datenverarbeitung im B2B-Umfeld wird man davon ausgehen können, dass die nach Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DS-GVO erforderliche Abwägungsentscheidung regelmäßig nicht gegen ein Recht auf eine entsprechende Datenverarbeitung sprechen wird, jedenfalls dann, wenn die Werbung auf die berufliche bzw. geschäftliche Tätigkeit das Adressaten bezogen ist. Wenn schon Werbung an private Adressen durch die DS-GVO als sozialadäquat angesehen wird, muss dies infolge des noch einmal deutlich geringeren Belästigungspotenzials erst recht im B2B-Verhältnis gelten.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass eine Datenverarbeitung zum Zwecke der Werbung an B2B-Adressen dann nicht dem Anwendungsbereich der DS-GVO unterfällt, wenn allein die juristische Person unter ihrer Firmierung angeschrieben wird und die Firmierung keine Rückschlüsse auf die hinter der juristischen Person stehenden natürlichen Personen zulässt. Ist dies jedoch der Fall oder werden direkt Funktionsträger der juristischen Person (in ihrer beruflichen Funktion) adressiert, findet die DS-GVO Anwendung mit der Maßgabe, dass die Interessenabwägung praktisch nur dann nicht zugunsten des Werbenden ausfällt, wenn der Betroffene Widerspruch gegen die werbliche Datenverarbeitung eingelegt hat.

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