Die E-Commerce Sektoruntersuchung der Europäischen Kommission

Verfasst am 17.08.2015 von Stephanie Schmidt

Im Laufe des Monats Juli hat die Kommission die Fragebögen für Retailer zur E-Commerce Sektoruntersuchung versandt. Die Frist für die Beantwortung liegt in der ersten Septemberhälfte. Insgesamt sollen etwa 500 Einzelhändler in Deutschland einen Fragebogen bekommen haben. Die Fragebögen an Platfformen sollen im August versendet werden. Hersteller und Lieferanten sollen ihre Fragebögen erst nach Auswertungen der Antworten aus dem Einzelhandel erhalten.

Der bevh hat hierzu für die Mitglieder am 24. Juli 2015 zusammen mit Susanne Zühlke, Kartellrechtsspezialistin von E&Z Rechtsanwälte in Brüssel, ein Webinar durchgeführt. Darüber hinaus haben wir ein FAQ zusammengestellt.  Präsentation und FAQ stehen hier zur Verfügung.  Darüber hinaus können wir Mitgliedern bei Interesse auf Anfrage auch einen Mitschnitt der Präsentation zur Verfügung stellen. Soweit bei der Beantwortung Fragen entstehen sollten, stehen wir für die Beantwortung gern zur Verfügung.

Eine Sektoruntersuchung dient dazu, die wettbewerbliche Sitaution in einem konkreten Sektor näher aufzuklären und Geschäftspraktiken auf ihre Vereinbarkeit mit dem Kartellrecht zu untersuchen. Stellt die Kommission im Rahmen dieser Untersuchung individuelle Kartellrechtsverstöße fest, dann kann sie im Weiteren auch Verfahren gegen einzelne Unternehmen eröffnen und auf Abstellung dringen sowie unter anderem auch erhebliche Bußgelder verhängen. Die Kommission kann im Rahmen einer Sektoruntersuchung im Wesentlichen auf dieselben Befugnisse zurückgreifen, die ihr auch für Kartelluntersuchungen zur Verfügung stehen.

Hier wird die Kommission sicher alle denkbaren vertraglichen Absprachen zwischen Wettbewerbern sorgfältig analysieren. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf Vereinbarungen zwischen Lieferanten, Marktplätzen und Preisvergleichsanbietern auf der einen Seite und Einzelhändlern auf der anderen Seite. Hier untersucht die Kommission insbesondere: 

  1. Sämtliche Preis-, Mengen- oder sonstige Absprachen, mit denen Lieferanten Einzelhändlern Endverkaufspreise oder – konditionen vorgeben;
  2. Vertragsbedingungen, die zwischen Online und Offlineeinzelhandel ohne sachlichen Grund unterscheiden;
  3. Vertragsbedingungen, die zwischen Inlands- und Exporteinzelhandel ohne sachlichen Grund unterscheiden;
  4. Maßnahmen, die Exporte ins EU-Ausland behindern, das so genannte „Geo-Blocking“;
  5. Bestpreispreis oder ähnliche Verpflichtungen bei Plattformen bzw. Preisvergleichsinstrumenten. 

Unternehmen, die einen Fragebogen erhalten haben, haben grundsätzlich eine Pflicht, diesen vollständig, richtig und fristgerecht zu beantworten. In diesem Zusammenhang kann es ratsam sein, vorab prüfen zu lassen, ob die beschriebenen Geschäftspraktiken mit dem Kartellrecht in Einklang stehen.

Weitere Informationen sind in unserem FAQ zusammengfasst. Die einzelnen Fragen, Antwortmöglichkeiten und Risiken werden darüber hinaus in dem Webinar im Detail aufgegriffen. Für weitere Informationen oder Rückfragen steht Ihnen der bevh oder Frau Zühlke von E&Z Rechtsanwälte selbstverständlich gern zur Verfügung.

Wer kümmert sich um den Müll? Onlinehändler unterschätzen die Verpackungs-, Elektrogeräte- und Batteriedirektiven

Ein Gastbeitrag von Nils Röpke, Geschäftsführer und Gründer der Deutsche Recycling GmbH

Wer heute einen Online-Shop betreibt, muss sich auch um Recycling, Entsorgung und Lizenzierung kümmern. Das ist nicht neu, wird aber gern vernachlässigt. Als Inverkehrbringer von Waren sehen sich Distanzhändler in Deutschland sowie europa- und weltweit zahlreichen komplexen Entsorgungs-bestimmungen gegenüber, die neben Kosten auch Zeitaufwand bedeuten. Da ist es nur zu verständlich, dass diese Themen nicht ganz oben auf der Agenda stehen und gern auch mal in Vergessenheit geraten.

Für Geschäftsführer und Betreiber von Online-Shops sind mit dieser Haltung allerdings erhebliche Risiken verbunden. Die Sanktionen bei fehlender Lizenzierung reichen von leicht fünf- bis sechsstelligen Geldstrafen und Vertriebsverboten bis hin zur persönlichen Haftung der verantwortlichen Personen. Wer seine Verpackungen, Elektrogeräte und Batterien nicht lizenziert, verstößt gegen geltendes Recht. Abmahnungen in diesem Zusammenhang wegen Wettbewerbsverstoß sind keine Seltenheit.

Die Entsorungslizenzierung ist für Onlinehändler verpflichtend. Daran führt kein Weg vorbei. Stellen sich also die Fragen:

  • „In welchem Umfang sind Angebote lizenzierungspflichtig?“
  • „Wie agiert man optimal bezüglich der Warenim- und -exporte?“ und 
  • „Wie stellt man maximale Kosteneffizienz in Bezug auf die Lizenzierung sicher?“ 

Denn bei der Wahl der Lizenzierungspartner in den verschiedenen Ländern, die ihre Leistungen zu unterschiedlichen Tarifen anbieten, gibt es Gestaltungsspielräume. Zudem sind die Regelungen von Land zu Land zum Teil sehr unterschiedlich.

Wann ist Onlinehandel lizenzierungspflichtig?

Wer beispielsweise Elektroartikel von ausländischen Produzenten in Deutschland über einen Online-shop anbietet, gilt als Erstinverkehrbringer und ist somit im Sinne der relevanten Verordnungen für Verpackungen, Elektrogeräte und Batterien verpflichtet die entsprechenden Lizenzgebühren im Rahmen der Entsorgungsrichtlinien zu entrichten.

Beispiel: Ein Onlinehändler für Unterhaltungselektronik, der elektrisches Spielzeug aus China über seine Onlineplattform anbietet, sprich importiert, unterliegt den Bestimmungen des ElektroG (Elektro-gesetz) für den Erstverkauf – also die Inverkehrbringung – des Produktes und der deutschen VerpackV (Verpackungsverordnung) sowohl für die Verkaufs- als auch eventuell für die Transportverpackung. Wird das Produkt inklusive Batterien ausgeliefert kommt zusätzlich das BattG (Batteriegesetz) für die Entsorgung der Altbatterien zur Anwendung.

Das reine Angebot reicht dabei schon aus, um die Verpflichtung zu begründen. Da eine zentrale Melde- und Registrierungsstelle auf europäischer Ebene nicht existiert, gibt es in Deutschland und auch in allen anderen europäischen Ländern nationale Einzelverpflichtungen in den genannten Bereichen.

Für Waren die in Deutschland hergestellt sind, gelten in den verschiedenen Ländern entsprechende Regelungen. Konkret heißt das: Wer seine Waren in Europa versendet, muss in vielen Ländern entsprechende Lizenzvereinbarungen treffen und die zu erwartenden Mengen deklarieren. Dabei sind die Regelungen und Verfahren in den einzelnen Ländern äußerst unterschiedlich. So kann es beispielsweise durchaus sinnvoll sein, bestimmte Regionen zu bevorzugen, da hier die Gebühren günstiger sind als in anderen Regionen. Nach dem ElektroG2 müssen inzwischen in den meisten Ländern zudem Bevollmächtigte mit Firmensitz in dem jeweiligen Land bestellt werden, wenn Elektrogeräte in dieses Land versendet werden.

Allein in der EU gibt es über 80 Verordnungen für Recycling, Entsorgung und Lizenzierung für Verpackungen, WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment) und Batterien. Die Anzahl der Rücknahmesysteme für diese Warengruppen liegt bei über 280. International gibt es über 100 unterschiedliche Verordnungen und über 300 unterschiedliche Systeme. Für viele Onlinehändler ergibt sich daraus ein Know-how und Ressourcenproblem. Meist ist es zudem wenig ökonomisch das erforderliche Spezialwissen inhouse aufzubauen und bereitzuhalten.

Kosteneffiziente Lösungen durch unabhängige Dienstleistung

Aufgrund der Unkenntnis der unterschiedlichen nationalen und themenspezifischen Bestimmungen, die sich zudem laufend ändern, werden daher häufig die Chancen einer kosteneffizienten Lösung vertan und unnötige Risiken eingegangen. Um dies zu vermeiden, steht die Deutsche Recycling als PreferredBusinessPartner den Verbandsmitgliedern des bevh europa- und weltweit als Ansprechpartner rund um Fragen zu umweltspezifischen Verpflichtungen hinsichtlich Recycling, Entsorgung und Lizenzierung zur Verfügung. Als konzern-, system-, entsorger- und branchenunabhängiges Unternehmen bietet die Deutsche Recycling GmbH Beratung, Analyse und operative Umsetzung für umweltspezifische Lösungen in den Themenfeldern Verpackungen, Elektrogeräte und Batterien. Weitere Informationen unter www.deutsche-recycling.de


Über den Autor: 

Nils Röpke ist Geschäftsführer und Gründer der Deutsche Recycling GmbH. Der diplomierte Volkswirt startete 1996 beim Kölner Entsorgungsdienstleister Zentek GmbH & Co. KG, Betreiber des Dualen Systems Zentek. 2000 übernahm er die Bereichsleitung des Vertriebes bei Zentek und wurde zum Handlungsbevollmächtigten und 2004 zum Geschäftsführer sowie Sprecher der Geschäftsführung berufen. 2013 gründete er die Deutsche Recycling GmbH mit dem Fokus auf internationale Full-Service-Dienstleistungen für umweltspezifische Lösungen hinsichtlich Recycling, Entsorgung und Lizenzierung in den Bereichen Verpackungen, Elektrogeräte und Batte
rien.

Die E-Commerce-Agenda des Handwerks

verfasst von Martin Gross-Albenhausen am 29. Juli 2015

Das bevh-Konzept für einen neuen Ausbildungsberuf der „E-Commerce-Kaufleute“ unterscheidet sich von den stärker am stationären Handel orientierten Entwürfen durch den Blick auf E-Commerce in angrenzenden Berufen. E-Commerce ist, wie mehrfach hier betont, ein Querschnittsberuf entlang der Wertschöpfungskette zwischen Hersteller und Endkunde.

Aber tangiert das auch das Handwerk? Die Preisbildung des Angebots, der Auftrag, die Leistung – erfolgen sie nicht deutlich näher am Kunden, weniger standardisiert und daher von den Transparenz-Regeln des E-Commerce (Sortimentsbreite und -tiefe, Preis, Lieferbereitschaft) weniger herausgefordert?

Die Adolf Würth GmbH hat in der aktuellen „Reinhold Würth Handwerksstudie manufactum 2015“ mehr als 700 Unternehmen zu Geschäftslage, Management, Handwerksleistung, Mitarbeiterentwicklung und Kundenorientierung befragt. Dieser Servicebarometer-Erhebung ist eine Studie vorangestellt, die vom Künzelsauer Institut für Marketing an der Hochschule Heilbronn unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Hass mit über 450 Handwerks-Auszubildenden durchgeführt wurde. Sie trägt den Titel „Azubi im H@ndwerk 2.0“. 

In dieser spannenden Kombination – der Blick des Nachwuchses und die Selbsteinschätzung der Unternehmen – entsteht gewissermaßen die digitale Agenda des Handwerks.

„Azubis im H@ndwerk 2.0“ kennzeichnet heute eine große Affinität zu neuen Technologien. Sie informieren sich über Online-Portale, Wikipedia und YouTube.

„Produktinformationen werden meist ad hoc gegoogelt oder auch gezielt auf Firmenhomepages nachgeschlagen. Im Rahmen dieser spontanen Informationssuche betonen die Auszubildenden die Bedeutung des mobilen Internetzugangs per Smartphone. Die Bedeutung des stationären PCs schwindet. ... Abschließend wird deutlich, dass die Auszubildenden ihr privates Mediennutzungsverhalten auf das Berufsleben übertragen. Bei einer Abfrage der präferierten Wege im Rahmen der Information und Beschaffung im Berufsleben dominieren Online-Shops, Websites, Messenger, Mails und Apps. Auch der Außendienst, das Telefon und der Katalog haben hier noch Bedeutung – in Ergänzung zu den neuen Medien. Der Einsatz von Faxgeräten und die postalische Kommunikation sind für diese Probanden zumindest in ihrer aktuellen Ausbildungssituation (fast) unvorstellbar.“

In der Vergleichsgruppe der Digital Immigrants, die mit dem Commodore C64 aufgewachsen ist, haben Telefon und Katalog noch eine höhere Bedeutung, aber die neuen Medien haben auch hier auf breiter Front Einzug gehalten. Selbst die Digitalen Neulinge der 1950 Geborenen haben ihre „anfänglich zurückhaltende Einstellung beim zunächst eher ‚notwendigen beruflichen Umgang’ mit den digitalen Medien“ aufgegeben und zeigen sogar eine „gewisse Begeisterung“.

Soweit der Tenor. Die Befragung deckt sämtliche Handwerksberufe ab und zeigt damit, dass E-Commerce in vielen Aspekten auch dort zum Alltag gehört – so sehr, dass sich die Auszubildenden eine bessere Berücksichtigung dieser Geschäftsaspekte wünschen. Bei den Anforderungen an den Arbeitsplatz äußern nur 16 % der Befragten, dass die neuen Medien in der Ausbildung „voll angemessen“ berücksichtigt werden (weitere 29 % empfinden die Bedeutung als „eher angemessen“). Und im Einklang damit empfinden nur 26 % die Aussage „Mein Beruf ist modern und liegt im Trend“ als voll zutreffend.

Und wo sehen diese „Chefs von morgen“ Handlungsbedarf? Hier zeigt sich die E-Commerce-Agenda für das Handwerk:

  • (c) Adolf Würth GmbH & Co KG, 2015

Die Studie hat im Detail von der Verwaltung über Logistik bis zu Marketing abgefragt, wo der Bedarf liegt – und das für die unterschiedlichen Gewerke. Durchgängig erscheinen die Präsenz in den sozialen Netzwerken, automatisierte Lagerhaltung und Database-Marketing als Potentialfelder. Ein Drittel der Befragten meint, dass Sichtbarkeit in Suchmaschinen verbesserungsfähig sei, 41 % glauben, der Internetauftritt lasse zu wünschen übrig. Und zwei Drittel glauben nicht, dass ihr Betrieb für die digitale Vernetzung mit den Kunden schon gerüstet sei.

  • (c) Adolf Würth GmbH & Co KG, 2015

Insgesamt aber – und das ist ein klares Signal – sehen die Azubis ihre Betriebe überwiegend schon ausgesprochen fit für die digitale Zukunft.

Die Selbsteinschätzung der Unternehmen unterstreicht dies, zeigt aber auch exemplarisch die Herausforderungen für die kommenden Jahre auf. Herausforderungen, die den Bedarf an qualifiziertem Personal verdeutlichen.

  • • Nur ein gutes Viertel der befragten Handwerksbetriebe recherchiert vor der Angebotserstellung im Internet den aktuellen Marktpreis für Produkte und Dienstleistungen. 
  • • Nur gut jeder fünfte sucht die so online-affinen Auszubildenden durch Ausschreibung im Internet (immerhin 4 von 10 schreiben Fachkräfte-Stellen online aus).
  • • Der Internet-Auftritt ist zwar mit 81 % der Nennungen das Mittel der Wahl für die Aktive Kundenansprache – aber nur gut ein Drittel nutzt z.B. Adwords, und e-Mail-Werbung betreiben nur 3 %. Entsprechend setzen 60 Prozent keine oder kaum CRM-Tools ein.
  • • Obwohl Handwerk stark lokal verankert ist, tragen nur 40 % der Unternehmen ihren Betrieb bei Google Maps ein – andere lokale Onlinedatenbanken spielen keine Rolle.
  • • Und außer Referenzen gibt es wenig Content auf den Websites – nur 30 % bieten den Download von Prospekten, Produktkonfiguratoren haben nur 14 % der befragten Unternehmen und 93 % verzichten bisher auf einen Onlineshop. 

Die Würth-Studie zeichnet sich methodisch dadurch aus, dass nicht einfach ein Durchschnitt gebildet wurde, sondern die Top 10 Prozent der Branchenleader als Benchmark in jedem Aspekt ausgewiesen werden. Dadurch kann man die aktuelle Erfolgsrelevanz verschiedener Methoden und Tools kritischer beurteilen.

Gerade die Top 10-Unternehmen zeigen, dass sie nicht jedem Online-Trend folgen oder jede Plattform nutzen, sondern besonders durch den Fokus auf direkte Kundenansprache – auch offline – glänzen. Nicht online ist für sie das Maß der Dinge, sondern der Kundennutzen.

Und der Nachwuchs? Wer sich heute für einen handwerklichen Beruf entscheidet, möchte kein E-Commerce-Kaufmann werden, sondern tischlern, auf dem Bau arbeiten, Heizungen montieren, als Schlosser, im Elektrohandwerk oder KFZ-Betrieb Kunden zufrieden stellen. Und dennoch sehen diese Fachkräfte Online-Kompetenz als relevant an – für sich selbst noch mit Einschränkungen, für den Ausbildungsbetrieb aber ohne jeden Zweifel.

Was aber, wenn Amazon – wie in Amerika – demnächst auch hierzulande Handwerksleistungen vermittelt? Wenn Produkt und Service entkoppelt werden? Wenn „White Vans“ die lokale Relevanz angesichts einer eher online verwurzelten Generation aufbrechen? Wenn neue Pricing-Modelle dem Handwerk Transparenz aufzwingen? Wenn die Kunden den möglichen Zeitpunkt der Leistungserbringung oder ein Rating durch andere Nutzer als Auswahlkriterium schon für die Anfrage heranziehen?

So wie heute schon ein kleiner Teil von Einzelhandelskaufleuten im Handwerk ausgebildet werden, ergibt sich auch dort ein wachsendes Potential und ein parallel ansteigender Bedarf an E-Commerce-Ausbildungsplätzen. Dass abgeschottete Vertriebsmodelle auch höchstrichterlich aufgebrochen werden, hat etwa die HSK-Branche durch reuter.de lernen müssen. Ohne für E-Commerce qualifizierte Fachleute läuft jeder Handwerksbetrieb Gefahr, Marge aufgrund höherer Transparenz, überkommener Prozesse und damit mangelnder Relevanz zu verlieren.

Skilled crafts and trades seem to not have been as deeply challenged by digital transformation as retail. Young craftsmen, however, perceive too slow an adoption of online techniques in professional education. Thorough research, commissioned by leading supplier Adolf Würth GmbH, helps to understand the skills necessary to master future digital challenges, thus establishing the E-Commerce Agenda of Craftsmanship.

 

 

Wanted: Verpackungen - Allrounder für den Onlinehandel!

ein Gastbeitrag von Daniel Wölbing, Produktmanager eCommerce bei Klingele Papierwerke

Verpackungen sind zu einem zentralen Element in der Logistikkette des Onlinehandel geworden und müssen anspruchsvollen Anforderungen gerecht werden: stabil und robust sollen sie sein und trotzdem leicht zu öffnen, sie sollen sich als Werbeträger eignen - und auch die Nachhaltigkeitsdebatte ist an der Verpackungsbranche nicht vorbeigegangen. Erfolgreiche Hersteller sind jedoch inzwischen weit mehr als "nur" Lieferanten von Verpackungen: Mit Logistik-Support und spezialisierten Beratungsangeboten unterstützen sie die Onlinehändler entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette. Das bietet Perspektiven - für beide Seiten...

Lieferung just-in-time: Allzeit bereit!
Ein wachsendes virtuell verfügbares Warenangebot und Bestellmöglichkeiten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr - das stellt auch Verpackungshersteller, die Onlinehändler beliefern, vor enorme Herausforderungen. Denn sie müssen auch bei extremen Auftragsschwankungen und -spitzen immer "just in time" liefern, was eine hocheffiziente und schnelle Logistik und ein hohes Maß an Prozesssicherheit erfordert.
Aber nicht nur die Schnelllebigkeit des Onlinehandels, sondern auch die Rahmenbedingungen der Logistik fordern ihren Tribut. Die Verpackungen müssen stabil sein und den Transport unbeschadet überstehen; außerdem müssen sie ein hohes Maß an Produktsicherheit bieten - schließlich möchte der Kunde den Inhalt unversehrt in Empfang nehmen. Gleichzeitig aber sollte die Verpackung leicht zu öffnen, und auch nach Öffnung für einen möglichen Rückversand verwendbar sein. Im Kontext mit dem Thema Produktsicherheit (und in Abhängigkeit von der Marketingstrategie) muss der Onlinehändler zudem entscheiden, ob er die Verpackung auch zur Markenpositionierung einsetzen und dafür mehr oder weniger aufwändig bedrucken lassen will. So mancher Anbieter scheut dieses Risiko und hält seine Verpackungen lieber neutral, um zu vermeiden, dass ihr Inhalt von außen erkennbar wird.

Easy to handle - und dennoch nachhaltig!
Das Design der Verpackung ist demnach eine unternehmerische Grundsatzentscheidung - ein einfaches Handling hingegen ein Muss, auch im Kontext mit dem Thema der Retouren, die inzwischen längst im Markt als Standard gesetzt sind. Um eine unkomplizierte Rücksendung (in der Ursprungsverpackung!) zu ermöglichen, muss die Verpackung zerstörungsfrei zu öffnen sein, über Vorrichtungen zum Aufreißen oder Klebebänder verfügen und einfach, beispielsweise mit Klebebändern, wieder verschließbar sein. Ziel ist es dabei, die Ware schnellstmöglich wieder zum Verkauf zur Verfügung zu stellen. Davon ausgehend, das die Ware wunschgemäß ausfällt und es gar nicht zu einer Retoure kommt, gehört ein einfaches Handling zu den zentralen Anforderungen an Verpackungen im Onlinehandel - und zwar für Händler ebenso wie für den Endkunden. Angesichts des hohen Tempos in der Branche und eines wachsenden Warenumschlags brauchen die Versandhändler Verpackungen, die sich schnell und einfach befüllen lassen; sie sollte daher zügig und komplikationsfrei aufzurichten sein.
Der Endkunde wiederum möchte die Ware ohne Umstand auspacken und die Verpackung unkompliziert entsorgen können. Damit sind Einstofflösungen, also Verpackungen aus einem Material, besonders vorteilhaft. Recycelbares Material wie Wellpappe hat hier zusätzlich den Vorteil der Nachhaltigkeit.

Effizienter Materialeinsatz spart Kosten
Und das ist ein wichtiges Anliegen der Onlinehändler, denn ihr Geschäftsmodell bringt angesichts einer wachsenden Zahl an Auslieferungen nicht unbeträchtliche Umweltbelastungen mit sich - und hat der Branche viel Kritik eingebracht. Nachhaltige Verpackungskonzepte zeichnen sich vor allem durch einen effizienten Materialeinsatz und die Nutzung recycelbarer Materialien wie Wellpappe aus, und schonen auf diese Weise nicht nur die Umwelt, sondern auch das Budget. Verpackungen, die einen optimalen Mix aus Stabilität, Produktschutz und Ressourceneffizienz bieten, erfüllen gleich mehrere Anforderungen im Onlinegeschäft, und sind eine wichtige Grundlage für anhaltende Kundenzufriedenheit. Beim Materialeinsatz ist im Übrigen noch viel Luft nach oben, denn laut Untersuchungen des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik sind die meisten Pakete im Onlinehandel deutlich überdimensioniert. Der Volumennutzungsgrad von Verpackungen lässt sich jedoch durch effiziente Verpackungskonzepte optimieren, die das Transportgut auch ohne Füllmaterial schützen. Zudem sind bereits Verpackungsmaschinen mit automatischer Höhenanpassung auf dem Markt - das steigert den Nutzungsgrad der Verpackung und spart Kosten.

"Bitte nicht knittern" - Kreativität der Entwickler gefordert

Neben kühler Materialkalkulation und Effizienzdenken ist auf Seiten der Verpackungsentwickler jedoch auch viel Kreativität und das Paar Samthandschuhe im Kopf erforderlich, denn wertvolle oder empfindliche Produkte wollen besonders gut gesichert auf die Reise geschickt werden. Für die unterschiedlichen Produktsegmente sind ganz unterschiedliche Lösungen gefordert: So benötigt beispielsweise die Bekleidungsindustrie Verpackungen mit Schnittschutz, bei denen das Produkt nicht beschädigt wird, wenn der Kunde es mit einer Schere oder einem Messer öffnet. Und Hemden oder Anzüge sollten möglichst knitterfrei beim Kunden ankommen. Beim Versand von Lebensmitteln erfordern ungekühlte Waren keine besonderen Schutzmaßnahmen, während bei gekühlten spezielle Papiere und Beschichtungen zum Einsatz kommen. Auch Spezialverpackungen für den Versand von Pflanzen, die besonders empfindlich und daher schwierig zu versenden sind, gibt es bereits auf dem Markt.

Fazit: Von einer konstruktiven und partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die zunehmend die reine Lieferbeziehung ersetzt, profitieren Onlinehändler ebenso wie Verpackungshersteller. Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal, mit dem sich Verpackungshersteller erfolgreich in der Branche positionieren können, ist die Fähigkeit, die dynamische Entwicklung im Onlinehandel aktiv mitgestalten zu können. So unterstützen Anbieter wie Klingele mit ihren Leistungen die gesamte Wertschöpfungskette der Onlinehändler - und das geht weit über die Entwicklung maßgeschneiderter Verpackungskonzepte hinaus. Hier besteht noch viel Spielraum: Viele Onlinehändler sind in den vergangenen Jahren schnell gewachsen und müssen jetzt ihre internen Prozesse darauf einstellen; auch die Automatisierung steckt noch weitgehend in den Kinderschuhen. Verpackungshersteller, die über umfangreiche Prozesserfahrung und ein umfassendes Know-how zum Markt für Verpackungsmaschinen und Intralogistik-Lösungen verfügen, bieten den Onlinehändlern mit fundierten Beratungsleistungen, beispielsweise zu Automatisierungskonzepten und zur Prozessoptimierung, einen echten Mehrwert für ihre zukünftige Geschäftsentwicklung. Da ist Musik drin - für beide Seiten!

Die Klingele-Gruppe ist einer der führenden unabhängigen Hersteller von Wellpappenrohpapieren und Verpackungen aus Wellpappe in Deutschland. Das Unternehmen präsentiert seine Lösungen und Services unter anderem bei der diesjährigen Branchenmesse FachPack (29.9.-1.10.2015) in Nürnberg (Halle 7, Stand 7-138). Weitere Informationen: www.klingele.com

Packaging turns into a central point of interest for the logistics-chain in eCommerce. They must be reliable, easy to open and should be used for advertising. Thats why creators of modern packaging should deliver more than only cardboard-boxes. With support in logistics and advisory for the whole supply chain they turn into partners for your success.

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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Dieser Jahresbericht erläutert die Arbeit unseres Verbandes im Jahr 2016. Er zeigt Möglichkeiten, wie Sie als Mitglied und Preferred Business Partner von einer Mitgliedschaft profitieren können. Download


                                 

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